Montag, 11. Oktober 2010

Sauerei


Am nächsten Sonntag kickt die Eintracht zum ersten mal seit 2005 wieder in Kaiserslautern; traditionell ein heißer Kampf. Schon 1953 scheiterte die Eintracht in der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft - vor knapp 70.000 im Stadion unterlagen die Riederwälder den Pfälzer mit 0:1 um in Kaiserslautern mit 1:5 unter zu gehen. Bereits nach 19 Minuten führten Fritz Walter und co mit 4:0. Zum Bundesligaauftakt 1963 trennten sich beide im allersten Bundesligaspiel mit einem 1:1, Lothar Schämer traf als erster Eintrachtler - per Elfmeter zum Ausgleich. Beide Teams stiegen nach ununterbrochener Ligazugehörigkeit 1996 erstmals ab und 1999 triumphierte die Eintracht am letzten Spieltag gegen den Championsleague-Aspiranten mit 5:1; Fjörtofts Treffer sicherte dem Team von Jörg Berger die Klassenzugehörigkeit in Liga eins. Ein Jahr zuvor war der 1.FCK direkt nach dem Aufstieg sogar Deutscher Meister geworden.

Heuer kündet ein martialischer Flyer der Frankfurter Ultras von der kommenden Begegnung:


Dazu gibt es im Netz ein Video, welches die Fans der Eintracht für diese Partie sensibilisieren und motivieren soll - und natürlich streiten sich die Geister über Ästhetik und Inhalt sowohl des Flyers als auch des Videos.




Natürlich ist die Reaktion zwiegespalten; die Einen sind begeistert ob des Aufrufes, andere sind zutiefst empört und distanzieren sich davon; ja sogar die geplante Reise nach Lautern wird storniert. Sowohl im Eintracht Forum als auch im Blog-G wird das Thema kontrovers diskutiert.

Der Vorstandsetage graust es sicherlich bei diesen Bildern, doch wie ist der Auftritt zu sehen? Natürlich schreit die oberflächliche Ebene nach Kritik; die Gegner der Eintracht sind keine Schweine und Blut wollen wir schon gar nicht im Zusammenhang mit Fußball sehen - und geschlachtet wird auch niemand; schon die Assoziation an die wirklichen Schlachtungen wirklicher Menschen ruft einen Brechreiz hervor. Doch hat sich vor Jahren kaum jemand am Begriff Bomber der Nation gestört; einen Ehrentitel für den wohl treffsichersten deutschen Torjäger (sic!) aller Zeiten, Gerd Müller. Er war der Vollstrecker im Angriffszentrum - und kein Mensch kam auf die Idee, dass der Herr Müller tatsächlich irgend etwas mit wirklichen Bomben zu schaffen gehabt hätte, die Hunderttausende Opfer auf dem Gewissen haben.

Sowohl Flyer als auch Video bedienen sich einer Splatter-Ästhetik, die an Filme wie das Texas-Kettensäger-Massaker erinnern - und wir dürfen nicht vergessen; wir verhandeln hier Video und Grafiken als Ausdrucksformen der Kunst - und streifen hier den Begriff der "Geschmacklosigkeit" um der Provokation willen. Dies ist zweifelsfrei gelungen, nicht nur der Lauterer als solcher scheint empört, sondern sogar etliche Frankfurter, die sich als Teil des Mikrokosmos Eintracht begreifen. In Wirklichkeit aber dürfte sich niemand mit einem Schlachtermesser in die Pfalz aufmachen und es wird mit Sicherheit auch kein Pfälzer zu Wurst verarbeitet werden.

Es ist unsinnig zu glauben, dieses Video oder der Flyer würden Einfluss auf das Verhalten aller Beteiligten rund um das Spiel in der Pfalz nehmen. Wer sich im Rahmen der dritten Halbzeit auf die Partie vorbereitet, der wird dies unabhängig vom Aufruf machen - und wer sich mit Sicherheitsvorkehrungen beschäftigt, der wird dies ebenfalls unabhängig vom Aufruf machen. Das Zelt in Leverkusen, die Verhaftungen in Bremen, der Polizeikessel in Nürnberg - all dies brauchte keine martialische Vorankündigung - ebenso wenig wie der wellenschlagende nächtliche Besuch der Frankfurter beim Fanprojekt in Karlsruhe.

