
So langsam rückt der erste Pflichtspieltermin näher, Zeit sich mal bei der neuen Eintracht umzuschauen: wer schnürt denn so dieses Jahr die knallbunten Kickschlappen für die rot-schwarz gestreiften Riederwälder und welche Aussichten haben die Spieler; 30 an der Zahl. Und überhaupt: Wer soll denn wo kicken?
TorDer ewige
Nikolov rangelt mit dem jungen
Fährmann um den Platz zwischen den Pfosten. Erstaunlicherweise hat sich Nikolov auch in den letzten Jahren weiterentwickelt, neigt zu schnellerem Spielaufbau und wagt sich auch mal außerhalb des Fünfmeterraumes, dennoch werden wir bei Flanken stets die Luft anhalten - und uns so manchesmal die Augen reiben:
Wie hat er den denn gehalten? Aber auch achselzuckend dastehen, wenn Oka die Kugel aus dem Netz holt und angesäuert nach vorne kickt:
Wie ist der den jetzt rein gegangen? An Nikolov wissen wir was wir haben. Das ist gut. Zumindest manchmal meistens.
Ob
Ralf Fährmann an ihm vorbeiziehen kann, wage ich zart anzuzweifeln. Einen großen Unterschied zu seinem Vorgänger Jan Zimmermann vermag ich nicht auszumachen. Auch wenn er einen denkbar ungünstigen Start beim 0:4 in Leverkusen hatte, das ihm nicht anzulasten war, so konnten mich die bis heute gezeigten Leistungen dennoch nicht zu der Aussage hinreißen lassen: Ralf
muss spielen. Aber die Zeit bleibt ihm ja, mich eines Besseren zu belehren.
Andreas Rössl ist ein ordentlicher Schlussmann für die U23. Dies wird er wohl fürs Erste auch bleiben.
Sollte Nikolov gesund bleiben, dürfte er spielen. Der beste Frankfurter Torhüter kickt für meinen Geschmack am Bornheimer Hang: Patric Klandt.
AbwehrIn der Defensive haben wir für die Innenverteidigung mehrere Optionen, von denen
Vasoski verletzungsbedingt nicht einzuschätzen ist. Für ihn dürfte zunächst die vollständige Genesung auf dem Programm stehen.
Bellaid scheint noch nicht ganz soweit zu sein; aber solange
Chris, der vielleicht der kompletteste Spieler ist, verletzt ausfällt, dürfte Bellaid seinen Platz auf der Bank sicher haben. Ist Chris gesund, dann spielt er auch. Ob innen oder im defensiven Mittelfeld gibt sich nicht viel. Aber bitte nicht so oft mit dem Blatt mit den vier Buchstaben.
Marco Russ und
Maik Franz sind zwei Spieler, die ihre Ligatauglichkeit unter Beweis gestellt haben - sollte es Franz gelingen, seine verbalen Scharmützel auf dem Platz in den Kampf um den Ball münden zu lassen (wie bspw. in Mainz), würde er gewinnen. Franz weiß ob seiner Wirkung, auf dem Platz oder auch in der virtuellen Welt. Mit seinem Willen kann er die Mannschaft aufrütteln; dass ihm erneut so viele Treffer wie in der Vorsaion gelingen scheint fraglich. Muss auch nicht sein, dafür gibt es nun andere. Franz spielt. Innen.
Der nächste im Bunde ist Marco Russ, der sich drei Rosen hat tätowieren lassen, die für drei vorhandene Hunde stehen. Bald hat der nächste drei gestochene Hunde, die für drei Autos stehen oder aber drei gestochene Autos die für drei Rosen stehen. Kann man machen. Muss man aber nicht. Russ erinnert von Zeit zu Zeit mit seinen dynamischen Vorstößen an Matthäus, das ist in diesem Falle ausnahmsweise nichts schlechtes. Spielt phasenweise zu unkonzentriert; sollte er sich steigern, wird es schwer werden, an ihm vorbei zukommen. Dies gilt für Gegner, aber auch für Mitspieler. Falls nicht, wird er die Bank drücken müssen. Wie zu Beginn.
Rechts könnten
Patrick Ochs, Maik Franz oder
Sebastian Jung auflaufen. Sebastian Jung ist sicherlich der Spieler, der das größte Steigerungspotential besitzt, obgleich er schon in jungen Jahren eine außergewöhnliche Substanz mitbringt. Er spielt schnörkellos und mit großem Einsatz, jeder verloren gegangene Ball scheint eine persönliche Beleidigung und mit jedem gespielten Spiel steigt sein Wert - obgleich sein Kopfballspiel noch ausbaufähig ist. Durch die Option Ochs ins offensivere Mittelfeld zu ziehen, sollte Jung als rechter Verteidiger agieren.
Links dürfte Neuzugang
Tzavellas zunächst beginnen. Sollte er die Stabilität Spychers mit beherzteren Vorstößen veredeln können, wäre dies ein Gewinn, zumal
Petkovic unter Skibbe trotz verbesserten Leistungen wohl nur eine untergeordnete Rolle zu spielen scheint; Backup dürfte eher Allrounder
Benni Köhler sein, der aber besser im linken Mittelfeld aufgehoben scheint.
