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Sonntag, 27. Juni 2010

Deutscher Meister 2010 der B-Jugend




Eintracht Frankfurt

Donnerstag, 24. Juni 2010

Jörg Berger ist tot



13.10.1944 - 23.06.2010


Danke für Alles

Fanplunder - VI


Mittwoch, 23. Juni 2010

Jetzt gilt's



















gesehen in Frankfurt-Bornheim

Dienstag, 22. Juni 2010

Endspiel, Panini, Backstage - Termine!


Wie sagte ein Bekannter neulich? Wird Zeit, dass Sommer wird und die WeeEmm endlich anfängt. Das wird dann so ca. in vier Jahren sein, wenn in Brasilien alles anders ist. Somit begnügen wir uns mit dem scheinbar immergleichen Spiel, dessen Ausgang vorhersehbar ist - zumindest wenn es nach meinen Tippspiel-Ergebnissen geht. Exakt das Gegenteil dessen, was ich getippt habe, tritt ein. Und selbst wenn alles nach Plan läuft und der Spanier gegen Honduras mit 2:0 führt und somit ein läppisches Törchen zum prophezeiten 3:0 fehlt, dann vergeigt Villa einen Elfer, bloß um mir einen rein zu würgen. Dabei war ich ja sogar noch angetan vom verschossenen Elfmeter; dann geht's nämlich nicht zu hoch aus. Oh heilige Einfalt.

Irgendwie ist zur WeeEmm alles gesagt; Fifa, Vuvuzela, Schiedsrichter, Frankreich, England, Event - es ist alles beleuchtet, hinterfragt, belächelt oder beschimpft - einzig Heinzes Flugkopfball zum Treffer Argentiniens gegen Nigeria geht mir ein bisschen unter. Ich weiß nicht, wann ich zum letzten Mal einen Flugkopfball aus elf Metern gesehen habe - aber dieser Treffer gehört für mich zu den schönsten dieser WeeEmm. Wenn nicht gar der tollste.

Zurück zum Sport:

Die U17 der Frankfurter Eintracht hat es tatsächlich geschafft; den Einzug ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft der B-Junioren. Nach einem 2:1 gegen die Hertha in Langenselbold triumphierten die Buben von Trainer Alex Schur auch in Berlin; 3:1 lautete das Ergebnis im Rückspiel und somit trifft die U17 auf Bayer Leverkusen, das sich im Halbfinale gegen den VfB Stuttgart durchgesetzt hat. Die Eintracht gegen Bayer, der Meister des Südens gegen den Meister des Westens; beide Teams haben sich in der jeweiligen Bundesliga souverän durchgesetzt und stehen zu Recht im Finale, das am kommenden Samstag um 14:00 Uhr in Frankfurt am Bornheimer Hang angepfiffen wird. Eine große Chance also für die Eintracht, eine nahezu perfekte Saison zu krönen.

Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass dieses Spiel nicht mehr von der Eintracht, sondern vom DFB ausgerichtet wird, und bestehende Stadionverbote leider auch für diese Partie gelten. Dennoch wäre eine tolle Kulisse wünschenswert, um zum ersten Mal seit 1991 den Titel eines Deutschen Meisters an den Riederwald zu holen.


Ein weiteres Highlight gibt es am Sonntag, den 27.06 ab 15:30 im Backstage zu bestaunen. Dort werden zwar alle WeeEmm Spiele gezeigt, im Garten sogar hübsch garniert mit den Flaggen von Trinidad & Tobago oder Kroatien; an den Wochenenden aber gibt es zusätzlich noch das sensationelle Backstage WeeEmm Studio - live und in Farbe. Am Sonntag werden euer Beve und der geschätzte Ergänzungsspieler zu Gast sein und mit brillianten Analysen sowie unfassbarer Witzigkeit glänzen. Eine Oase inmitten all der Allgemeinplätze des deutschen TV-Landschaft.

Doch bevor es ins Backstage geht, trifft sich die versammelte Welt im Eintracht-Museum zum inzwischen schon legendären Bildertausch. Wer sein Panini-Album noch nicht voll hat, hier wird Abhilfe geschaffen; viele glückliche Gesichter gab es schon zu bestaunen, weitere kommen hinzu. Sonntag ab 11:00 geht's los. Mir selbst fehlen noch die 25, die 170 und die 570 - meldet euch, wenn ihr sie habt - und tauschen wollt.

