Es ist Nacht. Vor meinem geistigen Auge marschiert ein kleines Teleobjektiv (Canon 55-250mm) vorbei und grinst mich hämisch an. Aus dem Nichts prescht Halil Altintop heran, drischt das Objektiv vorbei an Benaglio, aber auch am Tor. Das Objektiv bleibt vor der Kurve liegen, berappelt sich und flitzt auf kurzen Beinchen davon, bis es in einem sich urplötzlich auftuendem (!) Loch verschwindet. Unterdessen hat sich Halil Altintop neben das Tor gesetzt, aus seinen Hosentaschen fallen Geldscheine, die der Wind spielerisch aus dem Stadion weht.
Grotesk.
Seit Wochen überlegen wir uns, jenes Objektiv zu zu legen, entschieden uns aber dafür, nach Wolfsburg (!) zu fahren, ein Ausflug, der incl. Fahrt-, Eintritts- und Verpflegungskosten und eingedenk der Tatsache, dass Pia auf einen Arbeitsnachmittag im Museum verzichtet hatte (Matze hatte dankenswerterweise die Schicht übernommen) exakt dem Gegenwert des Objektives entspricht. Samstag Punkt 17:20 wussten wir: Dies war ein Fehler, doch der Reihe nach.
Noch im letzten Bericht zum Heimspiel in Mainz schrub (!) ich, dass ich keine Eintrittskarte für das Saisonfinale in Wolfsburg besäße. Daraufhin meldete sich Dominik bei mir und bot mir zwei Tickets und auch zwei Busplätze an. Pia konnte ihren Arbeitstag verlegen und somit stand fest: Wir sind beim Saisonfinale dabei. Unterdessen unterlag die Eintracht gegen Hoffenheim (ein Team, gegen welches die SGE in der ersten Liga noch nie gewonnen hat) und somit stand ein weiteres fest: Der letzte Spieltag hat für Eintracht Frankfurt keine drastische Bedeutung mehr, sieht man einmal davon ab, dass es um drei Punkte in der ewigen Tabelle geht, um den aktuellen Tabellenplatz, der für immer in den Annalen verewigt sein wird und um die simple Möglichkeit, sich in der Saison 2009/2010 vor Mainz zu platzieren - wie es das Zement der Liga eigentlich verlangt. Dazu um das simpelste: Einen Bundesligasieg.
Samstag Morgen, schnell noch die Ergebnisse im Tippspiel getippt, die Regenjacke und das Fahrrad geschnappt und schon radelten wir durch den Frankfurter Morgen, verschlossen die Räder in einem Hof und liefen die letzten Meter zum Bahnhof Südseite. Dort kam uns schon René entgegen, auch die anderen Kumpane waren schon vor Ort und nur wenig später trudelte der letzte Mitfahrer ein; genauer gesagt: der Vorletzte. Der letzte schlummerte noch selig in einer kleinen Stadt mit dem Autokennzeichen HU und wurde später von uns eingesammelt, ein paar Kilometer von der eigentlichen Autobahn, der A5 entfernt.
Und so begab sich endlich ein kleiner Bus mit nahezu zwanzig Insaßen auf die Reise ins 360 km enfernte Wolfsburg zum dortigen VfL - ein Team, bei dem die Eintracht in der Bundesliga noch nie gewinnen konnte.
Die Kumpane hatten CDs zusammngestellt, und so begleiteten uns Ska-P; Placebo, Depeche Mode, Götz Widmann oder Ultra Kaos durch die Zeit, immer wieder unterbrochen von Bill Bo und seine Bande, dem ultimativen Lied der Kumpane, welches aber nach dem siebten Mal nur ganz kurz angespielt wurde.
Deutschland präsentierte sich farbenfroh: braun (die Äcker), gelb (der Raps), grün (die Bäume) und blau (der Himmel); Kilometer um Kilometer spulten wir ab, gaben unsere Tipps zum Spiel ab und sahen an einer Raststätte in Niedersachsen ein Wohnmobil, welches halb eingewachsen vom wuchernden Grün schon seit längerem dort parkte.