MittelfeldBenni Köhler glänzt nicht nur durch überlegene Technik, sondern auch durch ein hervorragendes taktisches Verständnis und wandelte sich gar zum Kopfballtorschützen. Damit dürfte zunächst die linke Seite besetzt sein,
Korkmaz in Bestform aber scharrt mit den Hufen. Sicher sein ist nicht. Während Köhler durchaus den ein oder anderen Eckball trainieren könnte, würde ich Korkmaz zurufen: Kopf hoch. Und gucken. Noch zu beobachten ist das Zusammenspiel von Verteidigung und Mittelfeld; sollte Tzavellas offensiver als Spycher agieren, dann spricht für Köhler, dass er die Defensive besser absichert als Korkmaz.
Rechts hingegen hat Ochs die Nase vor
Marcel Heller, der jedoch vor allem in der offensiven Variante etwas stärker scheint - das Zusammenspiel mit Sebastian Jung war beim Spiel gegen die Bayern letztes Jahr ein Highlight; ob diese Leistung jedoch zu konservieren ist, darf bezweifelt werden. Die rechte Achse mit Jung und Ochs aber sollte bei besserem Verständnis für ordentlich Dampf sorgen.
Steinhöfer scheint in den Überlegungen des Trainers kein Rolle zu spielen; nachvollziehbar bei der Konkurrenz - die präzisen Standards aber fehlen dem Team.
In der Mitte halte ich neben Chris, dessen Eleganz ich gerne sehe,
Pirmin Schwegler für eine sehr gute Besetzung.
Bajramovic, der wohl am ärgsten verletzungsgebeutelte Spieler der Eintracht fällt auf unbestimmte Zeit aus; ohne Sommervorbereitung ist die Hinrunde definitiv für ihn gelaufen, gute Besserung bei dieser Gelegenheit.
Marcel Titsch-Rivero dürfte sich eher in der U23 wieder finden, derzeit mehren sich die Anzeichen, dass er wie gegen Chelsea keinen Platz im Kader finden wird. Vorausgesetzt, die Jungs bleiben alle gesund. Neuzugang
Sebastian Rode dürfte näher dran sein, wird aber zunächst an Chris oder Schwegler nicht vorbeikommen. Gleiches gilt für
Ricardo Clark, dessen Auftritt in Südafrika wenig gelungen war. Für mich eine bislang nicht nachvollziehbare Verpflichtung.
Offensive Impulse - dafür stehen mittig die Herren
Meier und
dos Santos, im Volksmund Caio genannt. Dreh und Angelpunkt des Frankfurter Offensivspiels ist seit Jahren Alexander Meier; Kampfbereitschaft und die Liebe seines Fußes zum Ball bestimmen seinen Auftritt, für mich der Mann in der zentralen Position. Caio wird seine Einsätze bekommen, während der junge
Sony Kittel immerhin schon dabei ist. Was in der U17 mit spielerischer Leichtigkeit gelingt, muss sich nicht zwingend bei den Profis fortsetzen. Kann aber, da bin ich gespannt.
SturmIm Sturm werden Tränen fließen. Rackerte sich in der vergangenen Hinrunde Liberopoulos meist vergeblich in vorderster Front, so stehen nun mit
Amanatidis,
Altintop,
Fenin,
Gekas, und dem Noch-Nachwuchs
Tosun und
Alvarez eine ganze Armada gelernter Stürmer im Kader der Eintracht. Bislang hat einzig Amanatidis überzeugt, für mich immer noch der Kapitän der Herzen. Ihm zur Seite könnte Gekas stehen, der eine Position ausfüllt, die der Eintracht lange gefehlt hat, die des zentralen Vollstreckers. Trifft er ist gut, trifft er nicht könnte er die Rolle des abgwanderten Tebers einnehmen - die des Publikumbuhmannes. Altintops Spielweise ähnelt zu sehr der von Amanatidis, der Kraft seines Willens und Präsenz derzeit die Nase vorn hat.
Fenin; ach Fenin - bei vielen Fans mit einem guten Standing versehen, läuft er seit seiner langwierigen Verletzung seiner Form hinterher, daran ändert auch der grandios Siegtreffer gegen die Bayern nichts. Dürfte sich mit Halil um den ersten Einwechselplatz streiten. Und da Trainer Skibbe sich erwiesenermaßen schwer tut, die Jungen
einfach zu weffe, wie Stepanovic sagen würde, dürften Einsatzchancen von Tosun oder Alvarez zunächst eher gering sein, die jungen Böckchen haben mächtige Brocken noch vor sich.
Damit habe ich sie also gefunden, meine Anfangsformation. Aber erstmal zähle ich nach, ob ich tatsächlich elf Spieler gewählt habe, einer mehr - und schon ist das Spiel zu Ende.
So, da bin ich wieder, alles gut. Hier ist sie nun: