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Dienstag, 15. Dezember 2009
Erster Bundesligaeinsatz für die Nummer 36.
Mehr über und von Marcel-Titsch-Rivero auf 18mal18.
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Marcel Titsch-Rivero
Samstag, 12. Dezember 2009
Heimspiel in Sinsheim oder so. Handwerklich sauber gemacht.
Müde. Feucht. Kalt. Rotz.
Trotz relativ kurzfristigem Entschluss, doch in den beschaulichen Kraichgau zu fahren, konnte ich noch ein Ticket und eine Mitfahrgelegenheit ergattern. Pia war im Auftrag der Kinder unterwegs - und so blieb sowohl sie als auch der silberne Golf in der Metropole des Traditionsvereins; ein herber Verlust für eine Auswärtsfahrt.
Aber Stefan und Christian warteten schon auf mich, als ich gegen halbelf durch die Günthersburgallee marschierte; Mütze und Handschuhe inklusive. Ein kurzer Stopp an der Tankstelle und schon ging es auf die Autobahn - das erste Mal führte uns der Weg nach Sinsheim; zu einem Ort den noch niemals zuvor ein Frankfurter betreten hatte. Wir rauschten problemlos nach Baden-Württemberg; vorbei an Mannheim, Heidelberg und dem Hockenheimring, dessen skurrile Tribüne an eine zerschnittene Konservendose erinnerte. Am weißen Stock hieß ein Parkplatz und es sei nur ein übles Gerücht, dass sich hier die Schiedsrichter zur Weiterfahrt treffen.
Direkt an der Autobahn liegt nicht nur das Industriegebiet von Sinsheim, sondern auch das Technik Museum; dazu ein neu erbautes Stadion in dem von Zeit zu Zeit Bundesligafußball simuliert wird, dazu später mehr.
Wir rollten an den ausgestellten Concordes des Museums vorbei in Richtung Sinsheim-City und parkten auf dem alkoholfreien
Parkplatz der hiesigen Sparkasse. Ein Spaziergang durch den Ort führte uns zwischen Hauptstraße und zerfallenen Fachwerkhäuslein in die Fußgängerzone, ein Weinachtsmärktlein lockte zum Weitergehen bis uns die Gastwirtschaft Linde mit einer Freundschaftstafel mit Frankfurter und Hoffenheimer Freundschaftsbändchen zum Verweilen einlud. Die Linde grüßt Frankfurt und Hoffe. Da setzt man sich gleich hin beim Pinkeln.
Hinter dem Fenster floss gemächlich die Elsenz, ein selbstverständlich nichtschiffbares Flüsslein, was niemanden hier störte. Unbekümmert verspeisten wir die Schnitzel des Tages, umgeben von freundlichen Frankfurtern und ebenso freundlichen Einheimischen und dackelten anschließend zum Bahnhof, wo der Sonderzug schon der Dinge harrte. Aus dem Fenster grüßte Ben, ein kurzer Plausch - und schon durchbrachen wir die Polizeisperre mit einem dezenten Hinweis auf unsere Herkunft.
Gegen die Empfehlung der Polizei, die bereitgestellten Busse zu nutzen, wanderten wir inmitten blau gewandeter Fußballschauer vorbei an Elektromärkten, einem Minarett, durch eine dufte Fanmeile und folgenden Unterführungen Richtung Stadion.
Dort angekommen blökte uns eine Ordnerin freundlich den Weg und schwupps tummelten wir uns zwischen den Eintrachtbussen Richtung Eingang Nordost. Hier ein Hallo, dort ein Guude und schon waren wir inmitten des Gästebereichs. Wir trafen auf Marc der auf seine Schäfchen achtete, und auf Stefan von der FuFa, der mit seinem Jüngsten etwas irritiert ob der geringen Kapazität der Parkplätze für Gästebusse den Kopf schüttelte und gelangten flott und unbedrängt
ins Innere. Andi zupfte an meiner Mütze und verschwand auf der Suche nach einer Toilette, während wir frohgemut die Stehplätze erklommen. Recht steil führten uns die Stufen nach oben, die Sitze waren brav nach hinten geklappt und verschraubt und wir sicherten uns ein Plätzlein in lichter Höhe. Der Blick ins weite Rund bescherte uns eine naturgetreue Nachbildung eines Stadions oder besser gesagt Arena die mich ob der Außendachkonstruktion, der rückwärts abschließenden Plexiglaserhöhung, den blauen Sitzen und den Marathontoren dezent an unser städtisches Stadion erinnerte, wobei der Oberrang fehlte und statt eines Videowürfels feat. Innendach an den Diagonalen zwei Anzeigetafeln prangten.
Etwas überdimensioniert die Glasfassaden der Logen, die sicherlich derzeit gut besucht sind, aber ansonsten wirkte das Bauwerk am Rande der Autobahn weder protzig noch peinlich. Handwerklich sauber gemacht. Etwas irritierend vielleicht an der Außenfassade die Reklame für die Zeitgeist at work; machen wir uns nichts vor, die Zeit des Sportplatzes ist vorbei; früher oder später wird es in Karlsruhe genau so aussehen. Dort jedoch weht ein Hauch von Fußballgeschichte, geprägt von Freud und Leid vieler und nicht die Ambition eines Mannes der geliebt werden will.
11 Frankfurter Feldspieler liefen sich warm; sollte Trainer Skibbe so spielen wollen, liefen Dinge grundsätzlich falsch; später zeigte sich, dass Spycher nicht auflaufen konnte, Köhler sollte dessen Position übernehmen. Ein gelbes, aufblasbares und meterhohes Plastikmännchen wackelte sinnfrei vor dem Gästeblock auf und nieder; ein Mensch in grünem Drachenkostüm erwarb seinen
Lebensunterhalt, indem er für eine Krankenkasse am Spielfeldrand Reklame lief, derweil eine debile Uffta-Version von You'll never walk alone über die Boxen schlich. Laut war es nicht, aber zu laut. Einem Lied die Seele zu rauben ist ein Verbrechen. Es folgten Blurs Song2 und die 7Nation Army, so toll sie auch waren die Songs, damals; so langweilig ist nun, just diese zu spielen - die durch das Abnudeln in so ziemlich jedem Zusammenhang mit Fußball jeden Charme verloren haben. Passt. Der Versuch der Anbiederungen an vermeintlich alle. Doch: Jeder Faust trifft seinen Mephisto.
