Sonntag, 5. Dezember 2010

Arschgeigen


Die Frage, ob das Spiel gegen Mainz ein Derby ist oder nicht wird wohl ewig ungeklärt bleiben - schließlich gibt es keine höchstwissenschaftliche Definition dessen, was ein Derby ist. Letzlich ist das einzig wahre Derby bei der Eintracht das Spiel gegen den FSV Frankfurt - letztmals auf Pflichtebene 1962 ausgetragen, es war das Jahr als die Blau-Schwarzen letztmals in der höchsten deutschen Spielklasse spielten. Seither kam es auch nicht zu einem Pokaltreffen - heutzutage drücken viele Eintrachtler dem FSV die Daumen und freuen sich über den aktuellen Lauf des Bornheimer Stadtteilvereins. Ein undenkbares Szenario bspw zwischen dem HSV und St. Pauli.

Das andere Derby, welches diesen Begriff verdient, ist natürlich die sportliche Auseinandersetzung mit den Offenbacher Kickers , die 1984 final aus der Bundesliga abgestiegen sind. Immerhin gab es in den letzten Jahren noch ein paar Pokalspiele, welche die Eintracht allesamt gewinnen konnte. An solchen Spielen ist der Bedarf allerdings fürs Erste gedeckt, solange die Kickers klassentiefer kicken: die Eintracht muss gewinnen - und kann dabei nur verlieren.

Nun also wird vor allem medial das Spiel gegen Mainz zum Derby hochgejazzt - ein Spiel, welches auf Pflichtspielebene erstmals 1986 ausgetragen wurde. Natürlich war es ein Pokalspiel, das die Eintracht in Mainz mühsam mit 1:0 gewann. Bis 1963 konnten beide Teams in der Liga nicht aufeinander treffen, Mainz kickte im Südwesten, die Eintracht in der Oberliga Süd. Erstmals spielten beide Teams in der Saison 1996/97 gegen einander - bis heute gab es 16 Pflichtspiele gegeneinander. 5 Siege der Eintracht stehen 10 Unentschieden und ein einziger Mainzer Erfolg gegenüber.

Irre Tradition.

Natürlich verwenden vorwiegend die Medien den Begriff Derby inflationär, klar: reisserische Begrifflichkeiten bringen Quote, mir ist's egal. Mainz also.

Nachdem im Laufe der Woche die Fifa eine WM nach Katar vergeben hat, eine Entscheidung, die mit Bestechlichkeit und Einzelinteressen oder gar Geld nichts zu tun hat, schließlich ist Katar ein Land mit fußballhistorischer Tradition - genau wie Gelsenkirchen schon seit Jahrhunderten eine Biathlonhochburg ist - stand nun die Partie gegen Mainz auf dem Spielplan, der keineswegs zu verwechseln ist mit dem Matchplan.

Ich nehms vorweg: Mit 2:1 gewinnt die Eintracht gegen Mainz 05 - fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem 2:0 der letzten Saison, als abends im Sportstudio der damalige noch-nicht-Weltmeister Sebastian Vettel dem Mainzer Trainer Thomas Tuchel ein Präsent überreicht hatte, was dieser gar nicht lustig fand. Heute steht dieser Becher im Eintracht Museum - was ich wiederum sehr lustig finde.

Tuchel also. Das ist der Trainer, der unter der Woche von sage und schreibe sechs! Rundschau-Journalisten interviewt wurde. Und natürlich hat keiner den Google-Test gemacht. Gebt ein: Skibbe jammert. Schlappe 6.970 Einträge werden angezeigt. Und nun geben wir einmal Tuchel jammert ein. Aha: 26.000 Einträge, knapp das vierfache - und wenn wir dabei noch berücksichtigen, wie lange Skibbe im Geschäft ist und wie lange Tuchel - dann wissen wir Bescheid.

Wenn die Mainzer gewinnen, dann ist dies Konzept, Fußball mit Matchplan ergo Gottes Wille, umgesetzt durch dessen verlängerten Arm, Trainer Tuchel und die Boygroup. Wenn die Mainzer verlieren, dann liegt dies: Am Schiedsrichter. Und zwar immer. Weil sie selbst ja so lieb sind. Und zwar immer!

