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Mittwoch, 30. September 2009

Bernd Hölzenbein im Museum - 8.10.2009

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1977 WAR TRAINERTAUSCH

2009 IST GÄSTETAUSCH

» KÖRBEL KOMMT SPÄTER
Aus aktuellem Anlass müssen wir die Gäste der kommenden beiden Veranstaltungen „Tradition zum Anfassen“ tauschen. Das heißt, Karl- Heinz „Charly“ Körbel kommt am 19. November 2009 um 19.30 Uhr ins Eintracht Frankfurt Museum. Am 8. Oktober 2009 begrüßen wir Bernd Hölzenbein.

» JETZT KOMMT HÖLZENBEIN

In diesen Wochen jährt sich ein Tor zum 30. Mal, dass mit Sicherheit als eines der kuriosesten der Eintrachtgeschichte bezeichnet werden kann und dazu noch immens wichtig für den Verein war.
Am 7. November 1979 machte Bernd Hölzenbein mit seinem Treffer gegen Dinamo Bukarest den Begriff „Sitzkopfballtor“ salonfähig. Die Eintracht rettete sich durch den Treffer in die Verlängerung, was folgte, weiß heute jedes Kind: Mit dem Uefa-Cup-Sieg 1980 feierte unsere Mannschaft ihren ersten internationalen Titel.

Bernd Hölzenbein hatte 1980 fußballerisch schon alles erreicht. Mit der Eintracht gewann er den DFB-Pokal, mit der Nationalmannschaft wurde er 1974 Weltmeister. Nachdem er seine Karriere am Riederwald 1981 nach dem dritten Pokalsieg beendete, spielte er noch einige Jahre in den USA. Und Ende der 1980er Jahre kehrte er als Vizepräsident zur Eintracht zurück. Er formte die Mannschaft, die uns mit dem „Fußball 2000“ verwöhnte, den Meistertitel aber leider nie gewinnen konnte. Als sportlicher Leiter konnte er den Abstieg 1996 nicht verhindern, danach legte er sein Amt nieder. Mittlerweile ist Bernd Hölzenbein bei der Eintracht wieder aktiv, als Leiter der Scoutingabteilung ist er eng eingebunden in das Tagesgeschäft.

Im Rahmen der vom Eintracht Frankfurt Museum und der Fan- und Förderabteilung organisierten Veranstaltungsreihe „Tradition zum Anfassen“ freuen wir uns, Bernd Hölzenbein im Museum zu begrüßen.

» DONNERSTAG, 8. OKTOBER 2009, 19.30 UHR

» EINTRACHT FRANKFURT MUSEUM, EINTRITT FREI

(Text: FuFA)


U23 unter Flutlicht

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mit Dank an die UF97

Montag, 28. September 2009

Oh wie ist das schön


So, das war sie also, die erste Niederlage der Saison 2009/2010. Völlig verdient auch in dieser Höhe unterlag die Eintracht dem VfB Stuttgart mit 0:3 - und verlor zudem Marco Russ durch eine zweifelhafte rote Karte. 10 Punkte nach sieben Spielen, das geht schlechter, fragt die Hertha. Dazu kommt der Einzug in die dritte Pokalrunde; Heimspiel gegen die Bayern. Immerhin Heimspiel. Wenn die Eintracht Pokalsieger werden will, müssen die Münchner aus dem Weg geräumt werden, so wie weiland 1974, als Grabi im Halbfinale zwar einen Elfmeter versemmelt hatte, aber Jürgen Kalb aus gleicher Entfernung kurz vor Schluss den 3:2 Halbfinalsieg sicher stellte. Träume in Schwarz-Weiß.

Rückblende Waldstadion, Samstag, 26.09.2009

Den ersten Höhepunkt gab es schon vor dem Spiel; der Unterrang hielt weiße und schwarze Papptafeln in die Höhe, in dessen Mitte rote Luftballons ein Herz bildeten - herzig also die Begrüßung der Mannschaft. Als es dann losging, hielt Nikolov zunächst die Eintracht mit zwei herausragenden Reflexen im Spiel bevor er nikolovte und am Ball vorbeisegelte bzw. diesen weder fing noch faustete, sondern dem Stuttgarter Schieber (nicht Gräfe) vor die Füße patschte, woraufhin dieser problemlos einschob. Schon zu diesem Zeitpunkt konnte man die Richtung des Spieles ablesen, eigentlich angeschlagene Schwaben dominierten Gedanken- und Bewegungsarme Frankfurter und folgerichtig erhöhte Schieber nach missglückter Abwehr von Russ zum 0:2. Als Russ kurz darauf Khedira von den Beinen holte, kickte die Eintracht mit 10 Mann weiter und fing sich in der zweiten Halbzeit noch das 0:3 durch Hitzelsberger - und das obwohl Hleb beim VfB erst gar nicht mit von der Partie war und Cacau als auch Pogrebnyak zunächst auf der Bank schmoren mussten. Dafür gab Lehmann den Lehmann und schubste vor der Partie einen Fotografen zur Seite, der es gewagt hatte, zu sein.

In der Frankfurter Kurve gab man sich ab Mitte der zweiten Hälfte illusionslos der Selbstfeierei hin; waren die imaginär geschossenen Tore, die bejubelt wurden noch ganz witzig, so wurde spätestens bei den Gesängen Oh wie ist das schön und der folgenden La Olá ein Etwas zelebriert, das mir ordentlich meine schlechte Laune vermieste. Ich bin schlicht; wenn ich noch eine Chance sehe - und ich sehe fast immer noch eine Chance, das haben uns die Siege gegen Lautern und Reutlingen gelehrt - dann will ich die Eintracht supporten, den Gegner schmähen oder dem Schiri an die Gurgel - bildlich gesprochen natürlich; ein einziger Treffer kann ein Spiel kippen, 80 desaströse Minuten können durch 10 Minuten heißen Tanz gekippt werden, wer weiß, vielleicht fliegt noch ein Gegner vom Platz undundund. Träume in Schwarz Weiß. Und wenn die Eintracht es nicht auf die Reihe bekommt, dann will ich wenigstens in Würde leiden. Was ich aber nicht will, ist Aerobic beim Fußball. Arme hoch, Arme runter. Hinsetzen. Aufstehen. Hinsetzen. Arme hoch etc. Vor allem nicht, wenn die Anlage der Jungs, die unten das Kommando geben dermaßen laut eingestellt ist, dass ich den Eindruck hatte, dass phasenweise die Stuttgarter sogar mitmachten, weil sie dachten, es käme aus ihren Reihen. An die 100 Meter entfernt. Und vor allem nicht, wenn keiner mehr an die Wende glaubt.

Eine Wende, die dann beinahe der Stuttgarter Anhang noch selbst herbeigeführt hätte. Kurz vor Schluss rauchte es nicht nur im Stuttgarter Block, es wurden ein paar Bengalos abgefackelt und sogar ein Böller nach dem nächsten gezündet. Stuttgarts Trainer Babbel beschwichtigte die Kurve - was diese jedoch zum weiterböllern animierte. Die Mannschaft war nach Spielende über diesen Bärendienst so erzürnt, dass sie schnurstracks ... in die Kurve marschierte und sich bedankte. Babbel sprach nach Spielende davon, dass den Übeltätern lebenslanges Stadionverbot ausgesprochen werden sollte. Nicht der Mannschaft; den Zündlern.

Bei der Eintracht haben wir gesehen, dass der Ausfall von Amanatidis, Vasoski, Ochs, Caio und Spycher nicht zu kompensieren ist, wobei fairerweise gesagt werden muss, dass die drei erstgenannten zwecks Verletzung und Sperre nicht spielten. Wenn man sich nun anschaut, gegen wen die Eintracht bislang gepunktet hat, dann fällt auf, dass sowohl Köln, als auch Nürnberg oder Dortmund weit hinten stehen und Werder seinerzeit noch ohne Pizarro gegen uns antrat - folgerichtig müssen wir erkennen, dass sich im Grunde seit letztem Jahr nicht viel geändert hat: Stehen die wichtigen Spieler zu Verfügung, haben wir ein Team, dass sich gegen jeden behaupten könnte, Ausfälle jedoch sind nicht wirklich kompensierbar und Anlass zu Größenwahn gibt es keinen. Realistisch ist ein Mittelfeldplatz, wenn es arg schlecht läuft, geht die Reise flott nach unten, siehe derzeit Dortmund oder Hertha und wenn alles optimal läuft, dann ärgern wir halt mal einen Großen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und da alle, die nicht Meister werden können, tendenziell gegen den Abstieg spielen, auch wenn am Ende ein achter Platz dabei rausspringen sollte, ist nichts passiert.