Hoffi trifft mitten ins Herz. Oder besser: man möge Hoffi dorthin treffen. Hoffi ist das Maskottchen der Einheimischen, wohl als Elch definiert. Aus Plüsch. Wollen wir nicht so streng sein, In Stuttgart heißt es Fritzle und ist ein Krokodil und ähnlich wie in Sinsheim noch nie ein freilaufender Elch gesichtet wurde, so sah je ein Stuttgarter ein lebendiges Krodkodil in Cannstadt[s freier Wildbahn]. In Leverkusen gibt es einen Plüschvirus. Deppenmaskottchen sind nichts Neues, auch hier wurde der Ortsansässige Verein naturgetreu geklont. Hoffi. Handwerklich sauber gemacht.
Nicht fehlen durften dann das Badenerlied mit den Textzeilen:
In Karlsruh’ ist die Residenz,
in Mannheim die Fabrik.
In Rastatt ist die Festung
und das ist Badens Glück.
Trotz relativ kurzfristigem Entschluss, doch in den beschaulichen Kraichgau zu fahren, konnte ich noch ein Ticket und eine Mitfahrgelegenheit ergattern. Pia war im Auftrag der Kinder unterwegs - und so blieb sowohl sie als auch der silberne Golf in der Metropole des Traditionsvereins; ein herber Verlust für eine Auswärtsfahrt.
Aber Stefan und Christian warteten schon auf mich, als ich gegen halbelf durch die Günthersburgallee marschierte; Mütze und Handschuhe inklusive. Ein kurzer Stopp an der Tankstelle und schon ging es auf die Autobahn - das erste Mal führte uns der Weg nach Sinsheim; zu einem Ort den noch niemals zuvor ein Frankfurter betreten hatte. Wir rauschten problemlos nach Baden-Württemberg; vorbei an Mannheim, Heidelberg und dem Hockenheimring, dessen skurrile Tribüne an eine zerschnittene Konservendose erinnerte. Am weißen Stock hieß ein Parkplatz und es sei nur ein übles Gerücht, dass sich hier die Schiedsrichter zur Weiterfahrt treffen.
Direkt an der Autobahn liegt nicht nur das Industriegebiet von Sinsheim, sondern auch das Technik Museum; dazu ein neu erbautes Stadion in dem von Zeit zu Zeit Bundesligafußball simuliert wird, dazu später mehr.Wir rollten an den ausgestellten Concordes des Museums vorbei in Richtung Sinsheim-City und parkten auf dem alkoholfreien
Parkplatz der hiesigen Sparkasse. Ein Spaziergang durch den Ort führte uns zwischen Hauptstraße und zerfallenen Fachwerkhäuslein in die Fußgängerzone, ein Weinachtsmärktlein lockte zum Weitergehen bis uns die Gastwirtschaft Linde mit einer Freundschaftstafel mit Frankfurter und Hoffenheimer Freundschaftsbändchen zum Verweilen einlud. Die Linde grüßt Frankfurt und Hoffe. Da setzt man sich gleich hin beim Pinkeln.Hinter dem Fenster floss gemächlich die Elsenz, ein selbstverständlich nichtschiffbares Flüsslein, was niemanden hier störte. Unbekümmert verspeisten wir die Schnitzel des Tages, umgeben von freundlichen Frankfurtern und ebenso freundlichen Einheimischen und dackelten anschließend zum Bahnhof, wo der Sonderzug schon der Dinge harrte. Aus dem Fenster grüßte Ben, ein kurzer Plausch - und schon durchbrachen wir die Polizeisperre mit einem dezenten Hinweis auf unsere Herkunft.
Gegen die Empfehlung der Polizei, die bereitgestellten Busse zu nutzen, wanderten wir inmitten blau gewandeter Fußballschauer vorbei an Elektromärkten, einem Minarett, durch eine dufte Fanmeile und folgenden Unterführungen Richtung Stadion.Dort angekommen blökte uns eine Ordnerin freundlich den Weg und schwupps tummelten wir uns zwischen den Eintrachtbussen Richtung Eingang Nordost. Hier ein Hallo, dort ein Guude und schon waren wir inmitten des Gästebereichs. Wir trafen auf Marc der auf seine Schäfchen achtete, und auf Stefan von der FuFa, der mit seinem Jüngsten etwas irritiert ob der geringen Kapazität der Parkplätze für Gästebusse den Kopf schüttelte und gelangten flott und unbedrängt
ins Innere. Andi zupfte an meiner Mütze und verschwand auf der Suche nach einer Toilette, während wir frohgemut die Stehplätze erklommen. Recht steil führten uns die Stufen nach oben, die Sitze waren brav nach hinten geklappt und verschraubt und wir sicherten uns ein Plätzlein in lichter Höhe. Der Blick ins weite Rund bescherte uns eine naturgetreue Nachbildung eines Stadions oder besser gesagt Arena die mich ob der Außendachkonstruktion, der rückwärts abschließenden Plexiglaserhöhung, den blauen Sitzen und den Marathontoren dezent an unser städtisches Stadion erinnerte, wobei der Oberrang fehlte und statt eines Videowürfels feat. Innendach an den Diagonalen zwei Anzeigetafeln prangten.Etwas überdimensioniert die Glasfassaden der Logen, die sicherlich derzeit gut besucht sind, aber ansonsten wirkte das Bauwerk am Rande der Autobahn weder protzig noch peinlich. Handwerklich sauber gemacht. Etwas irritierend vielleicht an der Außenfassade die Reklame für die Zeitgeist at work; machen wir uns nichts vor, die Zeit des Sportplatzes ist vorbei; früher oder später wird es in Karlsruhe genau so aussehen. Dort jedoch weht ein Hauch von Fußballgeschichte, geprägt von Freud und Leid vieler und nicht die Ambition eines Mannes der geliebt werden will.
