Montag, 16. November 2009

Wort des Monats Oktober 2009


Manchmal fehlen sie einem, die Worte. Das mag irritierend sein - aber ein Blick ins weltweite Netz zeigt, dass es ganz viele gibt. Man besorgt sich ein paar - und schon hat man wieder welche. Das ist praktisch.

Match-Vorbereitet oder auch matchvorbereitet ist so ein Wort, welches über die digitale Welt zu mir gedrungen ist; eine hübsche Konstruktion, um ein Trikot eines Auswechselspielers besser an den Mann resp. die Frau zu bringen. Früher hätte das gehießen: Ich geb's ihnen etwas billiger, jemand hatte es schon an. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob es wirklich gehießen hätte und nicht geheißen. Ihr fandet das Wort nur mäßig spektakulär - und von daher sprang nur ein mäßiger vierter Platz bei rum. 6%, nahezu ein Auswechselwort.

Interessanter scheint da schon der Schmierfink zu sein. Stefan vom benachbarten Blog_G prägte das Wörtchen in Bezug auf die regelmäßige Kritik an den Beiträgen einzelner Autoren der Frankfurter Rundschau im Forum der Eintracht. Journalisten die nachfragen sind Schmierfinken schreibt Stefan - und bringt damit eine weit verbreitete Stimmungslage auf den Punkt. 22% von euch brachten dem Schmierfink Bronze.

Silber geht an den Umschaltspieler; ein Wort, welches so ganz neu nicht ist aber in Klang und Inhalt nur ganz selten entsprechend gewürdigt wurde. Hier zum Beispiel. Ganz klar ist mir nicht, ob der Spieler umschaltet oder umgeschaltet wird. Und von wem? Immerhin 25% betrachteten den Begriff zumindest als dubios; aber gut, schalten wir spielerisch um zu etwas ganz anderem, zu etwas Großem:

Der Lebensgefahr. Anlässlich eines Urteils des BGH im Rahmen der bundesweiten Stadionverbote sprach der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, davon, dass wer zum Fußball gehe, sich in Lebensgefahr begebe. Hunderttausende, die Woche für Woche in der Republik unterwegs sind, schrammen also stets knapp am Tod vorbei. Gut, dass jemand auf die Gefahren hinweist. Sicher, Fußballspiele können gefährlich sein; ein Sturz von einem Zaun etwa oder der Biss eine Polizeihundes sind immer drin. Wenn aber der Bundesvorsitzende der Polizeigewerkschaft derart apokalyptisch die Vorabbegründung für maßlos übertriebene Polizeieinsätze liefert und gleichzeitig suggeriert, dass ein Überleben beim Fußball quasi Glückssache ist, dann hat er noch nie ein Fußballspiel gesehen und schürt eine Mentalität, die aus Bengalo und Rauch ein Kriegsszenario macht - und aus Krieg einen Friedenseinsatz. 45% von euch sahen dies so oder zumindest ähnlich - und wählten die Lebensgefahr im Oktober 2009 auf den ersten Platz. Herzlichen Glückwunsch. Und passt auf euch auf.

Kommentare:

  1. Wer lebt, dessen Leben ist auch in Gefahr. Immer und überall. Am Ende wartet auf uns alle der Tod, nur weiß keiner, wann das Ende kommt. Ich kann mir schlechtere Orte dafür vorstellen als das Waldstadion, bessere allerdings auch. Nur in der Nähe von geistigen Brandstiftern, die das ohnehin gereizte Klima belasten, möchte ich nicht meinen letzten Atemzug tun. Aber aussuchen werde ich es mir wohl nicht können.

    Und passt auf euch auf.

    Und du auf dich.

    Danke und Gruß vom Kid

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  2. ich geb' mein bestes. ob's reicht?

    dank und gruß

    beve

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  3. Es muss. Mehr als unser Bestes haben wir nicht. Und vielleicht passen auch noch andere auf uns auf, ohne dass wir es merken. Die, die sich nicht so wichtig nehmen, laufen ja manchmal Gefahr, sich nicht wichtig genug zu nehmen.

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  4. Die besten Stunden des Monats bestehen darin, in Beves fremden Worten die Bevetypischen Pointen zu genießen. Immer wieder ein Traum! Danke, Beve. Dafür verspreche ich dann auch nicht nur ein Auge auf mich zu werfen, sondern vielmehr immer ein Auge für Euch zu haben.

    Viele Grüße & weiterhin sichere Straßen,
    Fritsch.

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