Dienstag, 30. Juni 2009

Zurück in der Zukunft - Die Maus des Tages

.Maus meets Bus

Montag, 29. Juni 2009

Schön war die Zeit

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Die letzten Wochen standen ganz im Zeichen der Deutschen Meisterschaft der Eintracht von 1959 und insbesondere der Veranstaltung Tradition zum Anfassen im Museum der Frankfurter Eintracht. Matze Thoma und Frank Gotta hatten mir jede Menge Material zur Verfügung gestellt - als Vorbereitung für meine Rolle als Moderator; Zeitungsausschnitte, Berichte aus der Zeitung Der neue Sport - sogar einen Vorabdruck von Matzes Buch 59 Meister konnte ich lesen, um mich in die Zeit um 1959 hinein zu versetzen, auf eigene Erfahrungen von damals konnte ich ja nicht zurück blicken. Frank Wagner hatte eine DVD mit Filmbildern des Endspiels zusammengestellt (als besonderes Schmankerl war auch der Film: Die Meisterelf dabei) - und so hatte ich nach tagelangem Eintauchen in die damalige Zeit ein ganz gutes Gerüst geschaffen, um für ein Gespräch mit den Meisterspielern gewappnet zu sein.

Zunächst erfolgte im Museum die Eröffnung einer Sonderausstellung mit tollen Exponaten aus der Zeit der Meisterschaft und einer gemütlichen 50erJahre Ecke - und am Donnerstag den 25.06.2009 war der große Tag gekommen. Nachmittags spazierte noch eine Kindergruppe durchs Museum und als die Jugend den Geist der Geschichte geatmet hatte, schlossen wir die Türen und begannen mit den Vorbereitungen für den großen Abend. Petra Bärmann und Thomas Nixdorf von der Fan-und Förderabteilung sorgten für die reibungslose Organisation der Veranstaltung, Matze lief zwischen Computer und Handy hin und her, organisierte und betete, dass alles klappen würde, derweil Steffen am Tresen die Übersicht behielt und ich traditionell die Anlage installierte, die später von Pia bedient wurde. Spät aber nicht zu spät war alles soweit, draußen warteten schon die ersten Gäste voller Spannung, während der ein oder andere Meisterspieler vorbeischneite und von uns in eine Loge gebracht wurde, wo Frauke sich um das Wohl der Mannen und der Frauen an deren Seite kümmerte. Ein kurzes Gespräch hier, ein Händedruck da und schon war ich mit mir und meinen Gedanken alleine. Ich meine, mittlerweile habe ich ja schon jede Menge Veranstaltungen im Museum moderiert, eine jede eine neue Herausforderung; aber die Aufgabe, fünf Meisterspieler um mich herum zu haben und dazu noch viele zusätzliche Ehrengäste, machte mich schon ein wenig nervös.

Kurz vor halb acht versammelten sich die Helden, um vor dem Museum noch ein Gruppenbild vor Seppl Herbergers Opel Rekord (der - obwohl ein paar Jährchen jünger aber immerhin ein Original - vor dem Museum parkte) zu schießen, die Gäste (ihr!) nahmen ihren Platz im Museum ein und dann ging es los.

Stefan Minden eröffnete mit knappen Worten den Abend, jeden einzelnen Meisterspieler bat er einzeln unter Nennung der damaligen Rückennummer in den Raum und unter großem Applaus marschierten die Meister ins Auditorium. Mit der Nummer Eins Egon Loy, mit der Vier Dieter Stinka, mit der Sechs Hans Weilbächer, mit der Acht Istvan Sztani und mit der Zehn Dieter Lindner. Dazu gesellten sich mit Wolfgang Solz und Erwin Stein zwei Spieler, die erst in der Zeit nach dem Endspiel für Furore Sorgen sollten, Solz spielte als junger Kerl im Meisterjahr in der Reservemannschaft der Eintracht, während Erwin Stein im Jahr des Titelgewinns für die Spvgg. Griesheim spielte und noch vor Ende der Saison von der Eintracht verpflichtet wurde. Ein Jahr später schoss er im Finale des Europapokals zwei Tore gegen Real Madrid - doch das ist eine andere Geschichte.

Stefan und Matze begrüßten noch einmal ganz offiziell alle Anwesenden und zunächst gedachten wir der Spieler, die vom lieben Gott vorzeitig ausgewechselt wurden und nun von ganz oben zuschauten: Helmut Henig, Erich Bäumler, Eberhardt Schymik, Richard Kress, Hans Walter Eigenbrodt, Hermann Höfer, Kapitän Alfred Pfaff und Trainer Paul Osswald. Ihre Portraits hingen über uns und sie wachten, dass alles seine Richtigkeit hatte. Von den noch lebenden Aktiven hatten Adolf Bechtold, Ekko Feigenspan und Friedel Lutz abgesagt, da in den nächsten Tagen noch weitere Feierlichkeiten anstanden, während Erich Meier und Ivica Horvat krankheitsbedingt nicht bei uns sein konnten. Gute Besserung von hier.

Torhüter Egon Loy erzählte, dass er die ersten Spiele verletzungsbedingt zuschauen musste, erst am neunten Spieltag konnte er wieder das Tor der Eintracht hüten (er wurde in den ersten Spielen von Helmut Henig vertreten, der zuvor über ein Jahrzehnt im Tor der Eintracht stand). Er fing sich zwar gleich ein 1:4 gegen die Bayern ein - sollte dann aber den Rest der Saison unbesiegt bleiben. In der Saison zuvor wurde der ruhige Loy tatsächlich einmal vom Platz gestellt; er hatte beim Spiel bei 1860 München nach einem Elfmeterpfiff dem Schiedsrichter Jakobi gesagt: Das hättens nicht pfeifen müssen - der Schiri fasste dies ob des missverstandenen Dialektes als Beleidigung auf und stellte Loy hinaus. Der DFB hatte jedoch ein Einsehen und stellte gegen eine Strafe von 20 DM das Verfahren in der Berufung ein, Loy musste nicht pausieren.

