Eigentlich wollte ich zu den Vorfällen rund um das Spiel der Eintracht gegen Mainz nichts weiter schreiben, als hier geschrieben steht. Aber gut; es gab das ein oder andere, was man durchaus hätte näher beleuchten können - und dieses Beleuchten gipfelte in einem Kommentar der Nürnberger Nachrichten; einen Auszug seht ihr hier als Screenshot:
Was hat sich eigentlich zugetragen, während des Spiels? Die Eintracht hatte Mainz 05 glücklich aber nicht unverdient mit 2:0 besiegt; es gab einige hitzige Wortgefechte, das ein oder andere Foul, mehrere Gelbe und eine Gelb-Rote Karte, obgleich es alles andere als ein überhartes oder unfaires Spiel war. Im Anschluss an die Partie reckte der Mainzer Stürmer Arisitide Bancé seinen Mittelfinger in die Luft. Soweit - so gut könnte man meinen.In Interviews erwiesen sich Manager und Trainer von FSV Mainz 05 als schlechte Verlierer, anders als der Mainzer Kapitän Hoogland, der in einem Interview nach Spielende die Dinge abhakte. Während Heidel über Frankfurts Spieler Maik Franz herzog, brachte Trainer Tuchel den Schiedsrichter ins Gespräch, der jedoch alles andere als eine skandalöse Leistung ablieferte. Die Ampelkarte für Amri kann man geben, wiederholtes Foulspiel, taktisches Foul im Mittelfeld etcpp. - also alles im grünen Bereich. Wenn Narren jammern, rinnt die Schminke, heraus kommt ein Gesicht. Kein Schönes.
Richtig böse wurde es erst in den Tagen danach, als von Mainzer Seite zum Schutze Bancés Maik Franz rassistische Äußerungen unterstellt wurden; ein gewagter - und wie sich am End herausstellte ein unhaltbarer Vorwurf. Maik Franz wurde vom Sportgericht freigesprochen; niemand konnte die Unterstellungen belegen - aber wie so oft: wirf mit Dreck, es wird schon etwas hängen bleiben.
Mainz 05 hatte Angst; Angst davor, dass der Spieler Bancé, der schon im Trikot der Offenbacher Kickers zu merkwürdigen Gesten neigte und zudem außerhalb des Platzes nach vorausgegangener Provokation eine Frau geschlagen hatte, als Rabauke kategorisiert und länger gesperrt wird. Durch die inszenierte Relativierung des Vorgehen Bancés durch vermeintlich rassistische Provokation erhofften sich die Verantwortlichen Strafmilderung - und nahmen dabei die Stigmatisierung von Franz als Rassist in Kauf; ein perfides Vorgehen. Ein schmutziges Vorgehen.
Dass im End aber der Spieler Bancé auf Grund seines Mittelfingers nicht gesperrt wird, halte ich für völlig in Ordnung - da hätte es auch die perfide Vorgehensweise der Mainzer nicht gebraucht. Klar, so etwas macht man nicht - aber mein Gott, es war ein Fußballspiel, Bancé hatte keinen Stich gemacht, war entnervt und verärgert, so what? 6.000 Euro Geldstrafe, ein Profi wird es verschmerzen; die Sache ist abgehakt könnte man meinen, freuen wir uns aufs Rückspiel.
Und dann kommt oben gezeigter Screenshot aus Nürnberg ins Spiel, beginnend mit der Überschrift: Täter Franz. Dass die weltliche Gerichtsbarkeit ein wenig anders entschieden hat, spielt für W. Laaß keine Rolle, da versagt kurzerhand die DFB-Justiz. Da braucht es keine Beweise; keine Zeugen. Laaß behauptet einfach mal, Franz habe Bancé mit fiesen Tritten und fiesen Gesten provoziert. Dass nachweislich kein einziger Tritt von Franz im Spiel zu sehen war, auch dies spielt keine Rolle, ebenso wenig wie eine fiese Geste, was immer das sein soll. Und das Bancé Franz geschubst hat (in der Szene an der Bande) wird mirnichts, dirnichts ins Gegenteil verkehrt. Großartig.
Dass aber noch immer von rassistischen Äußerungen die Rede ist, elegant mit angeblich gemildert, der Begriff aber dennoch trotz anders lautendem Urteil erneut verwendet wird, ist eine demagogische Unverschämtheit zum Zwecke den Spieler Franz zu desavouieren. Welche Motivation hinter solchen Kommentaren steckt bleibt fraglich; vor allem wenn absichtliche Lügen wie die fiesen Tritte Verwendung finden. Aber vielleicht hält Laaß nur dem Spieler Bancé die Stange, so vom Nürnberger zum Mainzer Stürmer.
