
So sieht das Endergebnis also im Februar aus. Patrick Ochs sagte in einem Interview mit der FR, dass die Eintracht ab nun die Schönspielerei vergessen könne. Dies sahen viele von euch ähnlich, die Schönspielerei belegte den letzten Platz mit lumpigen 3 Stimmen - eindeutig zu wenig.
Jeweils acht Stimmen entfielen auf die Optionen Wilhelm und Lieblingsschüler. Kid hat sich in einem Blogbeitrag ausführlich zum Thema Lieblingsschüler geäußert, auch die Anmerkung des Isaradlers ist durchaus erhellend; allein für den Platz an der Sonne hat es nicht gereicht; ebenso wenig für den Wilhelm.
Die Ursprungsgeschichte ist eine recht lustige, fügte doch ein unbekannter Scherzbold bei Wikipedia in die lange Liste der Vornamen des neuen Bundeswirtschaftsministers einfach ein Wilhelm hinzu, obgleich der neue Bundeswirtschaftsminister, dessen Nachnamen niemand mehr kennt, gar nicht so heisst. Er heisst zwar Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester und Karl-Theodor - aber Wilhelm definitiv nicht. Das ist Fakt. Dies hatten allerdings diverse Medien galant ignoriert. Im Blog-G mutierte die gern genutzte Floskel das ist Fakt recht bald zu das ist Wilhelm. So weit so schön.
Unangefochtener Spitzenreiter im Februar 2009 wurden wir. Die Problemfans. 1200 davon waren vor wenigen Wochen in Karlsruhe zu Gast, als Frankfurter sechs Leuchtraketen fackelten und dazu Rauch und Bengalos entzündeten. Um Missverständnissen vorzubeugen sei gesagt, dass es nicht 1200 Leuchtraketen waren - und dass es abgesehen vom Feuerwerk in und um Karlsruhe relativ ruhig zuging. Die hindert aber weder die FR noch die Pforzheimer Zeitung noch bspw. die Internetseite kA-news.de daran, unisono von 1200 Problemfans zu berichten. Es waren nicht 900, nicht 1100 und nicht 2.500. Gezählte 1200. Nämlich alldiejenigen, die mit den Zügen gefahren sind. Dabei gingen auf der Busfahrt zum Wildpark sensationelle zwei Scheiben kaputt und ein paar Kracher wurden geworfen. Also, nicht 1200 Scheiben und 1200 Bomben, um dies klar zu stellen. Aber jede(r), der dabei war, wurde kurzerhand in Problemfan umdefiniert; auch wenn einfach nur eine günstige Möglichkeit in Anspruch genommen wurde, von Frankfurt nach Karlsruhe zu kommen. Sicher ist es nicht schön, wenn etwas kaputt geht. Und Feuerwerkskörper in die Nähe von Menschen zu werfen geziemt sich auch nicht. Aber spricht jemand von Problemkarnevalisten angesichts dieser Statistik? Nein, wozu auch?
Was sind denn nun die Problemfans? Diejenigen, die nicht brav ihr Geld in die Fanshops tragen und jeden Scheiß mitmachen und akzeptieren, vom Plüschtiermaskottchen bis hin zu flackernden Werbebanden, welche während des Spieles vom eigentlichen Zweck der Zusammenkunft ablenken. Nämlich dem Spiel selbst.
Wenn das so ist, dann waren in Karlsruhe 1201 Problemfans unterwegs; ich wurde in der Auflistung schlicht unterschlagen.
Herzlichen Glückwunsch Problemfans zum Wort des Monats Februar 2009.