Dieter Stinka, der vor der Saison aus Gelnhausen zur Eintracht kam, wäre beinahe in Offenbach gelandet; der damalige Kickers-Trainer Paul Osswald hatte ihn schon so gut wie verpflichtet - bis er selbst zur Eintracht wechselte und Stinka es ihm gleichtat. Saß Stinka zunächst auf der Bank, so legte er sich im Training mächtig ins Zeug. Die Verletzungen von Schymik und später auch von Horvat gaben ihm die Möglichkeit sich ins Team zu spielen - und so stand Stinka auch im Endspiel 120 Minuten für die Eintracht auf dem Platz. Er erlebte ungläubig den gigantischen Empfang am Tag nach dem Endspiel in Frankfurt, als Hunderttausende Frankfurter auf den Beinen waren, um die Meisterelf zu empfangen.

Hans Weilbächer, der eisenharte Außenläufer, erzählte die Geschichte, dass er eigentlich als Stürmer angefangen habe und auch viele Tore auf sein Konto gegangen waren. Dass er dann auf die Außenbahn wechselte lag an einem Verkehrsunfall. Weilbächer war damals mit seinem Roller in der Stadt unterwegs und traf auf einen verkehrsregelnden Polizisten, der ihn kannte. Sie unterhielten sich ein Weilchen, bis Weilbächer eine Armbewegung des Polizisten als Zeichen zur Weiterfahrt interpretierte. Zu spät erkannte er eine nahende Straßenbahn, eine Kollision war unvermeidlich - und so landete Hans im Krankenhaus; das Sprungbein war lädiert. Später musste er sozusagen umschulen, er sprang fortan mit dem unverletzten Bein ab, kam nicht mehr ganz so hoch und spielte ab nun defensiver.

Zur Vorbereitung auf das Finale traf sich im Juni 1959 die Mannschaft um Trainer Osswald in der Bundessportschule des DFB nahe des Waldstadions; die Spieler gingen tagsüber zur Arbeit um Abends dann im Stadion zu trainieren. Außer Sztani, der mit Pfaff (dem Gastwirt) auch Tags auf dem Gelände bleiben musste. Derweil vermissten die Frauen der Spieler über diesen Zeitraum ihre Jungs zuhause. Nunja zumindest die meisten.

Uschi Bauer, die Köchin der Sportschule meinte es derweil gut mit den Kickern. Während Osswald den Spielern zwar ein Bierchen gestattete, füllte Frau Bauer heimlich Bier in Teekannen und gab den Eintrachtlern das, was sie brauchten. Unter großem Gelächter wurde nun auch im Museum aus Teekännchen Bier serviert, jeder Spieler wusste, was diese Geste zu bedeuten hatte.

Mit Dieter Lindner erinnerten wir uns zusammen an einen Spieler vom VfB Stuttgart, Robert Schlienz, der 1948 einen Arm verloren hatte und dennoch große Spiele in der Oberliga absloviert hatte. Er war der direkte Gegenspieler des jungen Lindner und hatte diesen nach einigen Fehlern wieder aufgemuntert. Lindner erinnerte an den großen Sportsgeist trotz aller Gegnerschaft auf dem Platz - noch in den Achtzigern hatten sich Lindner und Schlienz herzlich begrüßt. Lindner betonte auch das gute Verhältnis zu den Spielern der Offenbacher Kickers, das in diesem Maße nicht jeder Eintrachtfan teilt.

Istvan Sztani begrüßte das Publikum auf seine eigene Art, "verwechselte" nur die Commerzbank-Arena mit dem Waldstadion und fühlte sich damals nicht nur am Riederwald heimisch, sondern eben auch im Waldstadion, das 58/59 neben den Endrundenspielen auch die Oberligaspiele gegen Offenbach, Nürnberg und die Bayern erlebte.

Doch auch andere Beteiligte von damals kamen zu Wort. Kurt Schmidt, Eintrachtseele und damals der beliebteste Polizist Frankfurts erzählte die Anekdote, dass Familie Pfaff ihm während seiner Arbeit am Tag nach der Meisterschaft zwei Fahnen in die Hand gedrückt hatte. Auf die Frage, was er denn damit machen sollte, lautete die Antwort: Den Verkehr regeln. Gesagt, getan - Kurt regelte sodann mit jenen Fahnen den Verkehr in Frankfurt - und durfte anschließend zum Rapport antreten. Doch sein Vorgesetzter hielt das vermeintliche Belegfoto in die Höhe und meinte dann: So eine gute Fotomontage habe er noch nie gesehen - Kurt blieb unbehelligt.

