Allenthalben ist die Rede von einer tollen Saison, von sensationellen 46 Punkten und einer nahezu überragenden Platzierung. Dies mag zutreffen, wenn man die Vorsaison zum Maßstab nimmt; jene Seuchensaison, welche nach Verletzungen, Querelen um die vorzeitige Vertragsverlängerung des damaligen Trainers, nach der grotesken Spielverlegung gegen den KSC ob des Madonna-Konzertes und mehrfachem Stimmungsboykott sowie der ein oder anderen seltsamen Trainerentscheidung letztlich mit 33 Pünktchen abgeschlossen wurde - mit dem Minimalziel Klassenerhalt. Just jene 33 Pünktchen hätten auch dies Jahr zum Verbleib in der ersten Liga berechtigt. Überragend aber wäre dieses Jahr für die Eintracht ein machbarer sechster Platz gewesen; die Möglichkeiten und die Fähigkeiten waren gegeben.
Was noch im letzten Jahr ein verzweifelter Wunsch blieb, nämlich ein Sieg gegen die Großen der Liga, ist nun mehrfach und eindrucksvoll gelungen: Heimsiege gegen München, Bremen und Leverkusen, dazu Dreier in Bremen und Dortmund, das vielleicht stärkste Spiel der Eintracht während der vergangenen Saison; der emotionalste Sieg sicherlich der gegen die Bayern. Dem stehen aber gegenüber: kein Sieg gegen Köln, Gladbach, Hoffenheim und Nürnberg, die Niederlage in Hannover, das Desaster in Leverkusen sowie die Schlappe im Pokal gegen München als auch traditionelle null Punkte gegen Schalke und Stuttgart - im Ergebnis stehen nach 33 Spielen 46 Punkte zu Buche, ein Wert, der 2007/2008 ebenfalls erreicht wurde - jedoch nach 34 Partien. Sensationell?
Nikolov, Pröll, Ochs, Köhler, Meier, Russ, Chris dazu Vasoski standen schon zu Zweitligazeiten im Kader der Eintracht, mit Spycher und Amanatidis sowie Preuß stießen weitere zwei nach dem Aufstieg 2005 dazu. Nimmt man nun noch Jung, Titsch-Rivero, Toski und Zimmermann dazu, die in jenen Jahren ebenfalls schon für die Eintracht kickten (wenn auch für die Jugend), dann verweist dies auf eine erstaunlich Kontinuität, die durch Torwarttrainer Andi Menger ergänzt wird, der ebenfalls schon seit 2001 dabei, ist - wenn auch zu Beginn noch als Torhüter ohne Einsatz. Diese Kontinuität - und die Entwicklung der Spieler, allen voran Meier - war ein Garant für die Etablierung in der ersten Liga; eine Erfahrung, aus der nicht genug Lehren gezogen werden können.
Schlechter als Platz 10 wird die Eintracht definitiv nicht abschneiden - und besser als 8 auch nicht - damit können die meisten leben.
Trauriger Tiefpunkt der Saison war das Karriereende von Christoph Preuß, der fortan außerhalb des grünen Rasens für die Eintracht arbeiten wird, wo genau werden wir noch sehen.
Sportlich interessant ist die ununterbrochene Verweildauer der Vereine in der ersten Liga:
Hamburger SV - 1963
Bayern München - 1965
Borussia Dortmund - 1976
VfB Stuttgart - 1977
Bayer Leverkusen - 1979
Werder Bremen - 1981
Schalke 04 - 1991
Vfl Wolfsburg - 1997
Hertha BSC - 1997
Hannover 96 - 2002
Eintracht Frankfurt - 2005
Vfl Bochum - 2006
Borussia Mönchengladbach - 2008
1.FC Köln - 2008
TSG Hoffenheim - 2008
SC Freiburg - 2009
1. FC Nürnberg - 2009
Mainz 05 - 2009
Die ersten acht in dieser Rangliste finden sich allesamt auch in der aktuellen Tabelle unter den ersten acht wieder. Hertha purzelt definitiv raus, hausgemacht und unnötig und Hannover könnte aus gleichen Gründen dazu kommen - dies würde für die Eintracht den Sprung von Platz elf auf neun bedeuten - exakt den Platz, den das Team derzeit inne hat.