11 Frankfurter Feldspieler liefen sich warm; sollte Trainer Skibbe so spielen wollen, liefen Dinge grundsätzlich falsch; später zeigte sich, dass Spycher nicht auflaufen konnte, Köhler sollte dessen Position übernehmen. Ein gelbes, aufblasbares und meterhohes Plastikmännchen wackelte sinnfrei vor dem Gästeblock auf und nieder; ein Mensch in grünem Drachenkostüm erwarb seinen
Lebensunterhalt, indem er für eine Krankenkasse am Spielfeldrand Reklame lief, derweil eine debile Uffta-Version von You'll never walk alone über die Boxen schlich. Laut war es nicht, aber zu laut. Einem Lied die Seele zu rauben ist ein Verbrechen. Es folgten Blurs Song2 und die 7Nation Army, so toll sie auch waren die Songs, damals; so langweilig ist nun, just diese zu spielen - die durch das Abnudeln in so ziemlich jedem Zusammenhang mit Fußball jeden Charme verloren haben. Passt. Der Versuch der Anbiederungen an vermeintlich alle. Doch: Jeder Faust trifft seinen Mephisto.Hoffi trifft mitten ins Herz. Oder besser: man möge Hoffi dorthin treffen. Hoffi ist das Maskottchen der Einheimischen, wohl als Elch definiert. Aus Plüsch. Wollen wir nicht so streng sein, In Stuttgart heißt es Fritzle und ist ein Krokodil und ähnlich wie in Sinsheim noch nie ein freilaufender Elch gesichtet wurde, so sah je ein Stuttgarter ein lebendiges Krodkodil in Cannstadt[s freier Wildbahn]. In Leverkusen gibt es einen Plüschvirus. Deppenmaskottchen sind nichts Neues, auch hier wurde der Ortsansässige Verein naturgetreu geklont. Hoffi. Handwerklich sauber gemacht.
Nicht fehlen durften dann das Badenerlied mit den Textzeilen:
In Karlsruh’ ist die Residenz,
in Mannheim die Fabrik.
In Rastatt ist die Festung
und das ist Badens Glück.
Ich stelle mir vor, die Kölner würden singen, in Gladbach ist die schönste Kirch, und Altbier unser Glück oder so einen Schmarrn - undenkbar. Ein Frankfurter würde sich denken, in Offenbach isses Gheddo un sonst nix. Naja, der Badener ist schmerzfrei und weltoffen, zumindest bis Stuttgart. Mitgesungen haben eh nur wenige - und das obgleich der Text auf den Anzeigetafeln eingeblendet wurde. Dann kam der Hoffesong. Wir sind Hoffe. Dort sollten sie singen: Der Kraichgau tobt und wir sind mittendrin und stimmen alle (ein). Ich war dort; kann euch reines Gewissen verkünden: Nein, das stimmt nicht. Schwamm drüber. Unterdessen forderte der Stadionsprecher die heimischen Zuschauer auf, aktiv am Ereignis teil zu haben. Diese wedelten daraufhin mit ihren Schals. Wie beim Fußball. Hier wird Stimmung im wahrsten Sinne des Wortes gemacht. Man kann den Zuschauern nicht böse sein, eigentlich wollen sie nichts Arges. Außer Dabeisein. Vor dem Spiel grüßte aus der Heimkurve ein Banner die Gästefans freundlich auf Latein; hätten wir es verstanden hätte die Antwort zweifelsfrei: Huurensöööhne gelautet. Ich kann kein Latein und bin in manchen Filmen schamhaft für die Bösen.
Wie gesagt, Spycher auf der Tribüne, Köhler hinten links. Hinten rechts Sebastian Jung, vor ihm Ochs. Innen Russ und Chris, davor Schwegler und Teber. Links Korkmaz, Mitte Meier und Liberopoulos und im Kasten Nikolov, fehlerfrei vorweg. Die Eintracht ganz in Weiß.
Ein voller Gästeblock war guter Dinge - bis Ibisevic über den Ball säbelte und hinfiel. Schiedsrichter Günter Perl aus Pullach verübelte dies überraschenderweise Selim Teber und entschied auf Strafstoß, der unhaltbar für Nikolov einschlug. 1:0 Salihovic, neunte Minute. SMS Pia: Das war kein Elfer! Doch die Eintracht ließ sich nicht hängen; Chris kämpfte wie ein Wolf, Korkmaz knorzelte sich durch die Reihen der Einheimischen in Blau; nur Hildebrand hatte sich für einen grauen Sweater mit gelber Ziffern entschieden. Pirmin Schwegler behielt die Übersicht. Köhler hielt tapfer gegen Obasi, Ochs und Jung beliefen die rechte Seite. Die Blauen spielten hart, Fouls im Mittelfeld, Fouls in Strafraumnähe. Freistoß Teber, knapp vorbei. Auf anderen Plätzen fielen die Tore im Minutentakt, hier wollte die Kugel trotz beherztem Spiel der Eintracht nicht mehr bis zur Pause ins Netz.Halbzeit zwei brachte ein ähnliches Bild; Zwingende Chancen erarbeitete sich die Eintracht nicht; ich hätte mir zu diesem Zeitpunkt einen Elfmeter gewünscht. Die Gastgeber stießen eins- zweimal gefährlich durch, folgenlos. Nach 61 Minuten jedoch wurde die engagierte Leistung der Eintracht belohnt, Schwegler hatte 25 Meter vor dem Tor schön viel Platz, zog kultiviert ab , der Ball meinte es gut, wurde abgefälscht und senkte sich über Hildebrand ins Netz. Wahnsinn. Ausgleich. High Five und breite Freude allenthalben. Der Gästeblock, der bis dato relativ konsequent im Frankfurter Charme durchsupportet hatte, ohne jedoch Sinnsheim in Schutt und Asche zu legen, tobte.
Glück dass Schiedsrichter Perl aus Pullach bei einer Szene, welche Marco Russ später im Fernsehen wie folgt kommentieren sollte: Man sieht glaube ich, dass mein Arm zur Hand geht keinen Elfer gegen die Eintracht pfiff. Heimtrainer Rangnick zornte, grollte, wandelte am Rande eines Stadionverbotes - daraufhin fielen Spieler der Blauen von Zeit zu Zeit im Strafraum hin, wirkungslos, zu Recht. Von oben fiel leichter Schnee.