Also, WeeEmm ist, wenn die Eintracht spielt; holt sich euch zurück - und das Spiel gleich mit. Wir sehen uns.





Samstag, 19. Juni 2010

Und noch einmal: WM-Bildchen-Tauschbörse im Museum

Mensch, da haben wir gedacht, zum WM-Start hat eh jeder Fan sein Panini-Album voll und die Leute wollen nur noch Fernsehen, von wegen…

Aufgrund zahlreicher Anfragen und wütender Proteste gibt es am Sonntag, den 20. Juni im Eintracht Frankfurt Museum zwischen 11.00 Uhr und 14.00 Uhr eine weitere Fußballbildchentauschbörse.


Der Eintritt zur Tauschbörse beträgt 3,00 Euro für Erwachsene (incl. 3 Tütchen Bilder), Kinder zahlen nur 1,00 Euro (incl. 1 Tütchen Bilder). Und wir bitten zu beachten: Im Museum herrscht ein striktes und absolutes Vuvuzela-Verbot. Wenn also einer der Besucher sein Album nach langer, schweißtreibender Tauscharbeit endlich voll hat, darf er bei uns gerne lauthals jubeln. Aber bitte ohne Plastiktröte…

Im Anschluss an die Tauschbörse starten wir um 14.00 Uhr eine Stadion- und Museumsführung, an der die glücklichen Sammler mit vollen Alben gerne teilnehmen können.



Sonntag, 20. Juni 2010

11.00 Uhr bis 14.00 Uhr

Eintritt: Tauschbörse: 3,00 Euro, Kinder 1,00 Euro

Stadion- &, Museumsführung + Tauschbörse: 9,00 Euro, Kinder 7,00 Euro

Fanplunder V - Very Special Edition


Freitag, 18. Juni 2010

Fußball bildet. Fast alle.

Erstaunlich, da guck ich mir im Backstage die Partie Frankreich gegen Mechico an - und vermisse die Tröten. Es war das erste Spiel, dass ich auf Sky verfolgte und es scheint tatsächlich zu gelingen, die Frequenzen runter zu schrauben. Bin ja mal gespannt auf das nächste Auftreten der Eintracht: Wenn wir ein kräftiges Jadiadiadiadiadiho, vau eff bee - Huurensöööhne durchs Stadion jagen, kommt im TV ein Danke für diesen guten Morgen, danke für jeden neuen Tag raus. Sagenhaft, Photoshop für die Ohren.

Normalerweise bin ich ja ein Anhänger konsequenten Handelns - aber dieser Bericht der Tageszeitung stimmt mich dann doch eher nachdenklich. Es ist Zeitverschwendung, verrückten Männern beim Auf- und Abspringen zuzusehen wird Sheikh Mohammed Abdi Aros zitiert. Naja, so ganz unrecht hat der Mann nicht - wenn er mir erklären würde, woher er dies denn weiß. Er wird doch nicht heimlich Fußball geguckt haben? Da springen nämlich laufend verrückte Männer auf und ab. Und so er denn Fußball geschaut hat, bleibt nur noch eins: Rübe ab.

Kommen wir zu den bunten Gesellen aus dem Reich des Reises, Nordkorea. Vermisst werden vier Spieler - ob sie sich nach Somalia abgesetzt haben, muss noch geklärt werden; vielleicht haben sie ja auch nur ihre Trikots verlegt.

Toll, sone WeEmm - rührende Geschichten (Cacau), große Tragödien (Adieu les bleus) und die Tatsache, dass vier der sechs teilnehmenden afrikanischen Länder nahezu nebeneinander liegen. Das hättet ihr nicht gewusst, gell? Tja, Fußball bildet. Fast alle.