Kurz vor Wolfsburg nötigte uns die vorgeschriebene Ruhezeit des Fahrers noch eine halbstündige Zwangspause ab, in Braunschweig führte die Autobahn beinahe durch die Vorgärten der angrenzenden Häuser und in Wolfsburg hielten wir zunächst vor dem alten VfL Stadion um um 15:20 den Busparkplatz der Arena zu erreichen. Ich fragte mich, ob es für den bloßen Besitz eines Opels hier in der Autostadt Strafzettel gibt, derartig war das Stadtbild von VW geprägt.
Wir marschierten schnurstracks zum Gästeeingang, reihten uns brav in die Wartenden ein, trafen auf Arne und Andi und hörten tosenden Jubel; Toooor für die Eintracht. Bald war klar, dass dieser Treffer keine Anerkennung fand, und so schoben wir uns auf den Oberrang und dort bis fast in die letzte Reihe. Der Blick war überzeugend, Jung spielte überraschend neben Franz in der Innenverteidigung, Ochs verteidgte rechts, Köhler links, davor Teber und Heller, Meier und Clark mittig und vorne Fenin nebst Altintop. Im Tor harrte Ralf Fährmann dem Gang der Dinge, der mit einem satten Pfostenschuss Hellers seine Fortsetzung fand.
Damit hatte die Eintracht ihr Pulver verschossen; Wolfsburg flankte zwei Mal ins Herz der Eintracht und Misimovic als auch Riether nutzen die Schwächen in der Innenverteidgung - Wolfsburg führte 2:0. Als nur wenig später Dzeko Jung ausstiegen ließ und zum 3:0 einschob, hatte die Partie für Wolfsburg ihren Zweck erfüllt - der Bosnier hatte seinen 22sten Treffer erzielt und damit die Torjägerkanone errungen. Letztmalig gelang dies einem Eintrachtler in der Saison 93/94, als Yeboah gemeinsam mit Stefan Kuntz die Trophäe einheimste. Wer weiß, vielleicht gelingt dies ja eines Tages auch einem der Spieler der U17, die soeben die Meisterschaft in der Juniorenbundesliga Süd/Südwest durch ein 2:1 gegen Kaiserslautern klar gemacht hatten - wie mir Roland per SMS mitteilte. So gelangte ich auch in Kenntniss, dass die U23 in Weiden mit 4:1 gesiegt hatte.
Nach der Halbzeit, in der ein Reklame-Zeppelin durchs weite Rund schwebte und Wolfsburger kleine Präsente ins Publikum schossen, die aus der Frankfurter Kurve postwendend zurück flogen, kamen die Eintrachtler lachend aus der Kabine, Fenin scherzte mit Dzeko, die sich noch aus Teplicer Zeiten kennen, auch Altintop war mit seinem Gegenspieler im Gespräch vertieft - es war ein kameradschaftlicher Nachmittag bei Sonnenschein, und wir hofften, dass sich niemand weh tut (!), schließlich muss man zu Vertragsverhandlungen topfit sein. Heller war noch der beste Eintrachtler, vielleicht neben Fährmann und Cenk Tosun kam zu seinem ersten Bundesligaeinsatz; dies sei hiermit vermerkt. Auch dass Petkovic Fußball spielen kann.
Im Ernst, Wolfsburg trudelte aus und versäumte, die Treffer vier bis sieben zu erzielen, ließ die Eintracht ein bisschen daddeln und kurz vor Schluss versaute Altintop mit dem Ehrentreffer noch meinen glatten 3:0 Tipp für den VfL. Nach dem Spiel feierte die Kurve noch die grandiosen Leistungen aus den Spielen gegen Gladbach, Hertha, Mainz, Hoffenheim und Wolfsburg, in welchen zwei von 15 möglichen Punkte geholt wurden - was zur Folge hat, dass nicht nur eine mögliche Europapokalplatzierung vergeigt wurde, sondern auch ein einstelliger Tabellenplatz. Dass dies letztlich auch dazu führte, dass Mainz 05 sich in der Endabrechnung vor der Eintracht platzieren konnte, schien in der allgemeinen Feierei unter zu gehen.
Trainer Skibbe musste die Mannschaft doch tatsächlich an die feiernde Kurve schieben, eine gequältes Heyheyhey kam dabei heraus, einzig Franz übersprang barfuß die Absperrung und warf seine Schienbeinschützer den Fans zu. Als das Team den Platz verließ, trugen alle ihre Trikots am Leib, keines war in die Kurve geflogen.
