Soziale Netzwerke - das ganz heiße Ding. Menschen legen sich Profile an, laden Hunderte von Fotos auf die Server und kontakten Freunde. Dies machen sich die Betreiber zu Nutze, Verknüpfungen werden geschlossen und digitale Bewegungsprofile erstellt. Manches; um nicht zu sagen vieles oder gar das meiste geschieht im Verborgenen.
Neulich wollte ich mich bei Facebook anmelden, um eine Information zu verifizieren. Kaum hatte ich meinen Account wurden mir Freunde vorgeschlagen - Menschen, die zum Teil im Ausland wohnen und von denen kaum jemand weiß, dass sie kenne. Sie hatten wohl ihre Adressbücher online - und deren Daten wurden mit meiner Mail-Adresse abgeglichen. Flugs wollte ich meinen Account löschen - dies war nicht ganz so einfach - aber es hat wohl geklappt. Noch bevor ich ganz viele Freunde - und ein tolles soziales Netzwerk hatte. Schade.
Bei wer-kennt-wen hatte ich mich angemeldet, um zu schauen, was dies eigentlich ist. Eine ganze Zeit war dies ganz amüsant, immerhin bekam ich einige Profilbilder von Menschen zu Gesicht, die ich lange nicht mehr gesehen hatte. Ich hatte - endlich - Freunde. Das war nett - gleichzeitig tauchte die Erkenntnis auf, dass es ja Gründe gibt, weshalb ich diese Menschen lange nicht gesehen hatte. Und da die Kommunikation im Rahmen von Web 2.0 gleichermaßen nett wie belanglos war, akzeptierte ich meine Gründe wieder: Kein gesteigertes Interesse; nehmt's mir nicht krumm: Wenn ich an den Menschen wirkliches Interesse gehabt hätte, wären sie nicht aus meinem Dunstkreis verschwunden.
Dafür konnte ich aber alte Fotos bewundern - diese wurden von Freunden ins Netz eingestellt und mit meinem Profil verknüpft. Beve in den Achtzigern, mühsam verdrängt - nun für alle Welt sichtbar. In diesem Rahmen lernte ich auch Gästebucheinträge bestehend aus Buchstaben/Zeichenmalereien hassen. Und Menschen, die meine Freunde werden wollten - obgleich ich sie gar nicht kannte. Jetzt habe ich mein Profil gelöscht - tränentriefend wurden mir Bilder meiner Freunde gezeigt: Sie werden dich vermissen. Kann ich euch dies antun? Ja, ich kann - und vereinsame zusehends. Bald muss ich hinaus in die kalte Welt, mich auf eine Parkbank setzen und mich einschneien lassen. Traurig.
Aber: es gibt ja Beves Welt. Mein Tor zu euch, selbstbestimmt. Die nächste Überraschung folgte bei blogger.com - dort ist Beves Welt zuhause. Ich hatte mein Profil sparsam gehalten, obgleich viele - vor allem Eintrachtler- mich kennen. Über meine Texte ist einiges über mich in Erfahrung zu bringen - damit kann ich leben - es sind harmlose Geschichten im Rahmen von Eintracht Frankfurt; manchmal leicht literarisiert . Will ich meinen.
In Erfahrung gebracht hat aber auch Google einiges über mich - in meinem Konto war es dargelegt: Welche Seiten habe ich besucht, welche Videos, welche Bilder, welche Suchbegriffe - all dies wurde gespeichert, sobald ich mit meinem Google-Account eingeloggt war. Falls ihr hier ein Konto habt, geht mal ins Dashboard - und schaut euch euer Konto genau an. Wisst ihr, dass euer Webverhalten genau protokolliert wird - und eindeutige Rückschlüsse über eure Persönlichkeit gezogen werden können? Rückschlüsse, über die ihr keine Kontrolle habt?
Ich meine, ich bin kein Nerd, sondern nutze das Netz wie viele von euch auch: Draußen regnet's und drinnen ist's gemütlich. Aber mir will nicht in den Kopf, weshalb ich jetzt dringend zwitschern muss, dass ich gerade Kaffee trinke oder Tee oder so. Was bringen mir soziale Netzwerke; Gefällt-mir-Buttons oder ein Fotoalbum mit Hunderttausend verwackelten Bildern zu einem Ereignis, welches eigentlich im Verborgenen statt fand - und das sich kaum jemand anschaut? Dass aber für alle Zeit dokumentiert, wer wann wo gewesen ist.