Immerhin brachte der folgende Sonntag für die von Alexander Schur trainierte U17 ein weiteres Erfolgserlebnis: Den fünften Sieg im fünften Spiel - und das gegen die von Stefan Beckenbauer trainierten Bayern. 1:0 lautete das Endergebnis am Riederwald; Sonny Kittel hatte kurz vor dem Pausenpfiff vom Elfmeterpunkt getroffen. Interessant ist auch das Torverhältnis: 10:0 lautet es - Tabellenführung inklusive.

Kurz darauf trotzte die U23 am Bornheimer Hang dem Spitzenreiter VfR Aalen ein 0:0 ab. Torhüter Jan Zimmermann hielt in seinem ersten Spiel nach langer Verletzungspause den Punkt vor 350 Zuschauern fest. Nicht dabei waren die Frankfurter Ultras, die nach seltsam ungewohnten Einlasskontrollen seitens der Ordner sich dem Spiel verweigerten. Auch die Aalener Ü50, die es sich auf der Haupttribüne bequem gemacht hatten, wurden zunächst des Sitzplatzes verwiesen, bis nach einigem Hin und Her doch die Erkenntnis durchdrang, dass das Gefahrenpotential eher gering einzuschätzen war. Die wilden Jungs der Aalener standen eh oberkörperfrei im Stehplatzbereich und lieferten einen netten Auswärtssupport ab.

Auch unsere U19 befindet sich weiterhin im Aufwind; in Regensburg gab es mit 7:2 den zweiten Sieg in Folge und damit verbunden den Sprung ins Mittelfeld.

Das ist doch auch schon mal was.


Samstag, 26. September 2009

Klarstellung zu FR-Artikel

 
In der Heimspielbeilage der Frankfurter Rundschau vom 25.09. 2009 und auch online schreibt Thomas Kilchenstein u.a. folgendes über Marcel Titsch-Rivero, den Stefan Krieger und ich seit dieser Saison im Projekt 18mal18 begleiten:











Ich weise hiermit darauf hin, dass die Formulierung von der FR begleitet nur bedingt richtig ist. Ich selbst habe mit der FR nichts zu tun, weder arbeite ich im Auftrag, noch bekomme ich Geld noch sonst irgend etwas. Richtig ist, dass Stefans Blog im Rahmen des Online-Auftrittes der FR erscheint. Fragt sich, weshalb T. Kilchenstein formuliert, wie er formuliert, obgleich er es besser wissen müsste.

Freitag, 25. September 2009

U23 vs Aalen


















Mit Dank an die UF97

Mittwoch, 23. September 2009

6:4


Sonntag, 20. September 2009

Hilfe für Lea

Folgender Hinweis erreichte mich, gerne leite ich ihn weiter:

"Hallo alle miteinander,

ich heiße Lea Quäl, bin 3 Jahre alt und komme aus Maintal. Seit meiner Geburt leide ich am Femurhypoplasie-Gesichtsdysmorphie-Syndrom, welches es weltweit nur 100-mal gibt. Darunter leide ich beidseitig an PFFD (proximaler Femurdefekt). Es handelt sich dabei um eine angeborene Fehlbildung der Oberschenkel (Verkürzung) mit unterentwickelter Hüfte. Um eine Verschlimmerung zu vermeiden und um halbwegs laufen zu können, bin ich gezwungen, rechts eine Unterschenkelorthese und links eine Oberschenkelorthese zu tragen. Einen besseren Einblick in meine Welt findet ihr auf der durch meine Eltern liebevoll gestalteten Homepage: klick.

Mein rechter Oberschenkel ist verkürzt, die Hüftpfanne ist steil und flach (Coxa vara) und die knöcherne Verbindung zwischen Hüftkopf und Oberschenkel fehlt, sie scheint knorpelig zu sein. Diese Seite kann mein Orthopäde selbst operativ behandeln. Das Problem ist meine linke Seite. Seit meiner Geburt haben uns die Ärzte nur sehr wenig Hoffnung gemacht, dass ich links überhaupt eine Hüfte habe. Doch meine Eltern, Familie und Freunde haben die Hoffnung nie aufgegeben.

Das Hoffen hat sich gelohnt, wie sich jetzt bei einem Kernspin (MRT) herausgestellt hat. Auf meiner linken Seite ist eine zwar winzig kleine Hüfte, aber immerhin eine Hüfte. Doch dies gestaltet sich kompliziert. Der Oberschenkel ist sehr kurz (derzeit 4,5 cm bis 5 cm kürzer als rechts), der Schaft sehr dünn und er steht direkt am Becken, woraus die Gefahr entsteht, dass sich der Oberschenkel ins Becken hinein bohrt. Der Hüftkopf ist sehr klein, sein Durchmesser beträgt etwa 0,5 cm. Die Hüftpfanne ist sehr flach, steil und kaum angelegt. Aber es gibt einen amerikanischen, sehr erfahrenen Spezialisten, der es operativ behandeln kann. Er würde versuchen, meine Hüfte instand zu setzen. Wie uns erklärt wurde, würde er ein Stück vom oberen Teil des Oberschenkels abtrennen und dieses Stück als Verbindung zwischen Hüftkopf und Oberschenkel benutzen, welches dann an beiden Punkten fixiert wird. Außerdem würde er versuchen, meine Hüftpfanne in die richtige bzw. bessere Position zu bringen. Danach muss ich bis zu 14 Wochen im Gips liegen.

Diese Operation würde er in Deutschland in meiner behandelnden Klinik (BHZ Vogtareuth) durchführen, wahrscheinlich schon im Januar 2010. Dadurch erspart er uns die teure Behandlung in den USA. Die Krankenkasse übernimmt zwar die Kosten, die in Deutschland entstehen, aber nicht die Kosten für den amerikanischen Spezialisten. Die Kosten für ihn belaufen sich auf mindestens 25.000 Euro, wobei die genaue Summe erst in den nächsten Wochen bekannt wird.

Und genau hier brauche ich Eure Hilfe. Meine Eltern können diese hohe Summe nicht so einfach aufbringen, setzen aber alles daran, mir diese einzige Chance auf ein unbeschwerteres und schmerzfreieres Leben zu ermöglichen.

Deshalb organisieren meine Eltern mit viel Unterstützung verschiedene Aktionen. Dank eines Aufrufes des Hessischen Rundfunks in der Sportsendung heimspiel!, sich beim HR zu melden, wenn man einen karitativen Zweck kennt, wofür der handsignierte Trainingsanzug von Christoph Spycher, Mannschaftskapitän von Eintracht Frankfurt und Schweizer Nationalspieler, versteigert werden soll und aufmerksamen Freunden von uns, die sich dort hingewendet haben, wird es nun für mich eine eBay-Auktion geben. Die Auktion startet am Sonntag, den 20.09.2009!

Also, bietet bitte auf eBay mit! Zur Auktion kommt ihr, wenn ihr auf diesen Link klickt. Vielen Dank fürs Lesen, an alle Bieter und vor allem an Eintracht Frankfurt, Christoph Spycher und die Sendung heimspiel im HR!

Ihr könnt natürlich auch gerne Geld spenden. Dieses geht an den uns unterstützenden Verein die Deutsche Lebensbrücke e.V. unter dem Stichwort "Lea helfen".

Bankverbindung:
Deutsche Lebensbrücke e.V.
Commerzbank (vormals Dresdner Bank) München
Konto-Nr.: 3456 90 000
BLZ: 700 800 00
Stichwort: Lea helfen

Bei Bedarf kann auch eine Spendenquittung ausgestellt werden, hierzu muss zusätzlich im Verwendungszweck der Name und die Adresse angegeben werden.

Vielen Dank für Eure Hilfe!"

Freitag, 18. September 2009

20:32

Kurt E. Schmidt war zu Gast im Museum, einen schönen Überblick über den Abend geben die Worte und Bilder auf der Homepage des Museums der Frankfurter Eintracht.

