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Freitag, 31. Juli 2009

Uffreschung

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Da dreht die Welt ihre Runden, unbeeindruckt von den Banalitäten des Alltages und tief in mir schlummert der Wunsch, es ihr gleich zu tun; alleine es geht nicht. Der Blick in die Welt, der Blick in die Medien, der Blick ins Internet lässt es nicht zu, dass ich unbeeindruckt meine Runden drehe, gleichmütig und wach zugleich. Das Amanatidis-Gen in mir fordert sein Recht; es wühlt und arbeitet und gebiert Gedanken, die es nicht wert sind, gedacht zu werden, weil nahezu alles, was mich beschäftigt schon morgen hinfällig und vergangen ist. Das was bleibt ist es wert, gelebt zu werden. Was dem Hessen aber immer bleibt ist: Uffreschung.

Uffreschung Nummero Eins: Das Derby

Für die einen die größte Party des Jahres, für den anderen ein Ärgernis - für alle auf jeden Fall: Ein Thema. Möge die Eintracht dort hin fahren, möge sie unaufgeregt einige Tore schießen und unaufgeregt gewinnen, alles andere ist indiskutabel.

Diskutabel hingegen ist die von Trainer Skibbe erwirkte Tatsache, dass Eintracht Frankfurt mit Christoph Spycher als neuem Spielführer in die Saison geht; der alte Captain, Ioannis Amanatidis, wurde auf den Stellvertreterposten zurückversetzt, was diesen vergrätzte und zu unüberlegten Aussagen hinreißen ließ. Doch nicht nur das, Amanatidis begegnete der Degradierung mit dem Rücktritt von allen Ämtern bei Eintracht Frankfurt. Während die einen nun unserer Nummer 18 mangelnde Professionalität vorwerfen, rätseln andere über die Motivation des neuen Trainers, dem Mann, dessen Temperament vom ehemaligen Übungsleiter F. erkannt und durch die Kapitänsbinde in produktive Bahnen gelenkt wurde, die Binde wieder abzunehmen; einen klugen Schachzug Funkels (der schon bei der Benennung des vorherigen Kapitäns, dem kommenden USA-Nationalspieler Jermaine J. funktioniert hatte) also zurück zu nehmen.

Die Reaktion von Amanatidis war vorhersehbar, ob man sie mag ist eine andere Sache, aber sie war vorhersehbar. Denn so kennen wir Amanatidis, der von der BILD durch den Dreck gezogen wurde - und sich dies nicht gefallen ließ; kennen Amanatidis, der sich als Captain den Fans stellte, als sich etliche nicht nur mit der Entlassung Funkels zufrieden geben wollten, weil sie auch (völlig zu Recht) die Spieler in der Verantwortung für das phasenweise desaströse Auftreten der letzten Saison sahen; kennen Amanatidis, der sich das Kapitänsamt so sehr zu Herzen nahm, dass er beim Heimspiel gegen den KSC trotz Schmerzen in den letzten Minuten eingewechselt wurde - und mit unbändigem Willen in der letzten Sekunde den lebensnotwendigen Siegtreffer erzielte und so für viele von uns mit der Zeit zur Symbolfigur wurde, die die Ärmel hochkrempelte und einen Willen an den Tag gelegt hatte, der ansonsten allzuoft schmerzhaft vermisst wurde. So verblasste durch die Art und Weise langsam der einstige Abgang nach Kaiserslautern, der nicht jedem geschmeckt hatte.

Während Trainer Skibbe nach Trainingsantritt wortreich durch die Redaktionsstuben der hiesigen Zeitungen tingelte und nicht müde wurde, den Spieler Caio, der außer einem außergewöhnlichen Ballgefühl und einer eher laschen Berufsauffassung noch nicht allzuviel gezeigt hatte in die Mannschaft zu reden (und damit denjenigen Zückerchen streute, die nicht müde werden, bei jedem Auftritt unserer Nummer 30 inbrünstig dessen Namen zu skandieren, ungeachtet der Leistungen der anderen Spieler - ich kann mich nicht erinnern, dass es in der Geschichte der Frankfurter Eintracht vorgekommen ist, dass ein Spieler der bislang so wenig gezeigt hat, derartig gefeiert wurde), während also Caio sämtliche Hilfestellung erfuhr, verwundert es, dass Amanatidis diese verweigert wurde. So Caio ein sensibler Fußballer ist, der sich bislang in der bösen Welt alleine durchschlagen musste und nun zwecks Leistungssteigerung gepäppelt wird, so musste Skibbe wissen, dass er aus Ama (und damit für die Mannschaft) mehr rausholt, wenn er ihm das Vertrauen des Kapitänsamtes weiterhin überlassen hätte. Neuer Spielführer ist nun Christoph Spycher, der unstrittig unser bester linker Verteidiger ist und sicherlich innerhalb der Mannschaft ein hohes Standing hat, man sagt, er spricht fünf Sprachen und weiß, sich außerhalb des Spielfeldes zu artikulieren. Inwiefern er auch die Sprache der Fans spricht, bleibt abzuwarten - bislang habe ich ihn noch nicht gehört, wenn es darum ging, Belange der Fans zu thematisieren. Wobei bei Licht betrachtet sich auch die Sprache der Fans durchaus unterscheidet - und nicht immer die meinige ist.