Da war kein Wille, mit allen Mitteln ein Spiel zu gewinnen, da war keine herzliche Nähe zu den Fans, da war nur ein Nachmittag, an dem die Herren, die zum Teil in einem Jahr mehr verdienen als viele von denen, die heute hier waren, sich nicht wirklich weh tuen (!) wollten. Ziel vor der Zeit erreicht, Feierabend. Dass sich Tausende Woche für Woche auf den Weg machen, um die Eintracht zu unterstützen und als einzige Belohnung nur ein paar Tore und Siege verlangen - und vielleicht noch, dass das Team kämpft und alles daran setzt, jedes Spiel zu gewinnen - das scheint nicht bis in jeden Kopf durchgedrungen zu sein. Und wer die Großraumlimousinen der Teilzeitarbeiter finanziert auch nicht.
Dass nach Spielende die Bier- und Bratwurstbuden nichts mehr im Angebot hatten, trug nicht wesentlich zur Erheiterung bei. Pia, Christian und Stefan, Andi und Uwe, Cardoso und Olli - wir standen nach der Partie noch ein Weilchen durstig vor der kleinen Arena, schimpften und wanderten dann zurück zum Bus, der auch bald los rollte.
Aus dem CD-Player pluggerte nun House-Musik, die Sonne lachte in den Bus, bis sich die Nacht über Deutschland legte und wir nach mehreren Zwischenstopps wohlbehalten Frankfurt erreichten. Wir verabschiedeten uns von den Kumpanen, die eine freundliche und sympathische Fahrt organisiert hatten und holten unserere Räder aus dem Hof. Nur wenige Schritte entfernt türmten sich Blumen und Grabkerzen vor einer Discothek; ein junger Mann hatte vor wenigen Tagen sein Leben lassen müssen, als er zwei Frauen zur Hilfe eilen wollte - ein Stich ins Herz - auch der Zivilcourage.
Theaterplatz, Zeil, Sandweg, Berger Straße - Sportstudio. Wolfgang Poschmann erwähnt lachend, dass die Eintracht dem Erzrivalen (!) den Vortritt lassen musste. Mein nicht gekauftes Objektiv hockte neben mir und zeigte mir eine lange Nase. Pia war derartig angefressen, völlig zu Recht angefressen, dass ein Spieler wie Altintop Glück hatte, nicht in ihrer zu Nähe zu sein. Obgleich dies eigentlich ein wunderbarer Platz ist. Der Beste, um genau zu sein.
Grotesk.
Seit Wochen überlegen wir uns, jenes Objektiv zu zu legen, entschieden uns aber dafür, nach Wolfsburg (!) zu fahren, ein Ausflug, der incl. Fahrt-, Eintritts- und Verpflegungskosten und eingedenk der Tatsache, dass Pia auf einen Arbeitsnachmittag im Museum verzichtet hatte (Matze hatte dankenswerterweise die Schicht übernommen) exakt dem Gegenwert des Objektives entspricht. Samstag Punkt 17:20 wussten wir: Dies war ein Fehler, doch der Reihe nach.
Noch im letzten Bericht zum Heimspiel in Mainz schrub (!) ich, dass ich keine Eintrittskarte für das Saisonfinale in Wolfsburg besäße. Daraufhin meldete sich Dominik bei mir und bot mir zwei Tickets und auch zwei Busplätze an. Pia konnte ihren Arbeitstag verlegen und somit stand fest: Wir sind beim Saisonfinale dabei. Unterdessen unterlag die Eintracht gegen Hoffenheim (ein Team, gegen welches die SGE in der ersten Liga noch nie gewonnen hat) und somit stand ein weiteres fest: Der letzte Spieltag hat für Eintracht Frankfurt keine drastische Bedeutung mehr, sieht man einmal davon ab, dass es um drei Punkte in der ewigen Tabelle geht, um den aktuellen Tabellenplatz, der für immer in den Annalen verewigt sein wird und um die simple Möglichkeit, sich in der Saison 2009/2010 vor Mainz zu platzieren - wie es das Zement der Liga eigentlich verlangt. Dazu um das simpelste: Einen Bundesligasieg.