Allerdings birgt die martialische Ästhetik schon im Vorfeld die Rechtfertigung seitens der Sicherheitsorgane für ein ebenso martialisches Auftreten - nur mit dem Unterschied, dass im Gegensatz zur Kunst jenes Auftreten in der Regel wirklich ist.

Traditionell gibt es im Umgang mit Fußballfans zwei verschiedene Konzepte; während das eine wie mittlerweile in Hannover auf Dialog und Vertrauen setzt und Fußballfans als Gäste zunächst erst einmal willkommen geheißen werden, setzt das andere - wie in Bremen - auf Konfrontation und Machtdemonstration des Staates, der im Vorfeld keinen Zweifel daran lassen will, wer der Herr im Hause ist. In der Regel werden dadurch ganz normale Fußballfans per se kriminalisiert, gegängelt und demokratischer Grundrechte beraubt, die eine Radikalisierung beinahe notwendig zur Folge hat. Jede(r) der regelmäßig auswärts fährt, macht früher oder später die Erfahrung, dass es auch jeden treffen kann.

Mag sein, dass der Aufruf geschmacklos ist - aber über Geschmack lässt sich sicherlich streiten; ebenso über Ästhetik. Wer aber den Aufruf als Aufruf zur Gewalt versteht, der muss seine Fasziantion für den Filmcharakter des Hannibal Lecter ebenso hinterfragen, wie den Erfolg von Horror-Klassikern wie Freitag den 13, Halloween oder Hellraiser. Sind diese nun die Visualisierung von Ängsten um derer habhaft zu werden oder Seelengemälde eines zerrisenen Inneren oder gar die Inszenierung von Gewalt im Rahmen der Kunst, um die Gewalt im wirklichen Leben zu bannen oder doch gewaltverherrlichende Filmkunst? Das Gewalt durchaus salonfähig ist, zeigte nicht zuletzt der Kampf zweier Schläger vor 40.000 Schaulustigen im Frankfurter Stadion - Klitschko gegen Peters. Eigentlich sollte Klitschko gegen David Haye boxen, doch da kam etwas dazwischen. Für Wirbel sorgte bspw. dieses Foto - jedoch schien auch die Aussage des Bildes nicht für bare Münze genommen worden zu sein; die Provokation aber war gelungen.

Wie auch immer, ich bin kein Freund martialischer Begrifflichkeiten im Rahmen eines Fußballspiels, ich brauche keine Hurensöhne-Gesänge oder Alle-xyz-sind-Schweine-Beschimpfungen, mir reicht der Fußball und das übliche anlassbezogene Gepöbel - aber bei aller Kritik: Eine geschmacklose Provokation bleibt eine geschmacklose Provokation - und ist kein Aufruf zur Gewalt; und nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Oder was meint ihr?

Kommentare:

  1. Ich find den Vergleich mit Boxkämpfen, Splatterfilmen und ähnlichem nicht wirklich passend. Zum einen handelt es sich bei dem Ultras-Flyer um einen direkten Aufruf, der erst vom lesenden Gehirn interpretiert werden muss. Bei einem Film oder Boxkampf handelt es sich um ein Berieselungsprogramm, das klar als solches deklariert ist. Zum zweiten werden genannte Events wie Boxkämpfe oder Splatterfilme nur zu bestimmten Uhrzeiten ausgestrahlt, um das Publikum einzuschränken. Genauso erscheint vorher eine Warnung, dass das Material für Menschen unter 16 / 18 nicht geeignet ist. Dies ist beim Flyer alles nicht erfolgt, er ist jedem zugänglich, egal ob er 11 ist oder 88.
    Zum dritten wird ein Flyer allgemein nicht als Kunstform gewertet, sondern als Werbemittel. Damit bleibt auch bei den meisten die künstlerische Interpretation aus.

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  2. Hallo Beve, auch hier:
    es geht mir nicht um Sicherheitsfragen und nicht mal um das Bild, über letzteres kann ich sogar noch lachen. Und ja: es ist eine künstlerische Barbeitung mit z.T. netten Reminiszenzen. Mir geht es um die Sprache des Aufrufs. Der ist keine Prosa, keine Kunst, sondern eine Aufforderung, bei etwas mitzumachen, folglich real und eben nicht sublimiert. Und diese Sprache geht so nahe an den konkreten Aufruf zur Gewalt wie es im Zwischennetz möglich ist, ohne deswegen direkt verfolgt zu werden. Anders kann ich sie nicht verstehen.

