Montag, 31. Januar 2011
Mir träumte ...
... folgendes
19.05.2011
VfL Bochum - Eintracht Frankfurt 0:0 (0:0)
23.05.2011
Eintracht Frankfurt - VfL Bochum 0:1 (0:0)
Tor: 85. Korkmaz
Ausgerechnet.
Mehr zum Sport.
Dienstag, 25. Januar 2011
Bitte meiden.
So lieber Leser, derweil die Analysen über Patrick Ochs nahezu wissenschaftliche Züge annehmen, die letzten Tränen über die Niederlage beim HSV getrocknet sind und mit Marcos Alvarez zum ersten mal seit Norbert Nachtweih ein Spieler aus dem Profikader zu den Bayern gewechselt ist, beschäftige ich mich mal mit den Drumherum. Für die wichtigen Dinge gibts die Presse. Für die Klarstellung dessen den Kid.Beim Trainer Baade bin ich dieser Tage über einen recht interessanten Film gestolpert; schwedisch mit englischen Untertiteln - was aber so gar nichts macht. Es ist eine Doku über Martin Hansson, einem Schiedsrichter aus Schweden. Kenn isch net dürfte die sofortige Reaktion lauten - wenn ich euch aber sage Thierry Henry und Hand zuraune, dann sollte es klick machen. Genau, es ist der Mann, der Frankreich zur vergangenen WM gepfiffen hat, quasi der Alfons Berg Irlands. The Referee. Begonnen wurde die Doku bereits ein Jahr vor der dramatischen Nacht in Paris - und sehr vorausblickend die lakonischen Aufnahmen von Hansson inmitten kickender Kids mit Henry-Trikots.
Recht lustig geht es traditionell zu, wenn Henni Nachtsheim im Museum aufschlägt. Diesmal war der Grund die Präsentation seines neuen Buches Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht. Ein schöner Titel - deshalb hatte ich ihn auch schon im Juni 2007 für meine Kolummne in der Fan geht vor genutzt. Nun also Henni. Zu Gast waren neben anderen Heribert Bruchhagen und Dr. Thomas Pröckl vom Vorstand der Eintracht - und beide haben sich im Gegensatz zu den letzten Spielen prächtig amüsiert. Henni hält ja traditionell keine Lesungen - man frage die Kids seiner Bekannten - sondern babbelt sich durch den Abend. Szenen aus seinem Soloprogramm, wer also wissen möchte, wie sich der Bratwurstverzehr beim Spiel gegen den VfB Stuttgart anno 1973 entwickelt hat, sollte sich dies nicht entgehen lassen. Im Buch selbst findet sich sowohl ein Vorwort als auch ein (schon etwas älteres) Interview mit Bruchhagen - und das ist recht aufschlussreich. Bruchhagen: Ich betreibe ein Rollenspiel. Ich habe von der Pike auf gelernt, wie man sich zu geben hat. In Schalke habe ich mich lange gegen Medienauftritte gewehrt. Ich dachte, wenn du Gutes tust, wirst du Anerkennung bekommen. Falsch. Total falsch. Bruchhagen wehrt sich auch gegen dämliche Fragen, vor allem, wenn er den Verdacht hat, dass die Antwort nicht interessiert; aber: Die beste Frage ist: Wie sehen sie das Spiel. Dann kann ich sagen, was ich denke. Das werde ich mir merken. Das Buch selbst ist eine Sammlung von Hennis Kolummnen in der Gießener Allgemeinen, nichts neues also - aber durchaus unterhaltsam, das ist doch schon mal was in diesen Tagen.Es folgt zum Abschluss eine Liste mit Sätzen, die wirklich jede(r) so in der Art schon mindestens einmal gedacht hat. Sie sind gebloggt, gepostet, getwittert und an Stammtischen gesagt worden. Von daher: bitte meiden. Dies gilt auch für drei Klassiker des Internets, die mich mittlerweile bei Lektüre aggressiv werden lassen. So irrsinnig gewollt originell daherkommen und dann doch nur traurige Wiederholungen präsentieren - das klingt wie der Hessische Rundfunk.
Fußball:
Meister wird die Eintracht erst, wenn ich tot bin.
Mittlerweile habe ich mich fast an den Namen Commerzbank-Arena gewöhnt.
Das Waldstadion gibt es doch gar nicht mehr.
Unter Skibbe spielt die Eintracht endlich wieder Fußball.
Köhler würde die Bank mal gut tun.
Auf der Linie ist er Weltklasse. Beim Rauslaufen Kreisklasse.
Früher war die Stimmung bei Heimspielen besser.
Schalke und Stuttgart sind zu gut für da unten.
St. Pauli ist ja auch nur noch Kommerz.
Warum Freiburg, Mainz, Hannover. Warum nicht wir?
Allgemein:
Hinten kackt die Ente.
Ganz großes Kino.
Ein großes Wort gelassen ausgesprochen.
Gerne könnt ihr mir via Kommentar noch weitere Perlen zukommnen lassen; vielleicht ergibt sich ja dadurch eine neue Umfrage: Die Plattitüde der Woche oder so.
Originell ist das hier, oder aber dies:
Montag, 17. Januar 2011
Ohne Titel - aber mit Daddy und Timm
Pia hat sich schon am Freitag entschlossen, ausnahmsweise mal nicht ins Stadion zu gehen - im Nachhinein eine weise Entscheidung und würden mich andere Umstände nicht daran hindern, hätte ich es ihr gleich getan. Die anderen Umstände liegen darin begründet, dass ich seit Jahren mit meinem Daddy ins Stadion gehe - und das ist unabhängig vom Ergebnis und Spielverlauf meine Geschichte. Und seit geraumer Zeit bahnt sich Zuwachs an. Timm, mein Neffe, wurde im letzten Sommer sechs Jahre alt - und noch im Alter von fünf haben wir uns das Freundschaftsspiel der Eintracht in Aschaffenburg angeschaut. Acht blitzsaubere Tore gabs zu sehen. Noch im vergangenen Jahr konnte Timm gegen Hoffenheim seine Premiere in der Arena feiern; ich selbst lag krank im Bett - und die Eintracht ging mit 0:4 unter. Durch Pias Verzicht ergab sich nun die Möglichkeit, ein zweites Heimspiel in der Arena zu sehen - mit Opa, Onkel und sich.
Und da folgt auch schon das erste Dilemma; der kleine Kerl scheint recht angefixt und für ihn ist es eine Riesensache, mit uns mit zu kommen und das Erlebnis Fußball zu lernen, während es mir immer weniger Freude bereitet - und das Spiel gegen Hannover sollte ein weiterer Beleg für meine Unlust werden.Und das liegt nicht daran, dass die Eintracht mit 0:3 verloren hat - wobei Timm nach dem 0:1 zu mir meinte: Axel, weißt du was, das ist doch gar nicht schlimm. Wenn die Eintracht noch drei oder vier Tore schießt, dann gewinnt sie noch. Viel zu gucken gabs ja - und viel zu singen. Da singt der kleine Kerl doch tatsächlich bei Schwarz-weiß-wie-Schnee mit und hält beim Herzen von Europa seinen Schal hoch - alleine dafür hat sich schon der Besuch des Spiels gelohnt. Schade, dass sich die Vereine solche Szenen mit 20 Euro pro Kindersitzplatz bezahlen lassen.
Bei der Eintracht hütete Nikolov das Tor. Noch ein schade, - da hat der Trainer eine gute Möglichkeit verpasst, einen Torwartwechsel im Sinne der Eintracht vorzunehmen. Nichts gegen Oka - aber Fährmann hat seine Sache während Okas Verletzung gut gemacht. Und wenn man einen jungen Torhüter verpflichtet, dann sollte er auch früher oder später sein Talent unter Beweis stellen können. Würde Fährmann jetzt eine halbe Saison durchspielen, dann wüssten wir im Sommer: Jawoll, der ist's, der hat's bewiesen - oder wir wüssten definitiv, dass eine Trennung sinnig wäre. So wissen wir gar nichts.
Naja, ein bisschen schon - wir wissen, dass Meier und Altintop zur Zeit alles andere als auf der Höhe ihrer Schaffenskraft sind - und doch schauen wir von Woche zu Woche verwundert auf die Startaufstellung, in der beide regelmäßig auftauchen. Sicher, wenn sie in Form sind, dürfte kaum ein Weg daran vorbei führen. Wenn. So schmoren Fenin oder Amanatidis regelmäßig auf der Bank und zeigen bei Kurzeinsätzen mehr Feuer als ihre Kollegen - wie auch gegen Hannover. Allerdings führte 96 da schon mit 2:0 und vor allem für Altintop begann ein Spießrutenlaufen - in welches ihn der Trainer sehenden Auges schickte. Die Seelenlage eines Fans ist manchmal hochverzwickt doch im Falle Altintop sehr einfach zu durchschauen: man musste kein Psychologe sein, um zu erkennen, dass die Geduld für unseren Zehner erschöpft war; dass sich schon seit Wochen abzeichnete, was kurz vor dessen Auswechslung Wirklichkeit wurde. Obgleich Altintop nicht das schlechteste Spiel ablieferte, wurde er gnadenlos ausgepfiffen. Das war ungerecht und unwürdig zugleich - aber es war abzusehen. So hätte Skibbe in der Halbzeit reagieren und Altintop vor den Fans schützen müssen. Dies tat er nicht, er warf ihn wider besseren Wissens den "Anhängern" zum Fraß vor. Hinter mir ertönte es: Hol den Dreggsterkk endlisch runner. Es wäre wenig verwunderlich, wenn Altintop noch vor Ende der Wechselfrist die Eintracht verlassen würde. Das wäre bedauerlich, denn er hat Potential - derzeit hat er nur noch einen teuren Vertrag und ein Standing auf der Höhe Tebers.
Dabei ist er in der Chancenverwertung gar nicht mal so viel schlechter als sein Pendant auf der rechten Seite, Patrick Ochs. Kid hat ja drüben in der Klappergass mit schöner Regelmäßigkeit die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufgegriffen - was vielleicht zu wenig zur Sprache kommt ist das Missverhältnis im Zusammenspiel mit Jung. Die rechte Seite hätte weitaus mehr Potential, wenn die beiden Frankfurter Eigengewächse harmonieren würden, was sie meiner Ansicht nach nicht machen. Und das liegt meines Erachtens an Ochs, der den mitlaufenden Jung zu wenig ins Anspiel mit einbezieht. Manchmal hat es gar den Anschein, als dokumentiere Ochs: Sieh her, ich bin hier der Platzhirsch und du stellst dich hinten an - aber ich kann mich täuschen.
Zu guter Letzt bin ich kein Freund vom Spiel mit einen Stürmer, von dessen Treffsicherheit das Wohl und Wehe der Eintracht abhängt. Die Laufbereitschaft und die Quote von Gekas in allen Ehren - aber wenn aus dem Mittelfeld keine Bälle kommen, wenn weder von rechts noch von links vernünftig geflankt wird, dann wäre es an der Zeit, sich Gedanken über eine variable Taktik zu machen. Und da gehört nicht der langweilige Witz dazu, Caio nach 45 Minuten einzuwechseln, in der Hoffnung, dass ein Freistoß ins Tor segelt. Selten habe ich in den letzten zwanzig Jahren eine Saison emotionsloser hingenommen.
Von all dem weiß Timm natürlich noch nicht viel. Er wundert sich, dass er dauernd aufstehen und sich dann wieder setzen muss und dass manchmal Sachen geworfen werden. Er wird noch lernen, dass nicht nur Plastikdeckelchen durch die Luft fliegen, sondern manchmal auch gefüllte Becher. Er hört es nicht, wenn von irgendwoher Ya Konan du schwule Niggersau erklingt.
Doch er wird nach sieben Gegentoren in zwei gesehenen Heimspielen und keinem einzigen erzielten Eintrachttreffer irgendwann auch mal in unseren Armen liegen und sich freuen.
Alleine letzteres ist es wert, ins Stadion zu gehen - obgleich ich eigentlich keine Lust mehr auf diesen überteuerten Bundesligazirkus habe, inmitten eines Sicherheitswahns bei dem Kinderrucksäcke durchsucht werden - (natürlich nur die vordere Tasche, die Bengalos hatten wir hinten) und die Masse Mensch jetzt auch in Frankfurt auftreten kann, wie ich es bei anderen Vereinen immer gehasst habe: Als niederträchtiges Etwas, das die eigenen Leute lustvoll destruiert und in dem einzelne Individuen derartig widerwärtig auftreten, dass die Gewaltdiskussion neu geführt werden müsste.
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Timm
Donnerstag, 13. Januar 2011
Heimspiel in Athen
Yassas.
Die Anreise inclusive Flug und Nachtbus gestaltete sich diesmal etwas komplizierter als sonst - von daher blieb der silberne Golf zuhause. Leider auch Pia, während ich mich mit neun anderen Eintrachtfans auf den Weg nach Athen machte. Allen gemein ist die Tätigkeit für das Eintracht-Fanzine Fan geht vor, das monatlich ganz oldschool als Heft erscheint. Zum Indiehandnehmen und Lesen, sowas kennen die jungen Leute ja sonst gar nicht mehr.
Einmal im Jahr steht im Rahmen der Fgv eine Winterreise an; heuer gings Richtung Griechenland - und ich war dabei. Wir machten nach der Landung in Athen eine Rundreise über Peleponnes, betrachteten uns den Tunnel von Korinth ebenso wie das Gelände der antiken olympischen Spiele und hoben später so manch Weinkaraffe nebst Ouzo in den Tavernen im Hafen von Piräus, derweil wir uns von Souvlaki ernährten und den Bouzoukis lauschten. Wir wanderten hoch zur Akropolis, durchforsteten die Plaka und marschierten auf einer Prachtstraße zum Stygmata-Platz, vorbei an den verkrüppelten Bettlern mit verkrümmten Füßen oder verbrannten Gesichtern, die zwischen den modernen Geschäften den Flaneuren ihre Becher hinhielten. Darüber und noch einiges andere könnt ihr in der nächsten Ausgabe lesen, die zum Heimspiel gegen Hannover erscheinen wird.
Natürlich stand auch Fußball auf dem Programm. Während die erste Reisegruppe die Gelegenheit nutzte, sich das Spiel Olympiakos Piräus gegen Iraklis Saloniki anzusehen, saßen wir noch im Flieger. Da die Partie von Panathinaikos wegen Zuschauerausschreitungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt finden sollte, blieb uns also das Spiel von Panionios Athen gegen Skoda Xanthi - laut unseren Informationen angesetzt am Samstag Abend um 17:15. Panionios Athen ist der Verein, in dem unsere Nummer 31 Georgios Tzavellas vor seinem Wechsel zur Eintracht gespielt hatte. Auch Mantzios hatte hier schon gespielt.
