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Sonntag, 26. Dezember 2010

Heimspiel in Bad Aachen


Es kam wie es kommen musste und schuld daran hat ein Bus. Genauer gesagt ein Eintracht-Bus.

Schon seit geraumer Zeit stand fest, dass wir vom Eintracht-Museum unsere Weihnachtsfeier in Aachen abhalten würden. Der Clou bestand darin, mit einem Bus von der Eintracht zu fahren, mit großem Aufkleber und allem drum und dran.

Wir versammelten uns brav und rechtzeitig vor dem Museum; Matze kam mitsamt Bus angerauscht und wollte seine Schäfchen einladen als ein Blick auf die Windschutzscheibe einen fetten Riss im Glas offenbarte. Nu war guter Rat teuer, die einen wollten ins Risiko gehen, die anderen waren sich unsicher und so standen wir in der Kälte bis sich die Situation klärte. Wir fahren. Mit einem Mietauto. Ohne Eintrachtaufkleber. Dafür mit Hamburger Kennzeichen.

Und so kam es dann auch, acht Gesellen und Gesellinnen rollten erst nach Neu Isenburg, um den Mietwagen in Empfang zu nehmen und dann hinter dem Stadion auf die A3. Zuhause blieb der Eintrachtbus - mit Riss in der Scheibe. Die zweiten langen Gesichter gab es als durchsickerte, dass die versprochenen Frikadellen nicht mit an Bord waren; natürlich gab es auch keinen Glühwein und es war eine traurige Fahrt durch grauen Winternebel, auf den Feldern Schnee. Naja, abgesehen davon, dass die Damen schon früh einen Sekt klar machten und von Zeit zu Zeit munter mitsangen: Mein Herz ist rot, mein Herz ist schwarz und das auch noch gestreift ... Hinter Montabaur ging's auf die A48 und dann weiter auf die A61 um dem Kölner Berufsverkehr aus dem Weg zu fahren - was auch ganz gut gelang. Ohne Frikadellen rollten wir nun durch die Eifel, die heute recht ungemütlich daher kam, grau und verregnet - es sah so aus als würde uns nach all dem Schnee der vergangenen Wochen zu Weihnachten das seit Jahrzehnten bekannte graunieselige Bild präsentiert.

Immerhin gab es in Brohltal Ost einen Kaffee, der manch einem ein Lächeln auf das Gesicht zauberte. Mir nicht; seit nunmehr sechs Wochen verzichte ich auf Cigaretten, Alkohol und Kaffee. Werde dennoch älter. Weiß jetzt nur nicht mehr so genau weshalb.

Aus den Boxen perlte eine muntere Mischung aus den Jacob Sisters und Gogol Bordello, oder den Weihnachtspogues, wir freuten uns der vielbefahrenen A3 ein Schnippchen geschlagen zu haben, passierten Kerpen (Heimat von Schumacher. Michael.) und Düren (Heimat von Schumacher. Harald), es dunkelte mittlerweile und wir fuhren in Aachen ein. Aachen ist in sprachlicher Hinsicht ein Phänomen. Nicht nur, dass der Name schlicht Wasser bedeutet - nein: Aachen ist die einzige deutsche Stadt, die auf den lukrativen Zusatz Bad verzichtet. Richtig, eigentlich heißt die Kaiserstadt Bad Aachen. Da der vollständige Namen aber dazu führen würde, dass Aachen in Städtelisten nicht mehr auf Platz eins stehen würde, legt man hier keinen gesteigerten Wert auf das Bad.

Wir hingegen verzichteten nicht auf den obligatorischen Weihnachtsmarkt. Bei Kinderpunsch (Steffen und ich) bzw. Glühwein (alle anderen) stimmten wir uns auf den bevorstehenden Pokalfight ein. Jede Menge Frankfurter tummelten sich bereits in der Nähe des Doms und die wenigsten versorgten sich mit geklöppelten Spitzen, die hier angeboten wurden, Printen hingegen gingen schon besser.

Anschließend marschierten wir über verschneeregnete Aachener Straßen in Richtung Neuer Tivoli, über den Wikipedia weiß: Um den alten traditionellen Namen für das neue Stadion zu erhalten und durch den Verzicht auf einen Verkauf der Namensrechte entgangene Einnahmen zu kompensieren, wird auf die Eintrittspreise (bereits eingerechnet und nicht gesondert aufgeführt) ein Aufschlag von einem Euro erhoben, der sogenannte Tivoligroschen.

Eine Idee, die man Dresden durchaus empfehlen könnte.

Nach einem recht unsicheren Weg über eine vereiste Brücke schlitterten wir über wegegworfene Reklameplastiktüten bis sich der neue Tivoli vor uns erhob. Leuchtend gelb ragte das Stadion in die grauschwarze Nebelnacht, Kartoffelkäfer näherten sich aus allen Ecken und Enden, während wir auf dem Weg zum Gästeeingang das Stadion umrundeten. Ging bislang alles ziemlich lässig von statten, so zeigte sich nun erneut, weshalb der Gästebereich bei Fußballspielen eigentlich zu meiden ist und mit Gast so gar nichts zu tun hat. Wir marschierten am eigentlichen Eingang vorbei - ein Zaun verhinderte den direkten Weg - und an jenem Zaun mussten wir ca 100m entlang bis wir auf der Innenseite den gleichen Weg zurücklaufen mussten. Ein paar Wellenbrecher, Tunnels und Kontrollen später erklommen wir die Stufen und blickten uns um. Der neue Tivoli beeindruckte durch seine konsequente schwarz-gelbe Farbgebung, sogar das Toilettenpapier und die Boxen waren gelb. Trotz des relativ geringen Fassungsvermögens von 32.500 Zuschauern wirkten die Tribünen recht steil.

Anpfiff, Achtelpokalfinale: Alemannia Aachen (Neongelb) - Eintracht Frankfurt (Schwarz-Rot). Das Stadion getaucht in Flutlichtnebel

Während aus dem Stehplatzbereich Rauch und Licht aufstieg, donnerten zwei Böller aus den Sitzpätzen in den Abendhimmel. Eine zeitlang konnten wir ob des Nebels das Tor auf der gegenüberliegenden Seite nicht sehen. Dafür sahen wir umso besser, wie Schwegler nach knapp einer viertel Stunde Gueye am Strafraum umholperte. Rot leuchtete die Karte in das Nebelflutlicht; den fälligen Elfmeter konnte Fährmann allerdings parieren - so blieb es wenigstens beim 0:0.

Von nun an plagten sich zehn Frankfurter unterstützt von annähernd 4.000 mitgereisten Schlachtenbummler gegen elf Aachener, die unermüdlich das von Fährmann sicher gehütete Tor belagerten, ohne sich allerdings nennenswerte Chancen zu erspielen. Die Eintracht hatte nach dem Platzverweis Clark in die Innenverteidigung gezogen und erarbeitete sich selbst gute Möglichkeiten, vor allem Gekas vergab einige schöne Chancen. In der zweiten Halbzeit ein ähnliches Bild, nur dass Chancen auch auf Frankfurter Seite Mangelware blieben; vielleicht ist es doch zu einfallslos, nur mit "vornehilftballaufgekas" zu operieren. Ein Wiedersehen gab es mit dem ehemaligen Eintrachtler Juhvel Tsoumou, der auf Aachener Seite eingewechselt wurde. Dass Kollege Altintop erneut durchspielen durfte, versteht sich von selbst. Ob der Trainer ihm damit einen Gefallen beschert, dürfte langsam bezweifelt werden. Der später eingewechselte Fenin erzeugte in wenigen Minuten mehr Spannung, als Altintop während der gesamten Saison. Langsam kroch die Kälte in uns und so manch Stoßseufzer ging ob des einsetzenden Schnees und des bevorstehenden Heimweges in Richtung: Hoffentlich gibt's keine Verlängerung. Doch es blieb vergeblich bangen, hoffen: der sonst so inkonsequente Schiedsrichter Weiner pfiff nach 90 Minuten ab, und weitere 30 Minuten sollten folgen.