Ochs auf Jung, schönes Kombinationsspiel; die Flanke findet keinen Abnehmer. Und dann kommt die 84. Minute. Der Schweizer Korkmaz, wie später im HR zu hören war, hatte sich verletzt und für ihn sollte ein Spieler kommen, dessen allerersten Minuten in der Bundesliga nun bevorstanden. Marcel Titsch-Rivero, den Stefan Krieger und ich in dieser Saison im Blog 18mal18 begleiten, hatte geschafft, wovon er noch vor wenigen Tagen geträumt hatte: Sein erster Profieinsatz wurde Wirklichkeit für den Jungen, der schon wie Jung, Ochs, Preuß und Russ in der U17 für die Eintracht gekickt hatte. Die Nummer 36 stand auf dem Platz; ich habe mich riesig für ihn gefreut. Herzlichen Glückwunsch, die Reise geht weiter.Marcel hatte sogar noch eine Chance auf dem Fuß, drang in den Strafraum ein - und scheiterte am Schlussmann des Gastgebers. Liberopoulos ärgerte sich, schimpfte mit ihm, Titsch-Rivero hätte wohl abspielen sollen. Doch dann munterte der alte Fuchs den jungen Dachs mit einem freundschaftlichen Klapps wieder auf: Weiter geht's. Um ein Haar hätte Chris dann noch das Siegtor erzielt.
In der 89. Minute wurde ein weiterer Traum Wirklichkeit. Christoph Preuß , unsere Nummer 20, stand an der Außenlinie, bereit zum Wechsel. Bald zwei Jahre hatte Christoph auf diesen Moment gewartet, hingearbeitet; Rückschläge weggesteckt und kleine Erfolge erzielt. Das erste Laufen, Einzeltraining, Laktattest, leichtes Mannschaftstraining, Freundschaftsspiel, U23 und nun wieder Bundesliga. Die Kurve feierte die Einwechslung (Teber ging) mit Sprechchören: Chriiistoph Preuuuß tönte es durchs Stadion, ein toller Moment; ein grandioser Moment.
Dann war Schluss, die Eintracht hatte sich einen Punkt redlich verdient; einen Punkt, den wir auch schön feierten. Stefan, Christian und ich verließen das Stadion erhobenen Hauptes und blieben an einer Straßensperre hängen. Die Ordner waren selbst irritiert über ihre eigene Tätigkeit, Heimfans schlüpften auf unsere Seite; wir jedoch glotzen auf die Lichter der auf der anderen Seite wartenden Autos. Bald schlupften wir ebenfalls auf die andere Seite, grüßten Frauke und Öri und liefen wohlgelaunt unseres Wegs. Ziel, wie kann es anders sein, die Fanmeile. Naja, ein paar Buden, Glühwein für zwei Euro und Menschen am quasseln. Zaun drumrum, Fanmeile. Gehört halt dazu. So wie vieles für die Installateure des Ereignisses Fußball im Kraichgau dazugehört. Handwerklich sauber gemacht. Oder anders: Überall ein bisschen abgeschaut, hochgradige Peinlichkeitsfaktoren fließen zwar mit ein (Wir sind Hoffe), im Großen und Ganzen jedoch scheint die Inszenierung nicht ungeschickt gemacht. Zeitgeist at work, so könnte das Erlebnis Erstliga-Fußball simuliert werden.
Jedoch: So ist es aber nicht. Es fehlt die Seele, die wirkliche Leidenschaft, das Durchdringen und Erleben und das eigene Profil. Die heimatlichen Zuschauer lernen Bundesliga, sind ruhig, und sauber, pfeifen Schmähgesang brav aus und sind bei einem Ereignis dabei, das den Charakter der Gegend irritiert. So ählich wie ein überdimensionalern Vergnügungspark auf dem Lande, der allen Arbeit gibt und Narrenmasken dazu.
Auf dem Heimweg erinnerten wir uns an vergangene Spieler der Eintracht und deren Herkunft, an die Österreicher Pezzey und Huberts oder Lexa, an die Tschechen Rada und Obajidin oder den Brasilianer Nascimento. An Yeboah und Okocha, Tore Pedersen oder Jörn Andersen, Tibor Dombi und Lajos Detari. Ne ganze Menge Namen fielen uns ein; Schweizer, Spanier, Polen, Albaner. Doch welcher Holländer spielte bei der Eintracht?
Genau, Arie van Lent.
Ein kurzer Stopp bei einem Baumarkt in Mannheim folgte. Während Stefan ein Teppichmesser besorgte, verkündete der Marktlautsprecher: Herr Hildebrand bitte zur Werkstattinformation oder so ähnlich. Das lassen wir dann mal so stehen.
Flott sausten wir Richtung Frankfurt, über A5 und A3 und A661 nach Bornheim und oben am Günthersburgpark verabschiedete ich mich von meinen beiden Begleitern Christian und Stefan, bedankte mich für die schöne Fahrt, vergaß meine Handschuhe im Auto und dackelte zu Pia. Schön war's. Aber mir war kalt. Da bisde wieder. meinte sie lachend . Ja. Und das ist auch schön.

Montag, 7. Dezember 2009
Marcel Titsch-Rivero im Gespräch
Nach dem enttäuschenden 1:1 der U23 von Eintracht Frankfurt gegen die SG Sonnenhof Großaspach stand uns Marcel Titsch-Rivero, Jungprofi bei Eintracht Frankfurt, für ein kleines Interview zur Verfügung."
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U23
Dienstag, 17. November 2009
Dienstag, 20. Oktober 2009
Premiere im Profikader - Marcel Titsch-Rivero
.
Nach dem Spiel von Eintracht Frankfurt gegen Hannover 96 stand Marcel Titsch-Rivero in der Mixed-Zone und strahlte. Marcel war soeben zum ersten mal in den Bundesligakader der Eintracht berufen worden. Und auch wenn er beim 2:1 Sieg der Hessen nicht zum Einsatz kam, war dies doch ein großer Tag für ihn.
Es ist ein tolles Gefühl, wenn du durch den Spielertunnel zum Warmmachen auf das Feld läufst und die Fans siehst, den Rasen – einfach nur Gänsehaut...
Weiter geht es hier, auf 18mal18
Nach dem Spiel von Eintracht Frankfurt gegen Hannover 96 stand Marcel Titsch-Rivero in der Mixed-Zone und strahlte. Marcel war soeben zum ersten mal in den Bundesligakader der Eintracht berufen worden. Und auch wenn er beim 2:1 Sieg der Hessen nicht zum Einsatz kam, war dies doch ein großer Tag für ihn.
Es ist ein tolles Gefühl, wenn du durch den Spielertunnel zum Warmmachen auf das Feld läufst und die Fans siehst, den Rasen – einfach nur Gänsehaut...
