Görlitz hat unterschrieben
Vor 1 Tag
(Nicht nur) Geschichten rund um die Geschichte der Frankfurter Eintracht
Der folgende Tag war ein schöner, im Ohr wummerten lässige Trance-Melodien, der Main glitzerte in der Sonne, Ruderer paddelten in Richtung Ruderdorf und ich hatte Glück; Uli und Bernie machten sich mit dem Auto in Richtung Mainz auf und hatten noch ein Plätzlein frei, den ich am Main-Plaza gerne in Anspruch nahm. Gesund geht anders; Matchdayfeeling geht anders, aber was solls - für Wolfsburg habe ich noch keine Karten, vielleicht wird dies mein letztes Auswärtsspiel in dieser Saison: Begonnen in Offenbach, beendet in Mainz.
einrollten - und in der Nähe des Gerichts parkten. Wie es so ist, wenn man mit Uli unterwegs ist führte der erste Weg in eine Metzgerei und der zweite zum Wochenmarkt in der Innenstadt. Ein Einheimischer ohne erkennbaren Fußballbezug rempelte mich unweit des Fanshops von Dimo Wache humorlos über den Haufen, ansonsten war die Stimmung in der Innenstadt unaufgeregt frühlingshaft. Denkmäler und große Häuser glänzten in der Sonne - ich bin eigentlich ganz gerne in Mainz - wenn nur der Fußball nicht wäre.
Der Stehplatzbereich war natürlich proppevoll und da ich wenig Lust verspürte, mich durch die Massen zu quetschen, verharrte ich oberhalb der Stufen und sah sogar von Zeit zu Zeit ein paar Quadratmeter vom Spielfeld. Das war auch ganz gut so - denn zweimal erkannte ich Alex Meier beim Schuss, zweimal lag die Kugel im Netz - aber es war nicht das erste Mal, dass die Eintracht hier mit zwei Treffern in Führung lag, gewonnen war noch gar nichts. Clark soll sogar auch mitspielen, gesehen hatte ich ihn bislang allerdings noch nicht. Aber das lag nicht an ihm.
Kurz und gut, Fußball ohne Fußball ist scheiße und so verließ ich die Bruchbude und wanderte an verdutzten Ordnern vorbei in die Freiheit. Ein Grüppchen Freund und Helfer stritt sich um ein Eis, die Sonne verhieß einen chilligen Nachmittag und so ließ ich mich durch einen Park in Richtung Bahnhof treiben. Schon wenige Meter vom Stadion entfernt war von Bundesliga so gut wie gar nichts zu spüren; am Bahnhof jedoch wurde ein Grüppchen Frankfurter von einer Hundertschaft durch die Gegend drangsaliert, in einer Spelunke namens Oberbayern erhaschte ich den aktuellen Spielstand und erkannte, dass Mainz den Anschlusstreffer geschafft hatte.
Ein paar Meter davon entfernt traf ich Steff vom Fanprojekt auf der Gass, welcher aus einer Kneipe kam, in die ich nun hinein marschierte. Gabi war auch schon dort und noch einige andere Frankfurter dazu, während die Wirtin mit eiserner Stimme das Regiment führte. Widerspruch zwecklos. Ich hockte bei einem Apfelwein aus seltsam ungerippten Gläsern, starrte auf den kleinen Fernseher und nahm den Ausgleich der Mainzer hin. Korkmaz erneuter Führungstreffer ließ mich hoffen, aus einer Ecke erhob jemand die Stimme für St. Pauli und es kam wie es kommen musste: kurz vor Schluss köpfte Bancé den erneuten Ausgleich für Mainz - und im End kann man sagen: Gott sei Dank blieb es dann auch dabei.
Tags drauf stand ich mit Pia am Bornheimer Hang und guckte mir den FSV gegen Augsburg an. Nachdem der Herr Bancé uns an der Tanke über den Weg gefahren kam. Im Block standen St. Paulianer, Osnabrücker, Eintrachtler und Bornheimer, gegenüber die Augsburger und rechts im Eck Lauterer, die Frankfurt unterstützten - und durch den Punktgewinn des FSV ihren Bundesligaaufstieg feierten. So kamen wir dann doch noch zum Fußball.
Auch die U2 war noch nicht in Mönchengladbach - dafür aber in Kalbach, dem ersten Etappenziel meines Ausflugs. Keine zwei Minuten nach meiner Ankunft in der Tiefebene rauschte die Bahn an, pickte mich auf und glitt über die Eschersheimer Landstraße und Heddernheim Richtung Bahnhof Kalbach, im Ohr blubberte chillige Housemusik des MP3-Players. Ihr merkt schon, zwei wesentliche Aspekte einer Auswärtsfahrt fehlen bereits. Natürlich Pia, die heute im Museum arbeitete und dann auch der silberne Golf, der ebenfalls im Museum zu Gange war.
Wir nahmen die Autobahn Richtung Koblenz und rollten stressfrei durch den sonnigen Tag. Auf einem Parkplatz trafen wir auf die Binding-Szene, auch die Ultra Busse rollten an; Guude hier, guude da, eine Zigarette später wurden die letzten Kilometer in Angriff genommen.
Stadions, während auf dem Kunstrasen unbeachtet von der Öffentlichkeit ein Nachwuchsfootball-Team trainierte. Wir drehten eine Runde und entdeckten dahinter einen großen Supermarkt, in dem sich die eintrudelnden Fans mit Getränken versorgten und bei Bedarf auch das Maskottchen Jünter kaufen konnten; ein Grillwurststand davor rundete das Bild ab.
immer dabei sind. Und es sind viele, die schon lange dabei sind.
Grüne Neonlampen beleuchteten die Ränge, und die Eintrachtler sangen schon vor Beginn das Lied, mit dem wir in Bochum noch lange nach Spielende gefeiert hatten. Allezalleeezaalleeezooo - so ging los.
Nach Spielende ein schnelles Tschüss, ein Umrunden des Stadions und schon rollten wir wieder auf die Autobahn. Ausgeträumt, die zaghaften Träume von Europa. Wir röhrten durch die Nacht, passierten den Parkplatz In Dürpel, hielten für eine kurze Pause an einer Hamburger Braterei und erreichten gegen 2:00 Frankfurt, nachdem wir zuvor Marius noch in Brehmtal abgesetzt hatten und durch den Taunus gerollt sind.