Zunächst versemmelte Altintop ein Abspiel aus der eigenen Hälfte; da die Eintracht den Ball nicht aus der Gefahrenzone bekam, nutzte die Alemannia die Gelegenheit zur Führung. Sechs Minuten später passte Meier zu Fenin und der erzielte zu unserer Freude noch den Ausgleich. Sekunden vor Schluss hätte Gekas alles klar machen können, doch er scheiterte an Aachens Schlussmann Hohs. Somit sah dieses Spiel neben Nebel, Schnee und Verlängerung auch noch ein Elfmeterschießen. Das letzte dieser Art konnte die Eintracht zwar siegreich bestreiten - ebenfalls im Achtelfinale gegen Nürnberg im Dezember 2005; mir fiel jedoch spontan das Rückspiel im Uefa-Cup gegen Salzburg ein. Und das hatten wir damals vergeigt.

Geschossen wurde natürlich auf die gegenüberliegende Seite - und ich kann's ja jetzt vorweg nehmen: gejubelt auch. Während die Alemannen alle Elfmeter verwandeln konnten, scheiterte Meier an der Größe des Tores, der Ball flog über den Kasten ins traurige Nichts. Getroffen hatten für die Eintracht Fenin, Amanatidis (der viel zu spät und nur für diesen Schuss überhaupt eingewechslt wurde) sowie Caio.
Damit wars amtlich, die Eintracht hatte die große Chance auf das Weiterkommen vergeigt. Sicher, das Team zeigte eine feine kämpferische Leistung trotz 105 Minuten in Unterzahl - doch bei aller Liebe: der Gegner war eine mittelmäßige Zweitliga-Truppe; zwar engagiert und leidenschaftlich - aber schlagbar auch zu Zehnt.

Während der Aachener Stadionsprecher das Publikum aufforderte, ein Weihnachtslied zu singen - und ich mir dachte: schieb dir deine klingenden Glöckchen in den Hintern verschwand Meier schnurstracks in der Kabine: vielleicht dämmerte es ihm, dass der Elfer zu salopp geschossen war. Doch hätte Gekas das Ding kurz vor Schluss rein gemacht, wäre es gar nicht so weit gekommen; hätte Altintop das Abspiel nicht vergeigt ebenso - und hätte Schwegler keine Rote gesehen so wir ein anderes Spiel. Fenin und Amanatidis - da kommen wir der Sache schon näher. Pia hatte nämlich vor dem Spiel zwei einzelne Cent-Stücke gefunden und und diese als Glückscents definiert: Ein Tor Fenin und eines Amanatidis. Sieg. Da der Trainer Amanatidis jedoch nicht früher eingewechselt hatte, konnte dieser nicht treffen und somit wurde leichtfertig der Sieg verschenkt. Tore im Elfmeterschießen zählen nämlich nicht.

Wir wanderten recht geknickt durch den Winterschnee, zunächst durch den Tunnel und am Zaun entlang, auf der äußeren Seite dann sinnfrei wieder zurück. Schlittrig die Wege, die Autos glitten leise an uns vorbei während wir durch die Flocken zurück zum Mitwagen schlingerten. Unterwegs erfuhren wir noch, dass der nächste Gegner der Aachener tatsächlich die Bayern geworden sind. Gibt auf jeden Fall Frischgeld.

Beim Einsteigen rutschte mir noch jede Menge Schnee aus der Kapuze zwischen Shirt und Rücken, der umgehend entfernt werden musste, dann gings zurück Richtung Heimat. Schneller als Fünfzig konnten wir zunächst kaum fahren, Steffen lenkte den Wagen aber souverän durch die Nacht, bis der Schnee in Regen überging, die Fahrbahn zu sehen und nicht mehr so rutschig war und somit immerhin eine vernünftige Geschwindigkeit in die Nacht gelegt werden konnte. LKWs wie auch der Eintrachtbus schossen an uns vorbei, wir aber rollten müde aber unglücklich durch die Nacht, trafen an einer Raststätte den Bus der Frankfurter Jungs und landeten nach 3:00 wohlbehalten am Stadion. Matze drückte uns noch Weihnachtsgeschenke in die Hand, und dann ternnten sich die Wege. Gisela und Bernd fuhren mit Billy und Karin Richtung Bornheim, Steffen zurück Richtung Flughafen, Matze und Frauke brachten in Isenburg den Mitwagen zurück während Pia und ich den silbernen Golf anwarfen und Richtung Norden tuckerten.

Tja, wenn schon durch den kleinen Eintrachtbus ein Riss geht, dann ist es also kein Wunder, wenn dieser sich bis Aachen fortsetzt. So überwintert die Eintracht leider nicht im Pokal, es ist dennoch Winterpause. Weiße Weihnacht. Freut euch also.





Einen ausführlichen Spielbericht findet ihr wie immer beim Kid, atmosphärische Fotos beim Stefan.

Sonntag, 9. August 2009

Heimspiel in Bremen

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Es ist früh. Sehr früh für einen Samstag Morgen - vor allem, wenn du nachts noch im Rheingau bei einem Hochzeitsfest weiltest und erst mitten in der Nacht nach Hause gekommen bist - bei einem Hochzeitsfest, während dessen sich zu allem Überfluss noch in deiner kleinen Kamera Fusselteilchen zwischen Linse und Chip festgesetzt haben und dadurch nun auf jedem Bild ein Schatten mehr oder weniger deutlich zu erkennen ist. Am Montag ein Fall für die Garantie, wie ich hoffe.

Es ist früh. Eigentlich zu früh. Planlos tapste ich durch die Wohnung; Pia wuselte schon emsig, kochte Kaffee, belegte Brötchen und war guter Dinge. Vielleicht nicht, was das Ergebnis betrifft, aber auf jeden Fall in Bezug auf das Wetter. In Bremen wird es nicht regnen. In Bremen nicht. So blieb meine Regenjacke zu Hause.

Die Bremer Polizei hatte ja für das bevorstehende Spiel ein Anschreiben an die Fanbetreuung verschickt, welches in moderatem Tone mitteilte, dass heuer keine Massenverhaftungen geplant seien; so etwas beruhigt ja ungemein, verrät aber auch, dass im letzten Spiel in Bremen eben jenes geplant und - wie wir wissen - auch durchgeführt wurde. Keine Massenverhaftungen geplant - das ist doch mal eine Perspektive. Was kann einem schönem Tag jetzt noch im Wege stehen?

An der Friedberger Landstraße wird gebaut, vor lauter Verkehrsbarken siehst du kaum die Straße, die heiße Sonne der letzten Tage hatte sich zurückgezogen, der Himmel drückte ein wenig grauer, warm war's dennoch und langsam rollte der silberne Golf auf den Asphalt, auf die A661 und am Bad Homburger Kreuz auf die A5 - annähernd 450 Km lagen vor uns - einfache Strecke - Ingo, unser Bremer Freund welcher derzeit in Italien urlaubte, hatte uns noch via SMS einen Parkplatz in einem Wohngebiet empfohlen, nah am Stadion aber doch weit genug vom engeren Bereich, so dass wir guter Dinge den Highway entlang sausten. Im Player rotierte das zweite Album von Cosmic Baby, Thinking about myself - aus einer Zeit, als wir alle noch jung waren und Trance das große Ding, noch nicht verkommen zu Happy Trance und pitsch-patsch Sound mit hellen Stimmchen zu Auto-Scooter Veranstaltungen. A Loop is a loop is a loop ...
Thinking about myself - dafür hast du Zeit, wenn du als Beifahrer durch Deutschland rollst und nachdenkst über die Zeit, die eigentlich deine sein soll und die doch bestimmt wird von all denen, die in übergroßen Autos neben dir fahren und von Krise reden, während die Scheine in deinem Geldbeutel ebenso rar geworden sind, wie Punktgewinne der Eintracht bei vermeintlich "Großen".

Eine Autobahn ist derzeit nichts anderes als eine Dauerbaustelle von Talbrücke zu Talbrücke wo immer ein Wagen die mittlere Spur blockiert. Stoisch schnurrten wir durch Hessen, auf Cosmic Baby folgte der erste Eye-Q Sampler, doch selbst der trancingste Klang konnte nicht verhindern, dass es nun anfing zu schütten. Die Scheibenwischer schwappten auf höchster Stufe, Siegerland, Sauerland, Münsterland, Emsland, die Zeit raste, wir nicht. Wir standen, bzw. rollten phasenweise mit 50 über die A45 später über die A1. Ausgetranced, auf Vernon's Wonderland folgte Depeche Modes Playing the Angel. Irgendwo in Deutschland entdeckten wir aus den Augenwinkeln den alten Eintrachtbus auf dem Parkplatz Auf der Bon und irgendwo in Deutschland fuhr neben uns ein goldenes Auto mit einem goldenen Schalke-Aufkleber - wahrscheinlich dudelte dort: Mohammed war ein Prophet, der von Fußball nichts versteht. Genau, deshalb hat er sich dann angeblich irgendwie um Schalke gekümmert und sich am Vereinslied versucht - aber das wiederum ist eine ganz andere Baustelle und hat hier eigentlich nichts verloren. Gold auf Gold.

Lotte. Lotte ist ein Ort, der vorwiegend durch einen Fußballverein mit dem Namen Sportfreunde Lotte bekannt ist und in dem ich noch nie war. Wie gerne würde ich einmal einem Pokalspiel zwischen Lotte und Berlin, sprich Hertha, beiwohnen und die Fangesänge hören; die Einen: Auf geht's Lotte schieß ein Tor, die Anderen: Steht auf, wenn ihr Hertha seid. Lotte gegen Hertha, liebe Fußballgötter macht es doch einmal möglich. Bitte.

Es regnete noch immer, ich sah uns gedanklich mit frisch erworbenen Friesennerzen im Weserstadion ertrinken, Dave Gahan sang nun davon, dass nichts unmöglich sei, nothing's impossible; Windräder drehten sich stumm im Nass und mich durchzuckte der Gedanke, dass der Titel des Songs ja wohl ein gutes Motto für heute sein könnte: Nothing's impossible. Pia war ja schon die ganze Zeit der Überzeugung, dass es in Bremen nicht regnet. Und überhaupt, weshalb sollte die Eintracht heute hier verlieren. Genau: Nothing's impossible. In Osnabrück heißt das Rathaus übrigens Rathaus des Westfälischen Friedens. Genau wie in Münster. Das kann man von Autobahnschildern lernen.




Christian rief an, er weilte noch in Hamburg - bei strahlendem Sonnenschein - während wir uns noch durch die Wassermassen kämpften, ähnlich wie die Sossenheimer, den einzigen Fanbus, den wir auf der Strecke sahen. Sonne in Hamburg. Hoffnung.

Delmenhorst, nach Hunderten von grauen Kilometern hatte es tatsächlich ausgeregnet und die Scheibenwischer, die stundenlang ohne zu murren ihren Dienst verrichtet hatten, konnten nun ausruhen - wir näherten uns nach über fünf Stunden der Ausfahrt Bremen-Hemelingen, folgten dem Streckenverlauf und parkten in dem Wohngebiet, das uns Ingo empfohlen hatte: Hurra, hurra, die Frankfurter sind da.

Nothing's impossible.

Freundliche kleine Altbauten standen dicht an dicht, viele von ihnen mit verglaster Veranda und blumiger Gartenbepflanzung, und mit jedem Meter trafen wir auf mehr Werderaner, die an Buden standen, Bier tranken und über die Höhe des Sieges debattierten. Als wir ein Büdchen betraten, purzelte ein Werder-Fähnchen zu Boden; dass dies ein Zeichen war, war uns klar. Wir wussten nur noch nicht für was.

Bald stießen wir auf den Osterdeich, vor uns ragten die Flutlichtmasten in die Höhe, direkt daneben die Baukräne des sich im Umbau befindlichen Weserstadions - dem Ort des letztjährigen Grauens: 234 Festnahmen, Einkesselungen und eine 0:5 Klatsche lautete die Bilanz der letzten Begegnung hier im Norden, die sicherlich niemand so schnell vergessen wird.

Der Bremer Bus fuhr ein und wir wanderten zum Gästeeingang, Bremer und Frankfurter umstanden traditionell die Buden, aßen Fischbrötchen und tranken Haake-Beck, eigentlich wollten wir ja noch einen Abstecher ins Wuseum machen - Baustellen und Regen zogen aber einen Strich durch die Rechnung - und so lungerten wir wie alle vorm Stadion rum. Immer wieder marschierte ein Trupp Polizisten vorbei, begleitete die Insassen eines Eintrachtfanbusses vor die Kurve, um dann doch Bremer und Frankfurter zusammenkommen zu lassen. Weißbehelmte Pferdereiter staksten durch die Menge, die Fischverkäuferin mokierte sich völlig zu Recht, dass einige Frankfurter von den Cops grundlos aber rüde angepackt wurden und für meinen Geschmack signalisierte das Aufgebot der Klon-Krieger nicht gerade Deeskalation, vor allem nicht, wenn gleich zwei Videokameras die unaufgeregte Szenerie filmen. Aber man muss ja schon dankbar sein, wenn es keine Massenverhaftungen gibt. Großartig. Irgendeiner bestellte acht Cola, acht Bier.

Christian stieß aus Hamburg zu uns und bald stellten wir uns zwecks Leibesvisitation an den Einlass. Nachdem wir eine Schleuse passiert hatten, folgte die ärztliche Untersuchung - angesichts der Baustelle hätte ich ja in meiner kurzen Hose eine Kettensäge verstecken können, immerhin, die Ordner waren freundlich - es sind ja auch keine ausgebildeten Sonnenstudio-Kampf-Pitbulls wie die Kollegen mit den grünen Beinschonern, deren Humorverständnis tendentiell gegen Null geht.