Es wäre töricht, Amanatidis gegen Spycher auszuspielen, die Spieler sind zu unterschiedlich und beide Wesensarten sind notwendig, um attraktiven Fußball zu spielen; der Kopf und das Herz. Wer aber Amanatidis' leidenschaftliche Reaktion verübelt und zugleich auf dem Platz und auf den Rängen Emotion einfordert, der möge sich überlegen, was er eigentlich will. Und kommt mir bitte nicht mit Caio.


Das Foto von Amanatidis stammt von Stefan Krieger. Danke.

Donnerstag, 23. Juli 2009

Aufkleber des Tages - III

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Worte. Live und in Farbe: 23.07.2009 - 19:30 Uhr


In den letzten Wochen sind mir drei Bücher über die Eintracht in die Hände gefallen, allesamt werde ich sie demnächst hier vorstellen - den Beginn macht aus aktuellem Anlass das Neueste:

Adler im Herzen lautet der Titel des druckfrischen Buches prallvoll mit Geschichten aus der Frankfurter Fanszene. Herausgeber ist Jörg Heinisch, der sich auch als Redakteur für die Fan geht vor einen Namen gemacht hat.

Auf über 270 Seiten hat Jörg Texte von Fans gesammelt und nun gebündelt veröffentlicht. Es sind lustige, rührende und nachdenkliche Beiträge dabei; Reiseberichte, Erinnerungen an Verstorbene, Kabinengeflüster, Reflexionen über die Nachbarstadt und vieles mehr. Die Autoren entstammen der Fanszene der Eintracht und die Erstveröffentlichungen der Beiträge fanden in den bekannten Fanmedien ihren Platz: Im Forum, den Blogs oder der Fan geht vor.

Am 23.07.2009 wird Jörg das Buch im Museum der Öffentlichkeit vorstellen; er selbst, aber auch Michael "Öri" Gabriel und euer Beve werden Texte aus dem Buch präsentieren, das ihr vor Ort käuflich erwerben könnt. Ebenso wie die nagelneue Fan geht vor, die diesmal sogar eine DVD-Beilage enthält.


Wir freuen uns auf euer Kommen.

Wann:
Donnerstag, 23.07.2009 um 19:30 Uhr

Wo:
Eintracht Frankfurt Museum

Eintritt: frei

Dienstag, 21. Juli 2009

Unterwegs

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Ich weiß gar nicht mehr, woher die Geschichte stammt; die Geschichte von dem Juden, der sich aus Amerika ins gelobte Land aufgemacht hatte, um nach einer Weile wieder nach Amerika zu reisen. Dort blieb er eine Zeitlang, bis er wieder nach Israel aufbrach. Dies wiederholte sich einige Male. Als er dann gefragt wurde, wo er denn am liebsten sei, in Amerika oder in Israel, da antwortete er sinngemäß: Am liebsten bin ich unterwegs.

Ich war unterwegs - und bin mir sicher, dass ein Reisebericht hier nicht auf sonderliches Interesse stoßen würde, schließlich geht es hier ja um Fußball im Allgemeinen und der Frankfurter Eintracht im Besonderen; außerdem geht euch mein Privatleben ja auch gar nichts an :-)

Da aber der Fußball in meinem Leben stets eine Rolle spielt, so blieb es natürlich nicht aus, dass ich auf die verschiedensten Aspekte des Rasensports während meiner kleinen Reise gestoßen bin - und davon soll hier die Rede sein - und auch das fotografierte Bild wird davon sprechen.


Berlin

Stets wenn ich in Berlin bin, treffe ich Thomas. Thomas kommt aus Gelsenkirchen und er ist natürlich Anhänger von Schalke 04. Als kleiner Bub schon stand er in den Katakomben des Parkstadions und wartete auf die Spieler, um sich Autogramme geben zu lassen. Wir unterhalten uns oft über die Vergangenheit, die eigenen Erlebnisse und Geschichten; Thomas ist auch der einzige Mensch den ich kenne, der während einer Fernsehübertragung eine Flasche Bier nach dem Fernseher geworfen hatte; damals, als Schalke in den Uefa-Cup-Endspielen gegen Inter Mailand Chance um Chance vergab - bis es dann doch noch zu einem glücklichen Ende kam. Meist erfahre ich etwas Neues, so auch diesmal. Oder wusstet ihr, dass Schalke zwar 1904 gegründet wurde - allerdings unter dem Namen Westfalia Schalke. Die Vereinsfarben waren rot und gelb. 1919 fusionierte Westfalia Schalke mit dem Turnverein zu Turn- und Sportverein Schalke 1877 bis 1924 die Trennung von den Turnern dafür sorgte, dass ein Fußballverein übrig blieb: Fußballklub Schalke 04 e.V. Die Vereinsfarben wurden Blau und Weiß. Schalke trägt seine Spiele heute in einer Turnhalle im Stadtteil Erle aus.

Eine Geschichte, die stark an die eines anderen Vereines erinnert, nicht wahr? Bloß dass die Farben der Eintracht seit den Tagen vom Fußballclub Victoria und den Frankfurter Kickers stets Rot-Schwarz-Weiß waren.