Fanplunder IV - Special Edition



Falls das Ding heute in die Hose geht:

Donnerstag, 17. Juni 2010

Fanplunder III


Dienstag, 15. Juni 2010

Fanplunder II


Eine kleiner Beitrag des Hasses

Ich gebs zu, ich bin ein Dauernörgler, nahezu griesrämig - mit Hang zu zynischer Weltanschauung, den ich flugs unterdrücke: Zynismus macht Magenkrebs. Manchmal bete ich, dass Vuvuzelas Lippenkrebs machen und dabei beziehe ich gar nicht mal auf das nervige Gesumme während einer Live-Übertragung aus Südafrika, welches jegliches Fußballfeeling einmantscht. Hallo? WeEmm und Fußballfeeling? Spätstens seit dem Sommermärchen, als ganz Deutschland sich wahnsinnig mediteran fühlte und den Eventpatriotismus erfunden hat, den teutonischen Fußballfasching mit anfassen sozusagen, hat die WeEmm mit Fußball nichts am Hut. Das ist nichts anderes als ein verkaufsoffener Sonntag, der sich über vier Wochen hinzieht, gesponsert von Lidl und den üblichen Konsorten, die dem Trullavolk abgepackten Durchfall andrehen, den dieses sich ins Gesicht schmiert oder auf den Kopf setzt - oder hindurchbläst. Der Führer würde im Grabe rotieren. Da setzt man 60 Jahre auf nationale Gesundung, auf die Überlegenheit der deutschen Rasse - und dann das.

Während täglich Milliarden Liter Wasser durchs Öl fließen und die Bundesregierung ein Sparpaket aufsetzt, dass uns allen klar macht, dass wir den Gürtel enger schnallen müssen (zumindest diejenigen, die noch einen besitzen) trifft sich die Nation sogar vor Beerdigungsinstituten, die Public Viewing in Flachbildfernsehern anbieten und simuliert Erlebnis. Wir sind Papst, wir sind Lena, wir sind Junggesellenabschied, wir sind hohl.

Im Ernst, fragt doch mal jemanden auf der Straße, den sogenannten kleinen Mann oder die kleine Frau mit Plastikhelm auf dem Schädel, einen von den fleischgewordenen Geschmacksverwirrten nach 4-3-3 oder dem Unterschied zwischen Frei- und Strafstoß. Die Antwort wird ein dümmliches Hihihi sein - und in dem Moment würde ich sofort einen Platzverweis aussprechen. Inklusive Hausarrest und Fernsehverbot. Wenn du denen beim Spiel Japan gegen Kamerun erzählst, dass da grad Schweden gegen Belgien kickt, niemand würde widersprechen. Der Unterschied zwischen dem Toom-Familienfest und einem WeEmm-Spiel ist marginal - wie neulich im Stadion zu sehen war: Eine Zeitlang war ich angesichts der Optik der Anwesenden überzeugt, heute würden Deutschland gegen Toom spielen. Hey, das Runde ist der Ball. Fan-Bier, Fan-Chips, Fan-Nudel, Fan-Ta. Fan-Tastisch. Es ist zum heulen.

Jaja, ich weiß, ich mach´ die ganze schöne Stimmung kaputt, lass doch den Leuten ihren Spaß ruft ihr mir zu oder geh doch in den Keller. Lass deine schlechte Laune nicht an anderen aus raunt ihr mir zu, ich aber sage euch: Wer sich Überzieher in Nationalfarben auf den Außenspiegel eines KFZ streift, beleidigt mich persönlich. Ich geh die Dinger jetzt sammeln.

Montag, 14. Juni 2010

U17 im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft




Nun steht es fest; der Gegner der U17 der Frankfurter Eintracht im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft kommt aus Berlin. Die U17, die sich schon vor Wochen frühzeitig den Titel der Junioren Bundesliga Süd/Südwest gesichert hatte, trifft auf die Hertha.

Am 16.06.2010 spielt das Team von Alexander Schur in Langenselbold gegen den Meister des Nordens; Anpfiff ist um 19:00 - das Rückspiel in Berlin wird vier Tage später angepfiffen.

Fußball ist dann, wenn die Eintracht spielt: also schaut vorbei.

Weitere Infos findet ihr auf den Seiten der Eintracht; hier oder hier zum Beispiel.
Foto: Steffen Ewald

Freitag, 11. Juni 2010

Fanplunder

In loser Reihenfolge erscheinen während der WeEmm© hier die stärksten Fanartikel. Übelst krass fett geil.

Public Viewing meint übrigens im Englischen: Ausstellung eines aufgebahrten Leichnams. Obacht, wenn ihr also in London bunt angemalt mit Fan-Irokesen und Vuvuzela verkündet, ihr geht zum Public Viewing.