    Insgesamt ist die Aktion einfach unsportlich gegenüber FCKlern. Das ist mein Problem.
    Manche unserer Profis haben da mal gespielt.

    Gruß,
    Rasender Falkenmayer

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  3. @ anonym; wer allgemein was wertet, dürfte keine rolle für eigene überlegungen spielen.

    rasender falke, ob jetzt irgendjemand mal beim fck gespielt hat ist doch zweitrangig; der aufruf lautet "alle mann nach lautern" - kling halt ein bisschen bieder. ich würde mich wundern, wenn außer dem üblichen bohai etwas passiert, was wirklich gravierend ist. und ich hoffe, dass sich der nachwuchs im griff hat. aber was ist in den letzten jahren wirklich schlimmes passiert? ein paar aktionen sind zu verurteilen; klar - im großen und ganzen ists doch oft pillepalle und künstlich überhöht. und die jungs wissen doch ganz genau, dass sie unter massiver beobachtung stehen - wer sich eigentore schießt, braucht sich später auch nicht zu beklagen. das ding ist ein risikospiel, das war schon vorher klar. für alle. event sozusagen.

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  4. Kunst darf fast alles, genau wie Satire. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob du den Machern dieser Werke nicht etwas zu viel Ehre angedeihen lässt. Wie auch immer: Sprache ist wichtig, Sprache hat Macht. Ich bin sicher, dass wir uns in dem Punkt einig sind. Und ich finde die Diktion unerträglich, unabhängig davon, ob sie zu irgendwas auffordern soll oder nicht.

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  5. "Und ich finde die Diktion unerträglich"

    ich würde mal vermuten, dass genau dies im vorfeld bewusst war und deshalb kalkuliert so gewählt wurde. und genau deshalb versuche ich, nicht darauf anzuspringen. aber was weiß ich schon?

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  6. Andy (Rigobert_G)11. Oktober 2010 um 16:15

    Eigentlich kann es mir egal sein. Ich geh kaum bis garnicht mehr in die Arenen dieses Landes. Aber wo steht irgendwas davon, dass irgendwer die Lauternfahrt deswegen storniert hat? Das konnte ich bei allem, was ich darüber gelesen habe, nicht entdecken.

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  7. @ andy

    Diesen Beitrag würde ich so interpretieren:

    http://www.blog-g.de/eine-bewerbung.html#comment-345802

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  8. Hellraiser ist nix für schwache Nerven!
    Obwohl ich Anfang der 90er ein Splatter-Fan war, ist das der einzige von dem ich einen Albtraum hatte! ;-)

    Mir gefällt der Aufruf nicht. Wenns Kunst sein soll, dann finde ichs geschmacklos ... über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Und streiten will ich mich nicht!

    Ich stimme zu: Nix wird so heiss gegessen wies gekocht wird!

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  9. Andy (Rigobert_G)11. Oktober 2010 um 16:42

    Ah, ok. Blog G lese ich grundsätzlich keine Kommentare. Hatte meine Frage also in erster Linie aufs Forum bezogen (wo sich ja die "Unterschicht" zusammen findet).

    Wie dem auch sei, mehr als ein "...dann bleib eben daheim..." fällt mir zu dem Kommentar im Blog G auch nicht wirklich ein...

    Ansonsten gebe ich Dir zu Deinem Beitrag grundsätzlich recht. Aber in Zeiten, wo ein anonymer - nicht ernst gemeinter - Forumsbeitrag vor 5 Jahren zu den Ereignissen rund um das Burghausen-Spiel führte. Oder aber eine einfache E-Mail ausreicht, um weiblichen Zuschauern fernab jeglicher gesetzlicher oder moralischer Verhältnismäßigkeit in den Genitalien rumzufummeln - muss man sich nicht wundern, wenn es am Sonntag wieder zu Fragwürdigkeiten der Staatsmacht kommen wird.

    Ein einfacher Stammbaum ist - bei aller unterschiedlicher Geschmacksfrage - aussagekräftiger und auch angemessener, um Vorfreude zu zeigen:

    http://www.bilder-hochladen.net/files/gbqv-1.jpg

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  10. Beve, ich darf noch mal?

