Montag, 12. Januar 2009

Märchen


Es war einmal ... so beginnt es zumeist. Das Märchen. Es gibt Sommermärchen, Wintermärchen, Ammenmärchen, Nachtmärchen, Volksmärchen oder Kunstmärchen. Wir braven Deutschen denken bei dem Begriff unwillkürlich an die Gebrüder Grimm, an die Geschichten von Dornröschen, Hänsel und Gretel, Rotkäppchen oder Schneewittchen. Die Kölner unter uns vielleicht auch an den Wolf und die sieben Geißlein. Hans Paetsch brachte uns in den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Märchen via Europa-Schallplatten auf die Dual-Plattenspieler in unsere Kinderzimmer, kurzbehost lauschten wir der sonoren Stimme und holten uns den Schnee der Frau Holle nach Hause. Ein Märchen im umgangssprachlichen Sinne ist zum Beispiel die Behauptung, dass der Frosch durch einen Kuss der Prinzessin zum Prinzen erweckt wurde; der arme Kerl wurde mitnichten geküsst - er wurde an die Wand geklatscht.

Das Wintermärchen ist belegt durch Heinrich Heine:
Noch immer das hölzern pedantische Volk,
Noch immer ein rechter Winkel
In jeder Bewegung, und im Gesicht
Der eingefrorene Dünkel.
schrieb er über die preußischen Soldaten und man könnte meinen, es sei gestern gewesen. Das Sommermärchen hingegen wurde berühmt durch die Weltmeisterschaft 2006, als es kurzzeitig gelang, die Augen der Welt mit einer bis dato nicht gekannten bundesdeutschen Leichtigkeit zu illusionieren. Klinsmanns Truppe schaffte es bis ins Halbfinale und Sönke Wortmann hielt die Kamera drauf. Menschen jeglichen Alters und Herkunft entdeckten den Fußballer in sich, der liebe Gott überließ der Sommersonne die Außenbeleuchtung und alle Welt malte sich bunte Streifen auf die Wangen und pappte sich nationale Fähnchen ans Auto. Doll. Ein zentraler Begriff aus dem Sommermärchen ist der des Capitano, ihr werdet euch erinnern.

Fußballmärchen gibt es zuhauf, bei Google derzeit 15.600 Einträge - da ist für jeden etwas dabei.

Was hat dies alles nur in einem Blog über die Frankfurter Eintracht zu schaffen? mögen die Gewitzteren unter euch fragen und ich antworte: Gemach, gemach. Ein Märchen der Gebrüder Grimm, oder vielmehr eine Hauptfigur erinnert nämlich ganz gewaltig an unser aller Lieblingsverein. Und ich würde von euch gerne wissen, um wen es sich handelt - und warum?

Und erzählt mir keine Märchen :-)


Kommentare:

  1. Also einige Fans erinnern mich an Ilsebill. Aber die Eintracht? Ich komme nicht drauf.
    Liebe Grüße
    Micha

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  2. ach wie gut, dass niemand weiss ... dass ich es weiss :-)

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  3. Mann, Beve: Jetzt fängst Du auch schon mit diesen komplizierten und verkopften Spielchen an, wie der Kid und seine intellektuellen Rätsel :-)

    Früher war alles einfach: Fritten & Bier. Aber früher war früher und ist jetzt vorbei, oder?

    Da muss ich jetzt in den Nachhilfeunterricht gehen. Aber zumindest weiß ich nun, womit ich die nächste Tage zubringe: Märchenlesend auf der Couch.

    Viele Grüße "von hinter der Teetasse und auf der Couch",
    Fritsch.

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  4. herbert becker als der böse wolf?

    herbert becker als erbsen steuende schneidersfrau, die die heinzelmännchen funkel und bruchhagen aufschreckt und vertreibt?

    herbert becker als böse königin, die ihr spieglein an der wand befragt?

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  5. eigentlich ist's ganz einfach, der name steht sogar schon im text. der auftritt beckers in portugal war mir bei niederschrift nicht bekannt, es gilt also nicht, tagesaktuelle bezüge herzustellen - sondern aus dem fenster zu gucken :-)

    morgen gebe ichs preis, vorher gebe ich den massen hier jedoch noch gelegenheit, ein ideechen abzuliefern.
    bis später

    beve

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  6. na gut, wenns im text steht:

    herbert becker, der die schlafende diva dornröschengleich wachküsst? :D

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  7. nicht ganz :-)

    auch verweise ich die these: "wirf becker an die wand und es kommt ein frosch bei raus" ins reich der fabel :-)

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  8. ok, nächster versuch: hänsel bruchhagen und gretel funkel schieben oma becker in den ofen?

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  9. Gedichte und Heine nehme ich wörtlich ;-) Mal sehn, ob ich auf dem Holzweg bin: Es geht um ein Sitzkopfballtor in allerletzter Sekund von uns aller Holz. Hinterher wurde ihm so oft erzählt, wie hölzern er das Tor machte, das er fast den Märchen glaubte, der Holz. Aber er hat ja Köpfchen, nicht nur gegen Bukarest und nicht aus Holz...

    Darf ich über Los gehen?

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  10. @gereizt
    du bist auf dem holzweg! ;-)

    männer spielen fußball und machen blöde vereinspolitik. denkt mal an das andere geschlecht.

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  11. Heine verwirrt mich. Eintracht und Frau? Hm, die Roth(e), die das 6:3 verpasste, dafür aber mit dem 5:1-Übersteigerer tanzte. Märchen muss sie ja von Berufs wegen erzählen. Grübel, hab Holz vor der Birne...

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  12. na gut, dann will ich euch nicht länger auf die folter spannen. dabei ist die lösung ja ganz einfach, schaut aus dem fenster - was seht ihr? genau ...

    schwarz wie ebenholz
    rot wie blut
    weiß wie schnee

    das ist ... die sge :-)

    oder aber auch: schneewittchen.

    ein übles gerücht besagt, dass die böse königin früher bei fraport gearbeitet hat, da ist aber nichts wahres dran :-)

    viele grüße

    beve

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  13. na aber, da war ich doch mit einer hand am pott sozusagen, von wegen üble gerüchte... tststs

    aber ich muss gestehen, bei mir vorm fenster liegt kein ebenholz rum ;)

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  14. Nein, Beve vorm meinem Fenster nur reste schmutzigen Schnees, kein Ebenholz und grauer Asphalt. Schwarz, rot, weiß ist im Moment nur der Bildschirm an dem ich Deinen Lösungen entgegen fieberte.

    Viele Grüße & frohes Tauwetter,
    Fritsch.

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  15. ich hab heute donauwellen gegessen. ich wollte dann googeln, wo der name herkommt. herausgefunden habe ich, dass die donauwellen auch schneewittchenkuchen genannt werden.

    das müsste ja nun jeder zwerg nachvollziehen können, warum dem so ist. schaut euch nur um, und ihr werdet weitere märchenhafte dinge im alltag entdecken :-)

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  16. wie jetzt, pia... in der donauwelle ist auch ebenholz drin? i werd narrisch ;)

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  17. nein, blut :-)

    weißt du noch gegen dynamo bukarest? wer köpfte den ball ins netz?

    na eben holz :-)

    schnee von gestern, ich weiß.

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  18. Hallo Beve, hallo Pia,

    §2 der Satung der Eintrach Frankfurt e.V
    besagt: Die Vereinsfarben sind rot-schwarz-weiß.
    http://www.eintracht.de/media/pdf/satzung.pdf

    Also müßte es in geänderter Reihenfolge im Märchen lauten:
    rot wie blut
    schwarz wie ebenholz
    weiß wie schnee

    Und zu allem Überfluß weiß dann noch Wikipedia zu berichten, daß in einer früheren Version der Brüder Grimm von 1808 Schneewittchens Haar noch „gelb“ gewesen sei.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Schneewittchen

    Vereinsfarben rot - gelb - weiß?

    Was ich damit sagen will?

    Ich sitze hier mit roten Augen vorm Rechner und tippe mit meinen nikotingelben Fingern diesen Text und weiß es selbst nicht.

    Stefan

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  19. schneewittchen eine "blondine"? neverever. das war vielleicht noch die rohfassung der grimmschen brüder.

    außerdem: was zählt ist ab 1899. und da sind die überlieferten haare längst schwarz gewesen. schon ab 1812 in der erstausgabe ;-)

    auszug aus der erstausgabe von 1812:
    "Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel, da saß eine schöne Königin an einem Fenster, das hatte einen Rahmen von schwarzem Ebenholz, und nähte. Und wie sie so nähte und nach dem Schnee aufblickte, stach sie sich mit der Nadel in den Finger, und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee. Und weil das Rothe in dem Weißen so schön aussah, so dachte sie: hätt ich doch ein Kind so weiß wie Schnee, so roth wie Blut und so schwarz wie dieser Rahmen. Und bald darauf bekam sie ein Töchterlein, so weiß wie der Schnee, so roth wie das Blut, und so schwarz wie Ebenholz, und darum ward es das Sneewittchen genannt."
    quelle: http://de.wikisource.org/wiki/Sneewittchen_(Schneewei%C3%9Fchen)_(1812)

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  20. goyschak, in der reihenfolge hast du sicherlich recht. und gut, dass der kelch des gelben an uns vorbeimarschiert ist, schwarz-gelb wie schnee - das weckt seltsame assoziationen :-)

    sneewittchen, ist es nicht sön :-)

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