Unter den Zuschauern waren nicht nur der "Manager" der Meistermannschaft, Alexander Loulakis, sondern auch der ehemalige Aktive Ernst Kudrass, der für die Eintracht von 1948 bis 1957 die Fußballstiefel schnürte - und nun den Geschichten rund um das Meisterjahr lauschte. Auch Toni Hübler war mit seiner Gattin anwesend. Er, der als Gärtner bei der Eintracht angefangen hatte, griff dem damaligen Zeugwarts Karl Krause unter die Arme. In der Woche vor dem Endspiel pflanzte er mit Begonien den Schriftzug Eintracht Frankfurt - Deutscher Fußballmeister 1959 am Riederwald. Er ließ die Pflanzen mit Astzweigen abdecken und meldete sich nach dem Sieg in Berlin telefonisch am Riederwald: Otto, nimm die Zweige runter - und nun war der Blumentext schön zu sehen. In Berlin selbst betreute er Istvan Sztani und vor allem dessen Vater, der aus Ungarn angereist war. 41 Jahre blieb Toni seiner Eintracht treu, ab 1963 selbst als Zeugwart und zu den traurigsten Geschichten gehört sicherlich der Tod des Eintracht-Originals Karlchen Schildger, der Zeit seines Lebens der Eintracht verbunden war - und am Riederwald in den Armen von Toni Hübler verstarb.

Ganz besondere Geschichten hatten die Spielerfrauen auf Lager. Sehr hübsch die Geschichte der Frau Weilbächer, die im Olympiastadion vor Ort den grandiosen Sieg verfolgte. Nach Abpfiff eilte ihr Hans zu ihr, ein Mäuerchen trennte die beiden jedoch. So schob sich Frau Weilbächer auf die Mauer und sprang hinunter. Dabei legte die Bewegung einen Blick auf die damals üblichen Strumpfhalter frei - ein Fotograf hielt diesen Moment für die Ewigkeit fest. Im Film Die Meisterelf wurde dieser Moment mit Spielern der Eintracht sogar noch einmal nachgestellt. Frau Loy hingegen musste damals auf Anweisung der Eintracht-Oberen zuhause bleiben. Im siebten Monat schwanger wurde die weite Reise für zu gefährlich erachtet - und so erlebte sie das Endspiel voller Aufregung fernab von Berlin - und wäre sicherlich vor Ort weit weniger nervös gewesen.

Frau Stinka hingegen war zu jener Zeit noch gar nicht Frau Stinka. Aber sie war eine Eintrachtlerin aus der Leichtathletik-Abteilung - und hatte damals die Spieler nach dem Duschen aus den Fenstern des Riederwaldes beobachtet. Der junge Stinka hatte es ihr angtan, sie sah nach, wo sein Auto parkte (mit dem Kennzeichen F-DS 25) und peu a peu lernten sie sich kennen, bis 1973 die Hochzeitsglocken läuteten - 14 Jahre nach dem großen Sieg.

Alfred Pfaff Junior vertrat seinen Vater würdig. Er, der damals zehn Jahre alt war erlebte die großen Erfolge aus nächster Nähe und hatte vor seinen Klassenkameraden natürlich den Vorteil, die ganzen Spieler und Geschichten hautnah zu erleben. Auch heute freuen sich die Pfaffs noch über Besuch im Gasthof Morretal in Zittenfelden, schaut einfach mal dort vorbei.

Auch Hannelore Wegner kam zu Wort. Sie war damals nicht nur großer Eintracht- sondern auch bekennender Sztani-Fan. Ungewöhnlich für ein Mädchen von vierzehn Jahren waren ihre Kenntnisse über Fußball, sie wusste nicht nur, dass Istvan ein hübscher Kerl war, sondern auch was Abseits ist. Während andere mit Puppen spielten, sparte sie ihr Taschengeld für die Straßenbahnfahrt und den Eintritt ins Stadion.

Wir erfuhren noch von Erwin Stein, dass es keine gute Idee von ihm war, den Bundestrainer "Seppl" zu nennen. Er, der sowie schon schlechte Karten beim Bundestrainer Herberger hatte, da er einen Vertrag bei der Eintracht unterschrieben hatte - und somit als Vertragsspieler nicht bei Olympia 1960 für Deutschland spielen durfte, obgleich er eigentlich fest eingeplant war, - wurde nun auch im A-Team nicht mehr eingesetzt. Wie sich überhaupt sagen lässt, dass die Eintrachtler im Nationalteam eher selten berufen wurden (den Offenbacher erging es übrigens ähnlich) - Sepp Herberger baute auf den 1.FC Kaiserslautern. Immerhin durfte Hans Weilbächer ein A-Länderspiel absolvieren, ähnlich wie Erwin Stein - damals noch im Trikot der Griesheimer.

Die Zeitreise endete nach knapp zwei Stunden, an die 200 Zuhörer waren zufrieden und glücklich ob der erzählten und erlebten Geschichten und auch unsere Helden von damals zeigten sich gerührt ob der Atmosphäre und dem von euch gezeigtem Interesse.

Umlagert von Autogrammjägern verbrachten die Meister noch einige Zeit im Museum, bis sie peu a peu in die Nacht rauschten und wir bei einem Schoppen beieinander hockten.

Wir denken, dass es euch genau so viel Freude bereitet hat wie uns und den Meisterspielern und bedanken und ganz herzlich bei allen Anwesenden.

Der Sonntagnachnmittag brachte noch einmal ein lustiges Erlebnis: Während die Meister bei einem großem Empfang im Frankfurter Römer weilten, versammelten sich rund 59 Fans am Römerberg und zeigten sich zunächst geduldig. Touristen wanderten umher, fotografierten den munteren Trupp, während von Zeit zu Zeit ein Bier-Bike vorbeieierte. Man konnte eine Menge Traditions-Trikots entdecken, zwei den Endspieltagen nachempfundene Doppelhalter wurden in die Luft gereckt und nach dem Offenbacher Bürgermeister, der uns freundlich begrüßte, ließen sich dann unter großem Applaus unsere Meister blicken.