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Marcel Titsch-Rivero
Samstag, 26. September 2009
Klarstellung zu FR-Artikel
In der Heimspielbeilage der Frankfurter Rundschau vom 25.09. 2009 und auch online schreibt Thomas Kilchenstein u.a. folgendes über Marcel Titsch-Rivero, den Stefan Krieger und ich seit dieser Saison im Projekt 18mal18 begleiten:
Ich weise hiermit darauf hin, dass die Formulierung von der FR begleitet nur bedingt richtig ist. Ich selbst habe mit der FR nichts zu tun, weder arbeite ich im Auftrag, noch bekomme ich Geld noch sonst irgend etwas. Richtig ist, dass Stefans Blog im Rahmen des Online-Auftrittes der FR erscheint. Fragt sich, weshalb T. Kilchenstein formuliert, wie er formuliert, obgleich er es besser wissen müsste.
Donnerstag, 17. September 2009
Marcel Titsch-Rivero - Die Nummer 36 wird Profi
Nein, ich bin überhaupt nicht zufrieden. Ich rege mich tierisch drüber auf, dass wir den Ausgleich durch so eine blöde Standardsituation fangen. Ich wollte das Spiel unbedingt gewinnen. Marcel Titsch-Rivero ist Minuten nach dem Abpfiff der Partie zwischen der U23 von Eintracht Frankfurt und SSV Reutlingen in der Regionalliga Süd (Endstand 1:1) sichtlich angefressen ...
Hier geht es weiter - in Rahmen unserer Begleitung von Marcel Titsch-Rivero auf der Seite 18mal18, dem Mann, der nun offiziell die Nummer 36 trägt.
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Stefan Krieger
Freitag, 11. September 2009
18mal18 - Beves Welt und Blog_G über Marcel Titsch-Rivero
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Es gibt da eine neue Seite in dieser Internetsituation, und die nennt sich “18mal18“.
Weil ich faul bin, kopiere ich hier einfach mal ein paar Auszüge aus der Vorstellung der Seite rein:
“Meine Damen und Herren, es ist mir eine große Ehre, nach einem gutem Monat Vorarbeit 18mal18 heute hier offiziell freizuschalten. 18mal18 ist ein Experiment. 18 Autoren widmen sich je einem 18-jährigem Nachwuchsspieler aus einem der 18 Bundesligavereine. Die Autoren adoptieren den hoffnungsvollen Jungprofi für ein Jahr und begleiten ihn auf dem Weg vom Talent zum etabliertem Bundesligaprofi oder beim Zerplatzen der großen Träume. Genauso wenig, wie wir wissen, ob “unsere” Spieler in den nächsten Monaten plötzlich Kandidaten für die WM-Teilnahme werden oder klammheimlich nach Paderborn ausgeliehen werden, wissen wir, wie sich das Ganze hier entwickeln wird. Wie jedes Gemeinschaftsprojekt dieser Größenordnung gibt es gewisse Risiken – schließlich sind wir unterschiedliche Menschen verstreut über das ganze Land. Wir kalkulieren den triumphalen Erfolg genauso ein wie das jämmerliche Scheitern. Jeder Autor entscheidet frei, ob er kilometerweise Statistiken analysiert, meinungsstark über die Frisur seines Spielers lästert oder per Skype mit seinem Patenkind Länderspiele kommentiert. Klar ist, dass wir uns dem Thema “Hoffnungen für den deutschen Fußball” mit viel Platz und auf eine andere Art und Weise als in den einschlägigen Medien widmen wollen.”
Der fantastische Stefan Krieger, der sich selbst eher als Lederhutträger ohne Lederhut bezeichnen würde und meine Nichtigkeit, die sich schon mal sarkastisch mit den Worten “Beruf: Eintrachtfan!” vorgestellt hat, haben es sich zur Aufgabe gemacht, einen Nachwuchsspieler der Eintracht über die Saison zu begleiten. Unsere Wahl fiel aus Gründen, die hier nicht zur Debatte stehen und die wir nicht verraten, auf Marcel Titsch-Rivero.
Unseren ersten Artikel auf “18mal18″ findet der geneigte Leser hier.
Es gibt da eine neue Seite in dieser Internetsituation, und die nennt sich “18mal18“.
Weil ich faul bin, kopiere ich hier einfach mal ein paar Auszüge aus der Vorstellung der Seite rein:
“Meine Damen und Herren, es ist mir eine große Ehre, nach einem gutem Monat Vorarbeit 18mal18 heute hier offiziell freizuschalten. 18mal18 ist ein Experiment. 18 Autoren widmen sich je einem 18-jährigem Nachwuchsspieler aus einem der 18 Bundesligavereine. Die Autoren adoptieren den hoffnungsvollen Jungprofi für ein Jahr und begleiten ihn auf dem Weg vom Talent zum etabliertem Bundesligaprofi oder beim Zerplatzen der großen Träume. Genauso wenig, wie wir wissen, ob “unsere” Spieler in den nächsten Monaten plötzlich Kandidaten für die WM-Teilnahme werden oder klammheimlich nach Paderborn ausgeliehen werden, wissen wir, wie sich das Ganze hier entwickeln wird. Wie jedes Gemeinschaftsprojekt dieser Größenordnung gibt es gewisse Risiken – schließlich sind wir unterschiedliche Menschen verstreut über das ganze Land. Wir kalkulieren den triumphalen Erfolg genauso ein wie das jämmerliche Scheitern. Jeder Autor entscheidet frei, ob er kilometerweise Statistiken analysiert, meinungsstark über die Frisur seines Spielers lästert oder per Skype mit seinem Patenkind Länderspiele kommentiert. Klar ist, dass wir uns dem Thema “Hoffnungen für den deutschen Fußball” mit viel Platz und auf eine andere Art und Weise als in den einschlägigen Medien widmen wollen.”
Der fantastische Stefan Krieger, der sich selbst eher als Lederhutträger ohne Lederhut bezeichnen würde und meine Nichtigkeit, die sich schon mal sarkastisch mit den Worten “Beruf: Eintrachtfan!” vorgestellt hat, haben es sich zur Aufgabe gemacht, einen Nachwuchsspieler der Eintracht über die Saison zu begleiten. Unsere Wahl fiel aus Gründen, die hier nicht zur Debatte stehen und die wir nicht verraten, auf Marcel Titsch-Rivero.
Unseren ersten Artikel auf “18mal18″ findet der geneigte Leser hier.