Auch Stefan Krieger hat tolle Fotos vom Abend gemacht, hier folgen sie nun, begleitet von einem großen Dank. An Stefan, aber auch an Kurt und an euch, die ihr den Abend genießen durftet.










 


























(Autogrammkarte von Kurt)

Donnerstag, 17. September 2009

Marcel Titsch-Rivero - Die Nummer 36 wird Profi


Nein, ich bin überhaupt nicht zufrieden. Ich rege mich tierisch drüber auf, dass wir den Ausgleich durch so eine blöde Standardsituation fangen. Ich wollte das Spiel unbedingt gewinnen.
Marcel Titsch-Rivero ist Minuten nach dem Abpfiff der Partie zwischen der U23 von Eintracht Frankfurt und SSV Reutlingen in der Regionalliga Süd (Endstand 1:1) sichtlich angefressen ...

Hier geht es weiter
- in Rahmen unserer Begleitung von Marcel Titsch-Rivero auf der Seite 18mal18, dem Mann, der nun offiziell die Nummer 36 trägt.

Träume in Schwarz und Weiß - eine erste Filmkritik

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Schon am Dienstag hatte der Film Premiere für Sponsoren und verdiente Eintrachtler; am Mittwoch gab es dann die Premiere für's Volk im ehemaligen Volksbildungsheim und jetzigen Metropolis. Unter den Augen von Alexander Schur und einigen Hundert Eintrachtlern eröffneten Präsident Peter Fischer und FuFA-Abteilungsleiter Stefan Minden den Abend; kurz und knapp hielten sich auch die Macher des Films Ralf Holl und Andreas Heller bei ihren Eröffnungsworten. Sodann folgten über zwei Stunden Eintracht; von der Erwähnung des Gründers der Victoria Albert Pohlenk mit dem alles begann bis hin zu Meisterchoreo und einem kurzen Interview mit dem aktuellen Trainer Michael Skibbe.

110 Jahre Eintracht Frankfurt, da gibt es jede Menge zu erzählen und egal was du erzählst, es fehlt immer etwas. In diesem Falle die Zeit von 1899 bis 1959.

Im Grunde basiert der Film im Wesentlichen auf drei Füßen: Einer davon ist der Fußball der Eintracht: Spielszenen aus den Fünfzigern durften ebensowenig fehlen, wie der Zauber der Siebziger mit Grabi, Holz und Nickel oder der Neunziger; Okochas Zaubertor, Yeboahs Antritt, Webers Tragik oder Fjörtofts Treffer gegen Lautern und später Schurs Kopfball gegen Reutlingen. Dazu kamen Einspielungen und Erläuterungen aus dem Eintracht Museum.

Das zweite Standbein fußte auf Interviews. Ehemalige Spieler der Eintracht äußerten sich zu ihrer Zeit; Jürgen Grabowski, der sich noch heute sehr freut, wenn die Kurve Tankards Song mit den Worten wir haben die Eintracht im Endspiel gesehen, mit dem Jürgen ... anstimmt, Charly Körbel, der als Bub nach dem 0:7 gegen den KSC im Stadion anwesend war und zu der Überzeugung gelangte, dass er zu so einem Verein niemals gehen würde, Erwin Stein, der zweifache Torschütze aus dem Europapokalfinale 1960 gegen Real Madrid, dessen Spitzname Zuggersche lautete oder Ansgar Brinkmann, dem bekanntermaßen das Spiel gegen Kaiserslautern und die Fans der Eintracht zeigten, dass es im Fußball um mehr als nur um Geld und Erfolge geht. Auch wurden rare Bilder von Meistertrainer Paul Osswald gezeigt, der noch einmal betonte, dass er über zwölf Jahre lang die Kickers geformt hatte, bevor er sie mit der Eintracht in Berlin 1959 schlagen durfte. Auch kamen Legenden aus anderen Vereinen zu Wort, Beckenbauer, Netzer oder Uwe Seeler.



Trinklein, Bindewald, Lindner, Feigenspan, Schur, Hölzenbein, Nickel, Fjörtoft und Dietrich Weise sprachen ebenso über die Eintracht wie die Präsidenten Gramlich, Ohms, Heller, Fischer und AG-Vorsitzender Bruchhagen sowie Sparmann, Pröckl und Axel Hellmann, die gemeinsam nach dem Beinahe-Lizenzentzug 2002 den Karren aus dem Dreck gezogen hatten. Immer wieder schön ist es, Toni Hübler zu lauschen - Toni, der nicht nur den englischen Rasen in Frankfurt einführte, sondern auch die Herren Fußballer über einen Flaschenzug mit Bier versorgt hatte. Trainer Ribbeck weiß bis heute nicht, wie die Bierflaschen, die er bei einer Stippvisite unter den Betten fand, ins Zimmer kamen. Ein anderer erzählte, dass ab nun die Uhren anders gehen würden.

Der dritte Strang bezog sich auf die Fans der Eintracht. Leitmotivisch führte Mario, der Präsi des EFC Sossenheim durch den Film; wir sahen die Meisterchoreo ebenso wie Kurvenbilder aus den Achtzigern, Philipp Reschke (Tankard is doch ne Punkband, oder?) und Gerre erzählten, wie es dazu kam, das Tankard in Berlin beim Endspiel die Kurve rocken konnten, Pferd erwähnte, dass noch vor zwanzig Jahren 34 Eintrachtler beim Auswärtsspiel in Bremen zugegen waren - heute sind es nahezu einige Tausend, die Woche für Woche in der Republik unterwegs sind. Das Filmteam war bei Rado FanOmania zugegen, besuchte den Riederwald kurz vor dem Abriss und bei der Grundsteinlegung und wir sahen Matze Thomas erstes TV-Interview nach dem Pokalsieg 1988 auf dem Römer. Feiernde Eintrachtfans in der Bembelbar in Berlin durften ebenfalls nicht fehlen. Interviews mit DJ DAG, der irritierender Weise ein fünfjähriges SV im Wiederholungsfalle für in Ordnung hielt, St.Tropez-Bar Macher Andy Backer, dessen Siebziger Kutte im Museum hängt, mit Rudi Köhler oder dem Eintracht-Peter fehlten ebenso wenig, wie Statements der Spieler Ochs und Nikolov zur Kurve oder Doc Hermanns und Frank Gottas Buch Im Herzen von Europa. Rainer Kaufmann merkte völlig zu Recht an, dass die Eintrachtler ein trinkfestes, reiselustiges und sangesfreudiges Völkchen sind.

Es ist ein Film, dem man anmerkt, dass die Macher nicht allzutief in der Szene stecken, die aber gleichwohl über Recherche wesentliche Punkte gestreift haben. Sie bewegten sich in der VIP-Lounge und ließen Kitty Pohl vor dem großen Logo der Zeitung mit den vier Buchstaben über Promis erzählen, wie überhaupt Werbung im Film deutlich zugegen war, man merkt zu sehr, welche Bank den Film unterstützte, welcher Flughafenbetreiber und welche Agentur oder welcher Club den Machern freundlich gesinnt war.

Den stärksten Moment hatte der Film, als der EFC Sossenheim auf Tour war und einzelne Mitglieder ungekünstelt und authentisch ohne vor einer Reklameecke zu sitzen vor der Kamera sprachen. Bewegend das Statement eines Mitgliedes über das soziale Engagement; der EFC kümmert sich auch um Leute, denen das Glück im Leben von der Schippe gesprungen ist. Sehr schön auch die Bilder aus dem Roten Club, dem Eintracht-Treff in den Siebziger Jahren - inclusive eines Interviews mit dem blutjungen Mario aus dieser Zeit, der nun der Präsi der Sossenheimer ist - und noch immer in Eintracht-Bettwäsche schläft.

Ich hätte mir mehr Bilder aus der Szene gewünscht: wie läuft eine Auswärtsfahrt; was heißt es, heute von Hundertschaften der Cops empfangen zu werden; was nehmen die Fans auf sich, um Woche für Woche durch die Republik zu kutschen; was bedeutet es, eine Choreo im Stadion zu inszenieren oder wie ist es um die Artikulation der Fans bestellt; weder die Internet-Situation wurde beleuchtet, noch die Fan geht vor erwähnt, auch das Fanprojekt und dessen Geschichte fand keine Aufnahme in den Film. Selbst Uli Mathejas Bibel Schlappekicker und Himmelstürmer musste außen vor bleiben. Einige Fanauftritte wirkten arg inszeniert, da hätte das wirkliche Leben bessere Bilder hergegeben.