Leider blieb ich nur ganz kurz in Berlin, allerdings reichte die Zeit, um einen kurzen Abstecher in das Stadion zu machen, in dem Union Berlin im letzten Jahr seine Heimspiele austrug, da die alte Försterei renoviert wurde: in den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark am Mauerpark. Ein Tor stand offen, und ich radelte hinein. Flutlichtmasten, Zäune, Laufbahn, Haupttribüne, bunte Schalensitze und eine kuriose Sprecherkabine prägten das Stadion, in dem sogar Michael Jackson schon aufgetreten war und die Hertha einige internationale Spiele absolviert hatte. Wenn man ganz alleine in einem Stadion ist, und sich umschaut, da hört man manchmal schon das Geraune der Jahrzehnte und sieht vor seinem geistigem Auge die Heerscharen, die hier Bratwurst und Bier verzehrend sowohl die ganz junge Hertha als auch zu DDR-Zeiten Vorwärts Berlin und den BFC Dynamo erlebt hatten. Als ich das Stadion verlassen wollte, war das Eingangstor geschlossen und ich musste mir etwas einfallen lassen. Aber das ist eine andere Geschichte.


Papendorf

Kaum war ich in Berlin, war ich auch schon wieder draußen, durch Brandenburg rollte ein altes Mercedes Coupé, Thomas und ich cruisten durch den Osten Deutschlands, rechter Hand die Müritz, bis wir in unmittelbarer Nähe von Alesia die Autobahn verließen und in Papendorf Station machten; Pia verweilte mit den Kids dort - und wir verbrachten den Abend mit Freunden auf der Terasse, Rehe staksten aus dem nahen Wald auf die Wiese, wo zwei Tore aufgebaut waren. Am nächsten Morgen spazierten wir durch den Ort und entdeckten Vorboten des Ortes, dessen Erwähnung uns allen Bauchschmerzen bereitet. Im Nieselregen drehte die erste Mannschaft der SG Warnow/Papendorf ihre Runden, wer weiß schon, wie hier die Laktattests ausfallen.


Alesia


Warnemünde

Wer als Tourist hierher kommt, der ist nie alleine. Andere waren schon hier, andere sind hier - und sie alle hinterlassen Spuren. Die Touristen tragen Socken zu den Sandalen, fotografieren Möwen und Schiffe, essen Fischbrötchen und kaufen Souvenirs, während sich die Kitesurfer mit dem Wind über die Wellen ziehen lassen. Wir fotografierten Möwen und Schiffe, aßen Fischbrötchen und kauften keine Souvenirs, weil uns die Verkäuferin zu unfreundlich war - aber
dies ist eine andere Geschichte; mitgebracht aber haben wir einige Details, die nun folgen:
















Hasloh


In Hasloh ist die TuS Hasloh zuhause - und für das Team kickt der Sohn unserer nächsten Gastgeber - und trifft ab und an ins Schwarze. Enno ist großer Werder Bremen Fan und hat sogar das Pokalendspiel in Berlin gesehen, als Diegos letzter Einsatz den Pokalsieg brachte. Er hat sogar das letzte Autogramm, das Diego in Bremen bei dessen letztem Training in Bremen gegeben hat. Jetzt ist er ganz traurig, weil Diego nach Turin wechselt. Er weiß aber, dass ich Eintracht-Fan bin und mir Kyrgiakos näher steht als der kleine Brasilianer - aber das machte nichts. Ennos Papa, Ingo, ist ebenfalls großer Werder Fan. Er hat bei Kutzops vergeigtem Elfmeter nur wenige Schritte von ihm entfernt gestanden und hat auch Siegmanns Foul an Lienen aus nächste Nähe gesehen; und noch viel mehr dazu - aber dies ist eine andere Geschichte.


Hamburg

Hasloh ist nur wenige Schritte von Hamburg entfernt - und als wir in Hamburg einliefen, da rollten wir an der Sportanlage von Victoria Hamburg vorbei. Und dort führt Walter Frosch die Gaststätte. Ihr kennt Walter Frosch nicht? Na, dann schaut euch doch einmal dieses Video an:



Nun kennt ihr Walter Frosch.


Wer in Hamburg verweilt, der kommt natürlich an Fußball nicht vorbei. Das HSV-Stadion ist schlicht mit Arena ausgeschildert, wie diese nun gerade heißt, wissen wahrscheinlich nicht einmal eingefleischte HSV-Fans.

Die St. Pauli Anhänger wollen dies sicherlich gar nicht wissen - aber auch sie prägen das Stadtbild - zumindest in kleinen Details. Und das ist auch gut so.

Elbe, Millerntor, Docks und Speicherstadt - kaum waren wir in Hamburg drin, waren wir schon wieder draußen und bald ging es zurück nach Frankfurt; Autobahn, Sonne, Regen und gegenüber ein Stau, der sich gewaschen hatte .