Arschgeigen sind sie. Oder habt ihr den Trainer Tuchel wild gestikulierend bei der vierten Schiedsrichterin gesehen, als der Mainzer Spieler Zabavnik Gekas den Ellenbogen ins Gesicht schlug? Oder als jener Zabavnik (der eigentlich gar nicht mehr auf dem Platz stehen durfte) wenig später Schwegler rüde umgesenzt hatte? Hat Tuchel sich da zu Gunsten der Gerechtigkeit beschwert, dass ein ja bereits (nur!) verwarnter Spieler nach solch einer Attacke unmöglich hätte weiter auf dem Platz sein können. Hat er sich beschwert, dass die Eintracht zwingend mindest eine Stunde in Überzahl hätte agieren müssen? Natürlich nicht.

Als Schürrle nach dem von Altintop höchstdämlich verursachten Elfmeter zur Eintrachtkurve flitzte, um zu jubeln, hat sich da Trainer Tuchel echauffiert ob der provokanten Unsportlichkeit? Die Tritte gegen Eintrachtler, die keine gelben Karten nach sich zogen - hörten wir Klagen?

Nein, natürlich nicht. Hörten wir nach dem Sieg anerkennende Worte für den Sieger, die Eintracht, die fast während des gesamten Spieles die bessere Mannschaft war und letztlich zwar knapp aber völlig verdient gewonnen hatte? Nein; wir hörten seitens des Mainzer Übungsleiters nur unlustiges Gegreine und ewig wiederkehrende Klagen sowie Schiedsrichterattacken wegen eines Elfmeters, der vielleicht strittig, aber keinesfalls völlig daneben war. Kirchhoff nimmt den Ball mit der Schulter nahe des Oberarms mit - es war sicher kein glasklarer Elfmeter - aber eine drastische Fehlentscheidung war es auch nicht.

Man kann sich mal beklagen, man kann schimpfen und man kann sich ungerecht behandelt fühlen. Was die Sache aber im Falle Mainz so geschmäcklerisch macht, ist der Zusammenhang mit dem selbst gewählten Image, dem sympathischen Underdog, der so humorvoll ist. Und wie so häufig verschleiert das Image das reale Gegenteil - Selbstgerecht, arrogant, humorlos - so sind sie die Mainzer im Ernstfall, dazu passt der Karneval, der auf Befehl lustig ist - industriell produzierter Frohsinn. Dazu passt der provokante Jubel vor der Gästekurve - um später die vermeintliche Aggressivität des Gegners zu beklagen. Tatsächlich kam nach dem Spiel beim Abgang vor der Haupttribüne eine Mainzer Stimme aus dem Nichts, die ungefragt sprach: Der Elfmeter war gar keiner, haben sie im Fernsehen gesagt. Ich drehte mich um: Na hoffentlich. Das wäre ja noch geiler, durch einen miesen geschenkten Elfer die Jammerlappen versenkt. Die Stimme glotzte doof. Warum seid ihr Frankfurt immer so aggressiv? meinte sie. Weil ihr doof seid und wenn Schürrle noch einmal vor der falschen Kurve jubelt, muss er aufpassen, dass er sich keine fängt. Und da ließ der Mainzer ganz schnell die Maske des guten Menschen fallen: Das hat er doch genau richtig gemacht.

Und das ist genau der Punkt, weshalb mir das Mainzer Pack dermaßen auf die Eier geht. Wenn's nichts kostet, den Gandhi raushängen lassen, sobald es aber Ernst wird, ist Schluss mit Großmut und Matchplan. Dann sind sie miese kleine Verlierer, die den Schuldigen stets außerhalb ihrer selbst ausmachen, keine guten Worte für den Sieger parat haben; was nicht in den Kram passt, dezent unter den Tisch fallen lassen und zudem schön nachtreten.

Und so bin ich doch recht dankbar, dass die Eintracht auch dieses Spiel wieder gewonnen hat. Dass Benny Köhler ein Riesenspiel gemacht, Russ ein dolles Tor erzielt und Gekas beim Elfer die Nerven behalten hat. Mehr zum Fußball gibt's traditionell beim Kid.

Nachtrag: Und eben zeigen die Bilder im TV noch, dass man in der ersten Hälfte nach Handspiel von Zabavnik durchaus auch einen Handelfmeter für die Eintracht hätte pfeifen können. Mainz 05 - ein rotes Tuchel.

Kommentare:

  1. ein anderer Stefan5. Dezember 2010 um 12:26

    I like. Einfach mal rauslassen...