Stadion Innen. Metall. Die alte Tribüne mit dem tiefgezogenen Dach war abgerissen, statt dessen bot eine Stahlrohrtribüne annähernd 1800 Eintrachtlern Platz - dahinter wuchs ein Stahlgerüst in die Höhe, verziert mit einem überdimensionalen Reklameplakat. Hier winkte die kleine Pia, den rechten Arm schwer verbunden - das Verletzungspech nimmt kein Ende - , dort schlappte Buffo entlang, André hatte eine Trommel dabei und von überall winkten bekannte Gesichter. Aus den Lautsprechern wummerten ein paar Bremen-Liedchen, hilflos wurde uns von beflissenen Sponsoren veklickert, wie Bank angeblich heute geht (so lautete der Slogan auf den Bremer Trikots, ein Slogan den ich kurz beantworten kann. Bank heute: Sammelt alles Geld von kleinen Leuten ein, steckt euch ein Großteil in die Tasche, verpulvert den Rest, lasst euch vom Staat großzügig Milliarden schenken, steckt euch davon wieder ein Großteil in die Tasche und macht weiter wie immer) vor uns der Zaun - Anpfiff.

Bremen spielt in diesem Jahr ohne Diego und Pizarro, die 2008/2009 alleine fünf Treffer gegen die Eintracht erzielt hatten, die Eintracht lief mit Chris anstelle von Köhler auf und äußerst munter ging es gleich nach Beginn los. Nach wenigen Minuten verkündete die Anzeigentafel den ersten Treffer des heutigen Spieltages, Mainz führte gegen Leverkusen und nur wenig später fiel das zweite Tor des Tages. Das erste in Bremen und das erste für die Eintracht. Großer Jubel im Block, Amanatidis hatte eine Hereingabe von Teber über die Linie gedrückt. Auswärtssieg, Auswärtssieg schallte es durchs weite Rund, doch Werder zeigte sich zunächst unbeeindruckt, Özil wuselte im Strafraum, purzelte hin und verwandelte den anschließenden Elfmeter zum vorübergehenden Ausgleich. Jetzt war die Werder Kurve erwacht, links unten hing ein Transparent Stoppt Orange - die Fans haben ebenso wie die Eintrachtler mit dem unschönen Rosa auf Devotionalien damit zu kämpfen, dass sich Vereinsunabhängige Farben ins Gesamtbild schleichen - Werder, Werder tönte es nun erstaunlich laut durchs Weserstadion. Ebenso unbeeindruckt wie zuvor der SVW spielte jetzt die Eintracht Fußball und es war erneut Amanatidis, der zur Führung für die Frankfurter traf. Bierbecher, High Five, Auswärtssieg ... Ausgleich. Nikolov hatte eine Flanke unterlaufen (für meinen Geschmack behindert vom Gegner ) Ochs machte irgendwas und Sanogo lenkte den Ball postwendend ins Eintracht-Tor. An den hoch positionierten digitalen Reklamebanden flimmerte Werbung entlang, mit jeder neuen Reklame hatte ich kurz den Eindruck, dass eine Leuchtrakete gezündet wurde, derart irritierend flackerte die Laufreklame in den Augenwinkeln. Mist. 2:2.

Halbzeit. Junge Buben durften Trikots von einer Leine schießen, was dem ein oder anderen auch gelang und wir stellten fest, dass mit Beginn der zweiten Hälfte Fenin für den angeschlagenen Amanatidis ins Team gekommen war. Nun machte Werder Druck, Nikolov hielt die Eintracht im Spiel, immer wieder klärte er vor den anstürmenden Werderanern, bei denen Özil auffällig agil spielte und Marin mehr fiel als stand. Und als es nur noch eine Frage der Zeit war, bis Bremen in Führung ging, drückte Fenin bei einem der seltenen Entlastungsangriffe den Ball unter ungläubigem Staunen mit anschließend exzessiven Jubel den Ball zum 3:2 für die Eintracht an Frau Wiese vorbei ins Tor. Bremens Anrennen blieb erfolglos, im Gegenteil- nun bekam die Eintracht noch die ein oder andere Chance, Wiese hielt tadellos und so mussten wir am Ende noch ein wenig zittern. Eine gelbrote Karte für Prödl läutete das Ende ein - nach 92 Minuten war Schluss - und die Eintracht hatte nach anderthalb Jahren (2:1 in Leverkusen) mal wieder einen "Großen" besiegt. So geht Fußball heute. Prompt traf auch eine Glückwunsch-SMS von Ingo ein; so ganz leicht wird es ihm aber nicht gefallen sein - dennoch: Danke.

Wir blieben noch eine ganze Weile im Stadion, feierten zunächst kurz die Mannschaft und warteten dann auf die angekündigte Pressekonferenz. Die eingeblendete Tabelle wies für die Eintracht den zweiten Platz aus, was wir mit einem Eurobabogaal locker ergänzten; während die Bremer ausliefen wie es im Fußballjargon heißt. Fritz drehte mit Frings seine Runden, auch Frau Wiese eierte über den Platz und nahm die üblichen Sprechgesänge der paar Rest-Frankfurter mit Humor. So ziemlich als letzte verließen wir den Ort des Triumphes und landeten auf dem Vorplatz, wo die Ultras unter großem Polizeiaufgebot auf einen Kumpel warteten, der später schwer bewacht zurück gebracht wurde. Ein Bremer Trommler suchte leicht angeschickert den Dialog mit den Frankfurtern und wurde hintereinander von drei Polizisten eher grob daran gehindert und wir wanderten weiter und hockten uns auf den Deich, um den Abzug der Gladiatoren zu beobachten; nur wenig später bog der Eintracht-Bus um die Ecke und wir winkten den Auswärtssiegern fröhlich zu.

An Bremer Fankneipen vorbei wanderten wir durch das Viertel und entdeckten die Werder-Halle, bemalt mit historischen Szenen aus der Geschichte von Werder Bremen; Rehagel reckte die Meisterschale in die Höhe, Kutzop stand daneben, Schaaf streckte die Videokamera aus dem landenden Flugzeug; an das Meisterteam von 1964/1965 wurde ebenso erinnert wie an die unheiligen Jahre 1933-1945 oder die Anfänge als Fußballverein Werder Bremen 1899 - tolle Malereien an der Fassade, die uns auf ein Schnitzel in die Wirtschaft trieben. Hoffenheim kickte gerade gegen den FC Bayern, Obasi erzielte zwischen Schnitzel und Salat den Ausgleich, was wir recht ungerührt zu Kenntnis nahmen; wir zahlten und gönnten uns noch ein Eis um die Ecke - zwischen Möhrcheneis und Kürbis entdeckte ich die Sorte Waldmeister - und wo es Waldmeistereis gibt, da ist die Welt noch in Ordnung. Vor allem, wenn die Straßen solche Namen tragen.

Bremer Stille, der Golf parkte noch so, wie wir ihn verlassen hatten und über die Weser ging es zurück auf die Autobahn. Langsam legte sich die Nacht über Deutschland die Parkplätze hießen nun Kurze Geist oder Dümmer Dammer Berge, rechts lag Meppen später Münster und aus dem Radio schepperten großartige Indie-Songs der letzten Jahrzehnte, PIL zum Beispiel mit dem fantastischen Rise oder Wedding Present oder Carter USM. Wir sangen mit, rollten dabei von Baustelle zu Baustelle und tuckerten gegen Mitternacht müde aber glücklich über die Friedberger Warte ins Nordend. Das ganze Leben ist eine Baustelle. Wenn es sich anfühlt wie ein Auswärtssieg, soll es mir recht sein.