Autobahn - Irgendwo in Deutschland


Meilen entfernt von der Hansestadt findet sich auch hier Hamburg, recht pfiffig, wie ich finde - denn nun folgt mein Lieblingsbild; beim nächsten Besuch im Norden werde ich diesem Verein sicherlich einen Besuch abstatten; Wer solche Fans hat, kann nämlich kein ganz Schlechter sein:


Noch auf dem Rückweg rief mich Christian an und wir erfuhren Neuigkeiten; Ralf Fährmann, unser neuer Torhüter hatte sich die Hand gebrochen. Stimmt, die Eintracht gibts ja auch noch. Alles wie immer.

Gute Besserung Ralf!

Montag, 13. Juli 2009

Heimspiel in Stadtallendorf

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Vor einiger Zeit funkte mich Werner Fleckna an, seines Zeichens Ehrenmitglied des EFC Adlerhorst Stadtallendorf und fragte mich, ob ich zum zwanzigjährigen Jubiläum des EFCs beim Freundschaftsspiel in Stadtallendorf zwischen der dortigen Eintracht und der Frankfurter Eintracht den Stadionsprecher geben wolle. Natürlich wollte ich, immerhin hatte ich bislang erst einmal das Vergnügen, die Profis anzusagen, 2005 war's beim Freundschaftskick der Eintracht gegen den KSC in Eschborn, und so rollte ich mit Mutters knallrotem Micra gegen halb Zwölf auf die Autobahn. Micra? Knallrot? Da fehlt doch etwas könnte man meinen - genau: der silberne Golf. Der war kurz zuvor mitsamt Pia und den Kids in Richtung Ferien aufgebrochen - und so hatte ich meiner Mutter den Micra aus den Rippen geleiert. Der Vorteil: Ich war mobil. Der Nachteil: Nichtrauchen im Fahrzeug und dazu ein festeingestellter HR4-Sender im Autoradio.

Flott röhrten wir über den Highway (der Micra und ich), die Lautstärke des Radios wurde auf "Null" gesetzt und Gott sei's gedankt war wenig los auf der A5, die meisten Urlauber hatten sich wohl schon gestern auf die Reise gemacht und so rollte ich bald an der Anschlussstelle Homberg/Ohm auf die Landstraße hinweg durch das sonntagmittägliche Hessen. Östlich lag der Vogelsberg, westlich Marburg und mittendrin traf sich die Hessen zum Mittagessen.

Durch Wald und Feld und Gemeinden wie Nieder Ofleiden erreichte ich Stadtallendorf und nach wenigen Minuten auch das Herrenwaldstadion, den Ort der heutigen Veranstaltung.

Der Himmel gab sich ein wenig bedeckt, die Ordner freundlich und alsbald entdeckte ich Werner, mit dem ich noch einige Einzelheiten besprach, während der Nachwuchs auf dem Feld schon tapfer um Ball und Tore kämpfte. Unter der kleinen Haupttribüne sollte ich ganz oben mein Plätzlein finden, eine Anlage war aufgebaut, Boxen rund um den Sportplatz verkabelt und so blieb zunächst nichts Anderes zu tun, als das Mikro auszuprobieren und meine Runde zu drehen. Ein Autohändler präsentierte seine Fahrzeuge am Spielfeldrand, Bier- und Wurstbuden waren aufgebaut, auch ein mobiler Fanshop der Frankfurter Eintracht wartete auf Kundschaft, während ein großes Banner des EFCs munter im Wind flatterte. Die ganze Anlage trug wie so viele Sportplätze den Charme des sanften Verfalls in sich, wie anders fühlt sich hier noch das Erlebnis Fußball an im Vergleich zu den facegelifteten Arenen, die zwar ein Event beherbergen mögen, aber kein Leben - mit all seinen Kratzern und Geschichten.

Peu a peu trudelten die Besucher ein, viele Helfer, vor allem aus dem Fanclub, wuselten umher, Kinder gaben sich gegenseitig Autogramme und schon stand das Vorspiel auf dem Programm. Die zweite Mannschaft des TSV Eintracht Stadtallendorf kickte gegen eine Auswahl des Fanclubs, die sich lange Zeit in hübschen orange-schwarzen Trikots gegen die sich anbahnende Torflut wehrte. Inmitten des Spiels rollte der Bus der Eintracht an, gefolgt von einem Schwarm Kinder, die wie Möwen um einen Fischkutter umherschwirrten. Dem großen Spiel sollte also nichts mehr im Wege stehen.

Ich begrüßte brav die Zuschauer, die mittlerweile in Mengen ins Stadion strömten, begrüßte die Teams und auch das EFC Ehrenmitglied Rolf Heller, der als Präsident der Eintracht in stürmischen Zeiten den Club aus den Tiefen wieder ans Licht gebracht hatte; dankte dem EFC und den Sponsoren ebenso wie dem Bürgermeister, der als Schirmherr fungierte und wies daraufhin, dass in wenigen Tagen hier in der Hessentagsstadt 2010 die Rockkapelle Staus Quo zu Gast sein wird. Aus den Boxen wummerte Thunderstruck von AC-DC, später Peter Fox, während sich die Mannschaften auf dem Platz warm machten.