Fanplunder - Teil 1




Donnerstag, 10. Juni 2010

Eine Woche im Juni - Teil II: Bergen, Bosnien, Berlin

Noch am Mittwoch lauschte ich den Worten des ehemaligen Eintrachtprofis Dr. Stefan Lottermann im Museum der Eintracht, Tags drauf stand ich auf einem kleinen aber lauschigen Sportplatz in Frankfurt-Bergen, um dem Halbfinale des Hessen-Pokals beizuwohnen. Die Frauen der Frankfurter Eintracht empfingen den haushohen Favoriten TSV Jahn Calden und träumten von einer kleinen Sensation; immerhin spielen die Caldenerinnen eine Liga höher und dies gar nicht mal schlecht. Von Zeit zu Zeit gebe ich bei den Spielen der Frauen den Stadionsprecher; ein Unterfangen, das diesmal auf wackligen Beinen stand: Ein Anwohner hatte sich doch tatsächlich über die Lärmbelästigung bei der Stadt Frankfurt beklagt - so ist das nunmal in Metropolen. Aber alles ward gut, ich durfte die kleine Anlage aufbauen, begrüßte die Besucher (und Anwohner) und sah, wie nach wenigen Sekunden der Ball im Netz zappelte. Durch eine tollen Fernschuss lag der Favorit in Führung, doch die Eintracht steckte nicht auf und erzielte wenig später den Ausgleich um nur kurz darauf erneut zurück zu liegen. Die Sonne beschien den Kunstrasen, hinter mir dampften Bratwürstchen auf dem Grill und im Vereinsheim wurde kräftig Bier gezapft.

Zwei Treffer brachten Calden auf die Siegerstraße, der erneute Anschluss sorgte für kurzzeitige Hoffnung, bis das 2:5 endgültig allen Träumen ein Ende bereitete - immerhin traf die Eintracht noch einmal ins Netz, so dass Calden mit dem 5:3 Auswärtssieg ins Finale einzog und entsprechend feiern konnte; die Eintracht zeigte sich geknickt - hatte aber durch eine tolle gezeigte Moral die Sympathien auf ihrer Seite. Als sich die U16 anschickte gegen Hessen Kassel zu spielen, verließen wir das Gelände - auf uns wartete ein Kontrastprogranmm der besonderen Art.

Tatort Waldstadion.

Schon auf dem Weg zum Stadion begegneten wir jeder Menge Bosnier; alle mit einem einzigen Ziel: Dem Frankfurter Waldstadion; Austragungsort des letzten Länderspiels der Deutschen Nationalmannschaft vor der WeEmm© gegen Bosnien-Herzegowina. Wir parkten brav zwischen den Bussen der Bosnier und zeigten am Eingang unsere schicken Plastikausweise vor; schließlich hatte das Museum geöffnet - und wir hatten zu tun.

Noch war es relativ ruhig; die Sanitäter trafen sich an einem Platz, der Fanbus parkte auf dem Gelände, Servicemitarbeiter wuselten umher und Sicherheitsleute sowieso.

Zunächst gingen wir ins Foyer, dort am großen Tresen, wo sonst der Eintrachtadler leuchtet, glänzte nun das DFB-Wappen und beim Öffnen der Museumstür schrillte die Alarmanlage - dass Steffen schon anwesend war, hatten wir nicht gemerkt. Shit happens.

Alsbald strömten die Massen - die meisten aber am Museum vorbei, Fußball war nicht so wichtig; das Erlebnis umso mehr. Die Werbeutensilien, die derzeit Getränkekästen beiliegen oder von Burgerbratereinen unters Volk verteilten werden, wurden zu Markte getragen und als wir um 19:15 eine kleine Führung durchs Museum anboten, hatte sich ein kleiner Trupp versammelt, um sich die Geschichte der Eintracht in Verbindung vergangener Weltmeisterschaften anzuhören - und dabei einen guten Grund erfuhr, weshalb das DFB-Team doch einen Funken Hoffnung haben kann, den Titel zu gewinnen - demnächst mehr dazu hier in diesem Block. Blog.

Länderspiel. Ich habe anlässlich der WM 2006 ein einziges Länderspiel bislang gesehen, damals hatten wir am Stadion Karten für die Partie Portugal-Iran geschenkt bekommen und lässig auf der Haupttribüne Figo und Ronaldo beobachtet; die Sonne schien und es war seinerzeit ein schöner Tag des Sommermärchens. Heuer stand nun das erste Länderspiel mit deutscher Beteiligung an - und ich geb´s ehrlich zu: Ich hab´s nicht so mit Deutschland und dem nationalen Selbstbewusstsein. Ich bin Frankfurter, mein Herz ist ein Bembel und gut ist´s.