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Stefan Krieger
Montag, 13. Juli 2009
Heimspiel in Stadtallendorf
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Vor einiger Zeit funkte mich Werner Fleckna an, seines Zeichens Ehrenmitglied des EFC Adlerhorst Stadtallendorf und fragte mich, ob ich zum zwanzigjährigen Jubiläum des EFCs beim Freundschaftsspiel in Stadtallendorf zwischen der dortigen Eintracht und der Frankfurter Eintracht den Stadionsprecher geben wolle. Natürlich wollte ich, immerhin hatte ich bislang erst einmal das Vergnügen, die Profis anzusagen, 2005 war's beim Freundschaftskick der Eintracht gegen den KSC in Eschborn, und so rollte ich mit Mutters knallrotem Micra gegen halb Zwölf auf die Autobahn. Micra? Knallrot? Da fehlt doch etwas könnte man meinen - genau: der silberne
Golf. Der war kurz zuvor mitsamt Pia und den Kids in Richtung Ferien aufgebrochen - und so hatte ich meiner Mutter den Micra aus den Rippen geleiert. Der Vorteil: Ich war mobil. Der Nachteil: Nichtrauchen im Fahrzeug und dazu ein festeingestellter HR4-Sender im Autoradio.
Flott röhrten wir über den Highway (der Micra und ich), die Lautstärke des Radios wurde auf "Null" gesetzt und Gott sei's gedankt war wenig los auf der A5, die meisten Urlauber hatten sich wohl schon gestern auf die Reise gemacht und so rollte ich bald an der Anschlussstelle Homberg/Ohm auf die Landstraße hinweg durch das sonntagmittägliche Hessen. Östlich lag der Vogelsberg, westlich Marburg und mittendrin traf sich die Hessen zum Mittagessen.
Durch Wald und Feld und Gemeinden wie Nieder Ofleiden erreichte ich Stadtallendorf und nach wenigen Minuten auch das Herrenwaldstadion, den Ort der heutigen Veranstaltung.
Der Himmel gab sich ein wenig bedeckt, die Ordner freundlich und alsbald entdeckte ich Werner, mit dem ich noch einige Einzelheiten besprach, während der Nachwuchs auf dem Feld schon tapfer um Ball und Tore kämpfte. Unter der kleinen Haupttribüne sollte ich ganz oben mein Plätzlein finden, eine Anlage war aufgebaut, Boxen rund um den Sportplatz verkabelt und so blieb zunächst nichts Anderes zu tun, als
das Mikro auszuprobieren und meine Runde zu drehen. Ein Autohändler präsentierte seine Fahrzeuge am Spielfeldrand, Bier- und Wurstbuden waren aufgebaut, auch ein mobiler Fanshop der Frankfurter Eintracht wartete auf Kundschaft, während ein großes Banner des EFCs munter im Wind flatterte. Die ganze Anlage trug wie so viele Sportplätze den Charme des sanften Verfalls in sich, wie anders fühlt sich hier noch das Erlebnis Fußball an im Vergleich zu den facegelifteten Arenen, die zwar ein Event beherbergen mögen, aber kein Leben - mit all seinen Kratzern und Geschichten.
Peu a peu trudelten die Besucher ein, viele Helfer, vor allem aus dem Fanclub, wuselten umher, Kinder gaben sich gegenseitig Autogramme und schon stand das Vorspiel auf dem Programm. Die zweite Mannschaft des TSV Eintracht Stadtallendorf kickte gegen eine Auswahl des Fanclubs, die sich lange Zeit in hübschen orange-schwarzen Trikots gegen die sich anbahnende Torflut wehrte. Inmitten des Spiels rollte der Bus der Eintracht an, gefolgt von einem Schwarm Kinder, die wie Möwen um einen Fischkutter umherschwirrten. Dem großen Spiel sollte also nichts mehr im Wege stehen.
Ich begrüßte brav die Zuschauer, die mittlerweile in Mengen ins Stadion strömten, begrüßte die Teams und auch das EFC Ehrenmitglied Rolf Heller, der als Präsident der Eintracht in stürmischen Zeiten den Club aus den Tiefen wieder ans Licht gebracht hatte; dankte dem EFC und den Sponsoren ebenso wie dem Bürgermeister, der als Schirmherr fungierte und wies daraufhin, dass in wenigen Tagen hier in der Hessentagsstadt 2010 die Rockkapelle Staus Quo zu Gast sein wird. Aus den Boxen wummerte Thunderstruck von AC-DC, später Peter Fox, während sich die Mannschaften auf dem Platz warm machten.
Die örtliche Presse war mittlerweile eingetroffen, das Hessentagspaar präsentierte sich den Fotografen und bei Verkündung der Aufstellungen stellte ich fest, dass unsere Nummer 36, Marcel Titsch-Rivero, noch nicht jedem bekannt war. Einige fehlten, auf Frankfurter Seite bspw. Amanatidis, Chris, Fenin, Spycher und Toski und auf Stadtallendorfer Seite Mario Schudy, der sich im Mittwochs-Training schwer verletzt hatte und nun, beim Höhepunkt der Saison, immerhin für zwei Stunden das Krankenhaus verlassen durfte - um seinen Kumpels beim Kampf gegen den schier übermächtigen Gegner zusehen zu können. Die Stadtallendorfer jedoch waren keineswegs zu unterschätzen, hatten sie doch in der voran gegangenen Saison hier im Stadion in der Hessenliga gerade Mal ein Spiel verloren - und dies als Aufsteiger. Bernie funkte mich an, ob da tatsächlich meine Stimme aus den Lautsprechern quoll; ich konnte nicht anders, ich bejahte.
Den Anstoß vollführte das älteste Mitglied des EFCs, der 89jährige Herr Weber und schon rollte die Kugel. Die Eintracht, angetreten mit einer besseren B-Elf (Fährmann, Ochs, Petkovic, Russ, Bellaid, Jung, Steinhöfer, Tosun, Titsch-Rivero, Köhler, Liberopoulos) führte nach wenigen Minuten mit 1:0 durch Sebastian Jung, einem Treffer den ich zunächst Tosun zuschrieb. Später erhöhte Steinhöfer auf 2:0, ein Ergebnis, mit dem es auch in die Halbzeit ging.
Der erste wirkliche Höhepunkt erfolgte in der Halbzeitpause: Der Eintracht Fan René marschierte mit mir auf den Platz, und wir holten dessen Freundin Sabrina aus der Kurve, die ebenfalls mitkam. Und dann fiel René vor ein paar Tausend Zuschauern (darunter Vorstandsmitglied Dr. Thomas Pröckl) auf die Knie und hielt um die Hand seiner Freundin an, was diese mit Glückstränen in den Augen freudig annahm. Großer Applaus, inniger Kuss - ein Tag, der für die beiden unvergessen bleiben wird. Alles Gute von hier.