Nothing's impossible? Recht so.


Mittwoch, 20. Mai 2009

Heimspiel in Hoechst

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Draußen war's wärmer als drinnen - was lag also näher, als sich an einem Dienstagabend auf die kleine Reise nach Frankfurt-Hoechst zu begeben, um einem Freundschaftsspiel der Eintracht gegen die hiesige SG Hoechst beizuwohnen.

Die Farbwerke Hoechst, einst größter Arbeitgeber der Region und Garant für bescheidenen Wohlstand sowie geschlossener Fenster im Stadtteil sind lange aufgelöst, das Kennzeichen FH für Frankfurt Hoechst längst Geschichte und auch die Oberligazeiten der SG Hoechst sind lange vorbei. Möbel-City-Wesner, einst ein riesiges Möbelhaus, ist weggezogen; übrig blieben die leerstehenden Gebäude und die damit verbundene Tristesse und die Hoffnung auf bessere Zeiten.

Pia, die Maus und ich parkten den silbernen Golf nahe des ehemaligen Möbelhauses und wandelten durch den Hoechster Stadtpark. Kinder fuhren Fahrrad, Erwachsene saßen in Gruppen beieinander, ein Weiher glänzte in die Sonne und uns beschlich ein Hauch von Urlaubsfeeling. Dennoch sorgten wir uns, ob es heute Abend angesichts der derzeitigen Situation zu seltsamen Erscheinungen kommen würde, alles schien möglich, obgleich wir nur zu einem Freundschaftskick marschierten, der üblicherweise allen Beteiligten nur Spaß bringt.

Hinter dem Park liegt der Sportplatz der SG Hoechst, der Glanz vergangener Zeiten ist auch hier einem leisen Abgesang gewichen; alte Werbebanden deren Lack im Laufe der Jahre verwitterte umrunden den Hauptplatz, eine Anzeigetafel, gefertigt aus dem Stahl des Werbenden wartete auf Tore. Kinder und emsige Helfer wuselten umher, derweil ein DJ hinter dem Tor seine Anlage verkabelte. Wir zahlten moderate sechs Euro Eintritt, (ein Programm zum Spiel gab es leider nicht) und orderten einen Apfelwein, der viertel Liter zu 1,50 - bar bezahlt. Die Sonne beschien den Frühlingsabend, während wir um den Platz wanderten und uns in eine kleine blechernen Hütte auf eine Bierbank setzten und unseren Apfelwein tranken. Auf der Ersatzbank, es war nett, denn: noch nicht einmal Auswechselspieler waren wir.

Allmählich füllte sich der Sportplatz mit Zuschauern, vorwiegend Kids sausten über das Gelände, während der DJ seine Anlage mittlerweile in Schwung gebracht hatte. In brüllender Lautstärke schallten Stimmungs-Melodien über den Platz, dass sich selbst die Grashalme die Ohren zuhielten, auch sie wollten die Regenwürmer nicht husten hören. Ballermanninferno allez!

Stefan war mittlerweile gekommen und überbrachte die Nachricht, dass der Trainer der Eintracht erkrankt sei - in weiser Voraussicht wohl, die Trainerbank stand nicht weit entfernt von den Stehplätzen - und wer weiß auf welche Ideen der emtional bewegte Fan in diesen Tagen kommen könnte. Gecoacht wurde das Team dann von Armin Reutershahn und Andi Menger.

Auslöser für das Freundschaftsspiel in Hoechst war wohl ein medialer Aprilscherz des HR, welcher behauptet hatte, dass ein reicher Unternehmer die SG Hoechst im Stile des Projektes Hoffenheim übernehmen würde; so kam es auch, dass der Aufstellungsverkünder des Waldstadions auch in Hoechst mit Hilfe der Kinder sein Bestes gab. Bis auf die Nummer 3 Caio und Markus Russ klappte dies auch ganz ordentlich, wobei zur Ehrenrettung gesagt werden muss, dass Marcos Vorname falsch auf dem Spielberichtsbogen stand und Caios Null recht klein geschrieben war. Man kann ja nicht alles wissen ...


Kurz vor Spielbeginn verließen wir die Ersatzbank und wanderten um den Sportplatz, insgesamt werden wohl rund 1000 Zuschauer gekommen sein, darunter auch die Fanbeauftragten der Eintracht, Rudi und ZoLo sowie unser Lieblings-Pokalsiegertrainer Dietrich Weise. Beieinander standen auch die Herren Durstewitz, Palmert und Schmitt sowie Heribert Bruchhagen, der dabei Rede und Antwort stehen durfte - bis die Kids spitzkriegten, dass der Chef hier war und schon wurde er umringt und ließ sich brav fotografieren.

Kaum wurde die Partie angepfiffen, die Gastgeber in weiß, die Eintracht in rot-schwarz, tönte ein Grüppchen Wir ham die Schnauze voll und zack hatte ich ein Mikrofon vor der Nase. Der HR versuchte Stimmen einzufangen und erwartete eine Stellungnahme, die von mir auch recht knapp ausfiel: So schlecht sind die Hoechster doch gar nicht. Verständnislose Augen schauten mich an. Bei strahlendem Sonnenschein gaben die Hoechster dann ihr Bestes - dass die Eintracht, welche keineswegs mit einem Rumpfteam angetreten war, klar dominierte, verwunderte wenig und so stand am Ende ein 17:1 zu Buche - ich hätte es nicht gewusst, hätte uns der Schiri nicht das Ergebnis mitgeteilt. Oka und Frank Lehmann standen je eine Halbzeit im Tor, Caio spielte durch und großer Jubel brandete auf, als die Hoechster den Ehrentreffer erzielten. Beide Hoechster Torhüter hatten ihren großen Tag und verhinderten mit Glanzparaden Ärgeres.

Die meiste Zeit verbrachte wir mit gepflegten Unterhaltung; mit ZoLo quatsche ich immer gerne, desgleichen mit Eintracht-Veteran Roland Gerlach oder unserem Sossenheimer Freund, den ich vor Jahren in der Klapper kennen lernte. Seit er meinem Schoppen zu Boden warf, ich ihm nach kurzem Disput einen anderen übergekippt hatte und wir uns daraufhin die Hand gaben, treffen wir uns vorwiegend bei Auswärtsspielen und erinnern uns gerne an die Anfangstage zurück. Die Filzlaus hockte brav hinter dem Tor und insgesamt ging es relativ ruhig zu. Nach Spielende begann das große Flitzen; Kids stürmten auf die Spieler zwecks Autogrammen zu, die Spieler sausten in die Kabine, allen voran Korkmaz, Meier und Caio; während Fenin sein Trikot einem Rollstuhlfahrer in die Hände drückte. Krük und Petkovic und Sebastian Jung schrieben brav Autogramme, während der Eintrachtbus schon auf die frisch geduschten wartete.