Deutschland - Bosnien/Herzegowina; das Stadion war ausverkauft und wir konnten uns mit unseren Ausweisen zwar im Stadion bewegen, hatten aber kein Anrecht auf einen Sitzplatz. Das Glück wollte es aber, dass direkt unter der Pressetribüne einige Plätze frei waren und so saßen Pia, Steffen und ich mit schöner Sicht aufs Spielfeld inmitten 48.000 Menschen und harrten der Dinge, die nun kommen würden.

Es kamen:

Choreografiertes Werbebannerauslegen

Nationalhymnen

Schwarz-Weiße Pappchoreo seitens des Fanclubs Nationalmannschaft

Bosnischer Fanaticsblock

Bosnischer Support. Fußball.

Bosnisches Tor.

Klose und Podolski. Die gingen. Später. Vom Platz.

Löw in Schwarz.

Neuer in Rot.

Sonne in Gold.

Lahms tolles Tor.

Fnclb Ntlmnnschft mit Block-Trikot. Teuer. Erlaubt

Bosnische Bengalos. Billig. Verboten.

Schweinsteiger.

Vuvuzelas.
Vuvuzelas.
Vuvuzelas.

Abpfiff und später Deutschländer die sich mit Starkstromkabel (angeschlossen) die Füße umwickelten.

Nunja, das ganze erinnerte so ein bisschen an ein Rewe-Erlebnis-Wochenende auf einem Messegelände nur mit mehr Bier. Die WeEmm© kann kommen.

Wir gingen.


Ein paar Tage später radelte ich durch die Bundeshauptstadt an der Spree entlang, linker Hand das Charlottenburger Schloss und erreichte nach ein paar Kilometern das Olympiastadion. Vor dem Haupteingang bauten emsige Helfer eine Fanmeile zusammen - das Stadion aber blieb zunächst verschlossen; um es zu besichtigen muss der interessierte Beobachter ein Ticket für vier Euro kaufen - wer ein bisschen wartet, bekommt für diesen Preis demnächst vielleicht die gesamte Hertha, und so sparte ich mein Geld und radelte um das Stadion herum. Durch ein offenes Tor konnte ich aufs Gelände - leider nur auf das der Reitanlage, was nur mässig spannend war. Weitaus interessanter war der Besuch des Glockenturms am Maifeld.

Eine Ausstellung informierte über die Stadiongeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Entstehung und den Olympischen Spielen 1936, die aus Frankfurter Sicht auch deshalb von Bedeutung sind, da Tilly Fleischer im Speerwerfen die erste Goldmedaille bei Olympia für die Eintracht holte. Die Propagandaspiele in Berlin brachten nicht nur den ersten Facklellauf der Olympigeschichte, sondern auch eine bis dato ungekannte Medieninszenierung; Leni Riefenstahls umstrittener Film über die Spiele setzte Maßstäbe - in vielerlei Hinsicht.

Auf meinem Rundgang entdeckte ich auch ein paar Zeilen über die Spiele der Hertha, garniert mit einem Foto aus der Bundesligageschichte: Die Hertha schlug die Frankfurter Eintracht mit 2:1 im November 1974. Auf dem Foto zu sehen sind neben jubelnden Herthanern auch ein Frankfurter. Beverungen. Klaus.

Mit dem Aufzug ging es dann hinauf auf die Aussichtsplattform; die letzten Meter zu Fuß, vorbei an der Glocke, die dem Turm den Namen gibt. Allerdings hängt dort nicht das Original. Dies wurde nach dem Krieg als der Turm gesprengt wurde beschädigt, vergraben, später ausgegraben und dient nun als Mahnmal im Stadion.
Oben angekommen bietet sich ein fantastischer Blick über das Stadion nach Berlin in die eine Richtung, man erkennt andererseits die Gropiusstadt, aber auch Potsdam und unten die Waldbühne, die - als ich oben stand - sich für eine Konzert schick machte; die ersten Besucher drängten sich schon vor dem Eingang - später erfuhr ich, dass Pink heute auftreten sollte.