Die örtliche Presse war mittlerweile eingetroffen, das Hessentagspaar präsentierte sich den Fotografen und bei Verkündung der Aufstellungen stellte ich fest, dass unsere Nummer 36, Marcel Titsch-Rivero, noch nicht jedem bekannt war. Einige fehlten, auf Frankfurter Seite bspw. Amanatidis, Chris, Fenin, Spycher und Toski und auf Stadtallendorfer Seite Mario Schudy, der sich im Mittwochs-Training schwer verletzt hatte und nun, beim Höhepunkt der Saison, immerhin für zwei Stunden das Krankenhaus verlassen durfte - um seinen Kumpels beim Kampf gegen den schier übermächtigen Gegner zusehen zu können. Die Stadtallendorfer jedoch waren keineswegs zu unterschätzen, hatten sie doch in der voran gegangenen Saison hier im Stadion in der Hessenliga gerade Mal ein Spiel verloren - und dies als Aufsteiger. Bernie funkte mich an, ob da tatsächlich meine Stimme aus den Lautsprechern quoll; ich konnte nicht anders, ich bejahte.

Den Anstoß vollführte das älteste Mitglied des EFCs, der 89jährige Herr Weber und schon rollte die Kugel. Die Eintracht, angetreten mit einer besseren B-Elf (Fährmann, Ochs, Petkovic, Russ, Bellaid, Jung, Steinhöfer, Tosun, Titsch-Rivero, Köhler, Liberopoulos) führte nach wenigen Minuten mit 1:0 durch Sebastian Jung, einem Treffer den ich zunächst Tosun zuschrieb. Später erhöhte Steinhöfer auf 2:0, ein Ergebnis, mit dem es auch in die Halbzeit ging.

Der erste wirkliche Höhepunkt erfolgte in der Halbzeitpause: Der Eintracht Fan René marschierte mit mir auf den Platz, und wir holten dessen Freundin Sabrina aus der Kurve, die ebenfalls mitkam. Und dann fiel René vor ein paar Tausend Zuschauern (darunter Vorstandsmitglied Dr. Thomas Pröckl) auf die Knie und hielt um die Hand seiner Freundin an, was diese mit Glückstränen in den Augen freudig annahm. Großer Applaus, inniger Kuss - ein Tag, der für die beiden unvergessen bleiben wird. Alles Gute von hier.

Mittlerweile war Attila gelandet und zog die Aufmerksamkeit auf sich und schon ging's weiter mit Halbzeit Zwei. Pröll spielte nun für Fährmann im Tor (der mit einer tollen Parade kurz vor der Pause den Anschlusstreffer verhindert hatte) und Mahdavikia verteidigte für Ochs. Kurz darauf fiel dann tatsächlich der Treffer für Stadtallendorf, Pröll ließ einen Ball abklatschen und Fabio Eidelwein schob die Kugel ungerührt ins Netz. Ich hatte davon nur die Hälfte mitbekommen, weil neben mir zwei Jungs schluchzend ihren Onkel suchten - der auch bald darauf gefunden wurde.

Dies hinderte das Team von Stadtallendorf jedoch nicht, den Ausgleich zu erzielen. Nach einer tollen Flanke wuchtete Serkan Atas das Leder ins Netz. 2:2. Oha.

Nun wurde bei den Frankfurtern kräftig gewechselt; Teber und Korkmaz, Meier und Caio kamen aufs Feld und taten sich genau so schwer, wie die Buben zuvor. Ruppiger wurde es, kleine Nickligkeiten prägten das Bild und ein überragender Torhüter namens Olujic, der einen Ball nach dem anderen aus dem Kasten fischte. Gegen Ende kam sogar Farbe ins Spiel inklusive Rudelbildung - und so kam was kommen musste: 10 Stadtallendorfer kämpften gegen 11 Frankfurter und mit dem Schlusspfiff erzielten diese dann doch noch das 3:2. Torschütze in letzter Sekunde war Cenk Tosun, nachdem sich das heimische Team zuvor noch verzweifelt gewehrt hatte. Trotzdem, wir sahen eine großartige Leistung des Hessenligisten - und eine Eintracht, die mindestens noch eine Schippe drauflege muss, um fürderhin zu bestehen. Aber: Wichtig ist Offenbach.

Mit dem Schlusspfiff sausten die Kids auf das Spielfeld, aus den Augenwinkeln entdeckte ich Maik Franz, der umringt von den Bengeln tapfer Autogramme schrieb und so packte ich meinen Kram zusammen, bedankte mich bei den Veranstaltern vom EFC Adlerhorst Stadtallendorf, trank ein Abschlussbierchen und machte mich auf Richtung Heimat.

Ich ließ Stadtallendorf hinter mir, und fuhr in die untergehende Sonne. Diesmal blieb ich auf der Landstraße, genoss die Natur und die Wolkenbilder und nun passte auch die Mischung aus Operette und Schlager, die mir HR4 offerierte. Ruhig war es am Sonntagabend, die Menschen saßen vor dem Fernseher und dem Tatort; Homberg/Ohm, Grünberg, Hungen, Friedberg, Frankfurt - der Micra schnurrte vor sich hin und erreichte pünktlich zum Schweden-Krimi das Frankfurter Nordend. Morgen geht er wieder in Mamas Obhut. Danke.