    Ich bin Montag auf den Kollegen gespannt, der am Freitag mit nagelneuem Fanschal (selbst das Preisschild war noch dran) rumgesabbelt hat und von mir verlangt hat, dass ich Montag das Wappen küsse. Das darf er morgen mal fein auf meinem 10 Jahre nicht gewaschenen "Traditionsschal" machen.

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  2. Die Krönung war ja, wie dieses Mädchen nach ihrem ach so sympathischen Jubel noch petzend zum Schiri gerannt ist, damit der auch ja mitbekommt, dass die armen Kerle beworfen wurden.

    Die Krönung der Rumtuchelei ist aber folgender Satz:

    "Sein Team habe "ziemlich schnell gelbe Karten bekommen. Ich kann mich an keine für die Eintracht erinnern bei taktischen Fouls, bei absichtlichem Handspiel."

    http://www.sport1.de/de/fussball/fussball_bundesliga/artikel_321129.html

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  3. @untouchable
    ich glaube der schiri hat dieses petzen aber abgetan mit ner handbewegung "selbst schuld wenn ihr euch so in der gegnerischen kurve aufführt". kann mich da täuschen, aber er hat sich da meiner meinung nach nicht weiter mit beschäftigt.

    da hat der bierbecherwurf bei bance seinerzeit weit mehr aufsehen erregt ;-)

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  4. schürle und tuchel - unsere freunde fürs leben. stimmt pia, so habe ich auch des schiris reaktion gesehen. und was der tuchel auf sport 1 ablässt ist unfassbar.

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  5. und den kuss auf den schal hat er sich verdient. der preisschilddranlasser.

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  6. Ja, ich freue mich auch über den Lauf der Bornheimer, des einzigen FSV, der für mich interessant ist. Die Mainzer spielen dagegen für mich in der selben Liga wie Fernsehwerbung für Monatsbinden. Für Eintrachtfans, die in und um Main herum wohnen oder die beruflich oder privat mit 05ern zu tun haben, ist das natürlich anders. Stichwort "anders": Wie oft bekomme ich massenmedial Dinge und Menschen präsentiert, die angeblich "anders" sind. Der Blick hinter die Kulissen und die polierten Oberflächen hilft auch hier, klarer zu sehen. Menschlein wir alle sind, im guten wie im schlechten. Und wer keine Aggressivität kennt, ist wahrscheinlich schon tot. Wie Gandhi.

    Gruß vom Kid

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  7. Und die Idee mit dem Google-Test ist auch gut. Da werden in den nächsten Stunden und Tagen noch ein paar Treffer dazukommen, bei Herrn Taschentuchel.

    Schöner Text, Beve.

    Gruß vom Uli

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  8. ich würd meinen schal ned von dene küssen lassen.

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  9. Axel, schön auf den Punkt gebracht.

    Wie ich nebenan schon schrieb, diesen trotzigen kleinen Jungen bei der PK, der am Liebsten gar nichts gesagt hätte und einfach nur bockig sein wollte, kann man einfach nicht ernst nehmen.

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  10. Was soll man da noch hinzufügen, Beve? Dreckiger, verdienter Sieg in einem Nichtderby & hinterher die richtige Worte gefunden. Danke!

    Viele Grüße & weiterhin sichere Straßen,
    Fritsch.

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  11. Volltreffer Beve. Vielen Dank.

    Hast meine blinde Wut sehr treffend in Worte kanalisiert.

    Ergänzungsspieler

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  12. Daumen hoch! Spricht mir quasi aus der Seele.

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  13. Shice Mainzer !!!
    Die Mainzer Boygroup nach dem Ausgleich in der Fankurve -das ging noch glimpflich aus! Die hatten Glück, dass es nicht eskalierte. Diese miesen Heuchler sollten sich schämen.
    Der Museumsbecher auf dem Videowürfel pumpte Endorphine durch meine Adern.
    Pfui Mainz!

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  14. Fantastischer Beitrag mit kathartischer Wirkung meinerseits, vielen Dank, Beve. So ist es und nicht anders.