Hinter der Waldbühne liegt die Murellenschlucht, sie erzählt eine besondere Geschichte, die Erschießung von Deserteuren und Befehlsverweigeren kurz vor Ende des Krieges. Später radelte ich hindurch, sah die Spiegel und Textdokumente und vor meinem geistigen Auge spielten sich Schreckensszenarien ab, leuchteten Fackeln, hörte ich die Reden der Nazis und den Stechschritt der Soldaten und die Schüsse auf die Menschen die hier umgebracht wurden.

Wenn ihr mal in der Nähe seid, schaut es euch an; den Glockenturm, die Ausstellung und die Murellenschlucht - ein bewegendes Stück deutscher Geschichte inmitten des lebendigen Treibens von heute.





Eine Woche im Juni - Teil I: Herr Dr. Lottermann


Manchmal passiert gar nichts. Dieser Satz ist eigentlich grundfalsch, denn irgendwas passiert ja schließlich immer - aber manchmal passiert nichts, was in nachhaltiger Erinnerung bleibt und zudem Blogrelevanz besitzt; zumindest nach meinem bescheidenen Dafürhalten. Dann aber folgen Erlebnisse Schlag auf Schlag und ein Erlebtes ist eben noch Gegenwart und wird durch ein darauf folgendes Erlebnis in den Hintergrund gedrängt, welches sich ebenso bald im gleichen Hintergrund befinden wird. Um genau zu sein befindet sich alsbald alles im Hintergrund - und vorne lauert der Tod. Dann ist man selbst im Hintergrund, irgendjemand liest die Todesanzeige im Netz und klickt anschließend auf den Button: Gefällt mir. Aber das sind Überlegungen die trübsinnig machen und von daher widmen wir uns der justament vergangenen Gegenwart.

Und die beginnt letzten Mittwoch, so unglaublich das angesichts des Zeitenlaufs klingen mag. Zehn, fünfzehn Besucher tummelten sich im Museum der Frankfurter Eintracht, um an der von der Kirche im Stadion und dem Museum organisierten Veranstaltungreihe Anstoß teilzunehmen; zu Gast war der ehemalige Eintrachtspieler Dr. Stefan Lottermann, der 97 Liga-Spiele für die Eintracht absolvierte, zudem studierte und ein streitbarer Geselle war und ist. Das ist auch gut so, denn schließlich stand die Veranstaltung unter dem Motto: Sich einmischen.

Im Stadion selbst wurde das für den nächsten Tag geplante Länderspiel vorbereitet, statt Eintrachtfahnen wehten jene eines bekannten Automobilherstellers, während Lottermann im Gespräch mit Matze Thoma und Eugen Eckert äußerst unterhaltsam aus seiner aktiven Zeit berichtete. Über Burgsolms kam Lottermann nach Offenbach und kickte dort an der Seite von Rudi Völler, den damals noch niemand Tante Käthe nannte und als die Kickers mal wieder klamm waren, verließen Lottermann und Völler gezwungener Maßen den Verein; der eine landete ablösefrei bei 1860; der andere bei der Eintracht. Für Westgeld. Das war im Jahr 1979; am Ende der Saison hielt Lottermann den Uefa-Cup in den Händen, ein Jahr später den DFB-Pokal. Seine bekannteste Szene auf dem Platz war sicherlich sein Treffer zum 3:0 gegen Rotterdam im Uefa-Cup, das Spiel endete 4:1 und die Eintracht spielte in ... Grün.

Zwischen Training und Spiel pendelte er in Richtung Universität; dort studierend trug er auch im Team den Spitznamen "Der Student" - und so bei Auslandreisen ein Interviewpartner mit Englischkenntissen gesucht wurde, ward der Student der Mann bei der Eintracht für solche Fälle. Begehrt bei seinen Kommilitonen war er nicht zuletzt deshalb, da er in der Tiefgarage der Uni parken konnte und so für kurze Wege sorgte.