Zunächst mischte sich Dieter Lindner unters Volk und schüttelte alle Hände; ihm folgten Toni Hübler und Istvan Sztani bis alle anwesenden Meister vor die Tür des Römers traten. Bechtold, Feigenspan, Loy, Lindner, Lutz, Stinka, Sztani, Weilbächer und dazu die Herren Solz und Stein. Auch Kurt Schmidt durfte nicht fehlen, gab durch die Flüstertüte Kommandos und wir sangen auf dem Römerberg mit voller Inbrunst Im Herzen von Europa - bis die Mannschaft auf den Tag genau fünfzig Jahre nach dem 5:3 gegen die Offenbacher Kickers in Berlin die Schale vor dem Römer präsentierten. Uli Matheja, Frank Gotta und Doc Hermann, die Helden des gesammelten Wissens, kamen zu uns, auch Matze konnte sich loseisen und bis in den späten Nachmittag saßen wir in einer Äbbelwoikneipe und freuten uns des Tages. Des fünfzigsten Jahrestages der Deutschen Meisterschaft der Frankfurter Eintracht. Tolle Tage, fürwahr. Unvergesslich obendrein.

Dienstag, 23. Juni 2009

Tradition zum Anfassen - Teil 7 - Wir sind Meister

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Tag: 25.06.2009

Stunde: 19:30 Uhr

Ort: Eintracht Frankfurt Museum

So konnte schon nicht mehr viel schiefgehen. Zum Ueberfluß jedoch hatte Kreß eine der Stunden erwischt, wo die Leute von ihm sagen: „Viel besser kann auch der Rahn nicht sein!" Kreß schoß sogar. Allerdings, weil er mußte. Auf einem seiner Rekordläufe über 50 Meter fand er sich plötzlich allein. Nicht nur der Gegner, sondern auch seine eigenen Nebenleute konnten ihm nicht mehr folgen. Links niemand, rechts niemand, um abzugeben, also hinein! Der Schuß schlug 30 Zentimeter über dem Kopf Sawitzkis ein und war dennoch nicht zu fassen.

Schieß öfter, Genosse, und die Frankfurter werden Dich nicht wiedererkennen! Beinahe schade, daß demselben Kreß kurz danach noch ein Tor gelang, bei dem er an Schlienz und Sawitzki vorbei fast nahezu bis zum Netz lief. Jetzt denkt er bestimmt, warum denn schießen, wenn es auch mit Laufen geht. Die übrigen Treffer schmetterten Meier und Feigenspan in die Ecken, beide couragiert eine Gelegenheit am Schopfe fassend, die flüchtiger war als der Wind. Als ein Eckball von rechts durch den ganzen Strafraum flitzte, stieß Meier zu. Als Sztani den Ball raffiniert auf den Elfmeterpunkt schlenzte, erspähte Feigenspan die Lücke. Welche Tore!



Derart poetisch beschrieb Ludwig Dotzert in Der neue Sport die Leistung der Eintracht beim 4:0 in Stuttgart; es war am dritten Spieltag der erste Sieg der Saison 1958/59; weitere sollten folgen - der größte dann am 28.06.1959 im Berliner Endspiel gegen den OFC.

Die Fan- und Förderabteilung und das Eintracht Frankfurt Museum laden euch ein, diese großartige Saison noch einmal Revue passieren zu lassen. Zusammen mit ehemaligen Spielern und vielen weiteren Gästen werden wir uns an ein Jahr erinnern, in dem der Mini Cooper das Licht der Welt erblickte und die Eintracht Deutscher Meister wurde.

Und zur Einstimmung gibt es noch ein Rätsel. Ihr wisst ja sicherlich, dass die Eintracht von 1948 bis 1963 in der Oberliga Süd gespielt hat, in der damals höchsten Spielklasse. Wieviele Reisekilometer mussten denn die Adler zu den 15 Auswärtsspielen (Hin und zurück) zurücklegen, bis am 30. und letzten Spieltag die Süddeutsche Meisterschaft unter Dach und Fach war?

Viel Spaß beim Knobeln.



Nachtrag: Hier nun die Liste mit den zurückgelegten Reisekilometern:





Das Bild von Richard Kress entnahm ich dem wunderbaren Eintracht-Archiv, ohne dessen Hilfe ich die Veranstaltung nicht
hätte vorbereiten können. Danke Frank.

The '59 sound

Von Zeit zu Zeit seid ihr sicherlich hier schon über meine derzeitige Lieblingskapelle gestolpert, The Gaslight Anthem - diese in meinen Ohren gelungene Mischung zwischen Punk und Bruce Springsteen. Dieser Tage touren sie durch Deutschland - im Vorprogramm der alten Helden von Social Distortion:



The story of my life - und zu meiner Geschichte des Lebens gehört natürlich die Frankfurter Eintracht - und die Beschäftigung mit deren Geschichte, die ich seit 1974 aktiv miterlebt habe. Nicht miterlebt habe ich demzufolge den Sound von '59 - das Jahr, in dem die Eintracht Deutscher Meister wurde. Ein Sound von 59 wurde durch Freddy Quinn geprägt; lange Zeit war sein Hit Die Gitarre und das Meer in den Hitparaden ganz oben platziert und unsere Meister hatten vielleicht sogar die Single zuhause; abgespielt auf einem Neckermann Phono-Radio. Jimmy Brown das war ein Seemann ... das Leben, eine Ansammlung verlorener Träume.
Doch ein Traum wurde wahr, damals am 28.Juni 1959 im Berliner Olympiastadion. Der Deutsche Fußballmeister heißt Eintracht Frankfurt.