    Du schrobst:
    ".. event sozusagen... "
    Genau. Das ist das Problem. Wer da wegen "Schlachtfest" oder so hinfährt, ist meiner Meinung nach kein Fußball- sondern ein Eventfan. Wie wer woanders schrob:
    "der betzeberg muss erobert werden udn das geht nunmal nicht mit leuten die sich denken, hach ich geh mir mal ein fussballspiel anschauen."
    Die kommen also gar nicht wegen des Fußballs.

    Wer nicht kommt, um sich ein Fußballspiel anzuschauen soll sich doch irgendwo auf der grünen Wiese treffen und sich im Allkampf üben und nicht die beklästigen, die genau das, nämlich Fußball ihres Vereins, wollen.

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  11. Nachtrag

    http://www.bilder-hochladen.net/files/gbqv-1.jpg
    HIHI
    :-)))

    Vorbildlich. Originell.

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  12. ist doch klar, dass so ein südwestderby n haufen leute anzieht, die sonst nicht so oft beim fußball sind; das ist bei spielen gegen die bayern genau so - da sinds halt andere. wobei ich nem großteil der wilden durchaus unterstelle, sich für fußball zu interessieren. fußball ihres vereins.

    ich denke, sogar bei ganz normalen spielen sind ne menge leute dabei, die fußball als event sehen. und erst bei ner wm. hier wird ne nummer aufgeblasen, die ich doch eher kleiner sehe.

    auswärtssieg :-)

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  13. "hier wird ne nummer aufgeblasen, die ich doch eher kleiner sehe"

    Ich hoffe sehr, dass Du recht hast. Aber ich habe im Moment schon ein mulmiges Gefühl.

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  14. "Zitat:Diesen Beitrag würde ich so interpretieren:
    http://www.blog-g.de/eine-bewerbung.html#comment-345802"

    Ups...erst jetzt gesehen, sonst hätte ich früher geantwortet.
    Neh, da musst Du nix interpretieren, das passt schon genauso so wie es da bei mir steht.

    Ich persönlich finde diese Aktion widerlich.
    (hat nichts mit der Ästethik zu tun, sondern mit der anscheinend propagierten, für mich nicht akzeptablen Denke dahinter; Konkurrenz zu anderen Vereinen = jederzeit, Verachtung = niemals, not in my book).
    Ich persönlich würde nicht gerne über Schlachthausvieh siegen, sondern über starke Lauterner.

    Anyway, das alleine würde mich nicht abhalten zu fahren; dafür hatte ich mich zu lange drauf gefreut. Aber ich kann nicht alleine reisen, da ich nicht motorisiert bin/immer einen Chauffeur brauche.

    Meinem Mann (kein Fussball-Fan, und mittlerweile geht er auch schon nicht mehr mit zu Heimspielen, weil ihm das Spieler-Gedisse im Block zu sehr auf den Geist geht)
    hatte ich endlich mal so weit, mich auswärts begleiten zu wollen(...auch Dank seines Chefs -Lauterner Fan, der ihm dazu riet-) kann ich diesen Aufruf nicht für ihn nachvollziehbar erklären.

    Und er, auf der Arbeit selbst mehrfach darauf
    angesprochen, will damit mittlerweile auch nichts mehr zu tun haben/darüber hören, oder mich dort unten wissen.

    Er will nicht, ich kann nicht, Ende der Geschichte.
    Vielleicht bekomme ich ihn ja mal nach Hoffenheim...

    LG, Alexandra aka Lupadigitus

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  15. Was an infantilen Inzucht-Witzchen jetzt origineller und lustiger als an dem Video sein soll erschließt sich mir nicht wirklich. Aber ich fand auch Fips Asmussen noch nie witzisch und ob Eltern fremder Spieler sich für Geld ficken lassen interessiert mich auch recht wenig. Könnte daran liegen das ich keine 13 mehr bin. Und das ist auch gut so.
    Fand das Video erstmal recht gut gemacht, hab es aber auch ohne Ton angeschaut. Sturmhaubenbewehrte breitbeinig posende Anabolikaopfer sind peinlicher. Peinlich sind übrigens auch Statements das nur irgendwelche "wir" "unsere" Frauen entkleiden dürften. Sollten letztere doch schon selbst entscheiden.