Es war eine wilde Zeit, die Proteste gegen die Startbahn West befanden sich auf dem Höhepunkt und auch Lottermann war von der Notwendigkeit des Baus nicht überzeugt. Von daher zögerte er nicht lange, als der Asta der Universität anfragte, ob er einen Beitrag und ein Foto für die Unizeitung beisteuern könne. Als Foto wurde eine Autogrammkarte verwendet - mit Unterschrift - und so erschien jene Zeitung; in überschaubarer Auflage. Als wenig später die Organisatoren des Widerstands eine Broschüre in weitaus höherer Auflage unters Volk brachten, hatten diese kurzerhand Foto und Beitrag aus der Unizeitung übernommen - und so wurde Lottermann über die universitären Grenzen hinaus prominente Symbolfigur für den Widerstand gegen die Startbahn West. Die Höchst AG, Sponsor der Eintracht, aber auch die Eintracht selbst zeigten sich wenig begeistert; er wurde zum Rapport bestellt, wobei sich die Höchst AG durchaus auch darüber freute, dass der Name Infotec (damals eine Tochter der Höchst AG) nun auch außerhalb der üblichen Reichweite von Trikotwerbung zur Kenntnis genommen wurde. Alles in allem wurde aber auch einem Fußballprofi eine eigenständige politische Meinung zugestanden; die Konsequenzen waren also zu vernachlässigen. Falls jemand, der diesen Text liest besagte Broschüre besitzt, so meldet euch - wir suchen sie.

1983/84 wechselte Lottermann nach Nürnberg zum Club - und stieg unter Trainer Heinz Höher sang und klanglos ab. Zum Entsetzen der Spieler wurde der Vertrag mit dem ungeliebten Trainer jedoch verlängert; Höhepunkte seines Wirkens war die Abseitsfalle auf Zuruf; genauer gesagt auf Zuruf des Trainers. Als dies im Spiel gegen Oberhausen gründlich in die Hose ging und da die Oberhausener (mit Wolfgang Kleff im Tor und Manni Burgsmüller im Sturm) die skurrile Variante durchschaute und Allig nach missratener Abseitsfalle in der letzten Minute zum Ausgleich traf, kochte das Fass über. Trotz mehrfacher Aufforderung seitens der Spieler sich mit der Vereinsführung zu einem Gespräch zu treffen, lehnten dies die Vereinsoberen ab. Somit wählten die Spieler (darunter Udo Horsmann, Rudi Kargus und Stefan Lottermann) den Weg über die Presse. Dieses Ansinnen machte schnell die Runde; Drohungen seitens des Vereins wurden ausgesprochen und diese gipfelten trotz bestreiktem Training und vermeintlicher Geschlossenheit der Mannschaft in der Kündigung der sechs vermeintlichen Rädelsführer. Da der Pressetext auf Lottermanns Schreibmaschine verfasst wurde, gehörte dieser ebenso wie Horsmann und Kargus dazu. Der Club aber stieg anschließend souverän auf.

Meinungsfreiheit und Recht; zwei Schuhe, die nicht immer zusammenpassen. Nicht zuletzt nach den Vorkommnissen beim Club leierten engagierte Spieler wie Stefan Lottermann oder Benno Möhlmann eine Art Gewerkschaft an; sie trafen sich mit den Spielführern der Mannschaften und aus anfänglicher Skepsis entstand ein großes Interesse bis 1987 die VDV gegründet wurde, deren Vorsitz zunächst Möhlmann und später Lottermann übernahm.

Lottermann, der seine Profikarriere nach einer Verletzung bei Darmstadt98 1987 beenden musste, unterstützte und beriet Spieler auch gegen den DFB, was ihm naturgemäß nicht nur Freunde einbrachte - so sorgte die VDV dafür, dass Nationalspieler auch an Werbeeinnahmen des DFB profitieren, heute eine Selbstverständlichkeit. Nur einer erwies sich als beratungsresistent; Dieter Eckstein, Raucher. Dieser wohnte zu Nürnberger Zeiten in einem schönen Haus - ohne Brandschutzversicherung. Einen Rat diesbezüglich schlug er in den Wind; selbst als ein Feuerchen den Teppich versengte, wollte er sich nicht versichern. Kurz darauf lebte er in einem Wohnwagen vor dem Haus; ein Feuer hatte dieses tatsächlich nun völlig zerstört.

Donnerstag, 3. Juni 2010

Das große Finale: Panini-Tauschbörse am Sonntag, 6. Juni 2010

Liebe Panini-Bild-Freundinnen und Freunde,

am Sonntag, den 6. Juni, findet das große Finale unserer Tauschwochen für Panini-Bildchen statt. Ab 11.00 Uhr können Sie im Museum die letzten fehlenden Bildchen tauschen und Ihr Album endlich komplett machen. Da ja immer das ein oder andere Bild absolut nicht auftauchen will, versteigern wir während der Veranstaltung die begehrtesten Bilder zu kinder- und erwachsenenfreundlichen Preisen.