Inwieweit kann ich von sozialen Netzwerken ala Facebook, Wer-kennt-wen oder Twitter profitieren, mal abgesehen davon, dass die Zeit verfliegt? Seit knapp zwei Jahren ist mein Buch der Andermacher auf dem Markt - hat irgendjemand auf Grund meiner Web-Präsenz dieses Büchlein gekauft? Habt ihr andere Erfahrungen gemacht?
Muss ich sozial vernetzt sein? Damit mir maßgeschneiderte Reklame serviert wird? Ich bin da gerade überfordert; habe aber den Eindruck, dass die Dienste vorwiegend denen nutzen, die sie anbieten und für den Rest die Illusion besteht: Freunde zu haben - oder die Illusion up-to-date zu sein. Ich bin vernetzt - also bin ich.
Twitter - von Zeit zu Zeit zwitschere ich ja, dass es hier einen neue Beitrag gibt. Hat das irgendjemand zur Kenntnis genommen? Nimmt überhaupt irgendjemand irgendwas zur Kenntnis. Warum gibt es Twitter? Sitzt wirklich irgendjemand davor und interessiert sich für das, was andere machen. Die anderen 2.000.000 Freunde? Würde irgendjemandem etwas fehlen, wenn es Twitter nicht gäbe? Ist irgendjemandem etwas in nachhaltiger Erinnerung geblieben, was mit Twitter zu tun hat? Sind die kleinen Klickkästchen virtuelle Statussymbole, mit denen ich zeige, dass ich in der modernen Zeit dabei bin, dass ich sie begriffen habe - dass ich dazu gehöre. Wozu auch immer?
Und vor allem: wen geht es an, wie ich mich im Netz und draußen verhalte?
Hier nun ein paar Links um Thema:
c't Magazin - 2006 - Empfehlung
Stern - April 2010
Spon - April 2010
Spon - Mai 2010
Spon - Mai 2010
Spon - Mai 2010
Heise - April 2010
Eintracht-Forum
Zeit - Sept 2009

Neulich wollte ich mich bei Facebook anmelden, um eine Information zu verifizieren. Kaum hatte ich meinen Account wurden mir Freunde vorgeschlagen - Menschen, die zum Teil im Ausland wohnen und von denen kaum jemand weiß, dass sie kenne. Sie hatten wohl ihre Adressbücher online - und deren Daten wurden mit meiner Mail-Adresse abgeglichen. Flugs wollte ich meinen Account löschen - dies war nicht ganz so einfach - aber es hat wohl geklappt. Noch bevor ich ganz viele Freunde - und ein tolles soziales Netzwerk hatte. Schade.
Bei wer-kennt-wen hatte ich mich angemeldet, um zu schauen, was dies eigentlich ist. Eine ganze Zeit war dies ganz amüsant, immerhin bekam ich einige Profilbilder von Menschen zu Gesicht, die ich lange nicht mehr gesehen hatte. Ich hatte - endlich - Freunde. Das war nett - gleichzeitig tauchte die Erkenntnis auf, dass es ja Gründe gibt, weshalb ich diese Menschen lange nicht gesehen hatte. Und da die Kommunikation im Rahmen von Web 2.0 gleichermaßen nett wie belanglos war, akzeptierte ich meine Gründe wieder: Kein gesteigertes Interesse; nehmt's mir nicht krumm: Wenn ich an den Menschen wirkliches Interesse gehabt hätte, wären sie nicht aus meinem Dunstkreis verschwunden.
Dafür konnte ich aber alte Fotos bewundern - diese wurden von Freunden ins Netz eingestellt und mit meinem Profil verknüpft. Beve in den Achtzigern, mühsam verdrängt - nun für alle Welt sichtbar. In diesem Rahmen lernte ich auch Gästebucheinträge bestehend aus Buchstaben/Zeichenmalereien hassen. Und Menschen, die meine Freunde werden wollten - obgleich ich sie gar nicht kannte. Jetzt habe ich mein Profil gelöscht - tränentriefend wurden mir Bilder meiner Freunde gezeigt: Sie werden dich vermissen. Kann ich euch dies antun? Ja, ich kann - und vereinsame zusehends. Bald muss ich hinaus in die kalte Welt, mich auf eine Parkbank setzen und mich einschneien lassen. Traurig.