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  16. "Es ist unsinnig zu glauben, dieses Video oder der Flyer würden Einfluss auf das Verhalten aller Beteiligten rund um das Spiel in der Pfalz nehmen."
    Selbstverständlich nicht "alle". Aber einige. Nämlich diejenigen, die das so intellektuell wie Du zu interpretieren nicht in der Lage sind. Auf beiden Seiten. Und einige reichen gewöhnlich.

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  17. Naja Micha, die brauchen dann aber auch keinen Flyer mehr.

    schnellinger, gut, dass wir keine 13 mehr sind.

    alexandra, lasst euch nicht ins bockshorn jagen. fußball kann immer eine seltsame erfahrung sein - vor allem hoffenheim :-)

    gruß

    beve

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  18. Das stimmt, die brauchen keine weitere Motivation.

    Das ganze ist eine Provokation und dem
    Echo nach zu urteilen funktioniert sie erstklassig.

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  19. *Grübel* Also ich lasse während eines Eintracht-Spiels des Öfteren auch Sachen los, die nicht unbedingt druckreif sind. Ich wünsche den gegnerischen Spielern die Pest an den Hals. Ich bin Eintracht-Fan, ich will gar nicht fair sein. Nicht der Bessere soll unbedingt gewinnen, sondern WIR.

    Die F(U)CK-Choreo fand ich innovativer. Ich hege Sypmathien für die Ultras. Und seiT doch mal ehrlich, Leute: Waren wir früher nicht genauso? Waren wir nicht genauso zornig? Genauso anmassend? Es gab halt kein Internet. Es haben nicht so viele Leute so schnell mitgekriegt. Die Verbreitungsgeschwindigkeit einer Aktion war eine andere, heute ist in Sekunden eine Nachricht über den Cyberspace zu verbreiten, an unzählige andere.

    So what?

    Auf 3 Punkte bei den Bauern. Ich konnte die noch nie leiden! Dreckspack!

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  20. Kleiner Nachtrag: Unabhängig davon, ob ich das Video gut finde oder nicht (ich finde es handwerklich gut, bin aber kein Experte!): Alles, was der Eintracht schadet, finde ich schlecht.

    Warten wir es doch einfach mal ab, nichts wird so heiss gegessesn,....

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  21. Also beim allem was Recht ist: Der FCK ist kagge, ohne wenn und aber.

    Die Eintracht aus Frankfurz aber auch, wenn nicht gar erst Recht!

    Dazu ein Poem:

    Der Hesse kotzt, der Hesse schreit,
    es ist wohl wieder Derby Zeit.

    Mit Fahnen ist man in Stadion,
    und trifft besoffen keinen Ton.

    Der Gegener schießt ein Tor oh je,
    das tut der Hessenseele weh.

    Der Hesse kotzt, der Hesse schreit,
    für Niederlagen stets bereit.

    Nur die Ultras haut das nicht um,
    denn die schaun wie immer dumm,
    nicht aufs Spielfeld sondern in des Gegnerskurve rein,
    und sehen da den Abdeckstein,
    der ihre Eintracht wird begraben,
    da hilft zum schutz kein Panzergraben.

    Doch am Ende sind die Ultras froh,
    denn dem Gehirn gefüllt mit Stroh,
    interessiert der Verein nen füchten Dreck,
    er ist für Ultras nur Mittel zu Zweck,
    für pupertären Schwanzvergleich,
    der uns dann auch führt sogleich,


    ...zu enervierenden Dauergesang den keine Sau braucht da er mit Stimmung nichts zu tun hat.

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  22. Nein, nein, nein. Wie kann auch nur ansatzweise versuchen, soetwas zu verteidigen?

    Der deutliche Aufruf PfalzÜBERFALL, die Szenerie eines Schlachthauses (?), die SGE-Buchstaben auf dem Messer und der mit Blut gezeichnete Treffzeitpunkt - wer mir das noch als Kunst verkaufen will, gehört selbst in die Klapse. Das meine ich nicht persönlich, sondern generell.