Damit der schöne Sonntag auch wandertechnisch abgerundet wird, bitten wir Sie, auf den öffentlichen Parkplätzen Waldparkplatz, P 9 (Zufahrt über Tor 3) oder Gleisdreieck zu parken und den Tag mit einem hübschen Spaziergang in unser Museum zu starten. Am Sonntag findet auf dem Gelände des Stadions nämlich auch eine Laufveranstaltung statt, so dass der übliche P4 und die Tiefgarage nicht nutzbar sind. Aber sicher würden Sie für die letzten fehlenden Bilder sogar von der Isenburger Schneise zu uns laufen, oder?


Sonntag, 06. Juni 2010
Eintracht Frankfurt Museum
11.00 bis 14.00 Uhr

Mittwoch, 2. Juni 2010

02. Juni 2010: Dr. Stefan Lottermann beim „Anstoß“ im Eintracht Frankfurt Museum


Mit dem Gesprächsabend am Mittwoch, 02. Juni 2010, wird die Anstoßreihe 2010 in der Haupttribüne der Commerzbank-Arena fortgeführt. Diesmal begrüßen wir im Museum Dr. Stefan Lottermann, der zum Thema „sich einmischen“ spricht. Die ursprünglich für 18.30 Uhr vom Stadionbetreiber SFM angekündigte Stadionführung muss wegen einer internen Veranstaltung leider entfallen. Um 19.30 Uhr findet in der Kirche in der Arena eine kleine Andacht statt, um 20.00 Uhr spricht Dr. Stefan Lottermann dann im Museum.

Stefan Lottermann engagierte sich schon zu seiner aktiven Zeit als Fußballer stets sozial. Geboren 1959 in Weilburg, kickte er zunächst beim heimischen FV Weilburg, FC Burgsolms und den Offenbacher Kickers. 1979 wechselte Lottermann über den Main zur Frankfurter Eintracht, wo er bis 1983 97 Bundesligaspiele absolvierte und 14 Treffer erzielte. Mit der Eintracht wurde er 1980 Uefa-Cup-Sieger und 1981 DFB-Pokalgewinner. 1983 wechselte er zum 1. FC Nürnberg, weitere Stationen seiner Spielerlaufbahn waren Darmstadt 98 und der FC Burgsolms.
Schon während seiner Zeit als aktiver Fußballer mischte sich Stefan Lottermann ein. Er selbst bezeichnet sich als politisch, aber überparteiisch. 1984 musste als Vorsitzender des Mannschaftsrats den 1. FC Nürnberg nach internen Auseinandersetzungen zwischen Team und Vorstand verlassen. Auch bei der Frankfurter Eintracht brachte er es in die Schlagzeilen des Boulevards, nachdem Zitate von Lottermann Anfang der 1980er Jahre in einer Broschüre gegen die Startbahn West veröffentlicht wurden.
Die Erfahrungen der sog. „Spielerrevolte“ in Nürnberg waren mit ein Grund dafür, dass Stefan Lottermann 1987 Mitbegründer der Vereinigung der Vertragsfußballer wurde, deren Geschäftsführer er bis 1994 war.
1983 beendete Lottermann sein Studium, 1989 promovierte er im Fach Sportwissenschaften. An der Deutschen Sporthochschule in Köln war er von 2002 bis 2008 als Dozent, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Verantwortlicher für die Talentförderung tätig. Seit 1994 ist er in der Managementberatung tätig. Coaching und Training von Managern sind Themenschwerpunkte, für die er das nötige Know-How aus seinem Soziologie- und Pädagogikstudium mitbringt, aber auch aus seiner Karriere als Fußballspieler. Außerdem arbeitet er seit 2004 für die Fifa als internationaler Trainerausbilder in Australien und Asien.

Mittwoch, 2. Juni 2010
Andacht: 19.30 Uhr, Gespräch: 20.00 Uhr, Eintritt: 5,00 €, erm. 3,50 €

Kontakt:
Eintracht Frankfurt Museum
Commerzbank-Arena/Haupttribüne
Mörfelder Landstr. 362
60528 Frankfurt
Tel: 069-95503275
www.eintracht-frankfurt-museum.de