Worte des Monats - Juni 2009

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Der Juni 2009 war vorwiegend geprägt durch die Sommerpause. So könnte man meinen, denn für den ein oder anderen gab es doch ein bisschen was zu tun. Und da zudem noch so manch Veranstaltung auf dem Programm stand, so spielte die Sommerpause eigentlich auch keine Rolle, schlappe 4% stimmten für diesen Begriff, das ist noch nicht einmal Bronze, das ist Platz vier. Hinten anstellen.

Neu in unsere Hirnwindungen trat ein Musikinstrument, welches im fernen Südafrika zu einem Fußballspiel gehört, wie bei uns die dritte Halbzeit: Die Vuvuzela. Während sich manch einer während des Confed-Cups noch wunderte, wie ein Schwarm Hornissen in ein Fußballspiel geraten ist, so drang bald Aufklärung zu uns durch und wir wussten Bescheid: Die Vuvuzela ist's, die kollektiv geblasen einen ähnlichen Lärm vollbringt.Und was dem Brasilianer seine Samba-Trommel und bei uns ehedem die Presslufthupen waren, ist in Südafrika eben jene Vuvuzela. Und da wir Traditionalisten sind und uns über landestypische Eigenarten freuen (Schaumabstrich beim Bier in Frankreich bspw.) so gönnen wir dem Ausrichter der nächsten WM seine kulturellen Errungenschaften. 14% von euch stimmten für die Trompete des Südens - immerhin Platz Drei, Bronze.

Und nun wird es spannend; der Titelkampf stand ganz im Zeichen des Kampfes Alt vs Neu - obgleich das Neue im hiesigen Falle durchaus bekannt scheint.

Es trug sich zu, dass der Verein Eintracht Frankfurt mit seinem Etat nicht ganz hin kam und mirnichtsdirnichts einige Miese anhäufte. Das ist zwar ärgerlich- aber durchaus üblich in den modernen Zeiten. Zumindest für manche. Der Vorstand der Eintracht Frankfurt Fußball AG unterbreitete also dem Aufsichtsrat einen Vorschlag, um dieses Minus auszugleichen. Jener Aufsichtsrat stimmte zu - und alles war in Butter. War es aber nicht; die Hauptversammlung der Aktionäre der AG (um die 72% der e.V. und um die 28% die Freunde der Eintracht) kippte kurzerhand diesen Beschluss und genehmigte sich selbst eine Gewinnausschüttung von insgesamt 1,12 Mio Euro. Kid hat ja schon eine ganze Menge gerechnet, schaut euch also an, wer welches Geld bekommt.

Wem es zunächst fehlt, ist die Bundesligatruppe. Pirmin Schwegler bspw., der vom Trainer gewünschte Sechser dürfte soviel kosten. Der aber bleibt vorerst in Leverkusen. Nicht zuletzt deshalb sprach Heribert Bruchhagen verärgert vom überraschenden Geldabfluss. Ob 30% von euch ebenso verärgert waren, das weiß ich nicht. Aber ihr habt diesen Begriff auf den zweiten Platz gewählt. Völlig zurecht, wie ich meine. Und in anderen Zeiten hätte es wohl für Gold gereicht. Aber nicht in diesem Jahr.

Denn da überstrahlten sie alles, die Meister 59. Es gibt ja mittlerweile jede Menge Berichte zu den Veranstaltungen dieser Tage, als sich die deutsche Meisterschaft der Frankfurter Eintracht zum fünfzigsten Male jährte. Von daher bedanke ich mich bei euch für's Mitmachen und bei der Meistermannschaft für das, was sie geleistet haben.

28.06.1959 - Berlin
Eintracht Frankfurt - Kickers Offenbach 5:3 n.V.

Wort und Mannschaft des Monats (wenn nicht gar des letzten Jahrhunderts) dank 51% eurer Stimmen:

Meister 59.

Herzlichen Glückwunsch!

Samstag, 11. Juli 2009

Heimspiel in Limburg


Well now, ev'rything dies, baby, thats a fact
But maybe ev'rything that dies someday comes back
Put your makeup on, fix your hair up pretty
And meet me tonight in Atlantic City

Bruce Springsteen - Atlantic City

Nun ja, Atlantic City war es nicht gerade, aber Limburg. Die Eintracht sollte dort in einem Testspiel gegen den tschechischen Pokalsieger FK Teplice antreten, das erste Testspiel auf hessischem Boden unter dem neuen Trainer Michael Skibbe.

Also rein in den silbernen Golf und rauf auf den Highway - so sah es zumindest der Plan vor. Aber: Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm deine Pläne. Der Golf gab sich müde, der Anlasser murmelte zaghaft vor sich hin und erstarb noch eh das Maschinchen tuckerte. Glücklicherweise stand der Wagen auf einem Parkplatz im Nordend - und da Parkplätze in jener Gegend ein rares Gut sind, tauschten wir ihn gegen Starthilfe, keine fünf Minuten später blubberte der Motor vor sich hin und wir rollten über die Miquelallee in Richtung Autobahn.

Oh-oh come take my hand
Riding out tonight to case the promised land
Oh-oh thunder road, oh thunder road oh thunder road
Lying out there like a killer in the sun
Hey I know its late we can make it if we run
Oh thunder road, sit tight take hold
Thunder road

Bruce Springsteen - Thunder road

Dreispurig zieht sich die A66 am Fuße des Taunus entlang, trotz Ferienbeginn war wenig los, später, am Wiesbadener Kreuz, ging's auf die A3 und dann durch den Taunus in Richtung Limburg, Abfahrt Süd.