Samstag Morgen, schnell noch die Ergebnisse im Tippspiel getippt, die Regenjacke und das Fahrrad geschnappt und schon radelten wir durch den Frankfurter Morgen, verschlossen die Räder in einem Hof und liefen die letzten Meter zum Bahnhof Südseite. Dort kam uns schon René entgegen, auch die anderen Kumpane waren schon vor Ort und nur wenig später trudelte der letzte Mitfahrer ein; genauer gesagt: der Vorletzte. Der letzte schlummerte noch selig in einer kleinen Stadt mit dem Autokennzeichen HU und wurde später von uns eingesammelt, ein paar Kilometer von der eigentlichen Autobahn, der A5 entfernt.Und so begab sich endlich ein kleiner Bus mit nahezu zwanzig Insaßen auf die Reise ins 360 km enfernte Wolfsburg zum dortigen VfL - ein Team, bei dem die Eintracht in der Bundesliga noch nie gewinnen konnte.
Die Kumpane hatten CDs zusammngestellt, und so begleiteten uns Ska-P; Placebo, Depeche Mode, Götz Widmann oder Ultra Kaos durch die Zeit, immer wieder unterbrochen von Bill Bo und seine Bande, dem ultimativen Lied der Kumpane, welches aber nach dem siebten Mal nur ganz kurz angespielt wurde.
Deutschland präsentierte sich farbenfroh: braun (die Äcker), gelb (der Raps), grün (die Bäume) und blau (der Himmel); Kilometer um Kilometer spulten wir ab, gaben unsere Tipps zum Spiel ab und sahen an einer Raststätte in Niedersachsen ein Wohnmobil, welches halb eingewachsen vom wuchernden Grün schon seit längerem dort parkte.Kurz vor Wolfsburg nötigte uns die vorgeschriebene Ruhezeit des Fahrers noch eine halbstündige Zwangspause ab, in Braunschweig führte die Autobahn beinahe durch die Vorgärten der angrenzenden Häuser und in Wolfsburg hielten wir zunächst vor dem alten VfL Stadion um um 15:20 den Busparkplatz der Arena zu erreichen. Ich fragte mich, ob es für den bloßen Besitz eines Opels hier in der Autostadt Strafzettel gibt, derartig war das Stadtbild von VW geprägt.
Wir marschierten schnurstracks zum Gästeeingang, reihten uns brav in die Wartenden ein, trafen auf Arne und Andi und hörten tosenden Jubel; Toooor für die Eintracht. Bald war klar, dass dieser Treffer keine Anerkennung fand, und so schoben wir uns auf den Oberrang und dort bis fast in die letzte Reihe. Der Blick war überzeugend, Jung spielte überraschend neben Franz in der Innenverteidigung, Ochs verteidgte rechts, Köhler links, davor Teber und Heller, Meier und Clark mittig und vorne Fenin nebst Altintop. Im Tor harrte Ralf Fährmann dem Gang der Dinge, der mit einem satten Pfostenschuss Hellers seine Fortsetzung fand.
Damit hatte die Eintracht ihr Pulver verschossen; Wolfsburg flankte zwei Mal ins Herz der Eintracht und Misimovic als auch Riether nutzen die Schwächen in der Innenverteidgung - Wolfsburg führte 2:0. Als nur wenig später Dzeko Jung ausstiegen ließ und zum 3:0 einschob, hatte die Partie für Wolfsburg ihren Zweck erfüllt - der Bosnier hatte seinen 22sten Treffer erzielt und damit die Torjägerkanone errungen. Letztmalig gelang dies einem Eintrachtler in der Saison 93/94, als Yeboah gemeinsam mit Stefan Kuntz die Trophäe einheimste. Wer weiß, vielleicht gelingt dies ja eines Tages auch einem der Spieler der U17, die soeben die Meisterschaft in der Juniorenbundesliga Süd/Südwest durch ein 2:1 gegen Kaiserslautern klar gemacht hatten - wie mir Roland per SMS mitteilte. So gelangte ich auch in Kenntniss, dass die U23 in Weiden mit 4:1 gesiegt hatte.Nach der Halbzeit, in der ein Reklame-Zeppelin durchs weite Rund schwebte und Wolfsburger kleine Präsente ins Publikum schossen, die aus der Frankfurter Kurve postwendend zurück flogen, kamen die Eintrachtler lachend aus der Kabine, Fenin scherzte mit Dzeko, die sich noch aus Teplicer Zeiten kennen, auch Altintop war mit seinem Gegenspieler im Gespräch vertieft - es war ein kameradschaftlicher Nachmittag bei Sonnenschein, und wir hofften, dass sich niemand weh tut (!), schließlich muss man zu Vertragsverhandlungen topfit sein. Heller war noch der beste Eintrachtler, vielleicht neben Fährmann und Cenk Tosun kam zu seinem ersten Bundesligaeinsatz; dies sei hiermit vermerkt. Auch dass Petkovic Fußball spielen kann.