Fazit: Wir haben einen Eintrachtfilm gesehen, der für den Hardcorefan wenig Neues enthielt, der aber den Frankfurtern einen schönen Einblick in den Mythos Eintracht Frankfurt gibt. Nicht jeder hat Nickels Seitfallzieher in Offenbach oder dessen direkt verwandelte Ecke zum 6:0 gegen die Bayern vor Augen, nicht jeder kennt die Bilder, die nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft über das Team gedreht wurden und nicht jeder weiß auf Anhieb, dass die Eintracht, auf dem Weg zum Uefa-Cup gegen Rotterdam in Grün-Weiß spielte. Werner Reinkes wunderbarer Erzählstil ist ein weiteres Plus des sehr kurzweiligen Filmes, der Vieles streift, dabei jedoch zuweilen ein distanziertes Fragen unterlässt. So werden zwar die Stadionverbote thematisiert - Betroffene kommen jedoch nicht zu Wort. Auch die Ultra-Szene stößt auf wenig Resonanz (ogleich es wohl im Vorfeld Spannungen gab, die letztlich dafür verantwortlich sind) - dafür aber der Kontakt-Polizist Stahmer - ohne wiederum die Fanbetreuung mit einzubeziehen. Wo es hätte spannend werden können, hören die Infos auf. Dass das Endspiel 1932 keine Erwähnung fand ist ebenso schade, wie das Aussparen der NS-Zeit, sieht man einmal von Billy Otts kurzer Erläuterung zum Angestelltenverhältnis der damaligen Spieler beim Schlappeschneider ab, was ursächlich verantwortlich für den Begriff Schlappekicker war. Den Auftritt des Herrn Hammer der den Kurvenklassiker Pipi Langstrumpf ballermannesk vertont hatte, hätte man sich schenken können, Henni und Gerd waren nur mäßig lustig, großartig hingegen das Erinnern an Alfred Pfaff.

Im End ist es ein Film, dessen DVD sicherlich an Weihnachten in ganz Frankfurt vermehrt auf dem Gabentisch liegen wird, ein Film für die ganze Familie - auch für die Junior Adler, die derzeit auswärts noch im Kinderblock der Heimmannschaft sitzen müssen - aber jetzt schon Erlebnisse sammeln, die womöglich dereinst Grundlage für einem weiteren Film sein können.

Freuen dürfen wir uns auf Szenen, welche nicht im Kino dafür aber auf DVD gezeigt werden, womöglich relativiert sich dann einiges von meinem Beitrag, ich bin gespannt. Immerhin haben die Macher das gemacht, wo viele von erzählt haben: Sie haben einen Eintracht-Film realisiert: Und dafür gibt es: Ein großes Dankeschön.

Dienstag, 15. September 2009

Donnerstag, 17. September, 19.30 Uhr: Kurt E. Schmidt erklärt die Eintracht

Anfang der 1930er Jahre ging Kurt erstmals mit seinem Onkel an den Riederwald, seit dem Tag ist er Eintrachtler. Als Kind kannte er natürlich das Loch im Zaun hinter dem alten Sportplatz, durch das der Nachwuchs „schluppte“, um den Eintritt zu sparen. Seit 1950 ist Kurt E. Schmidt Mitglied im Verein und seitdem hat er laut eigener Aussage alle Positionen innegehabt, „außer Präsident und Trainer“. Kurt Schmidt saß im Jugendausschuss und im Funktionsstab der Oberligaelf und war 32 Jahre Stadionsprecher unserer Amateure. Die Ämter im Ehrenrat, als Revisor und Schiedsrichterbetreuer komplettieren die Funktionärskarriere des heute 83-Jährigen.

Das Ehrenmitglied der Eintracht hat am Riederwald nicht nur Generationen von Spielern betreut. Auch in seinem Beruf als Polizist sorgte Kurt E. Schmidt immer wieder für Aufsehen. Unvergessen ist sein Auftritt nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft, als er den Verkehr in Frankfurt mit zwei Eintrachtfahnen regelte. Ausgezeichnet als „Deutschlands beliebtester Polizist“ kümmerte sich Kurt besonders intensiv um die Ausbildung des Nachwuchses in der Verkehrserziehung. Er bildete Schülerlotsen aus, von denen er einige, wie Ralf Falkenmayer und Thomas Zampach, Jahre später in der Bundesliga wieder traf.

Als sympathischer Repräsentant der Polizei lernte er auch die großen Persönlichkeiten der Politik kennen. Er diskutierte mit Willy Brandt, der als regierender Oberbürgermeister von Berlin das Endspiel 1959 verfolgte, über die Eintracht. Und er begleitete John F. Kennedy 1963 in den Kaisersaal des Römers, wo sich der amerikanische Präsident in das goldene Buch der Stadt eintrug. Über die Eintracht habe er mit John F. Kennedy leider nicht gesprochen, erinnert sich Kurt Schmidt heute. Was er dem amerikanischen Präsidenten aber gesagt hat, dass erfahren Besucher am Donnerstag im Eintracht Frankfurt Museum.

Donnerstag, 17. September 2009, 19.30 Uhr


Eintritt 5,00 €, erm. 3,50 €

Sonntag, 13. September 2009

Heimspiel in Freiburg


Lange ist's her, dass die Eintracht in Freiburg gespielt hat, der Trainer hieß damals Reimann, der Spieler Bajramovic kickte für die Freiburger und Cha für die Eintracht während Schiedsrichter Fröhlich einen derartigen Unfug zusammen pfiff, dass die Eintracht keine andere Wahl hatte, als mit 0:1 zu verlieren - was einem Kumpel von mir das Handy kostete.
 
Knapp sechs Jahre sind seither vergangen - und vieles hat sich verändert; einiges ist gleich geblieben - so zum Beispiel die Option, eine Fahrt nach Freiburg mit einem Ausflug zu Freunden zu verbinden.
 
Freitag, 11.09.2009
 
Etwas später als geplant rollt ein silberner Golf durch die Baustelle der Friedberger Landstraße, das schwarze Badeentchen lugt aus der Beifahrerseite in den sonnigkühlen Tag, die letzten Stunden des Sommers sind angebrochen. Über den Frankfurter Flughafen geht's auf die A5, hinter uns Frankfurt im Rückspiegel und vor uns der Highway.
 .
hang up the chick habit
hang it up, daddy,
or you'll be alone in a quick
hang up the chick habit
hang it up, daddy,
or you'll never get another fix 
 
Lässig spulten wir die Kilometer runter, ebenso lässig und fast so cool wie die Mädels in Death Proof flogen die Köpfe zur Musik hin und her bis wir auf einem kleinen Parkplatz einen kurzen Stopp einlegten. Fliegwiese, kein guter Platz um länger als nötig zu verweilen. Für uns. Für andere mag dies anders aussehen, die an die Wände gekritzelten Sprüche zeugen von reger Kommunikation. Auf dem Parkplatzschild pappt ein Aufkleber des infernalischen SV Wehen - ob ein Zusammenhang besteht, scheint unklar.
 
Dave Dee, Dozy, Beaky Mick and Tich schrammeln hold tight, Heidelberg, Karlsruhe, Baden Baden - Oos. In Baden Baden-Oos wurde zu Beginn der Siebziger ein Video zu Barry Ryans Song Die Zeit macht nur vor dem Teufel halt gedreht, Zeit für uns die A5 zu verlassen; Zeit, gemütlich durch den Schwarzwald zu cruisen. Wir schlängeln durch Baden Baden und rollen auf die Schwarzwaldhochstraße, die 75 PS des Golfs haben nun kräftig zu arbeiten, Mink deVille unterstützte ihn dabei:

Nebel zerwaberte die Täler des Schwarzwaldes, Ausflügler und Touristen sind rar an diesem Freitag, von Zeit zu Zeit fuhren wir rechts ran, ließen einen flotten Einheimischen überholen und spielten akinator. Das Spiel ist ganz einfach, einer denkt sich eine Figur aus (Idefix, Bruce Springsteen, Jack the Ripper, etc ) und der andere muss Fragen stellen, die mit ja, nein, teilweise, nicht wirklich oder weiß nicht beantwortet werden - bis man auf den Trichter kommt, wer gemeint ist. Ich denke, ich finde es lustiger als Pia, die aber tapfer mitspielt. Wir raten nacheinander Fritz Becker, die Runkelroiweroppmaschin oder Rex Gildo. Die Schwarzwaldtäler ziehen vorüber und bieten fantastische Ausblicke, die Orte heißen Zuflucht oder Kniebis und wer weiß, ob nicht in einem der Täler der Holländer Michel dem Kohlenmunk-Peter das kalte Herz angedreht hat.
 