    Außerdem zwei Argumentationsfehler:
    Der grundsätzliche Bezug auf filmische Werke, bspw. das Texas-Massaker beruhte auf einer wahren Geschichte. Bei Lecter wird eine (gestörte) Psyche eines Menschen skizziert.
    Darüber hinaus ist die Symbolik und Wortwahl des Aufrufes sehr wohl von Gewalt geprägt.

    Ich bin erschüttert..

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  23. Ein Frankfurter hat Kot am Pimmel,
    das stinkt bekanntlich bis zum Himmel.

    es wird dann wohl der Capo sein,
    da ungewaschene Führerlein,

    der Ultras mit dem Trieb sich zu zeigen,
    damit die Menschen sich verneigen,

    vor tollen Gesängen und Choreografie,
    aber Gesichter zeigen darf man nie,

    damit der Staat nicht repressiv,
    den Hang zur Gewalt den Ultras vermießt.

    Denn alles ist ja doch nur Spaß,
    auch der von uns gepfleget Hass,

    das Schal klauen, das Gegner hauen,
    ist auch nur Spaß mwissen die Schlauen,

    Doch der Staat macht sie kaputt, die Tradition,
    der Randale im Stadion.

    Das darf nicht sein es war schon immer so,
    mit Hass, Gewalt und Pyroshow.

    Ok, früher ging man im Anzug ins Stadion,
    doch wen schert das heute schon.

    Tradition ist was der Capo sagt,
    auch wenn er damit Unrecht hat.

    Also heulen wir weiter in der Not,
    gegen Willkür beim Stadionverbot.

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  24. anoymer dichter, ich lass deine werke des dokumentarischen wegen mal hier stehen, gesagt sei aber: das geht besser. sollte noch was kommen, fliegts unkommentiert raus.

    beatsox, deine erläuterung erklärt aber nicht das faszinosum an einem hannibal lecter, welches viele friedliche mitbürger ergriffen hat.

    wie gesagt, gefallen tuts mir nicht, aber jetzt gleich in das entüstungsgeheul mit einzustimmen ebenso. vor allem, weil es oft von leuten kommt, die - wie robertz schon anmerkte - die eltern der urheber sein könnten - und allem anschein nach niemals selbst jung gewesen sind.

    meine eltern fanden die plattencover von iron maiden damals auch nicht so prickelnd. vor knapp 30 jahren.

    beste grüße

    beve

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  25. Fazit der Aktion ?!
    Ausnahmslos alle Kommentare die ich dazu in meinem Umfeld vernommen habe, waren entrüstetes Kopfschütteln...

    Das kann man sich nicht mal schönsaufen, sowas geht mal gar nicht und übrigens ich war schon in einigen der bedeutesten Kunstmuseen der Welt gewesen.

    Eigentor Allez!

    Und die Verlängerung steht noch an, na prima.

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  26. naja, wenn du ins forum schaust, gehen die meinungen queerbeet. was das jetzt mit kunstmuseen zu schaffen hat, erschließt sich mir nicht. da hängen jetzt auch bilder von leuten, die jämmerlich und arm verreckt sind. ich sag ja nicht, dass die werke höhepunkte menschlichen schaffens sind. flyer und video. keine wirklichkeit. die "ästhetik" ist nicht neu und ich bins leid, jedem entrüstetem virtuell moralisch einwandfreiem kopfschüttler dinge zu vermitteln, mit denen ich eigentlich nichts zu tun habe.

    entrüstet wäre ich, wenn dort wirklich ein schwein zwecks "kunstproduktion" geschlachtet worden wäre. oder gar ein mensch.

    was die verlängerung bringt, werden wir sehen.

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  27. es ist doch so,

    wir, die fans sind da zum supporten! deswegen fahren fast alle auf auswärtsspiele !!! zum supporten!!! deswegen sind die frankfurter fans auch weltweit hoch angesehen bei fussball fans! und jett geht es gegen den FCK einer der liebsten erzfeinde auf dem platz ! natürlich ruft da die uf97 mit einem meiner meinung nach sehr stark gemachten flyer dazu auf den betzenberg in grund und boden zu supporten ! wenn man natürlich keiner ist, der gerne ins stadion geht und sich die stimme kaputtschreit um die eigene mannschaft vollstens zu unterstützen, dann interpretiert man sowas sofort mit gewalt.

    ich geh auch nicht los und kritisiere schlagersänger und ihre musik nur weils nix für mich ist und ich nur eine meinung und wissen darüber habe soweit ich sehen kann. genausowenig urteile ich über geschehnisse in der wirtschaft die für mich als nicht involvierter nicht nachzuvollziehen sind. will ich das tun, informiere ich mich vorher richtig.

    und da ich unsere supporter kenne und leider nicht mit dabei sein kann hoffe ich auf ein heimspiel am betze! gebt alles für die SGE! (nein liebe teilzeit fussball fans ich meine keine gewalt!!)

    alex

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  28. Nun, auch mit meinen 17 Jahren kann ich keinerlei Verständnis für diesen Aufruf entwickeln.