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  15. na, da gings ja ner menge leute wie mir. gut zu wissen, dass man nicht alleine ist.

    so - und nicht anders :-)

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  16. Man könnte die "Skibbe jammert"-Suche noch mit einem "+Licoln" ergänzen und bekäme vermutlich genausoviele Treffer.
    Taschentuchel enttarnt sich immer mehr. Nur noch eine Frage der Zeit, bis die Blöd den Namen Taschentuchel aufgreift. Dann hat er wirklich "gewonnen"!

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  17. Axel,

    ich weiß du wirst es mir wohlwollend nachsehen, daß ich erst heute deinen Blog in Sachen M1 gelesen habe - zu sehr war ich seitdem selbst verstrickt in Wortgefechten innerhalb und außerhalb des Forums.

    Es sei dir hiermit gesagt: du bist bekanntermassen selten um Worte verlegen, aber ich kann mich kaum erinnern, von dir etwas brillianteres gelesen zu haben als diesen Kommentar.

    Sei bedankt dafür, er wird mir als zusätzliche Argumentationshilfe dienen.

    M1 05 - einen heuchlerischeren Verein habe ich in meinen persönlichen 44 Jahren Bundesliga nie erlebt!

    Gruß

    miep

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  18. Schöner Blog. Ich bin zwar Mainzer durch und durch (also auch Fan) aber keinesfalls der Eintracht böse gesinnt. Warum auch? Ich finds eher gut, das Regional bedingt, mehrere Vereine BuLi oder 2.BuLi spielen. Außerdem, die EIntracht hat Topspieler in ihren Reihen, ein geiles Stadion und richtig geile Fans, inkl Choreos. Das werden wir in Mainz nie, aber auch wirklich nie hinbekommen. Das mit dem Derby fand ich ganz interessant (Also die Ansicht). Ich verstehe dennoch nicht den allgemeinen "Hass" auf Mainz - unabhängig von den jetzigen Ausgang. Denn: Als ihr das erste Mal abgestiegen seid, da wart ihr sowas wie ein Vorbild für Mainz und dann kamt ihr zu uns in Stadion, habt rumgepöbelt und kaputt gemacht. Warum? Abneigung gegen Mainz oder allgemeiner Hass auf den Gegner? Grundsätzlich kann ich aus dieser Sich die Abneigung vieler Mainzer gegenüber der Eintracht verstehen!
    Zu Tuchel: Tja, der Klopp hat nie so gejammert, er hat zwar am Seitenrand den Epileptiker das ein oder andere Mal gespielt, aber Jammern kann ich mcih kaum erinnern. Ich finde Tuchel eigentlich recht sympathisch und glaube auch, dass er wirklich viel Fachwissen hat. Aber das Gejammere geht mir ebenso derbe auf die Eier. Von daher: Kann ich voll und ganz verstehen!

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  19. @Vorposter: Vorsicht, nicht zu sehr den "Mainzer Gutmenschen" raushängen lassen.

    Zum Blog: In der Sache richtig: verlieren ist des Tuchels Stärke nicht. Ansonsten: Ruhe auf den billigen Plätzen, du Frisör. Das war feinste Polemik der alten Zwergenschule.

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  20. Also damit ihr mich auch gleich in eure Schublade mit der Aufschrift "Scheiß-Mainzer" stecken könnt, bekenne ich mich vorneweg als Mainz-Fan.

    Wenn man den Blog so liest, dann ist die Argumentation zwar irgendwie logisch und nachvollziehbar, aber von einem auch nur in irgendeiner Hinsicht objektiven Text kann man nun wirklich nicht sprechen.

    1. Dass Tuchel, wenn er unmittelbar nach einer Niederlage gefragt wird, in der Regel eine Teilschuld beim Schiedsrichter sucht ist nichts Neues, und - das verstehe ich - ab und zu ein wenig befremdlich. Doch mal im Ernst: Seit wann sind Emotionen im Fußball denn so verpönt? Ich erinnere daran, dass es die Fans sind, die bei jedem winzigen Körperkontakt sofort einen Pfiff fordern. Seid es nicht ihr Frankfurter, die immer weiter erklären wie toll es ist, dass Mike Franz so ein "emotionaler" (auf das Wort unfair verzichte ich hier mal) Spieler ist, die ihn verteidigen, wenn er mal wieder von der halben Liga als "dieses Arschloch" bezeichnet wird? Man versetze sich in die Lage eines Trainers, der verdammt ehrgeizig ist, der gerade ansehen musste wie seine Mannschaft verloren hat - was ja als Trainer zu einem gewissen Grade auch auf seine Kappe geht. Dass man sich da mal über den Schiri beschwert, ist finde ich völlig verständlich. Es ist ja auch nicht so, dass Tuchel seinen endgültigen Standpunkt schildert: Sonntag für Sonntag relativiert er erst mal seine Aussagen vom Samstag und analysiert was falsch läuft. Heuchlerei kann man ihm nicht vorwerfen. Wenn überhaupt mangelnde Professionalität. Ist doch klar, dass ein Skibbe sich bei soetwas besser beherrschen kann als einer, der bis letzten Sommer nur Jugendteams gecoacht hat.