Mittlerweile nagte der Hunger, allein die Suche nach einem Metzger gestaltete sich schwierig, selbst als wir die Höhe des Schwarzwaldes verlassen ist die Mittagsruhe in jener Gegend ein hohes Gut, bloß Holz, das hätten wir in rauen Mengen kaufen können. Wie ausgestorben reihten sich die Ortschaften aneinander, auf Papptafeln warb Herr Fuchtel um Wählerstimmen; jener Herr Fuchtel, dessen Webseite derzeit von Google als gefährlich eingestuft wird und der sich ganz bestimmt nicht die Haare färbt, was aber völlig egal ist.
 
Wolfach. Die Kinzig mäandert durchs Tal und wir parkten den Golf am Straßenrand um zu Fuß den Metzger zu finden, den es doch hier irgendwo geben muss. Ein langes Floß harrte im Wasser einem kommendem Fest, Touristen schlenderten die Hauptstraße entlang und wir entschieden uns zu guter Letzt dann doch für einen Bäcker, der jedoch auch Fleischkäs'weck im Angebot hatte und so geht ein großer Dank an die Stadtbäckerei Schmieder, die uns dem Hungertod entriss.
 
Keine fünf Minuten später entdeckten wir eine Metzgerei - es war ja nicht anders zu erwarten, wir aber gönnten uns ein Eis und zöckelten dann weiter in Richtung Emmendingen, der ersten Etappe unserer Reise. Wir überquerten binnen weniger Minuten mindestens fünf mal die Kinzig während Pia noch souverän Mike den Stuntman erriet und schon parkten wir den Golf und klingelten bei unseren Freunden. Das Gastgeschenk, unter Anderem ein schwarzes Badeentchen sorgte für Gelächter.
 
Samstag, 12.09.2009
 
Nach dem Besuch des kleinen Marktes in Emmendingen und einem kleinen Schwatz mit Yorick, der tapfer eingelegte Oliven und Schafskäse verkaufte und mit Lea, die nebenan Obst und Gemüse unters Volk brachte sowie einer eingelösten Wettschuld in Form einer Rolle Smarties für Keshia verließen wir den Platz. Nebenan wurde eine Bühne für den bevorstehenden Auftritt des Ministerpräsidenten hergerichtet, während alle anderen Parteien origineller Weise Luftballons verteilten. Eine Wahl scheint bevor zu stehen.
 
Kurze Zeit später rollten wir über die Elz nach Freiburg. Wir umkurvten die Innenstadt mit dem Ziel, nahe der Schwarzwaldstraße zu parken und dann die restlichen Meter zu laufen - ein tückisches Unterfangen, denn in dem Wohngebiet war Parken nur mit Parkschein erlaubt und das Verlassen des Wohngebietes endete kurz und schmerzlos auf einer Autostraße die in einem Tunnel mündete, der uns aus der Stadt hinaus führte. Ein weiter Tunnel folgte und alsbald blieb uns nichts anderes übrig, als eine Ehrenrunde zu drehen und einen erneuten Versuch zu wagen, der erfolgreicher verlief.
Ein Tannenzäpfle später marschierten wir an der Dreisam entlang Richtung Stadion. Das Flüsslein perlte über Steine, ab und an lag jemand im Gras und schlief während der ein oder andere Anhänger des Sportclubs gleichfalls am Wasser zum Sport wanderte.
 
Bald ragte das Flutlicht in die Höhe, das Stadion, etliche Jahre nach dem Fluss benannt heißt nun nach einem Energieversorger und wird malerisch umrahmt vom Schwarzwald. Im Biergarten nebenan hockten Freiburger und Frankfurter beisammen, tranken Bier und schwatzen, während nur ein paar Meter entfernt die wirkliche Welt wartete, Polizeiwagen reihte sich an Polizeiwagen während ich nach Ina suchte, die noch unsere Tickets hatte. Ein Hallo hier, ein Guude dort und schon hockten wir wieder bei einem Schöppchen beisammen. Koi war unterwegs, ebenso wie die Sossenheimer (ja, wir sind's wirklich) oder die Griesheimer, die Nieder oder die Geiselgangster wie die Ultras, all die Bekloppten, die Woche für Woche durch die Republik reisen, um immer wieder den gleichen Polizeiwagen und -taktiken ins Gesicht zu glotzen.
 
Freiburg ist bekanntlich ein hartes Pflaster, zumindest was den Besuch von Fußballspielen angeht - als Gästefan. Irgendwie müssen die glauben, dass die Frankfurter gleich hinter den Taliban verantwortlich für das Übel in der Welt seien, entsprechend die Eingangskontrollen; entsprechend der Empfang. Da wir keine Lust hatten, uns stundenlang vor dem Einlass in Menschentrauben zu stürzen, warteten wir, bis sich das Menschenknäuel aufgelöst hatte und trafen noch auf die Geiselgangsterin die noch nicht ganz entschieden hatte, wo sie sich das Spiel anschauen soll. Pia musste ihre Schuhe beim Einlass ausziehen und als wir es
endlich nach Oben geschafft hatten, trat genau das ein, was zu befürchten war: Der Block war dermaßen überfüllt, dass es nicht wirklich möglich war, einen Blick aufs Spielfeld zu erhaschen. Zwischen Dach und Köpfen bestaunten wir die Hügel des Schwarzwaldes auf denen sich munter Windräder drehten; mit Ach und Krach erspähten wir auf der Anzeigetafel, dass Chris von Beginn an dabei war und Caio auf der Bank schmoren musste. Oberhalb der Stehränge hing ein Fernsehgerät an der Decke, so konnte man immerhin die ein oder anderen Spielszene erkennen. Da dies aber nicht das Gelbe vom Ei war, nutzte ich die Gelegenheit für einige Hintergrundgespräche, bestaunte die Mitglieder von Per Sempre die anlässlich des fünjährigen Bestehens allesamt in Hawaiihemden aufgelaufen waren und ärgerte mich darüber, dass ich in einem Fußballstadion kein Fußball sehen konnte, obgleich ich dafür bezahlt hatte. 
Da es Pia nicht anders ging, verließen wir nach der Pause den Schuppen und hockten uns nebenan in die Kneipe zu einem weintrinkenden Badener, der freundlich dem Spiel beiwohnte. Endlich Fußball. 
Peu a peu trudelten dann jede Menge Frankfurter ein, Oli hockte sich zu uns und gemeinsam bejubelten wir den Führungstreffer von Maik Franz. Es fühlte sich an, wie die gerechte Rache die Alex Meier nach Vorarbeit von Köhler noch auf die Spitze trieb. 90. Minute: 0:2. Ja. Jaa. Jaaaaa
Zwischenzeitlich hatte Nikolov zwar noch ein paar Bällchen zu halten, im End aber stand ein Auswärtssieg zu Buche, der kräftig gefeiert wurde - und so langsam kehrte die gute Laune zurück. 
 
Der Biergarten füllte sich nun zusehends und wir blieben noch eine ganze Weile, bis wir an der Dreisam zurück zum Golf wanderten. Nach einem Abschiedsessen in Emmendingen und dem Versprechen, uns bald wieder blicken zu lassen tuckerten wir über die B3 zurück auf die Autobahn. Durch die Dunkelheit rauschten wir an Offenburg vorbei, an Baden Baden und Karlsruhe, an Heidelberg und Darmstadt, über Flughafen und Miquelallee zurück in die Heimat. Todmüde blieb noch ein kurzer Blick auf die Wiederholung des Sportstudios, doch noch während Ribery seinem Trainer in die Arme hüpfte robbten wir in das Reich der Träume.
 
Heute morgen besiegte dann die U19 das Team von Darmstadt 98 mit 3:0 und holte sich endlich den ersten Saisonsieg. Trotzdem: Der Herbst kommt. Und falls ihr mal in Emmendingen seid und es ist zufällig Samstag früh, dann kauft dem jungen Mann am Stand Schafskäse und Oliven ab. Und grüßt ihn von mir.
 