Heute klingt der der 59 Sound etwas flotter, The Gaslight Anthem sei Dank:





Am 28.05.2009 werden die Meisterspieler im Frankfurter Römer zu Gast sein, exakt 50 Jahre nach dem großen Triumph. Aber wie es so ist mit Feierlichkeiten - das einfache Volk muss meist draußen bleiben, draußen auf der Straße. Wir aber wollen unsere Helden sehen - und wenn 1959 vor unserer Zeit war, so ist die unsrige nun gekommen.



Sonntag, 21. Juni 2009

Gesucht wird:

... der Ball von 1959.

Diesmal gibt es ein Rätsel, welches bis heute tatsächlich ungelöst ist. Ihr wisst ja sicherlich, dass der Endspielball vom Europapokal-Finale 1960 nach dem 3:7 der Eintracht gegen Real Madrid von Stürmer Richard Kress mitgenommen wurde. Lange Jahre wurde der Ball wohl behütet bei der Familie Kress aufbewahrt. Richard Kress starb 1996, seine Frau aber bewahrte das Andenken, bis das Eintracht Frankfurt Museum seine Türen im November 2007 öffnete. Und so fand dieser Ball eben dort seine neue Heimat - und ihr könnt ihn bewundern.


Der Endspielball vom Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1959 aber wurde vom damaligen Eintracht-Trainer Paul Osswald mitgenommen und in den 60er Jahren in Herbornseelbach für einen guten Zweck versteigert. Seither verlor sich die Spur des Balles. Und das ist schade, denn im Museum gibt es sicherlich einen schönen Platz dafür. Wo ist der Ball vom Endspiel 1959 - das ist die Frage, die uns bewegt. Für sachdienliche Hinweise über den Verbleib wäre das Eintracht-Frankfurt-Museum oder der Blog-Autor sehr dankbar.

Und damit es euch während der Suche nicht zu langweilig wird, gibt es hier den Zusammenschnitt von Bildern aus dem Jahr 1959, angefertigt wie auch das Meister-Video von Frank Wagner.

Viel Vergnügen.


Mittwoch, 17. Juni 2009

Victoria

Victoria - lat. Sieg.

In der römischen Mythologie verkörpert die Victoria die göttliche Personifikation des Sieges, das griechische Pendant ist die Nike - und die hat mitnichten moderne Turnschlappen erfunden, sondern Flügel.

Nach den Olympischen Spielen 1900 in Paris bekam der Deutsche Fußballbund zum Andenken eine Victoria auf Sockel überreicht - und die Deutschen Fußballmeister erhielten von 1903 bis 1944 eben jene Victoria als Wanderpokal vom DFB verliehen - bis Deutschland in Schutt und Asche versank und die Victoria nach 1945 als verschollen galt. Der letzte Meister, der die Victoria überreicht bekommen hatte, war der Dresdner SC - nach einem 4:0 gegen den Luftwaffen-Sportverein Hamburg. Der erste Titelträger war 1903 der VfB Leipzig.

Zwischen 1945 und 1990 lagerte die Victoria in einem Kohlekeller eines Ost-Berliner Fußballfans, zunächst einmal um sie vor den Kriegswirren zu retten. Erst mit der Wende 1990 wurde sie wieder dem DFB zugänglich gemacht. Entsprechend sind die Meister von 1903-1944 und ab 1990 eingraviert.

Da ab der Saison 1948/49 wieder regelmäßig in den Oberligen Fußball gespielt wurde (zwischen 1945 und 1948 kickten die Vereine in den Besatzungszonen) mussten die Herren Funktionäre einen neuen Wanderpokal erfinden; die Meisterschale, bzw Salatschüssel, wie sie der Volksmund respektlos nennt, erblickte 1949 das Licht der Nachkriegswelt und der erste damit gekürte Meister war der VfR Mannheim.

Schalke 04, der Serienmeister der Kriegsjahre, ließ anlässlich der bislang letzten errungenen Meisterschaft 1958 ein mehr als doppelt so großes Replikat der Victoria anfertigen, welches der Eintracht 1959 ausgeliehen wurde. Auf einem Foto anlässlich der Feierlichkeiten der Eintracht zur Meisterschaft im Zoogesellschaftshaus ist diese Victoria schön zu erkennen. Unser Museums-Leiter Matze Thoma begab sich auf Grund dessen auf Recherche und förderte oben genannte Informationen zu Tage. Die Eintracht hat wohl die Victoria nach Gelsenkirchen zurück gegeben; alte Schalker berichten davon, dass diese Victoria bis in die sechziger Jahre noch an der Glückaufkampfbahn zu sehen war - dann verliert sich die Spur.

links: Victoria - rechts: Spielausschussvorsitzender Ernst Berger

Heute lagert das Original von 1900 in der Zentrale des Deutschen Fußball Bundes; der amtierende Deutsche Meister kann sich ein Replikat für die Dauer der Meisterschaft ausleihen - Bayern München zum Beispiel machte jedoch von diesem Recht keinen Gebrauch, ganz anders der VfL Wolfsburg, der die Victoria als aktueller Meister gerne für ein Jahr bei sich haben möchte. Da allerdings anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Meisterschaft der Eintracht auch das Eintracht Frankfurt Museum Interesse beim DFB angemeldet hat, akzeptierten die Wolfsburger zähneknirschend den Deal, dass die Victoria bis zum August in der am Freitag, den 19.06.2009 beginnenden Sonderausstellung im Eintracht Museum zu bestaunen sein wird. Erst dann wird der VfL die Trophäe seinen Fans präsentieren können. Ihr aber habt die Möglichkeit, schon ab Freitag das bronzene Prachtstück zu bewundern. Und nicht nur dies; es gibt im Museum 59 Meister zu bestaunen oder aber die Gelegenheit, sich im Original Fünfziger-Jahre-Ambiente Filme über das Endspiel anzuschauen. Ihr könnt euch informieren, was ein Kaffeeservice mit der Meisterschaft zu tun hat oder aber in einer Kopie der mit einer Schreibmaschine getippten Aufzeichnungen von Hermann "Stift" Höfer schmökern.


