Montag, 9. März 2009

Wort des Monats Februar 2009



So sieht das Endergebnis also im Februar aus. Patrick Ochs sagte in einem Interview mit der FR, dass die Eintracht ab nun die Schönspielerei vergessen könne. Dies sahen viele von euch ähnlich, die Schönspielerei belegte den letzten Platz mit lumpigen 3 Stimmen - eindeutig zu wenig.

Jeweils acht Stimmen entfielen auf die Optionen Wilhelm und Lieblingsschüler. Kid hat sich in einem Blogbeitrag ausführlich zum Thema Lieblingsschüler geäußert, auch die Anmerkung des Isaradlers ist durchaus erhellend; allein für den Platz an der Sonne hat es nicht gereicht; ebenso wenig für den Wilhelm.

Die Ursprungsgeschichte ist eine recht lustige, fügte doch ein unbekannter Scherzbold bei Wikipedia in die lange Liste der Vornamen des neuen Bundeswirtschaftsministers einfach ein Wilhelm hinzu, obgleich der neue Bundeswirtschaftsminister, dessen Nachnamen niemand mehr kennt, gar nicht so heisst. Er heisst zwar Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester und Karl-Theodor - aber Wilhelm definitiv nicht. Das ist Fakt. Dies hatten allerdings diverse Medien galant ignoriert. Im Blog-G mutierte die gern genutzte Floskel das ist Fakt recht bald zu das ist Wilhelm. So weit so schön.

Unangefochtener Spitzenreiter im Februar 2009 wurden wir. Die Problemfans. 1200 davon waren vor wenigen Wochen in Karlsruhe zu Gast, als Frankfurter sechs Leuchtraketen fackelten und dazu Rauch und Bengalos entzündeten. Um Missverständnissen vorzubeugen sei gesagt, dass es nicht 1200 Leuchtraketen waren - und dass es abgesehen vom Feuerwerk in und um Karlsruhe relativ ruhig zuging. Die hindert aber weder die FR noch die Pforzheimer Zeitung noch bspw. die Internetseite kA-news.de daran, unisono von 1200 Problemfans zu berichten. Es waren nicht 900, nicht 1100 und nicht 2.500. Gezählte 1200. Nämlich alldiejenigen, die mit den Zügen gefahren sind. Dabei gingen auf der Busfahrt zum Wildpark sensationelle zwei Scheiben kaputt und ein paar Kracher wurden geworfen. Also, nicht 1200 Scheiben und 1200 Bomben, um dies klar zu stellen. Aber jede(r), der dabei war, wurde kurzerhand in Problemfan umdefiniert; auch wenn einfach nur eine günstige Möglichkeit in Anspruch genommen wurde, von Frankfurt nach Karlsruhe zu kommen. Sicher ist es nicht schön, wenn etwas kaputt geht. Und Feuerwerkskörper in die Nähe von Menschen zu werfen geziemt sich auch nicht. Aber spricht jemand von Problemkarnevalisten angesichts dieser Statistik? Nein, wozu auch?

Was sind denn nun die Problemfans? Diejenigen, die nicht brav ihr Geld in die Fanshops tragen und jeden Scheiß mitmachen und akzeptieren, vom Plüschtiermaskottchen bis hin zu flackernden Werbebanden, welche während des Spieles vom eigentlichen Zweck der Zusammenkunft ablenken. Nämlich dem Spiel selbst.

Wenn das so ist, dann waren in Karlsruhe 1201 Problemfans unterwegs; ich wurde in der Auflistung schlicht unterschlagen.

Herzlichen Glückwunsch Problemfans zum Wort des Monats Februar 2009.



Kommentare:

  1. Der Alex und ich - Lieblingsschüler unter sich. Isaradlers Kommentar ist wirklich lesenswert, weil er zum Nachdenken anregt.

    Solche Beiträge findet man in diesen Tagen nicht viele, die Schönspielerei sucht man dagegen bei der Eintracht vergeblich. So habe ich die Schönspielerei nicht vergessen, aber abgeschrieben, wenn auch nicht in der Art, wie mancher Journalist möglicherweise seine Artikel aus dem Internet.

    Zu den Problemfans gehöre ich ebenfalls. Ich weiß nicht, ob es gut ist, dass es noch keiner gemerkt hat. An mir und meinem Verhalten liegt das nicht. Ich sollte öfter Zug fahren, schätze ich. Ein Auswärtsspiel wäre ohnehin mal wieder schön. Bis dahin muss meine Stimme für das Wort des Monats reichen.

    Eine Stimme, die dem Wilhelm versagt geblieben ist. Immerhin bin ich selbst von edlem Geblüt - so wie Udo Lindenberg: "Wenn ich besoffen bin, hab´ ich blaues Blut".

    Gruß vom Kid von und zu der Klappergass´

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  2. Hier bekennender Problemfan. Gilt Ebbelwoi im Zug auch? (Un Eintracht-Uffkleber an die Klotür vom Alm-Express babbe?)

    Sorry couldn't resist. ;-)

    Diese Berichterstattung nimmt unerträgliche Formen an. Irgendwas ist faul in dieser Medienlandschaft. Vielleicht ist bald wieder Zeit sie umzupflügen, die Landschaft.

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  3. Ich freue mich, dass Problemfan Steffen wieder da ist. :-)

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  4. obacht uwe, die kameraden lesen mit ;-)

    kid ist ja ständig dabei, die medienlandschaft umzupflügen - oder besser: in der widersprüchlichkeit zu entlarven. aber wen interessiert das flüstern der wahrheit, wenn der schrei der lüge alles übertönt.

    steffen und problemfan? na gut :-)

    viele grüße

    beve

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