Freitag, 11. September 2009

18mal18 - Beves Welt und Blog_G über Marcel Titsch-Rivero

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Es gibt da eine neue Seite in dieser Internetsituation, und die nennt sich “18mal18“.

Weil ich faul bin, kopiere ich hier einfach mal ein paar Auszüge aus der Vorstellung der Seite rein:

“Meine Damen und Herren, es ist mir eine große Ehre, nach einem gutem Monat Vorarbeit 18mal18 heute hier offiziell freizuschalten. 18mal18 ist ein Experiment. 18 Autoren widmen sich je einem 18-jährigem Nachwuchsspieler aus einem der 18 Bundesligavereine. Die Autoren adoptieren den hoffnungsvollen Jungprofi für ein Jahr und begleiten ihn auf dem Weg vom Talent zum etabliertem Bundesligaprofi oder beim Zerplatzen der großen Träume. Genauso wenig, wie wir wissen, ob “unsere” Spieler in den nächsten Monaten plötzlich Kandidaten für die WM-Teilnahme werden oder klammheimlich nach Paderborn ausgeliehen werden, wissen wir, wie sich das Ganze hier entwickeln wird. Wie jedes Gemeinschaftsprojekt dieser Größenordnung gibt es gewisse Risiken – schließlich sind wir unterschiedliche Menschen verstreut über das ganze Land. Wir kalkulieren den triumphalen Erfolg genauso ein wie das jämmerliche Scheitern. Jeder Autor entscheidet frei, ob er kilometerweise Statistiken analysiert, meinungsstark über die Frisur seines Spielers lästert oder per Skype mit seinem Patenkind Länderspiele kommentiert. Klar ist, dass wir uns dem Thema “Hoffnungen für den deutschen Fußball” mit viel Platz und auf eine andere Art und Weise als in den einschlägigen Medien widmen wollen.”

Der fantastische Stefan Krieger, der sich selbst eher als Lederhutträger ohne Lederhut bezeichnen würde und meine Nichtigkeit, die sich schon mal sarkastisch mit den Worten “Beruf: Eintrachtfan!” vorgestellt hat, haben es sich zur Aufgabe gemacht, einen Nachwuchsspieler der Eintracht über die Saison zu begleiten. Unsere Wahl fiel aus Gründen, die hier nicht zur Debatte stehen und die wir nicht verraten, auf Marcel Titsch-Rivero.
Unseren ersten Artikel auf “18mal18″ findet der geneigte Leser hier.

Mittwoch, 9. September 2009

Wort des Monats August 2009

 
August 2009, die Sonne gibt alles, der Ball rollt und die Eintracht kommt in der Liga ganz ordentlich aus den Startlöchern, einem Sieg stehen drei Unentschieden gegenüber; bei vier Spielen eine prima Bilanz.
 
Heimspiel gegen Dortmund, die Eintracht holt einen Punkt und die Weltöffentlichkeit erfährt, dass es im vergangenen Jahr kleine Zwistigkeiten zwischen Jürgen Klopp, Übungsleiter der Dortmunder, und der Frankfurter Eintracht gegeben habe. Dessen Söhne hatten wohl schlechte Plätze erhalten - in der ersten und zweiten Reihe der Haupttribüne. Auf Grund Dortmunder Intervention durften sie dann aber das Spiel in der Vorstandsloge der Eintracht verfolgen. Es folgte ein Briefwechsel zwischen beiden Vereinen und ein Nachtreten von Jürgen Klopp. Heribert Bruchhagens Reaktion beschreibt die FR wie folgt: Und mit süffisantem Unterton bemerkte der 60-Jährige, dass es Bundesliga-Trainer gebe, denen durch den Medien-Hype im Liga-Betrieb "das Regulativ" abhanden gekommen sei...
 
Da ist es, das Regulativ. Euch hat es nicht sonderlich interessiert, es gab Wichtigeres. 13% und damit der letzte Platz dafür.
 
Lange konnte die Eintracht nicht gegen einen Großen gewinnen. Doch schon das erste Spiel in der neuen Saison brachte einen völlig unerwarteten Sieg in Bremen; dort hieß es letztes Jahr noch 0:5. Heuer siegte die Eintracht mit 3:2 und begann die Saison mit einem: Auswärtssieg. Das war großartig, aber noch nicht der Gipfel. 16% der Stimmen brachten Bronze.
 
28.Juni.1959
Eintracht Frankfurt besiegte in einem packenden Spiel die Offenbacher Kickers mit 5:3 nach Verlängerung und wurde zum ersten mal Deutscher Meister; 50 Jahre ist's nun her - und ihr habt sicherlich die Feierlichkeiten mitbekommen - und sogar selbst mitgefeiert. Im Spiel gegen den Club würdigte die Kurve den Meistertitel und die Meistermannschaft durch eine von der UF97 vorbereitete Meisterchoreo. Gigantisch sah dies aus; sogar die Meisterspieler bedankten sich bei den Jungs. Und üblicherweise hätte es die Meisterchoreo an die Spitze geschafft, wäre da nicht eine Kleinigkeit dazwischen gekommen. Somit bleibt im August 2009 mit 31% der zweite Platz.
 
Der Zufall wollte es, dass just im Meisterjahr die beiden Mannschaften der Eintracht und der Kickers in der ersten Pokalrunde aufeinander trafen. Der Ausflug in die Nachbarstadt endete standesgemäß. Spielerisch glanzlos aber im Ergebnis stimmig siegte die Eintracht mit 3:0 - und holte sich pflichtgemäß den Derbysieg. Danke dafür. Für euch war der Derbysieg gleichfalls wichtig. 37% wählten den Begriff ganz nach vorne. Und somit gratuliere ich dem Derbysieger zum Wort des Monats im August 2009.
Und bei euch bedanke ich mich für's Mitmachen.

Dienstag, 8. September 2009

Das Internet Manifest

So, da stolpert man ein bisschen im Netz herum - und findet große Worte. Ein Internet Manifest. Dufte Sache; es beginnt allerdings nicht mit den Worten: Ein Gespenst geht um in Europa und endet auch nicht mit: Blogger aller Länder vereinigt euch. Schade, hier wurde eine Chance vertan..

Hier ist meines, unbedeutend, klein und nutzlos.


1. Nimm dich wichtig.

2. Suche wer noch wichtig ist. Das sind die, die das gleiche machen. Verlinkt euch. Doppelt wichtig.

3. Fühle dich nun als Teil eines Großen Ganzen. Auch wenn die anderen Vollspaten sind.

4. Bestätigt euch gegenseitig wie klasse das jeweils geschriebene Wort des anderen ist. > दिस्कुर्स!

5. Lese nach dem Kommentar den Text, den du kommentiert hast.

6. Skandalisiere von Zeit zu Zeit etwas Profanes. Freu dich an den Wellen und suche nach Verweisen im Netz auf deinen Beitrag. Dann: Siehe Punkt 1.

7. Betrachte Menschen, welche für Zeitungen arbeiten als Konkurrenz und zeige ihnen, dass du besser bist.

8. Vergleiche nun den Inhalt des Geldbeutels.

9. Lösche Kommentare, welche nicht einer Netiquette entsprechen- und fordere vehement Meinungsfreiheit.

10. Veröffentliche ein Manifest. Das Netz wird beben. Zumindest heute. Morgen ist etwas anderes wichtig.


Zusatzthesen

Zt1. Der Ball ist rund.

Zt1a. Weshalb heißt es dann Eckball?

Zt2. Kapitalismus ist kacke.

Donnerstag, 3. September 2009

Weißt du, was du trägst - Der Abend

Weißt du, was du trägst, so lautete der Titel einer Veranstaltung im Museum der Frankfurter Eintracht. Organisiert wurde der Abend vom Frankfurter Fanprojekt und der Jugend des DGB, eingeladen war Michael Weiss vom apabiz, dem antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum in Berlin. Gegenstand seines Referates waren Symbole, Marken und Codes der extremen Rechten.

Über fünfzig Gäste waren erschienen, darunter die üblichen Interessierten wie die Jungs der Kumpane Waldstadion - aber auch eine Vertreterin einer KiTa oder Eintrachtfans mit Kindern, die allesamt Interesse daran zeigten, was es denn mit den Codes auf sich hat. Nicht erschienen waren Vertreter der Fan- und Förderabteilung, das FSG, die Fanbetreuung und Vertreter von Eintracht Frankfurt, sieht man einmal davon ab, dass das Museum zur Eintracht gehört. Auch waren die Köpfe der Ultras nicht anwesend.