Mittlerweile war Attila gelandet und zog die Aufmerksamkeit auf sich und schon ging's weiter mit Halbzeit Zwei. Pröll spielte nun für Fährmann im Tor (der mit einer tollen Parade kurz vor der Pause den Anschlusstreffer verhindert hatte) und Mahdavikia verteidigte für Ochs. Kurz darauf fiel dann tatsächlich der Treffer für Stadtallendorf, Pröll ließ einen Ball abklatschen und Fabio Eidelwein schob die Kugel ungerührt ins Netz. Ich hatte davon nur die Hälfte mitbekommen, weil neben mir zwei Jungs schluchzend ihren Onkel suchten - der auch bald darauf gefunden wurde.
Dies hinderte das Team von Stadtallendorf jedoch nicht, den Ausgleich zu erzielen. Nach einer tollen Flanke wuchtete Serkan Atas das Leder ins Netz. 2:2. Oha.
Nun wurde bei den Frankfurtern kräftig gewechselt; Teber und Korkmaz, Meier und Caio kamen aufs Feld und taten sich genau so schwer, wie die Buben zuvor. Ruppiger wurde es, kleine Nickligkeiten prägten das Bild und ein überragender Torhüter namens Olujic, der einen Ball nach dem anderen aus dem Kasten fischte. Gegen Ende kam sogar Farbe ins Spiel inklusive Rudelbildung - und so kam was kommen musste: 10 Stadtallendorfer kämpften gegen 11 Frankfurter und mit dem Schlusspfiff erzielten diese dann doch noch das 3:2. Torschütze in letzter Sekunde war Cenk Tosun, nachdem sich das heimische Team zuvor noch verzweifelt gewehrt hatte. Trotzdem, wir sahen eine großartige Leistung des Hessenligisten - und eine Eintracht, die mindestens noch eine Schippe drauflege muss, um fürderhin zu bestehen. Aber: Wichtig ist Offenbach.
Mit dem Schlusspfiff sausten die Kids auf das Spielfeld, aus den Augenwinkeln entdeckte ich Maik Franz, der umringt von den Bengeln tapfer Autogramme schrieb und so packte ich meinen
Kram zusammen, bedankte mich bei den Veranstaltern vom EFC Adlerhorst Stadtallendorf, trank ein Abschlussbierchen und machte mich auf Richtung Heimat.
Ich ließ Stadtallendorf hinter mir, und fuhr in die untergehende Sonne. Diesmal blieb ich auf der Landstraße, genoss die Natur und
die Wolkenbilder und nun passte auch die Mischung aus Operette und Schlager, die mir HR4 offerierte. Ruhig war es am Sonntagabend, die Menschen saßen vor dem Fernseher und dem Tatort; Homberg/Ohm, Grünberg, Hungen, Friedberg, Frankfurt - der Micra schnurrte vor sich hin und erreichte pünktlich zum Schweden-Krimi das Frankfurter Nordend. Morgen geht er wieder in Mamas Obhut. Danke.
Vor einiger Zeit funkte mich Werner Fleckna an, seines Zeichens Ehrenmitglied des EFC Adlerhorst Stadtallendorf und fragte mich, ob ich zum zwanzigjährigen Jubiläum des EFCs beim Freundschaftsspiel in Stadtallendorf zwischen der dortigen Eintracht und der Frankfurter Eintracht den Stadionsprecher geben wolle. Natürlich wollte ich, immerhin hatte ich bislang erst einmal das Vergnügen, die Profis anzusagen, 2005 war's beim Freundschaftskick der Eintracht gegen den KSC in Eschborn, und so rollte ich mit Mutters knallrotem Micra gegen halb Zwölf auf die Autobahn. Micra? Knallrot? Da fehlt doch etwas könnte man meinen - genau: der silberne
Golf. Der war kurz zuvor mitsamt Pia und den Kids in Richtung Ferien aufgebrochen - und so hatte ich meiner Mutter den Micra aus den Rippen geleiert. Der Vorteil: Ich war mobil. Der Nachteil: Nichtrauchen im Fahrzeug und dazu ein festeingestellter HR4-Sender im Autoradio.Flott röhrten wir über den Highway (der Micra und ich), die Lautstärke des Radios wurde auf "Null" gesetzt und Gott sei's gedankt war wenig los auf der A5, die meisten Urlauber hatten sich wohl schon gestern auf die Reise gemacht und so rollte ich bald an der Anschlussstelle Homberg/Ohm auf die Landstraße hinweg durch das sonntagmittägliche Hessen. Östlich lag der Vogelsberg, westlich Marburg und mittendrin traf sich die Hessen zum Mittagessen.
Durch Wald und Feld und Gemeinden wie Nieder Ofleiden erreichte ich Stadtallendorf und nach wenigen Minuten auch das Herrenwaldstadion, den Ort der heutigen Veranstaltung.Der Himmel gab sich ein wenig bedeckt, die Ordner freundlich und alsbald entdeckte ich Werner, mit dem ich noch einige Einzelheiten besprach, während der Nachwuchs auf dem Feld schon tapfer um Ball und Tore kämpfte. Unter der kleinen Haupttribüne sollte ich ganz oben mein Plätzlein finden, eine Anlage war aufgebaut, Boxen rund um den Sportplatz verkabelt und so blieb zunächst nichts Anderes zu tun, als
das Mikro auszuprobieren und meine Runde zu drehen. Ein Autohändler präsentierte seine Fahrzeuge am Spielfeldrand, Bier- und Wurstbuden waren aufgebaut, auch ein mobiler Fanshop der Frankfurter Eintracht wartete auf Kundschaft, während ein großes Banner des EFCs munter im Wind flatterte. Die ganze Anlage trug wie so viele Sportplätze den Charme des sanften Verfalls in sich, wie anders fühlt sich hier noch das Erlebnis Fußball an im Vergleich zu den facegelifteten Arenen, die zwar ein Event beherbergen mögen, aber kein Leben - mit all seinen Kratzern und Geschichten.Peu a peu trudelten die Besucher ein, viele Helfer, vor allem aus dem Fanclub, wuselten umher, Kinder gaben sich gegenseitig Autogramme und schon stand das Vorspiel auf dem Programm. Die zweite Mannschaft des TSV Eintracht Stadtallendorf kickte gegen eine Auswahl des Fanclubs, die sich lange Zeit in hübschen orange-schwarzen Trikots gegen die sich anbahnende Torflut wehrte. Inmitten des Spiels rollte der Bus der Eintracht an, gefolgt von einem Schwarm Kinder, die wie Möwen um einen Fischkutter umherschwirrten. Dem großen Spiel sollte also nichts mehr im Wege stehen.