Natürlich ist nicht die bloße Anzahl der Jahre ausschlaggebend sondern die damit verbundenen kontinuierlich hohen Einnahmen in Liga Eins. Hoffenheim wird wohl ein Kandidat sein, der demnächst tabellarisch weiter höher anzusiedeln ist, als die Verweildauer vorgibt - sie finanzieren aber ihr Team nicht aus den Säulen TV-Geld - Marketing - Zuschauer, sondern durch Fremdgeld - ebenso wie Leverkusen und Wolfsburg.
Dass Geld nicht alles ist, belegen scheinbar kurzfristige Erfolge der Underdogs - die aber regelmäßig im Jahr danach ins Gras beißen; beißen müssen. Ein Aufsteiger, der mit jungen Leuten die Liga aufmischt, macht dies meist mit einem geringen Budget und einem funktionierendem Team. Aufstrebende Spieler wecken aber die Begehrlichkeiten anderer Vereine, das Überraschungsteam kann in der Regel finanziell nicht mithalten - und schon bricht es im Jahr darauf auseinander, selbst wenn nur ein, zwei tragende Säulen weg brechen. Da aber die Erwartungshaltung des Umfeldes traditionell steigt, folgt zudem Zwist wenn's nicht so wie im Vorjahr läuft - und die Bodenlandung dazu. Nürnberg und Karlsruhe dienen in den letzten Jahren als Beispiel, nun werden wir Mainz 05 in Jahr lang unter diesen Gesichtspunkten beobachten können.
Was heißt dies aber für die Eintracht? Jedes Jahr in dem die SGE in der ersten Liga bliebt, verschafft ihr einen Vorsprung vor den hinter ihr stehenden Vereinen - der aber in der Endabrechnung durch die Platzierung bestätigt werden muss. Und jedes Jahr, in dem die Eintracht nicht international spielt, verschafft ihr einen Nachteil, gegenüber den vor ihr liegenden Vereinen - den diese bestätigen müssen. Wenn diese den Vorsprung verspielen wie nun die Hertha, können wir den Verein hinter uns lassen.
München, Bremen, Leverkusen, Hamburg, Stuttgart, Wolfsburg dürften finanziell sattelfest sein, dazu Hoffenheim. Dortmund ist ein Wackelkandidat - durch die internationalen Plätze dieses Jahr dürften sie sich aber stabilisieren - und nur Schalke 04 steht auf äußerst porösen Beinen - haben aber durch die Option Championsleague die Möglichkeit, sich für dieses Jahr zu halten. Ein frühes Ausscheiden und eine kommende Saison ohne internationale Platzierung könnte sie aber in unsere Richtung schicken.
Solange die Eintracht aber bei der vernünftigen Maßgabe bleibt, nicht mehr auszugeben als die Einnahmen hergeben, solange braucht es das Glück des Tüchtigen, um entweder überragende Einzelkönner zu vergleichsweise günstigen Optionen ins Waldstadion zu locken - oder aber ein Team das als Ganzes konsequent über den Möglichkeiten spielt: dies wäre wünschenswert - ist aber nicht wirklich planbar, schließlich wollen das alle, die nicht mit prallem Geldbeutel unterwegs sind.
Von daher winkt uns nächstes Jahr Platz 10 - alles darüber wäre ein Erfolg - alles darunter eine Enttäuschung. Die größte Enttäuschung aber wäre dieses Jahr, hinter Mainz zu stehen. Nicht weil ich Mainz doof finde, sondern weil es das Gesetz des Geldes so will. Und weil ich Mainz doof finde. Ein Sieg in Wolfsburg könnte uns sogar auf Platz 8 spülen - sollte es so kommen, wäre dies eine respektable Leistung - dennoch bleibt die Frage, weshalb aus den Spielen in Gladbach, gegen die Hertha, in Mainz und gegen Hoffenheim nur zwei von zwölf möglichen Punkte geholt wurden - und damit leichtfertig die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb vergeben wurde. Dies wäre wahrlich ein großer Schritt gewesen.