Noch während der Straßenbahnfahrt fiel uns auf, dass scheinbar nur wenige Fans dass Spiel sehen wollten - um genau zu sein, lief uns niemand mit Fanutensilien über den Weg. Nicht in der Bahn, nicht am und auch nicht im Stadion, die Partie sollte nämlich erst am nächsten Mittag um 15:00 angepfiffen werden, wie wir vor Ort erfuhren. Wir nutzten die Gelegenheit, um uns ein wenig umzuschauen. Das Stadion lag mitten im Stadtbezirk Nea Smyrni. Graffitis der Pantheras, der hiesigen Ultras, zierten das 11.700 Zuschauer fassende Rund; Flutlichtmasten ragten in die Höhe. Es war still im Stadion, der Vater eines Nachwuchskickers las Zeitung und nur im VIP-Bereich war Bewegung
; Spieler waren wohl auf dem Weg zum Training. Dabei erfuhren wir, dass der verletzte Tzavellas zum morgigen Spiel kommen würde, er war aus Belek nach Athen geflogen, um sich behandeln zu lassen. Als Alternativen für das quasi ausgefallene Spiel aber boten sich die Wasserballpartie zwischen Panionios und Panathinaikos oder ein Basketballspiel zwischen AEK Athen und Saloniki an. Wir fuhren zunächst mit der Bahn am Ionischen Meer entlang, verpassten eine Station und wanderten zurück zur Olympiahalle. Ein paar Polizisten warteten gelangweilt auf dem Vorplatz, wir aber öffneten eine Tür, dann noch eine weitere - und standen unvermittelt auf den Rängen der Basketballhalle und wurden von schwarz gewandeten Zuschauern argwöhnisch beäugt. Es waren Fans der heimischen Mannschaft, von AEK, Gästefans waren keine anwesend. Wir schlichen wortlos ein paar Meter weiter auf freie Plätze und blickten uns um. Hinter den Körben hingen Banner, das Team von AEK wurde supported - bis Saloniki Korb um Korb warf und im letzten Viertel klar davon zog. Schon Minuten vor dem Abpfiff wurden die Banner eingerollt, verließen die Fans die Halle. Leider war nach einer knappen viertel Stunde unserer Anwesenheit das Spiel zu Ende - so dass wir uns zurück nach Nea Smyrni machten, um die Wasserballhalle von Panionios zu suchen.
Im Ort selbst wusste man zunächst nicht so ganz genau Bescheid, doch die freundlichen Athener waren stets bemüht, uns den Weg zu weisen. Zunächst den zurück zum Panionios-Stadion, in dessen unmittelbarer Nähe ... Handball gespielt wurde. Dort aber wurde uns der Weg zum Wasserball erläutert - und mit Hilfe der modernen Navigations-Software in noch moderneren Handies fanden wird den Weg nach einem Marsch durch den Stadtteil auch recht flott. Eine Truppe Polizei erwartete uns schon vor der Halle, aus der das Quietschen von Turnschuhen auf Hallenböden erklang. Ein kurzer Blick bestätigte den Verdacht: Hier wurde Volleyball gespielt. Aber nur ein paar Schritte entfernt lag der
Eingang zu einer weiteren Halle. Welcome to hell war mit großen Buchstaben auf eine Mauer gesprüht. 5 Euro später saß ich in der Schwimmhalle und erblickte die ersten live-Wasserball-Minuten meines Lebens. Auch hier mussten wir eine Gruppe schwarz gewandeter Fans passieren, auch hier gab es keine Gästefans, auch hier unterlag die heimische Mannschaft Panionios unter dem Gepöbel der einheimischen Fans den Gästen - und auch hier sahen wir nur ca 10 Spielminuten, die durch die Unterbrechungen sich jedoch etwas ausdehnten und in denen es ordentlich zur Sache ging. Die Spieldauer beträgt offiziell vier mal acht Minuten, verlängert sich aber bei Unterbrechungen, da die Zeit angehalten wird. Eine schöne Idee für die Lebenszeit. Hey, Gott - Time Out. Wird nachgelebt. Der Gästetrainer beschwerte sich trotz des Sieges beim Schiedsrichter vor der Heimtribüne - auf dem Rückweg in die Kabine empfing ihn ein Hagel aus Bechern und Feuerzeugen. Da auch das Spiel spannend anzusehen war, hat mich die Gesamtperformance Wasserball überzeugt - sollte ich wieder einmal in der Nähe sein, schaue ich sicherlich vorbei.Sonntag - Kurz nach Akropolis
Wir nahmen erneut die Straßenbahn Richtung Nea Smyrni, stiegen an der Station Megalou Alexandrou aus und befanden uns nun auf bekannten Pfaden. Diesmal waren schon einige Fans mehr unterwegs, es verdichtete sich die Gewissheit, dass die Partie zwischen Panionios und Xanthi heute auch angepfiffen würde. Auf kleinen Grills dampften Souvlaki-Spieße, andere verkauften Nüsse und aus den Restaurants holten sich die Fans Dosenbier und Cola.Am Container beim Eintrittskartenerwerb wurden wir ob der Eintrachtadler sehr schnell als Frankfurter und damit vom Tzavellas-Verein identifiziert. Der Ticket verkaufende Ultra erwähnte erneut die Anwesenheit von Tzavellas im Stadion, fragte ob wir VIP-Tickets oder Stehplätze. wollten Wir entschieden uns für Stehplätze, Tzavellas werden wir wohl in Frankfurt noch häufiger sehen, den Support aus einer griechischen Kurve heraus eher nicht.