Ich begrüßte brav die Zuschauer, die mittlerweile in Mengen ins Stadion strömten, begrüßte die Teams und auch das EFC Ehrenmitglied Rolf Heller, der als Präsident der Eintracht in stürmischen Zeiten den Club aus den Tiefen wieder ans Licht gebracht hatte; dankte dem EFC und den Sponsoren ebenso wie dem Bürgermeister, der als Schirmherr fungierte und wies daraufhin, dass in wenigen Tagen hier in der Hessentagsstadt 2010 die Rockkapelle Staus Quo zu Gast sein wird. Aus den Boxen wummerte Thunderstruck von AC-DC, später Peter Fox, während sich die Mannschaften auf dem Platz warm machten.
Die örtliche Presse war mittlerweile eingetroffen, das Hessentagspaar präsentierte sich den Fotografen und bei Verkündung der Aufstellungen stellte ich fest, dass unsere Nummer 36, Marcel Titsch-Rivero, noch nicht jedem bekannt war. Einige fehlten, auf Frankfurter Seite bspw. Amanatidis, Chris, Fenin, Spycher und Toski und auf Stadtallendorfer Seite Mario Schudy, der sich im Mittwochs-Training schwer verletzt hatte und nun, beim Höhepunkt der Saison, immerhin für zwei Stunden das Krankenhaus verlassen durfte - um seinen Kumpels beim Kampf gegen den schier übermächtigen Gegner zusehen zu können. Die Stadtallendorfer jedoch waren keineswegs zu unterschätzen, hatten sie doch in der voran gegangenen Saison hier im Stadion in der Hessenliga gerade Mal ein Spiel verloren - und dies als Aufsteiger. Bernie funkte mich an, ob da tatsächlich meine Stimme aus den Lautsprechern quoll; ich konnte nicht anders, ich bejahte.
Den Anstoß vollführte das älteste Mitglied des EFCs, der 89jährige Herr Weber und schon rollte die Kugel. Die Eintracht, angetreten mit einer besseren B-Elf (Fährmann, Ochs, Petkovic, Russ, Bellaid, Jung, Steinhöfer, Tosun, Titsch-Rivero, Köhler, Liberopoulos) führte nach wenigen Minuten mit 1:0 durch Sebastian Jung, einem Treffer den ich zunächst Tosun zuschrieb. Später erhöhte Steinhöfer auf 2:0, ein Ergebnis, mit dem es auch in die Halbzeit ging.Der erste wirkliche Höhepunkt erfolgte in der Halbzeitpause: Der Eintracht Fan René marschierte mit mir auf den Platz, und wir holten dessen Freundin Sabrina aus der Kurve, die ebenfalls mitkam. Und dann fiel René vor ein paar Tausend Zuschauern (darunter Vorstandsmitglied Dr. Thomas Pröckl) auf die Knie und hielt um die Hand seiner Freundin an, was diese mit Glückstränen in den Augen freudig annahm. Großer Applaus, inniger Kuss - ein Tag, der für die beiden unvergessen bleiben wird. Alles Gute von hier.
Mittlerweile war Attila gelandet und zog die Aufmerksamkeit auf sich und schon ging's weiter mit Halbzeit Zwei. Pröll spielte nun für Fährmann im Tor (der mit einer tollen Parade kurz vor der Pause den Anschlusstreffer verhindert hatte) und Mahdavikia verteidigte für Ochs. Kurz darauf fiel dann tatsächlich der Treffer für Stadtallendorf, Pröll ließ einen Ball abklatschen und Fabio Eidelwein schob die Kugel ungerührt ins Netz. Ich hatte davon nur die Hälfte mitbekommen, weil neben mir zwei Jungs schluchzend ihren Onkel suchten - der auch bald darauf gefunden wurde.
Dies hinderte das Team von Stadtallendorf jedoch nicht, den Ausgleich zu erzielen. Nach einer tollen Flanke wuchtete Serkan Atas das Leder ins Netz. 2:2. Oha.
Nun wurde bei den Frankfurtern kräftig gewechselt; Teber und Korkmaz, Meier und Caio kamen aufs Feld und taten sich genau so schwer, wie die Buben zuvor. Ruppiger wurde es, kleine Nickligkeiten prägten das Bild und ein überragender Torhüter namens Olujic, der einen Ball nach dem anderen aus dem Kasten fischte. Gegen Ende kam sogar Farbe ins Spiel inklusive Rudelbildung - und so kam was kommen musste: 10 Stadtallendorfer kämpften gegen 11 Frankfurter und mit dem Schlusspfiff erzielten diese dann doch noch das 3:2. Torschütze in letzter Sekunde war Cenk Tosun, nachdem sich das heimische Team zuvor noch verzweifelt gewehrt hatte. Trotzdem, wir sahen eine großartige Leistung des Hessenligisten - und eine Eintracht, die mindestens noch eine Schippe drauflege muss, um fürderhin zu bestehen. Aber: Wichtig ist Offenbach.
Mit dem Schlusspfiff sausten die Kids auf das Spielfeld, aus den Augenwinkeln entdeckte ich Maik Franz, der umringt von den Bengeln tapfer Autogramme schrieb und so packte ich meinen
Kram zusammen, bedankte mich bei den Veranstaltern vom EFC Adlerhorst Stadtallendorf, trank ein Abschlussbierchen und machte mich auf Richtung Heimat.Ich ließ Stadtallendorf hinter mir, und fuhr in die untergehende Sonne. Diesmal blieb ich auf der Landstraße, genoss die Natur und
die Wolkenbilder und nun passte auch die Mischung aus Operette und Schlager, die mir HR4 offerierte. Ruhig war es am Sonntagabend, die Menschen saßen vor dem Fernseher und dem Tatort; Homberg/Ohm, Grünberg, Hungen, Friedberg, Frankfurt - der Micra schnurrte vor sich hin und erreichte pünktlich zum Schweden-Krimi das Frankfurter Nordend. Morgen geht er wieder in Mamas Obhut. Danke.
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