Eröffnung: Freitag, 19.06.2009 - 19:30 - Eintritt frei. Am 25.06 werden dann die Meister höchstselbst im Museum anwesend sein und noch viel mehr Gäste, die sicherlich tolle Geschichten zu erzählen haben. Dazu demnächst mehr.


Achja, eine Frage habe ich noch:

Für einen Eintrachtler, der gerne mal eine Zigarre schmauchte war der Riederwald quasi das Zuhause. Er war für vieles zuständig, putzte Schuhe, schleppte Koffer und ließ einmal verlautbaren: Wenn ich mal uffem Sportplatz umfall, des wär mein scheensde Dod. Der liebe Gott tat ihm diesen Gefallen, die gesuchte Person verstarb tatsächlich am Riederwald - in den Armen einer anderen Legende, nach der sich sogar ein Fanclub der Eintracht benannt hat. Wie hieß denn der gesuchte Zigarrenraucher - und in wessen Armen tat er seinen letzten Atemzug?

Viel Spaß beim Rätseln wünsche ich. Und im Museum natürlich auch.





Dank an Matze Thoma für viele Informationen, sowie an den DFB und den VfL Wolfsburg für das Überlassen der Victoria. Bei der nächsten Meisterschaft der Eintracht werden auch wir uns generös zeigen.

Sonntag, 14. Juni 2009

Vuvuzela

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Ich sitze hier bei einem Schoppen Malzbier und vor mir auf dem Monitor zerlegt Spanien im Rahmen des Conföderationen-Pokals Neuseeland. 86 Minuten sind gespielt und die Iberer führen gegen die Maoris mit 5:0 - während im Hintergrund der Südafrikaner traditionell den Affen mit Krach erlegt. Dem Geräusch eines summenden Bienenschwarmes ungeahnten Ausmaßes gleich wird das traditionelle Instrument als Geräuschkulisse eingesetzt. Das Ding heißt Uwe Seeler. Naja, fast - eigentlich heißt es Vuvuzela und wird uns nicht nur beim Confed-Cup begleiten, sondern auch bei der nächsten WM. Das wird hart, zig Spiele mit dem Getröte im Hintergrund; da gilt es sich abzuhärten.

Los gehts.


Der Meister heißt Eintracht ...

... aus Frankfurt am Main ...

am 28.06.1959, ihr wisst es längst, triumphierte die Eintracht im nicht ausverkauften Berliner Olympiastadion mit 5:3 über die Oxxenbacher Kickers. 75.000 Zuschauer, darunter Fußballidol Friedrich Walter und Berlins regierender Bürgermeister Willy Brandt erlebten vor Ort 120 spannende Minuten, drei Treffer von Ekko Feigenspan, zwei von Istvan Sztani und die bislang einzige deutsche Meisterschaft der Eintracht. Aus Sicht der Hessen bestand das einzige Manko darin, dass die Partie nicht im heimischen Waldstadion ausgetragen wurde - dem Ort, an dem beide Finalisten ihre Heimspiele zur Endrunde ausgetragen hatten - sondern eben 560 km von der Heimat entfernt. Die Flüge nach Berlin waren schnell ausgebucht und die Reise für viele Anhänger zu teuer - damals konnte man ja nicht ahnen, dass der Titelgewinn bis heute der letzte bleiben sollte.

Für alle, die damals nicht dabei gewesen sind und zur Erinnerung für die Veteranen hat Frank Wagner aka bembelmonster einen Clip zusammengestellt, der Aufnahmen nach dem Sieg zeigt, untermalt von dem hübschen Lied mit dem Titel Der Meister heißt Eintracht und ihn dankenswerter Weise den Blogs zur Verfügung gestellt. Und damit euch die Zeit bis zu den angekündigten Feierlichkeiten nicht zulange wird (so z. Bsp. am 25.06.2009 im Museum) gibt es zum Clip noch ein kleines Rätsel. Zu leicht darf es nicht sein - also strengt euch an:


Frage 1: Endspiele um deutsche Fußballmeisterschaften gab es durchaus in Frankfurt am Main. Aber in welchen Stadien fanden sie statt?

Frage 2: Wieviele Eintrittskarten hätten denn 1959 für das Endspiel im Berliner Olympiastadion verkauft werden können?

Jaja, gar nicht so einfach, gell?

Und nun viel Spaß mit dem Clip:





Nachtrag:

Der Sachsenhäuser und der Kid wussten die Endspielorte genau zu benennen, es waren das Waldstadion (1925, 1926, 1960) und die Sandhöfer Wiesen. 30.000 Zuschauer sahen 1920 am alten Germania-Sportplatz im Endspiel den 2:0 Sieg der Nürnberger gegen die Spvgg Fürth. Frank lag mit 95.000 angebotenen Karten zum Endspiel in Berlin 1959 ganz dicht an der tatsächlichen Anzahl. 93.917 Karten standen zum Verkauf bereit.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Wir nähern uns Berlin ...