    2. Schürrle ist ja so ein ARSCHLOCH! Wenn man in einem engen Spiel, das für die Fans eine große Bedeutung hat, ein Tor macht, kann man mit dem Jubeln doch warten bis man still und leise an den Mittelkreis gelaufen ist um sich dann dort zu freuen. Er ist vor allem auch der erste der jemals nach einem Treffer seine Emotionen an der Grundlinie ausgelassen hat, die ihm am nächsten war, der sich dann auch noch erdreistet hat de Ellebogen zu heben.
    Mal im Ernst: Ist das euer Ernst?

    3. Ein Punkt deiner Argumentation verstehe ich nicht. Den Punkt, dass Tuchel ein schlechter Verlierer sein mag mal ausgenommen: Auf welche Basis fußt deine Behauptung, Mainz 05 wäre ein Verein von schlechten Verlierern sowie von humorlosen und arroganten Arschgeigen?
    Bevor man solche Anfeindungen bzw. Anschuldigungen von sich gibt, sollte man wenigstens Argumente parat haben. Sonst könnte ich dasselbe jetzt über die Eintracht sagen - mach ich aber nicht.

    4. Was hast du denn jetzt auch noch gegen Fastnacht? Ist es so schlimm, wenn sich einmal im Jahr viele Menschen freuen und irgendetwas feiern? Wenn du so argumentierst könnte man auch Weihnachten als Fest der Industrie darstellen, bei dem man auf Knopfdruck fröhlich sein soll. Wirklich: Lass uns doch einfach die paar Tage, an denen man sich mal aus dem Alltag ausklinken kann. Und außerdem: In der Regel verliert 05 an Fastnacht, insofern solltet ihr es eigentlich sogar mögen.

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  21. miep, ich habe deinen kommnetar vernommen :-)

    wahnsinn, jetzt verirren sich sogar schon mainzer in beves welt - herzlich willkommen.

    natürlich ist obiger text nicht obejektiv. er ist durch und durch subjektiv aber dennoch durchdrungen von großer weisheit und wahrhaftigkeit.

    vorneweg, natürlich gehört gepöbel zum fußball dazu - das machen wir nicht nur gegen mainz; kaputt machen gehört nicht dazu - aber da weiß ich auch nicht, was gemeint ist.

    hass auf mainz ist zumindest bei mir das faslche wort - aber es gibt eine reihe von aspekten, die mir im zusamenhang mit mainz ganz und gar nicht behagen.

    doch beginnen wir mit dem positiven; der erfolg der mainzer ist nicht mit fremdgeld erkauft, sondern wurde durch eigene arbeit erwirtschaftet; das verdient anerkennung.

    bis weit in die neunziger, ja sogar bis in die 2000er hinein war mainz 05 uns relativ egal - wie den mainzern auch. dass unsere jungen ein bisschen abgingen war der tatsache geschuldet, dass spiele gegen den fsv frankfurt gar nicht mehr, gegen die kickers kaum und gegen lautern seltener statt fanden, unser nachwuchs kannten kurze weg und die nähe beim fußball ja gar nicht. somit bissen sie sich an mainz fest.

    erst als mit zunehmenden erfolg das medienimage sich wandelte und uns urplötzlich der etwas andere, der lustige verein präsentiert wurde, kippte das bild - da die wirklichkeit doch etwas anders aussah. eintrachtfans mussten ihre klamotten ausziehen, wenn sie den neutralen bereich am bruchweg betreten wollten; ein stadionsprecher griff massiv ins spielgeschehen ein und forderte die stumme masse während der partie auf, die mannschaft anzufeuern - ein no go beim fußball, ein voronin hielt der gästekurve den ausgestreckten mittelfinger hin. als lohn gab es dann durch den fairplay-wettbewerb einen geschenkten startplatz im uefa-cup, obgleich nach objektiven kriterien andere vereine sich diesen platz verdient hätten. es ist praktisch, einen öffentlich rechtlichen sender vor ort zu haben. tuchel war ein halbes jahr nach amtsantritt im sportstudio; der letzte eintracht-trainer dort dürfte jörg berger anno 1999 gewesen sein.