    Was an H.L. so interessant ist? Die faszinierende Psychostudie, und zwar von einem nicht 'normalen' Menschen. Bunte Hunde fallen auf und die Gesellschaft stürzt sich immer auf das, was aus den Normen herausfällt.

    Jeder kann zu diesem Aufruf stehen wie er will - aber ich wehre mich dagegen, Parallelen zu wahren künstlerischen Werken zu ziehen.
    Das Flyer und Video technisch gesehen ein gewisses Niveau erreichen, steht ja außer Frage. Doch aufgewertet werden sie dadurch nicht...

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  29. Die UF macht das schon geschickt. Sie geht so weit rhetorisch wie man nur gehen kann um nicht ausdrücklich zur Gewalt aufzurufen und eventuell Sanktionen befürchten zu müssen. Aber egal, das Video ist zum Anheizen gelungen. Dass es nicht ästhetisch ist ist doch klar..muss der Aufruf ja auch nicht sein. Die Schattenseite ist halt jetzt dass ein Herr an Polizisten die Frankfurter drangsalieren wird. Was sagt eig. die Lauterer Seite ? Mal gucken ob sie zurückschlagen, ähm grunzen :-D

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  30. @ beatsox

    vielleicht verstehen wir uns falsch; ich möchte keine parallelen ziehen oder gar vom wahren, schönen, guten sprechen - sondern nur davon, dass wir es im vorliegenden falle mit "werken" zu tun haben - die können wir werten, wie es uns beliebt.

    interessant ist, dass die auswärtsfahrer jeglicher couleur die aufrufe scheinbar gelassener sehen, als die anderen.

    wie auch immer, möge die eintracht siegen und die welt friedlich ihre runden drehen.

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  31. Danke für diesen Kommentar Beve.
    Im Eintrachtforum habe ich mich bisher aus der Diskussion raus gehalten, nur bei facebook habe ich mich geäußert, dass ich dieses Video künstlerisch sehr gelungen finde.
    Es verwendet Fußballschlachtrufe (schon wieder so ein "tolles" kriegerisches Wort) und setzt sie in Bilder um. Genial fand ich das Blut, welches den Adler formt...
    Wurde bisher übrigens den Droogs vorgeworfen, plündernd und vergewaltigend durch die Lande zu ziehen, nur weil das ihre "Vorbilder" in Clockwerk Orange tun??
    Ich persönlich fand diesen Film gruselig und Splatter oder ähnliches würde ich mir niemals annsehen, aber ich finde alle "Gewaltverherrlichung" in den Videos der Ultras ist nur ein Vorwand um gg. uns, uns Fußballfans im allgemeinen aufzurüsten.
    Für das Zelt in Leverksuen, die Einkesselung des Familienzuges in Nürnberg und der Freiheitsberaubungen mehr bedurfte es keines Videos oder ähnlichem...
    Sabine
    aka
    wib

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  32. >>interessant ist, dass die auswärtsfahrer >>jeglicher couleur die aufrufe scheinbar >>gelassener sehen, als die anderen.

    Was das jetzt mit Auswärtsfahrern zu schaffen hat, erschließt sich mir wiederum nicht :)

    Im übrigen höre ich (Baujahr '66) heute ne ältere Slayer lieber als Iron Maiden.

    Auf einen Sieg für unsere SGE und hoffentlich friedlich feiernde Fans am Sonntag!

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  33. ich fande es nur bemerkenswert, dass die tendenz zur aktzeptanz eher von denjenigen ausgeht, die häufiger dabei sind.

    slayer? obacht in den heutigen zeiten :-)

    feiern wäre schön heute abend :-)

    es grüßt

    der beve (schlachtenbummler)

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