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Am 28.06.2009 ist es soweit - die Eintracht feiert das fünfzigjährige Jubiläum der bislang einzigen Deutschen Meisterschaft. Dazu wird es nicht nur wenige Tage vorher, nämlich am 25.06.2009 eine tolle Veranstaltung im Rahmen der Reihe Tradition zum Anfassen im Museum geben, sondern sicherlich etliche große Feierlichkeiten - so auch ab dem 19.06.2009 eine Sonderausstellung im Eintracht-Museum.

Da neulich hier im Blog bei einem Rätsel die Lösung als zu leicht bemäkelt wurde, gibt es nun eine neue Aufgabe, sogar zweigeteilt.

Am 23.06.1959 bestieg die Eintracht den Flieger nach Berlin-Tempelhof. Von dort aus ging es in das Verbandsheim der Berliner Ballsportvereine nah eines nicht ganz unbekannten Gewässers. Der folgende Tag wurde zu einem kleinen Bootsausflug genutzt.

Frage 1: Wessen Grab kann unweit des Verbandsheimes am Ufer des besagten Gewässers besichtigt werden?

Frage 2: Wie hieß das Boot, in welchem Bechtold, Loy, Lutz, Osswald, Stinka und Weilbächer damals in See gestochen sind?


Die Lösung zur Frage Eins liefert sicherlich die Internet-Situation. Die Lösung zur zweiten Frage aber liegt nicht zuletzt im Herzen von Europa. Der/die Gewinner/in erhält drei Postkarten in den Farben Rot-Schwarz-Weiß; abzuholen am 25.06.2009 im Eintracht Frankfurt Museum - anlässlich des Besuches der Meisterspieler incl. der Möglichkeit, diese signieren zu lassen. Viel Vergnügen.


Nachtrag:

Das Rätsel ist gelöst, fixe Gesellen waren am Werk. Dank an insofern, Kid und Bembelmonster. Das Grab von Heinrich von Kleist (als auch von Henriette Vogel) liegt tatsächlich am Wannsee - da hätte man drauf kommen können. Sensationell aber die Auflösung in Bezug auf den Namen des Ruderbootes; es hieß tatsächlich Alex Gräfe. Sowohl im von Kid in den Kommentaren beschriebenen Büchlein Mainderby in Berlin als auch im Bildband Im Herzen von Europa von den Herren Gotta und Hermann ist ein Foto davon abgebildet. Hier ist es. In Schwarz-Weiß - wie es sich für historische Bilder gehört.

Aufkleber - Teil 1


Auf der Pressetribüne

Mittwoch, 10. Juni 2009

Wort des Monats - Mai 2009



Alles neu macht der Mai. Zumindest was die Trainerposition der Eintracht angeht. Ansonsten drangen zwei Begriffe in mein Leben, die ich zuvor niemals gehört hatte; zwei Begriffe die an das ganz Große erinnern und die am Anfang einer Assoziationskette stehend uns sicherlich in ein Nirgendwo schicken würden. Beiden gemein ist der Buchstabe Ü ähnlich wie in Übungsleiter oder Übersteiger. Und beiden gemein ist das traurige Schicksal, in meiner kleinen Umfrage punkt- und torgleich abgeschlagen auf dem letzten Platz zu landen.

Die Rüttelstopfverdichtung - Grundvoraussetzung für rauschende Fußballfeste in der sich im Neubau befindlichen Sportanlage des Riederwaldes; auch wenn tragischerweise an Stelle der alten Tribüne ein Bürokomplex mit Halle und Gastwirtschaft enstehen wird - und eben keine neue Tribüne - und damit auch fürderhin keine rauschenden Fußballfeste erwartet werden dürfen. Es sei denn, man schaut sich von der Gegengerade die Spiele der Jugendmannschaften der Eintracht an. Das ist doch auch schon mal was. Rüttelstopfverdichtung, Platz drei, gemeinsam mit:

Schnüsch.

Der Schnüsch? Das Schnüsch? Die Schnüsch? Wikipedia gibt keinen Aufschluss, auch der Duden gibt sich bedeckt. Und da ich Kohlrabi nicht mag, finde ich den hinteren Rang inhaltlich akzeptabel, alleine der Wortklang hätte besseres verdient. Nun denn, ihr habt entschieden. Ebenfalls Platz drei für Schnüsch, ein Gericht, welches nach dem 0:5 gegen Werder Bremen dem ein oder anderen im Hals steckenblieb.

Auf dem zweiten Platz landete ein(e) alte(r) Bekannte(r). Der Short Message Service, kurz SMS. Auch hier scheint die Frage nach dem Artikel problematisch, wohl heißt es: Der Short Message Service, gleichwohl aber die SMS. Aber halten wir uns lieber mit dem Zusammenhang auf, in dem die SMS justamente im Mai einträchtliche Bedeutung erlangte. Hören wir hierzu Kid Klappergass, der sich mit dem Thema sowohl am 23.05 als auch am 24.05. auseinander setzte.

Interessant, wie sich der ein oder andere Vertreter des Aufsichtrates mit Hilfe der modernen Technik gegen den Vorstand der Eintracht Frankfurt Fußball AG in Szene zu setzen weiß. Daher Platz zwei für die SMS.