Der nun folgende Texte ist keine getreue Widerspiegelung des Vortrages, fußt aber darauf; er soll vor allem das Ausgangsthema unter Einbeziehung von Informationsmaterial und Internetdokumenten und -links näher beleuchten


Klar ist, dass etliche Symbole der Nationalsozialisten verboten sind, das Hakenkreuz oder die SS-Runen - und ebenso klar, dass andere eindeutig sind und klare Bekenntnisse beinhalten, die schwarze Sonne zum Beispiel - ein Kunstsymbol der SS. Andere Symbole sind indifferent wie der Thorshammer, der zwar von der Rechten angeeignet wurde, aber keinen direkten Bezug zur NS-Zeit hat. Nicht jeder der den Thorshamer an einer Kette trägt, gehört zwangsläufig zur Naziszene. Erst in Verbindung mit anderen Symbolen oder Codes kommt ihm eine politische Bedeutung zu, wird er zum Bekenntnis. Ähnliches gilt für das Keltenkreuz; es wird erst zu einer eindeutigen Aussage, wenn der untere Bereich fehlt; dann aber wird es brisant. Dieses Zeichen steht für die Überlegenheit der weißen Rasse, für: White Power. Es ist in einigen Bundesländern verboten

Die Rechte bedient sich aus der Mythologie des Nordens, Germanen- oder Heidenkult der extremen Rechten stehen nicht zuletzt für die Ablehnung der christlichen oder gar jüdischen Mythologie und für eine diffuse Mystik - und obgleich die Herleitungen zum Teil recht krude sind, so einen sie doch die Träger - und schaffen Identität.

Identität schafft auch Musik und auch hier müssen wir vorsichtig sein; nicht jedes Etikett bezeichnet gleich einen rechten Hintergrund, die Szene versucht Stile und Richtungen zu absorbieren, wie zum Beispiel Hatecore oder Black Metal. Hass, Wut, Rebellion, das Gefühl der Einsamkeit  finden ihren Ausdruck in Musik, münden aber nicht zwangsläufig in rechtsradikalen Welten - höchstens die Ausgangslage vereint: Ein diffuses Unbehagen an der Welt, die ungerecht und zerstörend daherkommt und vor allem Jugendliche zunächst ratlos zurück lässt. Über Musik werden Sehnsüchte gestillt oder illusorische Identitäten geschaffen - oder gar (vermeintliche) Antworten auf drängende Fragen gegeben. Über Texte und Bandhintergrund erfahren wir, ob wir es mit (vermeintlich) unpolitischen oder aber extremen Rechten zu tun haben, wie zum Beispiel mit der Bremer Naziband Kategorie C.

Auffällig ist die Vermischung des Erscheinungsbildes der extremen Rechten mit der Popkultur. Waren noch vor wenigen Jahren die Neo-Nazis klar zu erkennen, die schwarzen Lederjacken, schwarze Krawatten und merkwürdigen Frisuren, so fiel schon bei den Skins die Unterscheidung schwer. Nicht jede Glatze war ein Nazi, manchmal verriet nur die Farbe der Schnürsenkel oder die Tätowierung die politische Gesinnung - eines jedoch war den unterschiedlichen Erscheinungsbildern gemein: Sie entzogen sich dem Mainstream.

Dies hat sich in den letzten Jahren geändert. Girlie-Style, Hooligan-Style, Fußball-Style hielten Einzug in den Mainstream und auch in die rechte Szene; die Kleidung und die Schnitte unterscheiden sich wenig von H&M oder coolen Fußball/Fanklamotten, einzig die Labels oder Aufschriften geben Aufschluss über die politische Motivation - manchmal sogar nicht mehr dies. Manchmal steckt nur ein Naziversand dahinter, die Eingeweihten erkennen sich an Details; an der Kleidung im Zusammenhang mit Schmuck und Tätowierungen - oder Zahlen. Relativ harmlos kommt so im Erscheinungsbild der Versand football fanworld daher - geführt von Nazis aus dem Vogelsberg.

Im Zusammenhang steht gerade im Fußballbereich das Kokettieren mit Gewalt - ein Merkmal, dass die extreme Rechte nicht exklusiv hat; nicht jeder Hooligan ist ein Nazi und nicht jeder, der gewaltverniedlichende Sprüche auf seinem Hoodie trägt ein Hool. Wie der Bandname Kategorie C aus dem Fußball entlehnt wurde (Kategorie C bezeichnet im Polizeijargon die gewaltorientierten Fußballfans - im Unterschied zu Katergorie A und B), so gibt es z.B. das eingetragene Modelabel mit Namen Dritte Halbzeit, eindeutig mit rechtsradikalem Hintergrund.

Vom Ursprung her unpolitisch kokettieren Modelabels wie Pit Bull oder Troublemaker mit der Assoziation von Gewalt, der Träger erwirbt mit den Marken das Gefühl der Stärke, stellt durch ein martialisches Erscheinungsbild Selbstbewusstsein zur Schau, dass nicht zwingend vorhanden sein muss. Weder Troublemaker noch Pit Bull sind Nazimarken - vor allem jugendliche Träger jedoch landen so manches mal in der rechten Szene, weil diese das Unbehagen an der Welt adaptiert und nicht zuletzt Gemeinschaft vorgaukelt. Spätestens dann aber dürfte Pit Bull oder Troublemaker nur noch eine marginale Rolle im Outfit spielen. An die 200 Modemarken mit eindeutig rechtsradikalenm Hintergrund springen in die Bresche - und sorgen für die nun passende Kleidung, am bekanntesten sicherlich die Marke Thor Steinar (Mediatex), welche seit 1999 über 70 Markennamen angemeldet hat und Jahresumsätze von mehreren Millionen Euro erzielt. Auch hier gilt, dass nicht jeder, der Thor Steinar trägt zwangsläufig als Neonazi gesehen werden darf; das Unternehmen orientiert sich zunehmend am Mainstream mit nordischer Optik, zählt aber noch immer als Symbol für "rechten Chic" - und als Positionsbestimmung. Einhergehend sind dabei zwei Aspekte: Zum einen die vermeintlich harmlose Unterwanderung breiterer Gesellschaftsschichten - Geheimcodes werden salonfähig und zum anderen wird Thor Steinar von Teilen der extremen Rechten Geschäftemacherei unter Ausverkauf des politischen Grundgedankens vorgeworfen. Andere springen herbei, positionieren sich radikaler, so der Abkömmling Erik & Sons, der versucht mit dem gleichen Konzept rechtsradikal-politische Authentizität zu wahren.

In verschiedenen Stadien ist die Marke Thor Steinar verboten, so soll u.a. verhindert werden, dass die Rechte sich erkennt, zusammenschließt, und vereint großen Raum beansprucht. Auch in Frankfurt wurde solch ein Verbot diskutiert - und verworfen. In Dresden gilt das Verbot neben den gesetzlich verbotenen Symbolen auch für etliche andere, deren Tragen im öffentlichen Raum erlaubt ist. Die Ordner haben Listen, um die Verbote zu überwachen - doch nichts ist einfacher, als diese Verbote zu umgehen: Steht der Name Kategorie C auf dem Index, so reagiert die Szene prompt - mit dem Aufdruck Kategorie D. Der Inhalt ist der gleiche, der Eintritt ins Stadion aber erlaubt.

Ein Verbot von Thor Steinar kommt einer Symboldebatte nahe; es gibt genügend Alternativen, sie alle zu kennen, zu verbieten und das Verbot zu überwachen gleicht einer Sisyphus-Arbeit - und verhindert eines nicht: das menschenverachtende Weltbild des Trägers. Immerhin kann über eine Verbotsdebatte das Thema in die Öffentlichkeit getragen werden - diejenigen, die das Label cool fanden, wissen nun, was sie tragen. Und wer die Klamotten immer noch trägt und um den politischen Hintergrund weiß, der muss sich unangenehme Fragen gefallen lassen, weist er sich doch zumindest als "irgendwie rechts" aus.