Alex Meier scheint derzeit arg verunsichert, er kam als erster aus der Kabine und scheute sich sogar davor, den wartenden und drängelnden Kindern Autogramme zu geben - nicht schön, aber nach all den Attacken auf ihn verständlich. Zeugwart war interessanter Weise der Deutsche Meister Friedel Lutz, der weitgehend unbehelligt seine Arbeit verrichten konnte. Peu a peu schoben sich die Kicker in den Bus, und plötzlich tönte hinter uns ein lautes Funkel raus. Pia drehte sich erbost um und bat sichtlich erzürnt um Ruhe - das Grüppchen, welches sich um den Rufer scharte, blickte leicht irritiert aus der Wäsche - aber auch sie sahen dann ein, dass hier die SG Hoechst Gastgeber war und die Kids und deren Spaß eigentlich im Mittelpunkt stehen sollten; die Kids, die solche Aktionen gar nicht verstehen können. Dies Argument zog, der Trupp trollte sich, ebenso wie der Bus, der bald darauf hupend das Gelände verlassen sollte. Pia, Stefan und ich trollten uns dann ebenfalls in Richtung Bierstand, die Wurst war ausverkauft, das Bier noch nicht - und nach einem Schöppchen verließen wir ebenfalls den Sportplatz und wanderten durch den Park und tröpfelnden Regen zurück zum Auto.

Dunkel wurde es allmählich, die Nacht legte sich über Frankfurt - Zeit für eine letzte Pizza und eine Erinnerung an den vergangenen Tag, der wohl freundlicher war, als es der letzte Spieltag gegen den HSV sein dürfte. Leider Gottes.

Donnerstag, 14. Mai 2009

Schockstarre

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Es beginnt mit dem Ende. Pia und ich sitzen fassungslos auf dem Sofa und Pia meint zu mir: Schreib doch mal was über Fenin. Recht hat sie.

Martin Fenin, unsere Nummer 17 ist ein junger Mann aus Tschechien, der für annähernd vier Millionen Euro im Winter 2008 zur Eintracht kam und einige Schlagzeilen lieferte, von denen viele das Papier nicht wert waren, auf welches sie gedruckt wurden. Fenin und der Grillunfall, Fenin und der Autounfall, Fenin und die Schwalben und zuletzt das unsägliche Fenin und die Frauen.
Weitgehend unerwähnt bleibt, dass Martin Fenin nicht nur unser bester Scorer ist, sondern auch nach jedem Spiel in die Kurve kommt. Und meist sein Trikot in die Kurve wirft. Und sich auch nach dem 0:5 gegen Werder Bremen nicht gedrückt hat. Drei Spieler marschierten nach dem Spiel zu uns: Fenin, Spycher und Mahdavikia, Fenins Trikot landete erneut bei den Fans. [edit: das Trikot landete in Hannover bei den Fans, diesmal nicht - ändert aber nichts]

Danke.

Vielleicht liegt es daran, dass in Tschechien die Verbundenheit der Spieler mit den Fans größer ist als hierzulande; vielleicht ist Fenin aber auch ein Typ, der den Arsch in der Hose hat und sich im Moment der großen Blamage nicht davor drückt, zu denen zu gehen, die den Spielern ein Leben ermöglichen, das sie selbst nie haben werden. Und obgleich dies selbstverständlch scheint, gibt es nur wenige, die sich stets daran erinnern. Martin Fenin gehört dazu. Und deshalb mag ich ihn.

Rückblende:

Mittwoch-Abend, 18:00 Uhr. Ein silberner Golf verlässt den Hinterhof in Oberrad und rollt an der Gerbermühle vorbei auf die Autobahn Richtung Offenbacher Kreuz, Abfahrt A3: Richtung Sportverbände. Wir fahren am Waldparkplatz vorbei, ein altes rotes Feuerwehrauto parkt am Rande, Fans trinken Bier, sind guten Mutes und wir biegen nach kurzer Kontrolle in die Otto-Fleck-Schneise ein. 18:12 Uhr. Da Pia nach dem Grillunfall noch immer starke Schmerzen am Bein hat, konnten wir einen Parkschein für das DFB-Parkhaus organisieren: Wenige Meter davor kommt es zu einem Stau. Gerd, der mit seinem Sohn vorbeikommt erklärt uns, dass das Parkhaus voll ist und nur bei Verlassen eines Fahrzeuges ein anderes Einfahren darf. Nach dreißig Minuten ist es endlich soweit, der Golf parkt und wir wandern noch einmal am Gleisdreieck vorbei, Alex und Sabrina hatten heute nachmittag geheiratet und waren doch beim Fußball; die Autos von Richi und Arndt parkten einträchtlich nebeneinander, Menschen, Gespräche, Apfelwein. Arndt meinte irgendwann zu mir: Ich habe es noch nie erlebt, dass mich so wenige Menschen vor einem Spiel der Eintracht gefragt haben, wie das Spiel ausgeht. Ich antwortete: Ist doch klar, wir verlieren - wie wir stets gegen vermeintlich Große nicht gewonnen haben und gegen vermeintlich Kleine nicht verloren - so war es ein ganzes Jahr - weshalb sollte es heute anders sein?

Wir treffen Kid, er ist guter Dinge, sein Captain ist wieder zurück und er plant, ihn frenetisch bei dessen Einwechslung zu feiern, nur deshalb sei er hier; ich kann ihn verstehen, bin allerdings zurückhaltender: Was haben wir Jones gefeiert nach dessen Verletzungen damals beim Pokalspiel gegen Köln. Wie hat er uns das gedankt? Damals: ein ganzes Stadion steht auf, Ovationen. Wenige Tage zuvor waren wir in Berlin, auswärts bei Hertha, wenige Tage davor in Istanbul - Schlag auf Schlag, rauschhafte Tage, Erinnerungen, Emotionen, Eintracht.

Nichts als die Wahrheit.

Sicher, Amanatidis ist nicht Jones; Amanatidis ist unser Captain, er hat sich mit dem Drecksblatt BILD angelegt, hat einen Treffer angekündigt gegen den KSC, hat den Ball selbst reingewürgt, weil er dies wollte und hat seinen Vertrag ohne wenn und aber verlängert. Dennoch: Niemals werde ich bspw. ein Trikot mit dem Namen eines aktuellen Spielers beflocken lassen und niemals werde ich die Emotionen während des Köln-Spiels vergessen und die jetzigen Gedanken daran mit dem Wissen um die Entwicklung des damals gefeierten Spielers.

Kid sagte: Heute wird Amanatidis gefeiert. Wenn es irgendwann eine andere Situation gibt, dann ist dies irgendwann. Heute ist heute.

Wir laufen über den Parkplatz zum Eingang an der Wintersporthalle; Menschentrauben kleben davor, Schritt für Schritt geht es weiter, mein Kreislauf sackt ab, ich gehe zurück, es wird gleich besser werden, kniee am Zaun, betrachtete die Menschen, das Wir, diejenigen die sich vielleicht im Internet einen Namen haben und die Dinge von sich geben, die mich kopfschütteln lassen.

Als die Masse kleiner wird, gehe ich hinein, der Ordner lässt mich gehen und ich schiebe meine Karte in das elektronischer Lesegerät, das Lämpchen leuchtet grün - wie die Hoffnung. Ich habe heute keine Hoffnung auf einen Sieg - aber ich bin unaufgeregt. Andere Teams werden Punkte liegen lassen, wir werden nicht absteigen. Ich fühle mich wie ein Schüler zehn Tage vor den Sommerferien, die Zeit bis dahin wird auch vergehen, wie noch alle Zeit vergangen ist.

Sommerpause. Heilige Sommerpause.

Ich haste die Treppen zum Block 41G hinauf, dort wo wir immer sitzen, erkenne meinen Daddy und Pia, winke, unten gehts grade los, drücke mich an den Menschen in der Reihe vorbei auf meinen Platz. Hannover hatte mich geflasht, auf gehts Eintracht schieß ein Tor ich supporte nach Wochen wieder einmal zu Hause. So gut wie alleine bei uns oben, Pia ist dabei.