Hoch oben thront der Limburger Dom, weiter unten fließt freundlich die Lahn und nicht allzu weit davon entfernt parkten wir den Golf fernab von bischöflicher Gnaden und marschierten an der Lahn entlang in Richtung Obermühle.

Zwei Mühlräder drehten sich stoisch vor der Gastwirtschaft am Fluss und wir wanderten an den Felsen vorbei, wohinter auf ein Neues der Dom in den Himmel wuchs. Limburg-Altstadt. Wie gemalt schmiegten sich die Fachwerkhäuslein dicht an dicht, kleine Trupps zogen im Rahmen einer Stadtführung durch die Gassen und wir marschierten zu einer Bäckerei, in welcher Pia schon als kleines Mädchen Mehlbrötchen mit Mohrenköpfen gekauft hatte. Ich weiß, das Wort ist politisch nicht in Ordnung, aber wer ordert schon allen Ernstes ein Schaumerzeugnis-mit-Schokoladen-Überzug-Brötchen. Leider waren zu später Stunde am Nachmittag die Mehlbrötchen ausverkauft, was aber nicht weiter tragisch war, da wir diese bedenkenlos durch einen Wasserweck ersetzen konnten. Solcherart gestärkt durchschritten wir die Altstadt, trafen auf das ein oder andere bekannte Gesicht und landeten schließlich am Bahnhof.

Jenseits der Gleise führte uns der Weg an Hotels vorbei in Richtung Sportplatz am Stephanshügel, Heimat des VfR07 Limburg. Sportplätze jener Art werden traditionell als altehrwürdig bezeichnet, was nichts anderes meint, als dass der Zahn der Zeit sichtbar an der Substanz genagt hat. Das andere heißt heutzutage Arena. Das ist griechisch und heißt übersetzt: HierwirstdutotalüberwachtunddarfstnichtsmehraußerGeldausgeben. Dann lieber altehrwürdig.

Thor parkte am Straßenrand und wartete auf seine Tickets, der neue Eintracht-Bus protzte vor den Toren des Sportplatzes, freundliche Helfer drückten uns Eintrittskarten und ein Programm in die Hand und schon orderten wir eine Bratwurst und eine Cola, für die Dame Bier und trafen jede Menge Bekannte, Pia sogar noch mehr, schließlich ist sie in der Gegend aufgewachsen; für sie war der Trip sowieso eine Reise in die Vergangenheit - als die Eintracht gegen tschechische Mannschaften noch um den Einzug in die nächste Runde kickte.

Wir umrundeten unter allerlei Geplauder das Gelände und fanden an der Eckfahne ein Plätzlein dicht am Rasen. Marc und Ben kamen vorbei; unsere Fanbetreuung hat ja noch ein paar Tage Schonzeit, bevor mit Offenbach, Bremen und Nürnberg gleich zu Saisonbeginn richtig Arbeit wartet. Die Eintracht mit den Neuzugängen Franz und Teber machte sich unter den Anweisungen des neuen Co-Trainers Boekamp warm, während Stefan die Nachricht verkündete, dass der Gegner noch nicht eingetroffen sei.

Grau herbstelte der Himmel, vereinzelte Tropfen purzelten hernieder und bald darauf schoben sich auch die Teplicer (sagt man dies so?) auf den Rasen; Gassenhauer dröhnten aus den Boxen auch ein Erbarme zu spät, während sich die Jugend des gastgebenden VfR 07 Limburg auf den großen Einsatz als Balljungen vorbereitete. Einer weiteren örtlichen Bäckerei wurde gedankt und sodann ging es los. Nikolov im Tor, Chris und Franz in der Innenverteidigung, Ochs und Spycher wie gehabt die Außenverteidiger, Meier Caio, Teber in des Mittelfeldes Mitte, daneben Korkmaz und Mahdavikia und ganz vorne Liberopoulos. Wir sahen ein recht flottes Spielchen und dazu einen Balljungen auf dem Höhepunkt seiner noch jungen Existenz, als er Nikolov den ersten Ball zuwarf. Gefällig die Herren Teber und Caio, emsig der Herr Meier und nach einigen herzerfrischenden Torgelegenheiten landete die Kugel im Netz. Korkmaz hatte über Außen gewuselt, der junge Hund, und ein Tscheche (in gelb-blau) schob den Ball gezwungener Maßen ins eigene Tor. Na fabelhaft. Na Halbzeit.

Nun sausten die Kinder über das Feld und wurden kurz vor Beginn der zweiten Hälfte kurzerhand verscheucht. Anpfiff zur Runde Zwei.