Platz zehn also im kommenden Jahr. Alles wie gehabt könnte man meinen. Die Saison ist gelaufen. Es gibt bis Sommer 2011 nichts mehr zu sagen. Zumal der zehnte Platz exakt die Platzierung der Eintracht in der ewigen Tabelle ist. Heidenei.
Aber das ist das schöne am Fußball: Jedes Jahr gehe ich davon aus, dass die Eintracht das Zeug dazu hat, oben mit zu spielen. Weil es eben die Eintracht ist. Und jedes Jahr sagt mir die Wirklichkeit: Träum weiter.
Mach ich.
Was noch im letzten Jahr ein verzweifelter Wunsch blieb, nämlich ein Sieg gegen die Großen der Liga, ist nun mehrfach und eindrucksvoll gelungen: Heimsiege gegen München, Bremen und Leverkusen, dazu Dreier in Bremen und Dortmund, das vielleicht stärkste Spiel der Eintracht während der vergangenen Saison; der emotionalste Sieg sicherlich der gegen die Bayern. Dem stehen aber gegenüber: kein Sieg gegen Köln, Gladbach, Hoffenheim und Nürnberg, die Niederlage in Hannover, das Desaster in Leverkusen sowie die Schlappe im Pokal gegen München als auch traditionelle null Punkte gegen Schalke und Stuttgart - im Ergebnis stehen nach 33 Spielen 46 Punkte zu Buche, ein Wert, der 2007/2008 ebenfalls erreicht wurde - jedoch nach 34 Partien. Sensationell?
Nikolov, Pröll, Ochs, Köhler, Meier, Russ, Chris dazu Vasoski standen schon zu Zweitligazeiten im Kader der Eintracht, mit Spycher und Amanatidis sowie Preuß stießen weitere zwei nach dem Aufstieg 2005 dazu. Nimmt man nun noch Jung, Titsch-Rivero, Toski und Zimmermann dazu, die in jenen Jahren ebenfalls schon für die Eintracht kickten (wenn auch für die Jugend), dann verweist dies auf eine erstaunlich Kontinuität, die durch Torwarttrainer Andi Menger ergänzt wird, der ebenfalls schon seit 2001 dabei, ist - wenn auch zu Beginn noch als Torhüter ohne Einsatz. Diese Kontinuität - und die Entwicklung der Spieler, allen voran Meier - war ein Garant für die Etablierung in der ersten Liga; eine Erfahrung, aus der nicht genug Lehren gezogen werden können.
Schlechter als Platz 10 wird die Eintracht definitiv nicht abschneiden - und besser als 8 auch nicht - damit können die meisten leben.
Trauriger Tiefpunkt der Saison war das Karriereende von Christoph Preuß, der fortan außerhalb des grünen Rasens für die Eintracht arbeiten wird, wo genau werden wir noch sehen.
Sportlich interessant ist die ununterbrochene Verweildauer der Vereine in der ersten Liga:
Hamburger SV - 1963
Bayern München - 1965
Borussia Dortmund - 1976
VfB Stuttgart - 1977
Bayer Leverkusen - 1979
Werder Bremen - 1981
Schalke 04 - 1991
Vfl Wolfsburg - 1997
Hertha BSC - 1997
Hannover 96 - 2002
Eintracht Frankfurt - 2005
Vfl Bochum - 2006
Borussia Mönchengladbach - 2008
1.FC Köln - 2008
TSG Hoffenheim - 2008
SC Freiburg - 2009
1. FC Nürnberg - 2009
Mainz 05 - 2009
Die ersten acht in dieser Rangliste finden sich allesamt auch in der aktuellen Tabelle unter den ersten acht wieder. Hertha purzelt definitiv raus, hausgemacht und unnötig und Hannover könnte aus gleichen Gründen dazu kommen - dies würde für die Eintracht den Sprung von Platz elf auf neun bedeuten - exakt den Platz, den das Team derzeit inne hat.
Natürlich ist nicht die bloße Anzahl der Jahre ausschlaggebend sondern die damit verbundenen kontinuierlich hohen Einnahmen in Liga Eins. Hoffenheim wird wohl ein Kandidat sein, der demnächst tabellarisch weiter höher anzusiedeln ist, als die Verweildauer vorgibt - sie finanzieren aber ihr Team nicht aus den Säulen TV-Geld - Marketing - Zuschauer, sondern durch Fremdgeld - ebenso wie Leverkusen und Wolfsburg.