Die Eintracht nimmt das Spiel an, erarbeitet sich Chancen, auch Werder spielt gepflegt, Halbzeit: 0:0 - ordentlich bislang, die Stimmung ist adäquat, wenig Gemotze, viel Support.
In der Halbzeit treffen wir Stefan und Ursula, auch Wolfgang - und alle sind sich einig: Die Eintracht hält gut mit, da geht noch was, mit einem bisschen Glück ist sogar ein Sieg drin.


Beide Teams gehen unverändert in Halbzeit zwei - und dann passiert es: Zunächst vergibt Liberopoulos eine Chance, dann wird Özil von Ochs im Sechzehner gelegt, zumindest sah es aus meiner Sicht so aus. Elfmeter. Und dann leuchtet der rote Karton in die Frankfurter Nacht. Platzverweis. Es dauert einen Moment, bis wir realisieren, dass es Ochs erwischt hat. Er trottet in die Kabine, alleine. Noch gestern kam es in der Partie zwischen Dortmund und Wolfsburg zum Platzverweis für Boateng. In Kung-Fu-Manier trat er einen Wolfsburger blutig, unabsichtlich zwar, aber ungeschickt und zu Recht mit Rot bestraft. Beim Abgang nahm ihn Trainer Klopp in den Arm, tröstete ihn. Ochs ging alleine.

Was dann folgte, ist mit Worten nicht mehr zu erklären; Eintracht Frankfurt stellte das Spielen ein und nur Torhüter Markus Pröll verhinderte Schlimmeres.

51. Minute 0:1 Frings

56. Minute 0:2 Frings

60. Minute 0:3 Tsiolis

63. Minute 0:4 Pizarro

77. Minute 0:5 Almeida

Eine knappe viertel Stunde hatte ausgereicht, um Eintracht Frankfurt in einen Trümmerhaufen zu verwandeln. Am Nachmittag noch bin ich im Netz auf ein anderes Spiel gestoßen, 1982 spielte Dortmund gegen Bielefeld. Zur Halbzeit stand es 1:1, Bielefeld hatte mit 1:0 geführt. In der zweiten Hälfte schossen die Dortmunder dann zehn (10) Tore, Endstand: 11:1 für Dortmund.

Ich hatte Angst.

Von den Rängen erscholl nach dem 0:2 das kollektive Funkel raus - obgleich der Trainer am heutigen Spiel zunächst keine Fehler gemacht hatte; bis zum Elfmeter sahen wir eine gute Eintracht. Sicher, er hätte Sebastian Jung direkt nach dem Platzverweis bringen können - er kam dann beim Stand von 0:4 in der 74. Minute - aber auch der Gedanke mit einer Dreierkette sich noch die Chance auf den Ausgleich zu wahren ist nicht verkehrt. Zumal Bremen ohne Diego, Mertesacker und Naldo spielte. Im Nachhinein sind wir alle schlauer.

Die Eintracht Fans verließen in Scharen das Stadion, andere hatten die Schnauze voll, immer wieder: Funkel raus. Aber es war nicht dröhnend; in die Wut mengte sich eine große Portion Hilflosigkeit, in die Hilflosigkeit die Starre. Schockstarre.

[edit: Kurz vor Schluss durchzuckt mich ein Gedanke: Jetzt müsste man Steht auf, wenn ihr Adler seid anstimmen, ich stimme es zaghaft an, allein, es fehlt die Power, Pia und ich, wir sind zuwenige. Doch nur wenig später, die Uhr steht bei 89 Minuten ertönt es von irgendwo: Steht auf, enn ihr Adler seid - und wir stehen auf; was bleibt auch sonst zu tun.]

Abpfiff. Fenin, Spycher und Mahdavikia marschierten in die Kurve, Funkel verschwand schnurstracks in die Kabine, kein Wort des Trostes für sein Team, kein: da müssen wir gemeinsam durch. Jeder für sich und Gott gegen alle.

Daddy, Pia und ich warteten noch die anderen Ergebnisse ab, Bielefeld und Bochum hatten wie Cottbus gegen Gladbach ebenfalls verloren, der Klassenerhalt sollte geschafft sein, zumal ich keine Angst vor dem Auswärtsspiel in Bochum habe. Wir werden dort punkten, wir werden in der Liga bleiben. Aber darum geht es nicht.

Vor der Haupttribüne an der Ausfahrt des Busses bildete sich ein Grüppchen derer, die die Schnauze voll hatten, Funkel raus und so. ZoLo, unser Fanbetreuer stand daneben und beobachtete die Situation, was kann Funkel heute dafür? Die Mannschaft hat versagt. Außer Pröll. Und Fenin.

Aber die Situation ist verfahren, es gibt kein Entrinnen. Die einen wollen die Argumente für den Trainer nicht sehen und der Trainer nicht die Argumente gegen ihn. Fußball ist in vielen Aspekten irrational - und Eintracht Frankfurt hat für meinen Geschmack keine andere Wahl: Wir müssen mit einem neuen Trainer in die nächste Saison gehen, wollen wir uns halbwegs berappeln. Dies hat nichts mit dem Einknicken vor dem Mob mehr zu tun; die Leute die seit geraumer Zeit wenig anderes tun, als den Trainer zu diskreditieren haben dann zwar ihr Ziel erreicht, aber sie haben nichts gewonnen. Sie haben das zermürbt, was ihnen eigentlich am Herzen liegen sollte, nämlich Eintracht Frankfurt. Und dem Trainer wird man vorwerfen müssen, dass es ihm nicht gelungen ist, sich adäquat mit den vorhandenen Strömungen auseinanderzusetzen. Indem man berechtigte Kritik einfach ignoriert, diese abbügelt, dokumentiert man das Desinteresse an der Haltung vieler Fans - und wiegelt andere gegen sich auf. Aus stoischer Gelassenheit wurde Starre. Schockstarre. Und die Mannschaft gibt das Ihrige dazu.

Eintracht Frankfurt kann so nicht in die neue Saison gehen, es wäre auf Dauer selbstzerstörerisch und würde noch weit mehr beschädigen, als eh schon kaputt ist. Verloren haben alle. Und an dem Desaster mitgearbeitet auch. Und wer nach einem optionalen Trainerwechsel triumphiert, der hat nichts verstanden.

Wir schlichen ans Gleisdreieck, die Currywurst schmeckte nicht und das Bier war alle. Mit Kid, den wir trafen, hockten wir uns auf die Treppenstufen, unterhielten uns, es gab wenig Schönes zu berichten. Martin kam vorbei, er, der sonst vorne steht, der uns mitreisst durch seinen Support schimpfte verzweifelt, bemängelte fehlende Visionen. Vielleicht meinte er einfach nur: fehlende Euphorie. Lust oder Freude, bei der Eintracht zu sein. Die fehlt, die Freude am Spiel, der Spaß an der Arbeit. Der nicht nur an Karneval an den Tag gelegt werden sollte.

Wir fuhren heim, den Kopf voller Gedanken Voller Nichtbegreifen. Eintracht Frankfurt- Werder Bremen 0:5. Wie im Hinspiel.