Ursula war mittlerweile eingetroffen und mit ihr noch insgesamt 1949 andere, so dass die offizielle Zuschaueranzahl mit 1950 angegeben wurde, im Gegensatz zu den Blog_Glern waren Gästefans eher rar. Und sie hätten auch wenig Freude daran gehabt, als ein erneutes Eigentor von Teplice nach Vorarbeit des Dubai-Urlaubers Petkovic den 2:0 Endstand markierte, was wir zum Zeitpunkt des Entstehens allerdings noch nicht wissen konnten. Munter wurde gewechselt, selbst die Herren Titsch-Rivero und Tosun durften mitmachen und zeigten, dass ihnen der neue schwarze Brustring auf dem roten Trikot ganz passabel steht.

Mit dem Schlusspfiff rannte die Dorfjugend wie von der Tarantel gestochen in Richtung Eintracht, einige der Kicker sausten ebenso schnell davon; andere aber schrieben sich nun die Finger wund, allen voran Amanatidis - aber auch Alvarez, Fährmann, Franz oder Skibbe erfüllten die Wünsche nach Autogrammen und Fotos, welche beileibe nicht nur von Kindern erbeten wurden. Später umstanden die Herren Journalisten unseren Trainer, der die ein oder andere Weisheit von sich gab, die sogleich eifrig notiert wurde, man will ja auch in der Zeitung lesen, wie das Erlebte wirklich gewesen ist.

Das Feld leerte sich, der VIP-Bereich ebenso und wir wanderten einen Seitenweg entlang zurück zum Bahnhof, zurück in die Altstadt, die nun recht menschenleer daherkam. Die Häuschen schienen nun wie Kulissen aus einem Film der Fünfziger Jahre, als die Optik so nett und gefällig daherkam und es kein Böses in der kleinen weiten Welt zu geben schien, die große Welt lag woanders - vielleicht sogar hinter den Gardinen der putzigen Kulissen.

Still war's am Dom und ruhig auch an der Lahn, an der wir zurück zur Mühle spazierten und ein Schnitzel groß wie ein Mühlrad verspeisten. Blieb die Sorge, ob in dunkler Nacht der Golf zum Fahren zu bewegen war, widerspruchslos gehorchte er der Drehung des Zündschlüssels und alsbald ließen wir Dom und Kulisse hinter uns und fuhren ein in die Stadt, die geprägt ist von Events und Messegästen und von Bauten, die meist ebenso hoch wie herzlos sind. Aber dies ist eine andere Geschichte.

Well I sought gold and diamond rings
My own drug to ease the pain that living brings
Walked from the mountain to the valley floor
Searching for my beautiful reward
Searching for my beautiful reward

Bruce Springsteen - My beautiful reward

Freitag, 10. Juli 2009

Nur personalisierte Karten für Offenbach

Was war das für ein Aufschrei, als die Eintracht auf die Vorfälle beim letzten Spiel in Karlsruhe im Februar mit verschiedenen Maßnahmen reagierte - unter anderem sollten Tickets für Auswärtsspiele nur noch personalisiert abgegeben werden.

Keine fünf Monate später tritt die Eintracht zum Pokalspiel beim Vizemeister von '59 an. Lange Zeit haben unsere Nachbarn das Procedere fürs Ticketing ausbaldowert und nun steht es fest: Auswärtskarten können heute zwischen 11 und 15 Uhr virtuell geordert werden. Jedoch gilt es, eines zu beachten:

Der DFB stuft dieses Spiel nun mit erhöhtem Sicherheitsrisiko ein und empfiehlt daher eine Personalisierung aller Eintrittskarten. D.h. der Besteller der Pokalkarten muss seine und die persönlichen Daten (Vor- und Zuname, vollständige Anschrift) der Besucher des Spiels angeben.

Ob dies nun ein Vorläufer für die gesamte Saison ist und weshalb eine Empfehlung des DFB sofort in die Tat umgesetzt wird, bleibt zu klären. Der Aufschrei aber hält sich in Grenzen.

Dienstag, 7. Juli 2009

Alles Gute Jürgen Grabowski zum Geburtstag

Vielleicht beginnt meine Geschichte im Frühling 1974 auf dem Schrottplatz in Mömlingen, als ich in Altpapier-HörZu-Heften die Karikaturen der WM-Teilnehmer von 1974 entdeckte. Unter anderem war natürlich der Eintrachtler Jürgen Grabowski dabei, der Mann, der dann an seinem 30. Geburtstag Weltmeister wurde.

34 Jahre später hatte ich die Möglichkeit, mich mit ihm im Museum zu unterhalten. Es war großartig, genau so großartig, wie der Held meiner Kindheit Fußball gespielt hat.

Danke für alles und herzlichen Glückwunsch Jürgen Grabowski zum 65. Geburtstag!



Die Zeichnung hat Frank natürlich in seinem Archiv Ich habe sie vor Jahren dort entdeckt - und mich sehr gefreut.

Sonntag, 5. Juli 2009

Die Meister 59 im Museum - Die Fotos

Die Meister vor Sepp Herbergers Rekord


Die Gesprächsrunde


Dieter Lindner


Egon Loy


Dieter Stinka


Istvan Sztani


Hans Weilbächer


Wolfgang Solz


Erwin Stein


Kurt Schmidt - Der erste Ultra

Toni Hübler



Alle Fotos sind von Stefan Krieger. Vielen Dank - auch wenn es etwas spät ist.

Freitag, 3. Juli 2009

Aufkleber - Teil II

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Frankfurt - Riederwald