    jetzt steht mainz vor der eintracht - das war am letzten spieltag der vergangenen genau so - nur damals hat die eintracht eine bessere platzierung in den letzten spielen schlicht verweigert. heuer spielt mainz eine sehr gute saison. zugegeben.

    dennoch kann tuchel nicht verlieren - der mann ist keine zwanzig und sollte zumindest gelernt haben, den schnabel nach spielende zu halten, wenn schon nur haltloses gewinsel bei rumkommt. ewiges gejammer - und kein humor dazu, als vettel ihm seinerzeit den becher überreichte gabs nur ein dummes gesicht: in der niederlage erkennst du das wahre gesicht des gegners.

    wer vor der gegnerischen kurve ausgiebig jubelt, der provoziert mit absicht. und wer uns mit absicht provoziert, der ist ein ...? genau.

    fastnacht mochte ich noch nie so wirklich; kollektiver frohsinn im suff ist nicht mein ding, genau so wenig, wie politikerdarsteller in narrensitzungen. aber wenn mainz 05 dann verliert solls mir recht sein.

    helau und gruß

    beve

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  22. "es ist praktisch, einen öffentlich rechtlichen sender vor ort zu haben."

    Really? Böse Zungen behaupten die Bertramswiese liege in Frankfurt.

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  23. korrigiere: es ist manchmal praktisch ...

    da kann aber auch der fsv frankfurt ein lied von singen - auf aufstiegskurs, aber so gut wie nicht im hr präsent.

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  24. Also erstens Mal Glückwunsch zum Sieg...war schon verdient.
    Aber bitte nicht alle Mainzer in eine Schublade stecken, nur weil im TV und von manchen "Fans" blödes Zeug geredet wird.
    Klar ist, es herrscht eine gewisse Rivalität unsrer Teams, (is auch klar bei der räumlichen Nähe, auch wenns zum Mega-Derby aufgebauscht wird), die jedoch sportlich gesehn werden sollte.

    Fazit: Nur weil manche Deppen-Hobby-Fans und der Trainer schlechte Verlierer sind, sollte man doch fair bleiben und sich gegenseitig gratulieren können, wie das auch auf höherer Ebene geschieht ;)

    Würde mir persönlich auch mehr Spaß machen, mit Euch nach dem Spiel gemeinsam einen Trinken zu gehn, egal wer gewonnen hat.

    Die Hauptsache ist doch, daß wir erstklassig spielen dürfen und der Rest sollte nicht zum Elefanten gemacht werden.

    Also dann Gruß aus Mainz

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  25. Als Stadionsprecher so einen vergiftenden Blog zu betreiben, worin Vereine als Arschgeigen und sonstwas bezeichnet werden, ist schon sehr niveaulos.
    Einfach nur peinlich!
    Persönlich finde ich die Google-Aktion wirklich am hirnrissigsten.
    Peinlich!!!

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  26. schlappeseppel, so unrecht hats du gar nicht :-)

    the real beve - toller nick. ich bin fußballfan und bediene mich in meinem blog des fußballsjargons. der kann ruhig vergiftet sein, wenns gegen mainz geht, wir sind ja nicht beim ponyschlecken hier.

    helau.

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  27. Lieber Ponys schlecken wie Mainzer knuddeln, sach ich mal.
    Und wer einen Stadionsprecherdarsteller wie die hat sollte sich sowieso besser in der moralischen Beurteilung was ein solcher darf zurückhalten.;-)
    Puta Real.

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  28. auch wenn ich euch frankfurter nicht mag, in dieser sache stimme ich euch aber gut & gerne zu. auch bei uns wird der ganze spaß medial zum derby gemacht, wobei man da noch anmerken sollte dass die mainzer jedes mal mit ner armee von 10.000 mann das stadion übernehmen wollen, was sie auch jedes mal schaffen. nicht.
    armseeliges, lächerliches pack. mit tuchel haben se den richtigen der genau das verkörpert..

    gruß aus lautern

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