Noch war Zeit bis zum Spielbeginn; einem kurzen Ausflug zum Fanshop (in dem ich beinahe ein Wasserball-Shirt erstanden hätte) folgten chillige Momente in der Sonne vor dem Stadion. Die Pantheras ließen es sich nicht nehmen, jedem von uns einen Kalender ähnlich unserem Ultra-NWK-Kalender zu schenken - derart beglückt marschierten wir zu Gate 3, undwanderten an mit Graffitis verzierten Betonwänden zum Eingang. Ob unserer Herkunft verwunderte Polizisten tasten uns kurz ab und alsbald standen wir in der unüberdachten Panionios-Kurve. Rechter Hand hinter dem Tor fehlte die Kurve vollständig - ebenso wie Gästefans auf der anderen Seite. Kaum hatten wir unsere Plätze eingenommen, gings auch schon los - doch die Vorfreude auf ein Spektakel der Heimmannschaft währte nur kurz: nach 10 Minuten hatte Xanthi das 0:1 erzielt - der Torschütze feierte den Treffer vor der Panionios-Kurve mit einigen Salti, was diese naturgemäß mit wüstem Gepöbel beantwortete. Inmitten der folgenden Supportversuche erzielte Xanthi das 0:2. Diesmal fiel der Jubel moderat aus, während ein Chipsverkäufer aus seinem Korb neben Chips und Cola ein paar Bier versteckt hatte, die er eigentlich gar nicht verkaufen durfte - dies aber dennoch zur Freude einiger der mitgereisten Frankfurter dennoch machte.
Von Minute zu Minute wurde es leiser im Stadion, Panionios war nicht in der Lage auch nur ansatzweise Druck zu entfalten, während Xanthi nicht mehr als nötig machte. Ein paar Kracher flogen auf den Spielfeldrand, später hörte ich Worte wie Xanthi und Πουτάνα sprich Putana - es schien in der Übersetzung eindeutig zu sein. Im Grunde braucht man nur noch zwei weitere Worte - und kann mitreden; Beim Fußball genauso wie im Wasserball oder Basketball: Malakas und ela.
Von Zeit zu Zeit versuchte Panionos erfolglos anzugreifen, die Minuten verannen - und am Ende stand ein 0:2 der trostlosen Sorte. Vielleicht sollte die Eintracht mal Caio oder Heller vorspielen lassen - unter normalen Umständen könnten hier Volkshelden geboren werden.Einige Pantheras hüpften über die Zäune, kickten die Werbebanden um, während sich ein anderer beim Wurf mit der Eckfahne beinahe den Arm gebrochen hätte. Der nächste versuchte, die elektronische Werbebande unter der Anfeuerung seiner Kumpels umzutreten - doch das Teil zeigte sich widerborstig. Ein paar Polizisten näherten sich nun der Kurve und dann war auch schon wieder Ruhe; Die Fans verließen das Stadion, einer sogar mit einem Kampfhund an der Leine und wir hatten einen munteren Nachmittag mit katastrophalem Fußball unter den rot-blauen erlebt. Lässige Stimmung, weit weg von Arena-Business-Hochsicherheits-Fußball. So soll das sein. Ela.

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