Aber: es gibt ja Beves Welt. Mein Tor zu euch, selbstbestimmt. Die nächste Überraschung folgte bei blogger.com - dort ist Beves Welt zuhause. Ich hatte mein Profil sparsam gehalten, obgleich viele - vor allem Eintrachtler- mich kennen. Über meine Texte ist einiges über mich in Erfahrung zu bringen - damit kann ich leben - es sind harmlose Geschichten im Rahmen von Eintracht Frankfurt; manchmal leicht literarisiert . Will ich meinen.
In Erfahrung gebracht hat aber auch Google einiges über mich - in meinem Konto war es dargelegt: Welche Seiten habe ich besucht, welche Videos, welche Bilder, welche Suchbegriffe - all dies wurde gespeichert, sobald ich mit meinem Google-Account eingeloggt war. Falls ihr hier ein Konto habt, geht mal ins Dashboard - und schaut euch euer Konto genau an. Wisst ihr, dass euer Webverhalten genau protokolliert wird - und eindeutige Rückschlüsse über eure Persönlichkeit gezogen werden können? Rückschlüsse, über die ihr keine Kontrolle habt?
Ich meine, ich bin kein Nerd, sondern nutze das Netz wie viele von euch auch: Draußen regnet's und drinnen ist's gemütlich. Aber mir will nicht in den Kopf, weshalb ich jetzt dringend zwitschern muss, dass ich gerade Kaffee trinke oder Tee oder so. Was bringen mir soziale Netzwerke; Gefällt-mir-Buttons oder ein Fotoalbum mit Hunderttausend verwackelten Bildern zu einem Ereignis, welches eigentlich im Verborgenen statt fand - und das sich kaum jemand anschaut? Dass aber für alle Zeit dokumentiert, wer wann wo gewesen ist.
Inwieweit kann ich von sozialen Netzwerken ala Facebook, Wer-kennt-wen oder Twitter profitieren, mal abgesehen davon, dass die Zeit verfliegt? Seit knapp zwei Jahren ist mein Buch der Andermacher auf dem Markt - hat irgendjemand auf Grund meiner Web-Präsenz dieses Büchlein gekauft? Habt ihr andere Erfahrungen gemacht?
Muss ich sozial vernetzt sein? Damit mir maßgeschneiderte Reklame serviert wird? Ich bin da gerade überfordert; habe aber den Eindruck, dass die Dienste vorwiegend denen nutzen, die sie anbieten und für den Rest die Illusion besteht: Freunde zu haben - oder die Illusion up-to-date zu sein. Ich bin vernetzt - also bin ich.
Twitter - von Zeit zu Zeit zwitschere ich ja, dass es hier einen neue Beitrag gibt. Hat das irgendjemand zur Kenntnis genommen? Nimmt überhaupt irgendjemand irgendwas zur Kenntnis. Warum gibt es Twitter? Sitzt wirklich irgendjemand davor und interessiert sich für das, was andere machen. Die anderen 2.000.000 Freunde? Würde irgendjemandem etwas fehlen, wenn es Twitter nicht gäbe? Ist irgendjemandem etwas in nachhaltiger Erinnerung geblieben, was mit Twitter zu tun hat? Sind die kleinen Klickkästchen virtuelle Statussymbole, mit denen ich zeige, dass ich in der modernen Zeit dabei bin, dass ich sie begriffen habe - dass ich dazu gehöre. Wozu auch immer?
Und vor allem: wen geht es an, wie ich mich im Netz und draußen verhalte?
Hier nun ein paar Links um Thema:
c't Magazin - 2006 - Empfehlung
Stern - April 2010
Spon - April 2010
Spon - Mai 2010
Spon - Mai 2010
Spon - Mai 2010
Heise - April 2010
Eintracht-Forum
Zeit - Sept 2009