Dass Geld nicht alles ist, belegen scheinbar kurzfristige Erfolge der Underdogs - die aber regelmäßig im Jahr danach ins Gras beißen; beißen müssen. Ein Aufsteiger, der mit jungen Leuten die Liga aufmischt, macht dies meist mit einem geringen Budget und einem funktionierendem Team. Aufstrebende Spieler wecken aber die Begehrlichkeiten anderer Vereine, das Überraschungsteam kann in der Regel finanziell nicht mithalten - und schon bricht es im Jahr darauf auseinander, selbst wenn nur ein, zwei tragende Säulen weg brechen. Da aber die Erwartungshaltung des Umfeldes traditionell steigt, folgt zudem Zwist wenn's nicht so wie im Vorjahr läuft - und die Bodenlandung dazu. Nürnberg und Karlsruhe dienen in den letzten Jahren als Beispiel, nun werden wir Mainz 05 in Jahr lang unter diesen Gesichtspunkten beobachten können.
Was heißt dies aber für die Eintracht? Jedes Jahr in dem die SGE in der ersten Liga bliebt, verschafft ihr einen Vorsprung vor den hinter ihr stehenden Vereinen - der aber in der Endabrechnung durch die Platzierung bestätigt werden muss. Und jedes Jahr, in dem die Eintracht nicht international spielt, verschafft ihr einen Nachteil, gegenüber den vor ihr liegenden Vereinen - den diese bestätigen müssen. Wenn diese den Vorsprung verspielen wie nun die Hertha, können wir den Verein hinter uns lassen.
München, Bremen, Leverkusen, Hamburg, Stuttgart, Wolfsburg dürften finanziell sattelfest sein, dazu Hoffenheim. Dortmund ist ein Wackelkandidat - durch die internationalen Plätze dieses Jahr dürften sie sich aber stabilisieren - und nur Schalke 04 steht auf äußerst porösen Beinen - haben aber durch die Option Championsleague die Möglichkeit, sich für dieses Jahr zu halten. Ein frühes Ausscheiden und eine kommende Saison ohne internationale Platzierung könnte sie aber in unsere Richtung schicken.
Solange die Eintracht aber bei der vernünftigen Maßgabe bleibt, nicht mehr auszugeben als die Einnahmen hergeben, solange braucht es das Glück des Tüchtigen, um entweder überragende Einzelkönner zu vergleichsweise günstigen Optionen ins Waldstadion zu locken - oder aber ein Team das als Ganzes konsequent über den Möglichkeiten spielt: dies wäre wünschenswert - ist aber nicht wirklich planbar, schließlich wollen das alle, die nicht mit prallem Geldbeutel unterwegs sind.
Von daher winkt uns nächstes Jahr Platz 10 - alles darüber wäre ein Erfolg - alles darunter eine Enttäuschung. Die größte Enttäuschung aber wäre dieses Jahr, hinter Mainz zu stehen. Nicht weil ich Mainz doof finde, sondern weil es das Gesetz des Geldes so will. Und weil ich Mainz doof finde. Ein Sieg in Wolfsburg könnte uns sogar auf Platz 8 spülen - sollte es so kommen, wäre dies eine respektable Leistung - dennoch bleibt die Frage, weshalb aus den Spielen in Gladbach, gegen die Hertha, in Mainz und gegen Hoffenheim nur zwei von zwölf möglichen Punkte geholt wurden - und damit leichtfertig die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb vergeben wurde. Dies wäre wahrlich ein großer Schritt gewesen.
Platz zehn also im kommenden Jahr. Alles wie gehabt könnte man meinen. Die Saison ist gelaufen. Es gibt bis Sommer 2011 nichts mehr zu sagen. Zumal der zehnte Platz exakt die Platzierung der Eintracht in der ewigen Tabelle ist. Heidenei.
Aber das ist das schöne am Fußball: Jedes Jahr gehe ich davon aus, dass die Eintracht das Zeug dazu hat, oben mit zu spielen. Weil es eben die Eintracht ist. Und jedes Jahr sagt mir die Wirklichkeit: Träum weiter.
Mach ich.