Marken wie Lonsdale gerieten unvermutet in das Spektrum der Neonazis, ergibt sich doch durch die Buchstaben in der Mitte (nsda) eine Nähe zum Namen NSDAP - für die Rechte ein willkommener Anlass, die Kleidung zu tragen um legal Gesinnung zur Schau zu stellen. Der Hersteller Lonsdale distanzierte sich aufs Entschiedenste von dieser Vereinnahmung. Schon 2004 hatte Lonsdale aufgrund der sich häufenden Vorwürfe eine Werbekampagne Lonsdale loves all colours ("Lonsdale liebt alle (Haut)Farben") gestartet.

Statt dessen wurde von Nazis die Marke Consdaple gegründet - selbst das Logo ist an Lonsdale angelehnt. Der Kunstname Constaple soll sowohl mit dem englischen constable als auch mit der Partei assoziiert werden; die Träger mit der rechten Szene.

Neben den Modelabels spielen Zahlenkombinationen eine wichtige Rolle, am Bekanntesten sicherlich die 88 - als Synonym für den achten Buchstaben im Alphabet - H. HH meint Heil Hitler, wie entsprechend 18 synonym für Adolf Hitler steht oder 83 für HateCore. Auch die Zahl 14 hat einen ganz besonderen Hintergrund: Es ist die Abkürzung von einer aus 14 Worten bestehenden Phrase: „We must secure the existence of our people and a future for White children.“ Als Erfinder der Fourteen Words gilt der US-amerikanische Rechtsextremist David Eden Lane.

Wenn ihr also im Jahr 1988 geboren seid, und im Autokennzeichen die 88 spazieren fahrt, dann ist dies sicherlich harmlos; wenn das Gesamtkennzeichen jedoch XY-HH 1488 lautet, dann ist die Aussage eindeutig, es sei denn, der Fahrer ist derart naiv, dass es einen graust.


Machen wir uns nichts vor, der Umsatz mit Devotionalien und Kleidung aus der rechten Szene steigt - und damit die Anzahl derer, die sich damit in der Öffentlichkeit bewegen. Der Einzug in die Popkultur und den Mainstream, auch in den Fußballbereich beinhaltet das Fischen vor allem bei Jugendlichen, die im Wesentlichen zwischen cool und uncool unterscheiden und nicht wissen (können) was sie für die Eingeweihten zur Schau stellen; es liegt an uns, Aufklärung zu betreiben - um so ärgerlicher ist es, dass die führenden Köpfe der Fangruppierungen der Eintracht dieser Veranstaltung fern geblieben sind.


Bei Spielen der Eintracht scheint die Problematik auf den ersten Blick nicht im Vordergrund zu stehen, noch im ersten Spiel der vergangenen Saison trug das Team statt dem Logo des Sponsors den Spruch: United Colors of Frankfurt auf dem Trikot, basierend auf einer Initative des Fansprechergremiums angelehnt an eine frühere Kampagne United colors of Bembeltown. Doch die Zeiten wandeln sich; immer häufiger ist von politisch motivierten Auseinandersetzungen die Rede; in der Partie bei den Kickers wurde ein Frankfurter auf dem Weg zum Stadion aus dem Mob gezogen, weil er den Hitlergruß gezeigt hatte und im Spiel gegen Dortmund erscholl deutlich der Spruch Roman du Zigeuner, um den Dortmunder Torhüter Weidenfeller zu beschimpfen, während in Köln weite Teile unserer Kurve Ihr seid die Hauptstadt der Schwulen skandierte. In Kaiserslautern wurde von einigen wenigen zum Besten gegeben, dass alle Lauterer einen gelben Stern zu tragen hätten.

Jetzt mag nicht jede Beschimpfung zwangsläufig auf einen rechten Hintergrund zurück zu führen und nicht jeder, der Zigeuner ruft gleich ein Nazi sein. Aber die Leichtfertigkeit und die Häufigkeit solcher Äußerungen, die mit der Unterstützung des eigenen Teams nichts mehr gemein haben, gibt zu denken - und die dabei vermittelte gefühlte Überlegenheit gegenüber Schwulen, Zigeunern oder gar Juden ist mehr als grenzwertig. Von daher ist es zum einen verwunderlich, dass bis auf wenige Ausnahmen kaum Widersprüche gegen diese Strömungen zu vernehmen sind und zum anderen ist es dringend an der Zeit, dass sich auch in Frankfurt Gedanken gemacht wird, welches Erscheinungsbild unsere Kurve haben soll, wie es Öri von der KOS formuliert hat. Dazu gehört die Reflektion und Analyse des derzeitigen Verhaltens, damit schon im Keim rechte oder rechtsradikalen Erscheinungsformen bei der Frankfurter Eintracht thematisiert werden. Wenn wir nicht aufpassen, werden aus wenigen mehr - und dann kann keiner sagen, er habe nichts gewusst.

Mittwoch, 2. September 2009

Ein Bild des Sommers

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Dienstag, 1. September 2009

Zu kurz gesprungen: Wie ein sogenannter Weltkonzern den Blogger Trainer Baade zermürbt.

Im Vorfeld der Saison 2005/2006 sollte die Eintracht neue Trikots bekommen. Der Ausrüster JAKO nahm es mit der Individualität unserer Mannschaft nicht so genau und versuchte, uns das Stangentrikot der damals noch existenten Frauenmannschaft des FSV Frankfurt anzudrehen. Erst nach massiven Protesten seitens der Eintrachtfans akzeptierte JAKO, dass Eintracht Frankfurt sich nicht mit einem Allerweltslappen zufrieden gibt und kreierte ein anderes Design - oder besser: überließ die Wahl den Fans. Somit war das vorgestellte Trikot schneller Geschichte, als DuRi Cha flitzen kann. Seither gab es Jahr für Jahr ein neues Trikot von JAKO, auch in diesem Jahr; ihr wisst, die Dinger die schwer nach VfB Stuttgart schmecken.
Aber die Firma JAKO macht noch ganz andere Dinge; sie hat zum Beispiel vor gar nicht allzulanger Zeit dem Firmenlogo einen neuen Look verpasst - deshalb gibt es bei unserer rot-schwarz-weißen Eintracht auch die tollen blauen Tüten im Fanshop.
Nun kann man vom Design des Logos halten, was man möchte. Genau dies machte Trainer Baade, ein Blogger der seit 2005 im Internet tätig ist. Er hielt nicht allzuviel davon - und veröffentlichte seine Meinung in seinem Blog; eine Meinung, die man durchaus teilen kann. JAKO jedoch teilte seine Meinung nicht, im Gegenteil.
Was dann aber geschah spottet jeder Beschreibung. Der Blogger, dessen Seite ähnlich wie viele andere nur von ein paar Hundert Usern täglich gelesen wird wurde von der Firma JAKO bzw. im Auftrag durch Rechtsanwältin Iris Sanguinette abgemahnt. Frank Baade reagierte - wer kann sich schon als kleiner Blogger eine Auseinandersetzung mit einem sogenannten Weltkonzern leisten - und nahm den betreffenden Beitrag vom Netz. Doch dann kam die Maschine erst richtig ins Rollen.
Stefan hat heute im BLOG_G das Thema aufgegriffen; basierend auf einem Beitrag von Kai Pahl auf allesaussersport.de. Lest euch in Ruhe die Geschichte durch und bildet euch eure Meinung.
Und da ich solch Verhalten von JAKO unglaublich finde, möchte ich dem Blogger Trainer Baade meine Solidarität zukommen lassen. Offizielle Eintracht-Trikots kaufe ich sowieso nicht, da ich bislang nicht eingesehen habe, dass ich um einen Flughafenbetreiber zu bewerben auch noch Geld zahlen muss. Nun gibt es einen zweiten Grund. Damit könnte die morgige Veranstaltung im Museum auf ungedachte Weise einen neuen Aspekt erhalten: Weißt du, was du trägst lautet der Titel. Ich weiß es - und habe die Wahl.


Update aus dem Blog-G: Stimmen dazu im Netz 

- Kid Klappergass: Tanz auf dünnem Eis
- Die Vorstopper: Kurz verlinkt
- Werderblog.net: Aus leider aktuellem Anlass
- gehts raus und spuilts fußball: Jako macht sich unmöglich
- Fritten, Fußball und Bier: Very important: Den Trainer hat’s erwischt
- Spielbeobachter: Wenn Imageberater schlafen
- Blogsprache: Jako King of Flop