Im Ernst, Wolfsburg trudelte aus und versäumte, die Treffer vier bis sieben zu erzielen, ließ die Eintracht ein bisschen daddeln und kurz vor Schluss versaute Altintop mit dem Ehrentreffer noch meinen glatten 3:0 Tipp für den VfL. Nach dem Spiel feierte die Kurve noch die grandiosen Leistungen aus den Spielen gegen Gladbach, Hertha, Mainz, Hoffenheim und Wolfsburg, in welchen zwei von 15 möglichen Punkte geholt wurden - was zur Folge hat, dass nicht nur eine mögliche Europapokalplatzierung vergeigt wurde, sondern auch ein einstelliger Tabellenplatz. Dass dies letztlich auch dazu führte, dass Mainz 05 sich in der Endabrechnung vor der Eintracht platzieren konnte, schien in der allgemeinen Feierei unter zu gehen.
Trainer Skibbe musste die Mannschaft doch tatsächlich an die feiernde Kurve schieben, eine gequältes Heyheyhey kam dabei heraus, einzig Franz übersprang barfuß die Absperrung und warf seine Schienbeinschützer den Fans zu. Als das Team den Platz verließ, trugen alle ihre Trikots am Leib, keines war in die Kurve geflogen.
Da war kein Wille, mit allen Mitteln ein Spiel zu gewinnen, da war keine herzliche Nähe zu den Fans, da war nur ein Nachmittag, an dem die Herren, die zum Teil in einem Jahr mehr verdienen als viele von denen, die heute hier waren, sich nicht wirklich weh tuen (!) wollten. Ziel vor der Zeit erreicht, Feierabend. Dass sich Tausende Woche für Woche auf den Weg machen, um die Eintracht zu unterstützen und als einzige Belohnung nur ein paar Tore und Siege verlangen - und vielleicht noch, dass das Team kämpft und alles daran setzt, jedes Spiel zu gewinnen - das scheint nicht bis in jeden Kopf durchgedrungen zu sein. Und wer die Großraumlimousinen der Teilzeitarbeiter finanziert auch nicht.
Dass nach Spielende die Bier- und Bratwurstbuden nichts mehr im Angebot hatten, trug nicht wesentlich zur Erheiterung bei. Pia, Christian und Stefan, Andi und Uwe, Cardoso und Olli - wir standen nach der Partie noch ein Weilchen durstig vor der kleinen Arena, schimpften und wanderten dann zurück zum Bus, der auch bald los rollte.
Aus dem CD-Player pluggerte nun House-Musik, die Sonne lachte in den Bus, bis sich die Nacht über Deutschland legte und wir nach mehreren Zwischenstopps wohlbehalten Frankfurt erreichten. Wir verabschiedeten uns von den Kumpanen, die eine freundliche und sympathische Fahrt organisiert hatten und holten unserere Räder aus dem Hof. Nur wenige Schritte entfernt türmten sich Blumen und Grabkerzen vor einer Discothek; ein junger Mann hatte vor wenigen Tagen sein Leben lassen müssen, als er zwei Frauen zur Hilfe eilen wollte - ein Stich ins Herz - auch der Zivilcourage.Theaterplatz, Zeil, Sandweg, Berger Straße - Sportstudio. Wolfgang Poschmann erwähnt lachend, dass die Eintracht dem Erzrivalen (!) den Vortritt lassen musste. Mein nicht gekauftes Objektiv hockte neben mir und zeigte mir eine lange Nase. Pia war derartig angefressen, völlig zu Recht angefressen, dass ein Spieler wie Altintop Glück hatte, nicht in ihrer zu Nähe zu sein. Obgleich dies eigentlich ein wunderbarer Platz ist. Der Beste, um genau zu sein.