Und nun kommt sie ins Spiel. Die Internet-Situation. Für manch einen Auslöser allen Übels, für den anderen Stammtisch-Ersatz und für wiederum andere die Möglichkeit, in Sekundenschnelle Informationen jeglicher Art rund um den Erdball zu schicken und abzurufen. Ob diese Informationen Hand und Fuß haben, das liegt nicht an der Internet-Situation, sondern an den Menschen, die auch außerhalb dieser existent sind, auch wenn man es manchmal kaum glauben mag. Es gibt Tage, da bin ich der Internet-Situation ganz dankbar, so wie gestern, als ich ein Interview mit dem neuen Trainer der Eintracht in den Redaktionsräumen der Frankfurter Rundschau online abrufen konnte - und es gibt Tage, da verfluche ich den Erfinder der Flatrate, da in den diversen Foren menschliche Äußerungen bar jeglicher Reflektion einen Geist wiederspiegeln, der bei mir zuhause Stadionverbot bekommen würde. In welchem Ausmaß die Internet-Situation Einfluss auf reales Geschehen hat muss noch erforscht werden - aber Fakt ist: Sie ist da. Die Internet-Situation. Und dank eurer Stimme auch souveränes Wort des Monats Mai 2009. Herzlichen Glückwunsch.

Und Danke fürs Mitmachen.

Freitag, 5. Juni 2009

Das war vor Jahren

... und wir tanzten bis zum Ende, zum Herzschlag der besten Musik, jeden Abend, jeden Tag, wir dachten schon das ist der Sieg ...

Jetzt ist es also wahr geworden, was schon am Tage vor der Demission Friedhelm Funkels von Peppi Schmitt in der FAZ verkündet und von Stefan Krieger im Blog-G aufgegriffen wurde: Michael Skibbe löst Friedhelm Funkel als Trainer bei Eintracht Frankfurt ab. Leider finde ich nicht mehr den Original-Link zum Artikel von P. Schmitt - von daher der Verweis auf Stefans Blog-Kommentar.

Meine Reaktion darauf ist in Kids Blog für die Nachwelt erhalten geblieben:

wohlgemerkt an einem Tag, als Funkels Entlassung/Rücktritt noch nicht offiziell verkündet wurde.

Gestern, kurz nach der Bekanntgabe wurde im Forum der Eintracht der übliche Thread eröffnet - und neben etlichen Begrüßungsworten durften sie nicht fehlen, die Statements (#34) derer, die in Inhalt (#59) und Wortwahl im gleichen Stil weitermachen, wie im letzten Halbjahr die Ablösung Funkels eingeleitet wurde. Nach der dritten Seite hatte ich keine Lust mehr, weiter zu lesen.

Nicht nur, dass es mich verwundert, wie genau etliche Menschen die Beteiligten im Bundesligageschäft kennen - mich verwundert ebenso die Art und Weise, wie sich im Zwischennetz geäußert wird. Ob die Kollegen wohl ebenso wortreich den neuen Trainer begrüßen würden, wenn er neben ihnen stehen würde? Oder was sie davon halten würden, wenn andere sie virtuell ebenso in die Mangel nehmen, wie sie es selbst machen?

Johannes meinte gestern zu mir: Wir haben die in den letzten Jahren wieder gewonnene Unschuld verloren ... und er hat Recht damit. All dies was, uns in den letzten Jahren wie ein Geschenk des Himmels vorkam, die erhaltene Lizenz, der Aufstieg, die Etablierung in der Liga, die Kontinuität, die uns erlaubte, Geld in Spieler zu investieren und nicht in Trainerabfindungen - all dies wanderte auf den Misthaufen der Vergangenheit. Geblieben sind Grabenkämpfe auf allen Ebenen - und eine oberflächliche Großmäuligkeit, welche immer häufiger die realistische Analyse ersetzt. Berlin 2006, Istanbul, Bembelbar, Riederwald - wie viele tolle Erlebnisse hatten wir in den letzten Jahren, als die Erwartungen gering und der Zusammenhalt groß waren; mir scheint, dies ist Aeonen her; Bilder eines vergangenen Lebens.





Man möchte sich zudem gar nicht ausmalen, was geschieht, wenn die derzeitig Verantwortlichen der Eintracht Frankfurt Fußball AG nicht mehr im Amt sind und der/die Heckenschützen aus dem Aufsichtsrat, die während der Pressekonferenz der AG die anwesenden Journalisten via SMS über die eigene Befindlichkeit informierten statt dessen an den Schalthebeln der Macht sitzen.

Ich weiß, die Welt ist schlecht - und es gibt viele Dinge, die weitaus gravierender sind, als Trainerwechsel bei einem Bundesligisten - dennoch bremst die aktuelle Entwicklung meine Lust mich als Teil eines Großen zu sehen ganz gewaltig. Immer mehr fühle ich mich als Fremder unter Fremden in der Daily Soap Eintracht Frankfurt und immer drängender wird der Wunsch, aus diesem Hamsterrad auszusteigen, welches mir gleichermaßen ermöglichte, Stadionsprecher, Fernsehmoderator und zuletzt (Mit)Gastgeber bei vielen tollen Veranstaltungen im Eintracht Frankfurt Museum zu sein. Gefangener seiner selbstauferlegten Zwänge; wohl bin ich nicht der einzige, der hin- und hergerissen ist zwischen der Faszination Eintracht und dem geschwätzigen Theater rund um eben diese - aber eben der mir am nächsten Stehende. Und damit muss ich klarkommen. Wie auch immer.


Diesen Aufkleber entdeckten wir neulich auf dem Rückweg vom Riederwald nach Bornheim. Dies könnte doch mal eine Idee sein: Eine kleine neue Serie mit Fotos von Aufklebern in der Stadt rund um die Eintracht. Auja, dass mache ich. Man muss sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen ...



PS: Herzlich Willkommen, Michael Skibbe.

Montag, 1. Juni 2009

Maus des Tages - 01-06-2009

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Stellt sich die Frage, wo dieses Bild aufgenommen wurde? Na, wer weiß es?

Schöne Tage wünsche ich - und denkt an die Termine.