Pia und ich sitzen fassungslos auf dem Sofa und Pia meint zu mir: Schreib doch mal was über Fenin. Recht hat sie. Und Amanatidis hat dann doch nicht gespielt, es war auch besser so. Er wird kommen - und wir werden ihn brauchen. Und dann wird auch Kid wieder da sein und sagen: Captain, mein Captain.


Hinweis: Es werden im Laufe der Tage noch einige Links folgen. Derzeit leide ich an einer: Schockstarre.

Das Bild von der Maus hat Stefan Krieger gemacht. Danke!

Dienstag, 25. November 2008

Winterbeginn


Die Zeit verfliegt fiel zu schnell, Erlebnisse der besonderen Art haben kaum Zeit, sich zu setzen - und eh wir uns umsehen liegen wir in der Gruft und
hatten dabei doch noch soviel vor.

We should remember to slow down more often, maybe we will.
There's a lotta good things coming our way right now.

A lotta bad had passed but we survived the breakdowns.

All is forgiven, water under bridges now.


The gaslight anthem - Boomboxes & dictionairies

Fahren, immer nur fahren, aus den Boxen wummert der Beat und alles fällt ab, all die sägenden Gedanken, all das Drehen deines Hirns, all die Idiotien eines Daseins, die dir jeden klaren Gedanken verkleistern. Die dir die vermeintlichen Notwendigkeiten des Alltags schmackhaft machen sollen und dich doch nur verblöden lassen, Wolken ziehen vorüber, der Tag zur Nacht, die Nacht zum Tag.

Everything these days seems to be some kind of sign
No one cares anymore where you've been
So you find a quiet place to shed that old skin
You won't need it again


New Model Army - Orange Tree Roads



www.hobokollektiv.net




Der Blick zurück:

Eben noch eine Lesung in Halle, Übernachtung in einer kleinen Pension, rauf auf die Autobahn, nach 400km runter von der Autobahn, Abfahrt F-Ost, Bornheimer Hang, das Schneechaos ließ auf sich warten, Mikrofon an: Eintracht Frankfurt begrüßt sie ganz herzlich zum 14. Spieltag in der Regionalliga Süd. 90 Minuten später: Zwei Tore der Eintracht U23, keines des KSC II, Spitzenreiter und das erste Spiel von Alexander Krük für die Eintracht. Abbauen, heim, ausruhen - der Husten hörte sich nicht gut an.

Als ich am Samstag morgen aufwachte, merkte ich, dass ich nicht in der Reih' bin, wie meine Oma zu sagen pflegte, draußen ist's kalt, ungemütlich und eigentlich hätte ich nichts dagegen gehabt, mich mit Tee und Lebkuchen vor den Fernseher zu knallen und mich auszuruhen - und ich hätte es sicherlich auch gemacht, wenn nicht die Eintracht spielen würde. Ich glaube, die letzten Heimspiele habe ich verpasst, als ich im Winter 2004 in Indien weilte, die SGE holte Punkt um Punkt - und erst als ich wieder im Lande war verlor die Eintracht drei Tage später in Lautern. Wäre ich damals bloß länger geblieben.

Wir fuhren so gegen 14:00 in Richtung Louisa, so wir es eigentlich immer machen, Pia steuerte den Golf während ich daneben kauerte, warm eingepackt, seit langem mal wieder mit Schal und Mütze und Handschuh. Als wir unser Ziel erreichten, wartete Daddy schon auf uns; der kleine Mitsubishi-Jeep parkte an gewohnter Stelle, wir gesellten uns dazu und marschierten durch die Unterführung (in welcher wohl Frankfurts einzige Tropfsteine zu bestaunen sind) am Fanhaus vorbei durch den Wald Richtung Stadion.

Viel war im Verhältnis zu sonst nicht los, aber in den letzten Jahren haben sich die Dinge geändert, ich glaube nicht, dass in der Geschichte bei viel mehr Spielen gegen Hannover mehr als die später bekannt gegebenen 39.800 Zuschauer anwesend waren. Eintracht Frankfurt gegen Hannover 96 - ein Spiel des Mittelmaßes, 12. gegen 13. - aber so langsam scheint sich der WM-Hype wieder zu relativieren und wer weiß, möglicherweise gibt es ja im nächsten Jahr auch wieder Dauerkarten für diejenigen, die sich für die Eintracht interessieren - auch wenn der Erfolg ausbleibt, der Erfolg, der sich an den eigenen Erwartungen misst; Erwartungen, die nicht zwingend viel mit der Realität der Frankfurter Eintracht im Herbst 2008 zu schaffen haben müssen.

Während unsere Nummer Drei, Aaron Galindo es nicht geschafft hatte, rechtzeitig vom Länderspiel in Mexico an den Main zurück zu kommen und entsprechend nicht im Kader war, so wurde unserer Nummer 30, Caio, die Ehre zu Teil, in der Anfangsformation zu stehen. Deuteten zunächst die kurzen Hosen beim Aufwärmen schon darauf hin, so gab die Startaufstellung des Stadionsprechers endgültige Gewissheit. Der Stadionsprecher, der es übrigens versäumte, Alex Vasoskis Platz auf der Bank zu verkünden.

Da ihr in den üblichen Zeitungen, Foren und Blogs jede Menge Details zum Spiel lesen könnt, beschränke ich mich aufs Wesentliche.

  • Tor nach Standard: Ecke Steinhöfer, Flugkopfball Liberopoulos, 1:0
  • Tor nach Flanke Finks, Fenins Kopfball der ins Feld zurückprallt und von Russ köpflich versenkt wird, 2:0
  • Zusammenprall Nikolovs mit Hanke. Leichtes Humpeln.
  • Fenin setzt sich über Außen durch, spielt den Ball aber nicht zum wartenden Liberopoulos, welcher ihm erklärt, wie es besser geht.
  • Nach der Halbzeit kommt Pröll für Nikolov. Dieser hat einen Sehnenanriss und fällt lange aus.
  • Hanke und Bellaid gehen im Frankfurter Strafraum zum Ball, alles erwartet Ecke. Der Schiri gibt ... Elfer für Hannover. Die Debatten vom Stuttgart-Spiel wiederholen sich, der Linienrichter erklärt seine Sicht der Dinge, der Elfer wird zurückgenommen.
  • Fenin erkämpft sich den Ball, zeigt, dass er aufgepasst hat, passt zu Liberopoulos. Dieser zeigt uns, wer gelernt hat: Fenin - 3:0

Mein Daddy musste ausnahmsweise früher gehen und Pia fiel ein, dass möglicherweise zu Hause noch eine Kerze brennt. Egal, da ändern auch zwei Minuten nichts mehr daran. Wir blieben. Und wurden mit dem 4:0 durch Fenin belohnt. Abpfiff.

Wir hasteten aus dem Stadion, durchfroren, und eilten kalten Fußes durch den Wald. Zuhause angekommen stellten wir fest, dass die Kerze natürlich aus war. Aber das Feuer der Eintracht brannte wieder. Andersrum wäre es schlimmer.

Eigentlich wollte ich ja mal wieder in die Bembelbar, die am Abend im Backstage geplant war. Aber zuviel ist zuviel - ich liege flach. Tee, Lebkuchen, Fernsehen. Und ein Dach über dem Kopf.



Das Foto der Wolkenstraße durfte ich dankenswerter Weise dem wunderbaren Blog vom Fritsch entnehmen, dort gibt es noch viel mehr dieser Art, schaut es euch an, das Hobokollektiv.